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Die Instrumente der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung

Darstellung, Beurteilung und Umfang der Beanspruchung im Zeitablauf

Die Instrumente der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Monika Schilling
  • Abgabedatum: Oktober 2006
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 430,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 75
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0032-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schilling, Monika Oktober 2006: Die Instrumente der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Versicherung, Exportgarantie, Bürgschaft, Deckung, Ausfuhr

Diplomarbeit von Monika Schilling

Einleitung:

Kennzeichnend für die Bundesrepublik Deutschland ist ihre vergleichsweise hohe Einbindung in die internationale Arbeitsteilung. Neben den Vereinigten Staaten von Amerika, der Volksrepublik China und Japan zählt sie zu den größten Exportnationen der Welt. So wurden allein im Jahr 2005 Waren im Wert von rund 786 Mrd. EUR oder 9.500 EUR pro Einwohner exportiert - das entspricht einem Anteil am Welthandel von über 10%.

Die internationale Zusammenarbeit sichert einerseits einen nicht unmaßgeblichen Anteil deutscher Einkommen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung, birgt aber andererseits aus Sicht des einzelnen Exporteurs zusätzliches, über die typischen inländischen Risiken hinausgehendes Unsicherheitspotential. Dieses auf ein kalkulierbares Maß zu reduzieren und mögliche Schäden wirtschaftlich oder politisch bedingter Forderungsausfälle zu begrenzen, bezweckt das von der Bundesrepublik Deutschland getragene Angebot der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung.

In Kapital zwei werden zunächst die für die vorliegende Arbeit relevanten Begrifflichkeiten geklärt und es wird ein kurzer Abriss der Geschichte der Ausfuhrkreditversicherung bis auf den heutigen Tag vorgenommen. Ihr folgen Ausführungen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, den verschiedenen Entscheidungsgremien und den spezifischen Anforderungen, die an die Indeckungnahme deutscher Exportgeschäfte gestellt werden.

Daran anschließend dient Kapitel drei der umfassenden Darstellung der wichtigsten Instrumente der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung (Fabrikationsrisikodeckung, Ausfuhrrisikodeckung und Finanzkreditdeckung) sowie der in ihrem Rahmen abgedeckten wirtschaftlichen und politischen Risiken. Auch einige Nebendeckungen finden Eingang in die Betrachtung, die durch die abschließend zu beantwortende Fragestellung abgerundet wird, warum es die Höhe der Schadenszahlungen betreffend zu einer Verschiebung innerhalb dieser Risikokategorien gekommen ist.

Das folgende vierte Kapitel gibt zunächst einen Überblick über die gesamtdeutsche Exportstruktur und stellt diese über einen Zeitraum von nicht mehr als fünfzehn Jahren den gedeckten Exporten gegenüber. Letztere werden weiterhin auf ihre verschiedenen Schwerpunkte und den Umfang ihrer Beanspruchung im Zeitablauf hin analysiert. Diese Untersuchung ist sowohl nach Ländergruppen, als auch nach Warenarten und Kreditlaufzeiten differenziert.

Vor dem Hintergrund der herausgestellten Anwendungsschwerpunkte erfolgt die abschließende Beurteilung der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung in Kapitel fünf. Zunächst wird ihre Bedeutung und Notwendigkeit aus gesamtwirtschaftlicher, abschließend aus unternehmerischer Sicht dargelegt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Betrachtung alternativer oder flankierender risikopolitischer Instrumente.

Da es in nahezu allen industrialisierten Ländern Ausfuhrkreditversicherungssysteme gibt, wird im sechsten Kapitel die internationale Zusammenarbeit verschiedener Institutionen vorgestellt. Neben der Berner Union und der OECD beeinflusst die Arbeit der Europäischen Union entscheidend die Ausgestaltung und Angleichung der verschiedenen Systeme vor dem Hintergrund des gemeinsamen Binnenmarktes.

