Innovationsmanagement als Herausforderung an die interne Unternehmenskommunikation
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sven Drusenthal
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 76 Seiten
- Dateigröße: 453,3 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7408-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7408-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7408-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Drusenthal, Sven August 2003: Innovationsmanagement als Herausforderung an die interne Unternehmenskommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Innovation, Unternehmenskultur, Schnittstelle, Kommunikationsbarrieren, Widerstand
In den Warenkorb
74,00 €
Diplomarbeit von Sven Drusenthal
Einleitung:
Mit der Arbeit des Innovationsmanagements entstehen neue Aufgaben im Unternehmen, die zu interdisziplinären Formen der Zusammenarbeit führen, „da eine Beteiligung unterschiedlicher Funktionsbereiche wie beispielsweise F&E [Forschung und Entwicklung], Marketing und Produktion hier zwingend notwendig erscheint“. Dabei stehen die Beherrschbarkeit von Veränderungen und die eigene Wandlungsfähigkeit der Menschen des Unternehmens im Mittelpunkt der Betrachtung. „Ihre Werte, Denkmuster und Verhaltensformen, die so genannten `Soft-Factors´, entscheiden letztendlich über den Erfolg oder Mißerfolg des Veränderungsprojektes und damit langfristig über die Zukunft des Unternehmens.“ Innerbetriebliches Innovationsmanagement und Management von Routineentscheidungen sind Aktivitäten, die im Unternehmen parallel stattfinden. Jedoch ist Innovationsmanagement „etwas substantiell anderes als das Management von wiederholten Routineentscheidungen“. Verschiedene Ziele sowie unterschiedliche Kriterien bei der Bewertung machen eine Abgrenzung notwendig, um zu verhindern, „daß eine innovative Problematik in das Kriterienraster der Alltagsproblematik gerät“. Die bewusste Festlegung des Innovationsbegriffs im Unternehmen hat die Funktion, dass innovative Prozesse normalen Geschäftsgängen entzogen und Entscheidungen in der notwendigen Weise behandelt und durchgesetzt werden können.
Unternehmensorganisationen sind üblicherweise darauf ausgerichtet, voll- oder teilstandardisierte Tätigkeiten, die wiederholt auftreten, effizient, zuverlässig und schnell abzuwickeln. Routineentscheidungen zielen darauf ab, den aktuellen Unternehmensbetrieb sicherzustellen und einen fehlerfreien Fluss der im Unternehmen stattfindenden Abläufe zu gewährleisten. Sie werden aufgrund gewonnener Erfahrungen und Fertigkeiten bereits vollzogener Prozesse im Unternehmen getroffen und basieren somit auf schon Bekanntem, mit dem Ziel, das Bekannte zu wiederholen und den Ist-Zustand zu erhalten.
Im Gegensatz dazu befasst sich Innovationsmanagement mit der Gestaltung und Steuerung einmaliger, für das Unternehmen neuer Aktivitäten. Entscheidungen sind durch ein großes Maß an Handlungsfreiräumen und Kreativität, aber auch durch hohe Unsicherheit gekennzeichnet, weil sie sich nicht auf Erfahrungen oder Wiederholbares stützen können. Handlungsrichtlinien können demzufolge auch nicht, wie bei Routineabläufen, genau definiert werden. Entscheidungen im Innovationsprozess basieren auf Unbekanntem und Neuem und haben das Ziel, Vorhandenes zu ersetzen oder zu verändern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Organisation in der Zukunft zu gewährleisten. Daraus resultiert, dass die Einstufung eines Problems als innovativ anderes Managementhandeln erfordert, als mit nicht innovativ gekennzeichnete Aufgabenstellungen. Innovativen Problemen wird somit eine andere Aufmerksamkeit, Akzeptanz, Bearbeitungsform und wirtschaftliche Einschätzung zuteil. Aus dem veränderten Managementhandeln ergeben sich neue Herausforderungen an die interne Unternehmenskommunikation. Sie muss, neben der Kommunikation zu Routineabläufen, unter „erschwerten Bedingungen“ Aufmerksamkeit für die Innovation erzeugen, ihr Verständnis ermöglichen und Träger der Veränderungsbotschaft sein.
