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Insolvenzsicherungssysteme von Versicherungsunternehmen in Deutschland und Großbritannien im Vergleich am Beispiel der Kfz-Haftpflichtversicherung

Insolvenzsicherungssysteme von Versicherungsunternehmen in Deutschland und Großbritannien im Vergleich am Beispiel der Kfz-Haftpflichtversicherung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Küppers
  • Abgabedatum: März 2007
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 498,3 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 87
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0369-0
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0369-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Küppers, Markus März 2007: Insolvenzsicherungssysteme von Versicherungsunternehmen in Deutschland und Großbritannien im Vergleich am Beispiel der Kfz-Haftpflichtversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Deutschland, Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung, Konkurssicherungsfonds, Großbritannien, Fonds

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Diplomarbeit von Markus Küppers

Problemstellung:

Aufgrund der Harmonisierung des europäischen Versicherungsmarktes und in Folge der Insolvenz der Mannheimer Lebensversicherung AG, erhielt die politische als auch wissenschaftliche Diskussion um das Instrument der Versichertenschutzfonds in Deutschland und Europa neue Nahrung.

Zur Zeit sind die Überlegungen der europäischen Kommission zur Einführung von Mindeststandards für Versichertenschutzfonds innerhalb der europäischen Union weit fortgeschritten. Der GDV rechnet mit dem Erlass einer Richtlinie auf Basis der bisherigen Beratungen, deren Inhalt dann auch in deutsches Recht umzusetzen ist. Während in manchen europäischen Ländern der Bevölkerung Versichertenschutzfonds bereits bekannt waren, ist der breiten Öffentlichkeit in Deutschland erstmalig 2003 durch die Insolvenz der Mannheimer Lebensversicherung AG die Gefahr einer Versichererinsolvenz bewusst geworden. Als Instrument zum Schutz der Verbraucher rückten Versichertenschutzfonds in den Fokus der politischen Diskussion. In Folge dieser wurden mit der Novellierung des VAG im Jahre 2004 für die Lebens- und die Krankenversicherung obligatorische Versichertenschutzfonds gesetzlich vorgeschrieben.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, anhand theoretisch fundierter ökonomischer Erkenntnisse, verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten von Versichertenschutzfonds zu prüfen, zu bewerten und die gewonnen Erkenntnisse auf die in dieser Arbeit zu betrachtenden Realmodelle hinsichtlich möglicher Optimierungsempfehlungen zu übertragen.

In Abgrenzung zum weiten Spektrum möglicher Versicherungsprodukte wird im Folgenden exemplarisch eine detaillierte Betrachtung der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung vorgenommen. Eine Besonderheit dieser Sparte liegt darin, dass nicht nur der Käufer von Versicherungsschutz im Falle der Versichererinsolvenz Schaden erleidet, sondern auch Dritte, die keinerlei originäre Vertragsbeziehung zum Versicherungsnehmer oder zum Versicherungsunternehmen haben. In Deutschland war diese Versicherungssparte die erste, die durch einen gesetzlich vorgeschriebenen Versichertenschutzfonds, namentlich durch den Verein Solidarhilfe e.V. (heute Verkehrsopferhilfe e.V.) gesichert wurde. Darüber hinaus werden auf der Basis theoretischer Erkenntnisse Detailregelungen von Versichertenschutzfonds anderer Sparten vorgestellt.

Gang der Untersuchung Im zweiten Kapitel wird aufgezeigt, dass aufgrund der Arteigenheit des versicherungstechnischen Risikos und der Wesensmerkmale des Produktes Versicherung, die Versichererinsolvenz unter gesonderten Gesichtspunkten im Vergleich zu anderen Gütern innerhalb marktwirtschaftlicher Systeme zu diskutieren ist.