Das siebte Kapitel enthält schließlich das Fazit der vorliegenden Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Symbolverzeichnis VIII
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit 1
2. HERMES-Ausfuhrkreditversicherung 3
2.1 Begriffsklärung und Abgrenzung 3
2.2 Historische Entwicklung 5
2.3 Rechtliche Grundlagen 8
2.4 Interministerieller Ausschuss 9
2.5 Grundsätze der Deckungspolitik 10
2.5.1 Förderungswürdigkeit 10
2.5.2 Risikomäßige Vertretbarkeit 12
2.5.3 Warenursprung 12
2.5.4 Subsidiaritäts- und Selbstfinanzierungsgrundsatz 13
3. Risiken und Instrumente der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung 15
3.1 Gedeckte Risiken 15
3.1.1 Wirtschaftliche Risiken 16
3.1.2 Politische Risiken 17
3.1.3 Verlagerung von politischen zu wirtschaftlichen Schäden 20
3.2 Instrumente der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung 22
3.2.1 Fabrikationsrisikodeckung 22
3.2.2 Ausfuhrrisikodeckung 24
3.2.3 Finanzkreditdeckung 25
3.2.4 Nebendeckungen 27
3.2.5 Deckungsangebot: Einzeldeckungen und Sammeldeckungen 29
4. Beanspruchung der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung 32
4.1 Bestandsaufnahme: Exportsituation der Bundesrepublik Deutschland 32
4.2 Gedeckte Exporte und Gesamtexport 35
4.3 Deckungsvolumina nach Ländergruppen 38
4.3.1 Industrieländer 38
4.3.2 Mittel- und osteuropäische Länder 39
4.3.3 Entwicklungsländer 40
4.4 Deckungsvolumina nach Warenarten 43
5. Beurteilung der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung 46
5.1 Beurteilung aus gesamtwirtschaftlicher Sicht 46
5.2 Beurteilung aus Sicht des Exporteurs 47
5.3 Vergleichende Beurteilung flankierender oder alternativer risikopolitischer Maßnahmen 50
5.3.1 Dokumentäre Zahlungsbedingungen 50
5.3.2 Mittel- und langfristige Exportfinanzierung 52
6. Internationale Zusammenarbeit 55
7. Fazit 57
Anhang 58
Literaturverzeichnis 81
Quellenverzeichnis 90
Eidesstattliche Erklärung 91

Textprobe:

Kapitel: 3.2.1 Fabrikationsrisikodeckung Die Fabrikationsrisikodeckung sichert den Exporteur vor Verlusten, die ihn zwischen Inkrafttreten des Ausfuhrvertrages und Abnahme der Ware, spätestens dem Versand derselben, ereilen können. Steht bspw. die Zahlungswilligkeit oder Zahlungsfähigkeit des ausländischen Abnehmers in Zweifel, darf die Fertigstellung und Lieferung unter bestimmten Voraussetzungen unterbleiben, um so die für den Exporteur unangenehme Situation zu vermeiden, seinen Teil des Vertrages erfüllt zu haben, ohne aber seine Ansprüche durchsetzen zu können.

Auch Embargomaßnahmen nach AWG als Antwort auf kriegerische Auseinandersetzungen im Bestellerland oder Weisungen der Bundesrepublik Deutschland zum Abbruch der Fertigung wegen gefahrerhöhender Umstände erfüllen den Tatbestand der Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit des Versandes. Gegenstand der Deckung sind in der Fabrikationsphase dementsprechend die Selbstkosten der Herstellung oder Beschaffung bis zur Höhe des Auftragswertes, d.h. Einzel- und Gemeinkosten, nicht aber der kalkulatorische Gewinn. Grundsätzlich ist diese Form der Absicherung nur für solche Waren möglich, die Spezialanfertigungen erfordern, einer längeren Herstellungsdauer bedürfen oder in außergewöhnlichen Stückzahlen gefertigt werden.

Denn diese Merkmale erhöhen die Spezifität des Exportgutes für seinen Besteller und schränken im Schadensfall die Möglichkeit des Verkaufs an Dritte, selbst unter Inkaufnahme möglicher Verluste, für den Exporteur erheblich ein. Es handelt sich dabei regelmäßig um Investitionsgüter z.B. Spezialanfertigungen von Maschinen und Anlagen, für die nur Einzeldeckungen zur Verfügung stehen.

Arbeit zitieren:
Schilling, Monika Oktober 2006: Die Instrumente der HERMES-Ausfuhrkreditversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Versicherung, Exportgarantie, Bürgschaft, Deckung, Ausfuhr

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