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Innovative Personalorganisation: Vom Outsourcing im Personalmanagement zur virtuellen Personalabteilung

Innovative Personalorganisation: Vom Outsourcing im Personalmanagement zur virtuellen Personalabteilung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Manuela Gruber
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 753,9 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Karl-Franzens-Universität Graz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6096-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6096-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6096-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gruber, Manuela September 2002: Innovative Personalorganisation: Vom Outsourcing im Personalmanagement zur virtuellen Personalabteilung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: virtualität, virtuelle unternehmen, auslagerung, personalbereich, unternehmensstrategie

Diplomarbeit von Manuela Gruber

Einleitung:

Der zunehmende Wettbewerbsdruck, technologische Wandel, die steigenden Qualitätsansprüche an Produkte und Dienstleistungen und komplexe, nicht vorhersehbare Marktveränderungen zeigen deutlich, dass traditionelle Organisationsformen mit diesen Herausforderungen sehr leicht überfordert sind. Vor diesem Hintergrund werden Unternehmen gezwungen, Maßnahmen im Rahmen von Reorganisation und Dezentralisation zu setzen, um der von den Märkten geforderten Flexibilität und dem Kostendruck gerecht zu werden. Die Führungskräfte versuchen vermehrt eine strategische Entscheidung hinsichtlich der idealen Organisationsform des Personalmanagements zu treffen, wo die Überlegung, welche personalwirtschaftlichen Aufgaben zukünftig von wem wahrgenommen werden sollen, von großer Bedeutung ist. Eine Möglichkeit der positiven Beeinflussung der Personalkosten bietet das Outsourcing (Auslagerung) von betrieblichen – personalintensiven – Funktionen auf externe Dienstleister.

Das Outsourcing personalwirtschaftlicher Funktionen ist eine strategische Überlegung des Unternehmens und ist deshalb mit wichtigen Entscheidungen verbunden. Von besonderer Bedeutung scheinen nachfolgende Fragen, die in der Arbeit näher betrachtet werden.

Welche Leistungen aus der Personalarbeit sollen an einen Dienstleister vergeben werden?

Wie groß ist der Einfluss der personalwirtschaftlichen Leistungen auf die Kernkompetenzen?

Welche Beweggründe veranlassen Unternehmen zur Auslagerung von Funktionen im Personalbereich?

Welchen Nutzen kann der Unternehmer aus der Outsourcingentscheidung ziehen?

Welche Gefahren und Risiken sind mit dem Outsourcing personalwirtschaftlicher Funktionen verbunden?

Im zweiten Teil der Arbeit wird die Virtualisierung der Personalabteilung analysiert. Dieser neue Denkansatz hat einige Gemeinsamkeiten mit dem Outsourcing und wird in der Literatur als Weiterentwicklung der Outsourcing-Bewegung gesehen. Falls von der Auslagerung alle Funktionen im Personalwesen betroffen sind, könnte man auch von einer virtuellen Personalabteilung im weitesten Sinne sprechen. Doch inkludiert das Konzept der virtuellen Personalabteilung mehr als nur eine Auslagerung von Funktionen mit einer verstärkten Fokussierung auf die Kernkompetenzen des Unternehmens. Die virtuelle Personalabteilung ist mit einer revolutionären Veränderung und einer kompletten Neuausrichtung der Organisationsstruktur im Unternehmen verbunden.

In dieser Arbeit werden folgende Problembereiche aus der Thematik der virtuellen Personalabteilung untersucht:

Was ist eine virtuelle Personalabteilung und was sind ihre typischen Merkmale?

Inwieweit unterscheidet sich das Outsourcing personalwirtschaftlicher Funktionen vom Konzept der virtuellen Personalabteilung?

Welche gemeinsamen Bezugspunkte gibt es zwischen einer gegenwärtigen Personalabteilung als Basiskonzept und der visionären Form der Personalabteilung?

Welche Grundüberlegungen und Anforderungen ergeben sich bei der Gestaltung einer virtuellen Personalabteilung?

Wo liegen die Erfolgsfaktoren einer virtuelle Personalabteilung für das Unternehmen?

Welche kritischen Aspekte können bei der virtuellen Personalabteilung identifiziert werden? Wo sind die Grenzen dieser visionären Form der Personalorganisation?