Im dritten Kapitel erfolgt die theoretische Analyse von Versichertenschutzfonds anhand ökonomischer Modelle. Es soll geprüft werden, in welcher Form Versichertenschutzfonds eingesetzt werden können, welche Konzeptionselemente aus ökonomischer Sicht empfehlenswert sind und zu welchen Effekten sie führen.

Anschließend erfolgt in Kapitel vier die Einordnung zweier Realmodelle von Versichertenschutzfonds innerhalb ihres jeweiligen regulatorischen Kontextes. Zunächst werden die aktuellen Bestimmungen der Versichertenschutzfonds in Deutschland aufgezeigt. Da im Vereinigten Königreich von Großbritannien eine lange Tradition der Insolvenzsicherung von Versicherungsnehmeransprüchen besteht, soll sodann das dortige Realmodell dargestellt werden. Zusätzlich wird der aktuelle Stand der Diskussion der europäischen Kommission zur verbindlichen Einführung von Versichertenschutzfonds und deren mögliche Auswirkungen auf die beiden dargestellten Realmodelle erläutert.

Im fünften Abschnitt werden die theoretischen Erkenntnisse aus Kapitel zwei bezüglich Ihrer Gültigkeit in den Realmodellen überprüft und die Regelungen der beiden Systeme im Hinblick auf Optimierungsmöglichkeiten untersucht.

Im letzten Abschnitt werden die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst. Hinsichtlich der zu erwartenden Entwicklungen wird abschließend ein kurzer Ausblick gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
Verzeichnis häufig verwendeter Symbole VI
1. Ausgangspunkt, Ziel und Gang der Untersuchung 1
2. Einführung in die Problemstellung 3
2.1 Die Versichererinsolvenz 3
2.2 Die Arteigenheit des versicherungstechnischen Risikos 5
2.3 Theorie der Aufsicht über Versicherungsunternehmen 8
2.4 Anspruchsarten im Falle der Versichererinsolvenz 11
2.5 Versichertenschutzfonds 13
2.6 Weitere Insolvenzschutzsysteme in der Europäischen Union 14
2.7 Die Kfz-Haftpflichtversicherung 14
2.7.1 Anspruchsarten in Deutschland 16
2.7.2 Anspruchsarten im Vereinigten Königreich 17
3. Theoretische Anlayse von Versichertenschutzfonds 18
3.1 Theoretische Grundlagen 18
3.1.1 Prinzipal-Agenten Beziehungen 19
3.1.2 Adverse Selektion und Moral Hazard 20
3.2 Analyse der Versichertenschutzfonds 21
3.2.1 Analyse der optimalen Organisationsform 21
3.2.2 Verlustsozialisierung durch Versichertenschutzfonds 23
3.2.3 Finanzierungsformen von Versichertenschutzfonds 25
3.2.3.1 Vor- versus nachschüssige Finanzierung 25
3.2.3.2 Steuer- versus Prämienfinanzierung 26
3.2.3.3 Risikobasierte Prämienfinanzierung 27
3.2.3.3.1 Gundlegende Kalkulationsverfahren 29
3.2.3.3.2 Quantifizierung der Risikosituation 30
3.2.4 Entschädigungsobergrenzen und regulatorische Normen 33
3.2.5 Kapazität von Versichertenschutzfonds 33
3.2.6 Das Run-Phänomen 34
3.2.7 Staatliche Regulierung versus Selbstregulierung 38
3.3 Fazit der ökonomischen Analyse 39
3.4 Optimiertes Design für die Kfz-Haftpflichtversicherungsschutzfonds 40
4. Realmodelle von Versichertenschutzfonds 41
4.1 Die Versichererinsolvenz in Deutschland 41
4.1.1 Versichertenschutzfonds in Deutschland 44
4.1.2 Der Verein Verkehrsopferhilfe e.V. 45
4.2 Die Versichererinsolvenz im Vereinigten Königreich 47
4.2.1 Versichertenschutzfonds im Vereinigten Königreich 48
4.2.2 Das Motor Insurer`s Bureau 51
4.3 Entwicklungen in der Europäischen Union 52
4.3.1 Diskussion zur Konzeption von Versichertenschutzfonds 54
4.3.2 Entwicklungen zur Kfz-Haftpflichtversicherung 55
5. Anwendbarkeit der analytischen Ergebnisse auf die Realmodelle 56
5.1 Vorhandene Versichertenschutzfonds in Deutschland 56
5.2 Theoretische Würdigung des Vereins Solidarhilfe e.V. 58
5.3 Vorhandene Versichertenschutzfonds im Vereinigten Königreich 59
5.4 Theoretische Würdigung für die Kfz-Haftpflichtversicherung 60
5.5 Theoretische Würdigung des Entwurfs der Europäischen Kommission 60
5.6 Europäische Reformvorschläge zur Kfz-Haftpflichtversicherung 61
6. Fazit und Ausblick 62
Anhang 65
Literaturverzeichnis 68
Ehrenwörtliche Erklärung 80
Lebenslauf 81

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
Verzeichnis häufig verwendeter Symbole VI
1. Ausgangspunkt, Ziel und Gang der Untersuchung 1
2. Einführung in die Problemstellung 3
2.1 Die Versichererinsolvenz 3
2.2 Die Arteigenheit des versicherungstechnischen Risikos 5
2.3 Theorie der Aufsicht über Versicherungsunternehmen 8
2.4 Anspruchsarten im Falle der Versichererinsolvenz 11
2.5 Versichertenschutzfonds 13
2.6 Weitere Insolvenzschutzsysteme in der Europäischen Union 14
2.7 Die Kfz-Haftpflichtversicherung 14
2.7.1 Anspruchsarten in Deutschland 16
2.7.2 Anspruchsarten im Vereinigten Königreich 17
3. Theoretische Anlayse von Versichertenschutzfonds 18
3.1 Theoretische Grundlagen 18
3.1.1 Prinzipal-Agenten Beziehungen 19
3.1.2 Adverse Selektion und Moral Hazard 20
3.2 Analyse der Versichertenschutzfonds 21
3.2.1 Analyse der optimalen Organisationsform 21
3.2.2 Verlustsozialisierung durch Versichertenschutzfonds 23
3.2.3 Finanzierungsformen von Versichertenschutzfonds 25
3.2.3.1 Vor- versus nachschüssige Finanzierung 25
3.2.3.2 Steuer- versus Prämienfinanzierung 26
3.2.3.3 Risikobasierte Prämienfinanzierung 27
3.2.3.3.1 Gundlegende Kalkulationsverfahren 29
3.2.3.3.2 Quantifizierung der Risikosituation 30
3.2.4 Entschädigungsobergrenzen und regulatorische Normen 33
3.2.5 Kapazität von Versichertenschutzfonds 33
3.2.6 Das Run-Phänomen 34
3.2.7 Staatliche Regulierung versus Selbstregulierung 38
3.3 Fazit der ökonomischen Analyse 39
3.4 Optimiertes Design für die Kfz-Haftpflichtversicherungsschutzfonds 40
4. Realmodelle von Versichertenschutzfonds 41
4.1 Die Versichererinsolvenz in Deutschland 41
4.1.1 Versichertenschutzfonds in Deutschland 44
4.1.2 Der Verein Verkehrsopferhilfe e.V. 45
4.2 Die Versichererinsolvenz im Vereinigten Königreich 47
4.2.1 Versichertenschutzfonds im Vereinigten Königreich 48
4.2.2 Das Motor Insurer`s Bureau 51
4.3 Entwicklungen in der Europäischen Union 52
4.3.1 Diskussion zur Konzeption von Versichertenschutzfonds 54
4.3.2 Entwicklungen zur Kfz-Haftpflichtversicherung 55
5. Anwendbarkeit der analytischen Ergebnisse auf die Realmodelle 56
5.1 Vorhandene Versichertenschutzfonds in Deutschland 56
5.2 Theoretische Würdigung des Vereins Solidarhilfe e.V. 58
5.3 Vorhandene Versichertenschutzfonds im Vereinigten Königreich 59
5.4 Theoretische Würdigung für die Kfz-Haftpflichtversicherung 60
5.5 Theoretische Würdigung des Entwurfs der Europäischen Kommission 60
5.6 Europäische Reformvorschläge zur Kfz-Haftpflichtversicherung 61
6. Fazit und Ausblick 62
Anhang 65
Literaturverzeichnis 68
Ehrenwörtliche Erklärung 80
Lebenslauf 81