Sicherlich sind diese Fragen über die neue Idee der Virtualisierung der Personalabteilung nicht abschließend zu beantworten. In dieser Arbeit werden gegenwärtige Meinungen zu dieser Thematik aufgegriffen und hinterfragt, um in der Schlussbetrachtung zu beurteilen, ob es sich bei der virtuellen Personalabteilung um ein sinnvolles Organisationskonzept für die Zukunft handelt.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 Einführung in die Problemstellung 1
1.2 Konzeption der Arbeit 5
2. BEGRIFFE UND KRITERIEN 7
2.1 Outsourcing 7
2.1.1 Make-or-Buy Entscheidung 8
2.1.2 Strukturformen des Outsourcing 9
2.1.2.1 Auslagerung 9
2.1.2.2 Ausgliederung 10
2.2 Virtualität 13
2.2.1 Entwicklung des Virtualisierungskonzeptes 13
2.2.2 Virtuelle Unternehmensorganisation 15
2.2.2.1 Virtuelle Unternehmen 17
2.2.2.2 Virtuelle Personalabteilung 21
2.3 Zwischenresümee 25
3. UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZUR THEMATIK 27
3.1 Der ressourcenorientierte Strategieansatz 27
3.1.1 Das Konzept der Kernkompetenzen 28
3.1.1.1 Bezugspunkte zum Outsourcing 30
3.1.1.2 Bezugspunkte zum virtuellen Unternehmen 31
3.2 Transaktionskostenansatz 34
3.2.1 Koordinationsformen zwischen Markt und Hierarchie 38
4. OUTSOURCING PERSONALWIRTSCHAFTLICHERFUNKTIONEN 42
4.1 Auslagerungsfähigkeit von Aufgabenbereichen im Personalmanagement 42
4.1.1 Auswahlkriterien 43
4.1.2 Entscheidungsmatrix 46
4.2 Umfang der Auslagerung im Personalbereich 49
4.2.1 Outsourcing der Lohn- und Gehaltsabrechnung 51
4.2.2 Outsourcing der betrieblichen Fort- und Weiterbildung 53
4.3 Outsourcingmotive 55
4.3.1 Kostenmotiv 55
4.3.2 Know-how Motiv 57
4.3.3 Konzentration auf das Kerngeschäft 57
4.3.4 Finanzierungsvorteile und Risikoverlagerung 58
4.4 Erfolge des Outsourcing 58
4.5 Risiken des Outsourcing 60
4.5.1 Know-how Verlust 60
4.5.2 Abhängigkeit 61
4.5.3 Höhere Gesamtkosten 62
4.5.4 Planungs- und Qualitätsrisiko 62
4.5.5 Sonstige Risiken 63
4.6 Chancen und Risiken des Outsourcing im Überblick 64
5. DAS KONZEPT DER VIRTUELLEN PERSONALABTEILUNG 67
5.1 Ausgangslage 67
5.2 Wege zur virtuellen Personalabteilung 68
5.2.1 Ausgangsüberlegungen 68
5.2.2 Implikationen und Voraussetzungen der virtuellen Personalabteilung 70
5.2.3 Virtualisierungsentscheidung 73
5.2.3.1 Anforderungen an Manager und Mitarbeiter 75
5.2.3.2 Anforderungen an die IuK-Technologien 81
5.3 Nutzeneffekte der virtuellen Personalabteilung 83
5.4 Grenzen und Kosten der virtuellen Personalabteilung 86
5.4.1 Organisatorische Grenzen 86
5.4.2 Soziale Grenzen 87
5.4.2.1 Fehlende Face-to-Face Kommunikation 87
5.4.2.2 Virtuelle Personalführung 89
5.4.2.3 Vertrauensdilemma 90
5.4.3 Kosten der IuK-Technologie 91
5.4.3.1 Technologische Kosten 91
5.4.3.2 Rechtliche und sicherheitstechnische Grenzen 93
6. SCHLUSSBETRACHTUNG 94
LITERATURVERZEICHNIS 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

einer Abteilung gehören und wer diese Abteilung leitet. Die Abteilung ist also eine Zusammenfassung von Stellen zu einer organisatorischen Einheit.136 Eine Abteilung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: Stellen mit einem klar definiertem Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich, Zuordnung von Stellen zu einer oder mehreren Abteilungen unter dem Gesichtspunkt der Ähnlichkeit und Interdependenz der zu erfüllenden Aufgaben, Einrichtung einer Leistungsebene (Abteilungsleiter) zur Überwachung und Koordination der zugeordneten Stellen, Übertragung von Sach- und Finanzmitteln an die Abteilung zur Erfüllung ihrer Aufgaben sowie Eingliederung der Abteilung in das Gesamtunternehmen durch Festlegung einer übergeordneten Instanz für die Organisation der Kommunikation und des Leistungsaustausches mit anderen Stellen im Unternehmen. Ausgangsüberlegungen für die Frage nach einer Schaffung einer virtuellen (Personal-) Abteilung ist der Abbau von Dysfunktionalitäten, wie beispielsweise die Tendenz zum „Abteilungsegoismus“, der sich aufgrund der hohen Zahl an Schnittstellen und den daraus resultierenden Abstimmungsschwierigkeiten ergibt, oder das geringe Maß an Flexibilität durch ein hohes Maß an zeitraubender Kommunikation. Durch die Virtualisierung sollen somit störende Merkmale der traditionellen Abteilung beseitigt werden, gleichzeitig aber Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gesteigert werden, ohne ihre Grundfunktion und damit ihren Nutzen zu reduzieren. Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei virtuellen Strukturen um den Versuch, die Balance zwischen der Trägheit hierarchisch organisierter Unternehmungen und dem freien Spiel der Marktkräfte durch ein System vertraglicher Regelungen zwischen unabhängigen Partnern zu halten.137 [...]

Unternehmen soll ein Schritt in Richtung „Schlank werden! Wert schöpfen! Flexibilisieren!“ sein und wurde bereits im vorhergehenden Kapitel diskutiert. Die Problematik die mit dem Outsourcing personalwirtschaftlicher Leistungen einhergeht, ist das Szenario der schleichenden Auflösung der Personalarbeit durch unreflektierte und nicht zielgerichtete Maßnahmen. Auch führt die Outsourcingstrategie nicht unbedingt zu einer Gesamtoptimierung der betrieblichen Personalarbeit. Es entstehen sehr häufig Leistungs- und Informationsbrüche an den Prozessgrenzen und der Kunde erhält bezogen auf die gesamte Wertschöpfungskette nicht mehr die optimale Leistung und muss sich darüber hinaus mit einer ganzen Reihe von Anbietern auseinandersetzen. Diese Gefahr existiert, unabhängig davon, ob es sich um externe Kunden handelt, deren Produkt von mehreren Unternehmen erstellt wird, oder ob ein interner Kunde die Kernkompetenzträger innerhalb der verschiedenen Abteilungen seines Unternehmens suchen muss. Die Folge ist eine (meist verspätete) Diskussion darüber, wie die einzelnen im Unternehmen [...]

Die Auslagerung darf auf keinem Fall dazu führen, dass der externe Dienstleister der personalwirtschaftlichen Funktionen der Ideenlieferant ist und die Personalabteilung sowie die Manager die reinen „Verwalter“ im Sinne von Abwicklern sind. Solche Konstellationen sind gefährlich, da sie dazu führen, fertige Schubladenkonzepte im Sinne von Standardmustern zu übertragen. Es darf auch nicht zu einem „IdeenOutsourcing“ aus der Personalabteilung (und aus dem Unternehmen) kommen: Langfristig muss sich der Kompetenz-Pool für unternehmerisches Personalmanagement im Unternehmen bilden.130 Ein Outsourcing von Leistungen aus dem Personalbereich muss also sehr überlegt durchgeführt werden. Denn das größte Risiko wäre, wenn das Ergebnis der Auslagerung eine „zerfaserte“ Personalarbeit aufgrund ungesteuerte Zergliederung ist, die letztlich weder professionell noch kompetent Leistungen erbringt.131 [...]

Arbeit zitieren:
Gruber, Manuela September 2002: Innovative Personalorganisation: Vom Outsourcing im Personalmanagement zur virtuellen Personalabteilung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
virtualität, virtuelle unternehmen, auslagerung, personalbereich, unternehmensstrategie

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