Textprobe:

Kapital 3.1, Theoretische Grundlagen:

Im Folgenden soll nun anhand theoretischer ökonomischer Erkenntnisse die optimale Versichertenschutzfondskonstruktion hergeleitet werden. Einen zentralen Aspekt soll hierbei die Ausarbeitung von Han/Lai/Witt einnehmen, die anhand der State-Preference- und der Agency-Theorie verschiedene Elemente des amerikanischen state-guaranty-funds-systems analysierten. Da die Erfahrungen der amerikanischen Versichertenschutzfonds bis in die Mitte der dreißiger Jahre zurückreichen, können die Ergebnisse dieser Analyse wichtige Hinweise für die europäischen Systeme enthalten. Die aus dem Modell gewonnenen Ergebnisse werden dargestellt und um weitere theoretische Überlegungen ergänzt. Die auf Basis der Erkenntnisse gewonnenen Empfehlungen zur Konzeption von Versichertenschutzfonds, werden in Kapitel fünf hinsichtlich ihrer empirischen Relevanz für die Realmodelle Deutschland, Großbritannien und die Vorschläge der Europäischen Kommission überprüft.

Han/Lai/Witt führen für den Anlass Ihrer Untersuchung an, dass die Kosten des state-guaranty-funds-systems enorm zunahmen und beabsichtigen mit ihrer Arbeit einen wissenschaftlichen Beitrag zur besseren Versichertenschutzfondsgestaltung zu leisten. Dem innerhalb der Vereinigten Staaten einzelstaatlich organisierten System der state-guaranty-funds standen vier verschiedene legislatorische Änderungsverschläge von Stewart, Metzenbaum, Dingell und Jackson entgegen. Grundlegende Forderung aller Vorschläge war die Umstellung des Systems auf ein interstate-system, in dem die Versichertenschutzfonds des einen Staates bei Fallierung eines Versicherers in einem anderen Staat eintreten sollen. Hierzu wird eine Analyse auf Basis der zustandsabhängigen Bewertung im Rahmen der State-Preference-Theorie genutzt, um die Vorteilhaftigkeit eines bundesstaatlichen Systems zu prüfen. Zusätzlich werden im Verlauf die zunächst als ceteris paribus Bedingungen angenommenen, unterschiedlichen möglichen Regulierungsnormen, wie sie sich auch in den Vorschlägen finden, auf ihre jeweilige Optimalität hin überprüft. Hinsichtlich der Finanzierungsform wird mit Hilfe der Agency-Theorie ein Vergleich zwischen dem pre- und dem post-assessment-approach erstellt. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden die Umverteilungsproblematiken hinsichtlich der Interessengruppen, die bei einer Umstellung auf dieses optimierte System betroffen wären, wohlfahrtstheoretisch analysiert.

Kapital 3.1.1, Prinzipal-Agenten Beziehungen:

Im Folgenden wird nun anhand der Agency-Theorie analysiert, inwiefern die bestehenden Regeln der state-guaranty-funds Anreize erzeugen, die zu einem Wohlfahrtsverlust (Agency-Kosten) führen. Diese Kosten entstehen beim Vorliegen einer Prinzipal-Agenten-Beziehung. Hier delegiert der Prinzipal eine Aufgabe an einen Agenten. Bei der Ausführung dieser hält der Agent die alleinige Entscheidungsgewalt inne. Unter der Annahme, dass beide Parteien eigennutzenmaximierend handeln, kann aus diesem Kalkül heraus ein Anreiz für den Agenten bestehen, von der wohlfahrtsoptimalen Pareto-Lösung abzuweichen. Versucht der Prinzipal dies zu unterbinden, entstehen ihm Überwachungskosten zur Vermeidung des Abweichens, falls die Aktion des Agenten nicht eindeutig in einem Leistungsmaß verifizierbar ist. Alternativ kann der Agent Kosten aufwenden, um dem Prinzipal ein Signal zu senden, dass er pareto-optimal agieren wird. Da seine Aktionen zumeist nicht dem optimalen Zustand aus Sicht des Prinzipals entsprechen, entstehen zudem weitere Verluste. Die Summe aus diesen drei Komponenten sind die sogenannten Agency Kosten.

Kapital 3.1.2, Adverse Selektion und Moral Hazard:

Auf Versicherungsmärkten kann es bei Vorliegen von Informationsasymmetrien zwischen Versicherern (Prinzipal) und Versicherungsnehmern (Agenten) zum Problem der adversen Selektion kommen. Besitzen die Agenten einen Informationsvorsprung gegenüber dem Prinzipal hinsichtlich ihrer Schadeneintrittswahrscheinlichkeit und der zu erwartenden Schadenhöhe, kommt es zu folgendem Effekt. Der Versicherer kalkuliert anhand der ihm zur Verfügung stehenden Daten eine Durchschnittsprämie. Sind die Agenten inhomogen, wählen nur diejenigen den Versicherungsschutz, deren Erwartungsschaden mindestens der Prämie entspricht. Die Agenten, die davon ausgehen, dass die Prämie höher ist als der von ihnen zu erwartende Schaden, werden diesen Vertrag nicht abschließen. Dies hat zur Folge, dass der Versicherer nur die Risiken erhält, die mehr Schäden erwarten lassen, als durch die eingenommenen Prämien gedeckt sind. In der nächsten Periode überdenkt der Versicherer seine Kalkulation und erhebt entweder höhere Prämien, was den Effekt der Antiselektion verstärkt, oder meldet Insolvenz an. Aus Sicht der Versichertenschutzfonds besteht die Gefahr, dass nur die Versicherungsunternehmen mit einem hohen Insolvenzrisiko einem Versichertenschutzfondssystem freiwillig beitreten wollen. Während die adverse Selektion ein vorvertragliches Risiko darstellt, kann es auch ex post zu Moral Hazard kommen. Nach Abschluss eines Versicherungsvertrages können dem Versicherungsnehmer Anreize entstehen, sein Verhalten zu verändern. Dies kann in der Form des risikoerhöhenden Moral Hazard Problems auftreten, indem die Schadenwahrscheinlichkeit des Agenten nach Vertragsabschluß ansteigt. Wenn der Agent beispielsweise auf den Kauf eines Feuerlöschers nach dem Abschluss eines Versicherungsvertrags verzichtet, obwohl er dies ohne einen solchen getan hätte, steigt die Schadenwahrscheinlichkeit aus Sicht des Versicherers an. Das Moral Hazard Problem kann auch als mengenerhöhendes vorliegen, wenn die Anzahl der Schäden nach der Versicherungsnahme ansteigt. Existieren Versichertenschutzfonds, resultiert die Moral Hazard Problematik daraus, dass durch den Eintritt in ein solches System die Versicherer weniger Anreize zur Insolvenzvermeidung haben, als ohne ein solches.

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Arbeit zitieren:
Küppers, Markus März 2007: Insolvenzsicherungssysteme von Versicherungsunternehmen in Deutschland und Großbritannien im Vergleich am Beispiel der Kfz-Haftpflichtversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Deutschland, Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung, Konkurssicherungsfonds, Großbritannien, Fonds

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