Für die Erarbeitung der Herausforderungen wird in der vorliegenden Arbeit interne Unternehmenskommunikation nicht als Institution oder Instrument betrachtet, sondern als Medium, das alle Mitarbeiter der Unternehmung verbindet und über das sich das soziale System der Unternehmung konstituiert. Folglich wird bei dieser Betrachtung interne Unternehmenskommunikation nicht wie ein ››Ding‹‹ behandelt, das in bestimmten Phasen des Innovationsprozesses mehr oder weniger genutzt wird. Das Innovationsmanagement kann sich damit nicht für oder gegen Kommunikation im Unternehmen entscheiden, sondern nur für die Art und Weise, wie Kommunikation im Innovationsprozess geschieht und für einen Innovationserfolg genutzt werden soll.
In der Literatur werden Innovationsmanagement und interne Unternehmenskommunikation jeweils umfangreich beschrieben. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, beide Themenbereiche zu verbinden und die besondere Bedeutung unternehmensinterner Kommunikation für die Umsetzung von Innovationen im Unternehmen zu analysieren. Daraus ergibt sich folgende Fragestellung für das Thema:
Welchen Einfluss hat interne Unternehmenskommunikation auf den Erfolg des Innovationsmanagements und welche Herausforderungen muss sie dabei bewältigen?
Mit der Beantwortung der Frage wird versucht, grundsätzliche Aspekte der Herausforderungen des Innovationsmanagements an die interne Unternehmenskommunikation aufzuzeigen. Sie ist damit eher theoretischer Natur und kann als Ansatzpunkt dafür gesehen werden, in der Praxis auftretende Problemstellungen des Innovationsmanagements an die interne Unternehmenskommunikation zu analysieren.
Für die Beantwortung der Fragestellung gliedert sich der Hauptteil dieser Arbeit in die drei Teile Innovation, Innovationsmanagement und Herausforderungen an die interne Unternehmenskommunikation.
Im ersten Teil wird das Aufgabenfeld des Innovationsmanagements, die Innovation, beschrieben. Verschiedene Sichtweisen auf den Innovationsbegriff zeigen das Spektrum auf, in dem Innovationen gesehen werden können. Unterschiedliche Formen der Innovation geben Auskunft darüber, wann und unter welchen Bedingungen Innovationen entstehen und in welcher Art sie im Unternehmen auftreten. Mit der Betrachtung der Innovation als Prozess wird dargestellt, wie Innovationen entstehen und damit die Basis für eine spätere Erarbeitung der Anforderungen an das Innovationsmanagement gelegt. Abschließend werden Kennzeichen für die Bewertung von Innovationen sowie Chancen und Risiken beschrieben.
Im zweiten Teil wird das Innovationsmanagement zum einen nach den beteiligten Personen und zum anderen nach den zu bewältigenden Aufgaben im Innovationsprozess differenziert. Die beteiligten Personen werden dabei im weiteren Sinne nach Mitgliedern verschiedener Organisationsebenen und im engeren Sinne nach funktionalen Rollen des Innovationsmanagements unterschieden. Anschließend erfolgt die Darstellung der Aufgaben des Innovationsmanagements anhand einzelner Steueraspekte des Innovationsprozesses.
Der dritte Teil widmet sich den Herausforderungen an die interne Unternehmenskommunikation. Dazu werden einleitend der Begriff der internen Unternehmenskommunikation erläutert und grundsätzliche Kommunikationsziele unterschieden. Darauf folgen einzelne Abschnitte zu den Herausforderungen. Sie umfassen zum einen den Wandel der Unternehmenskultur im Unternehmen hin zu einer Innovationskultur als Grundlage für die erfolgreiche Arbeit des Innovationsmanagements. Zum zweiten beinhalten sie die Überwindung von Widerständen gegen Innovationen als Voraussetzung dafür, dass Mitarbeiter an der Umsetzung der Innovationsziele mitwirken können und wollen. Sie erfassen zum dritten die Reduzierung von Störungen der Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Beteiligten am Innovationsprozess. Und zum vierten enthalten sie die innovationsgerechte Organisation unternehmensinterner Kommunikationskanäle und –wege.
Im Schlussteil erfolgt die Beantwortung der Fragestellung des Themas und die gewonnenen Erkenntnisse werden zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhalt | II | |
| Abbildungen | V | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Abgrenzung des Themas und Fragestellung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Innovationen | 4 |
| 2.1 | Sichtweisen zur Innovation | 5 |
| 2.2 | Formen der Innovation | 6 |
| 2.2.1 | Basis- und Verbesserungsinnovationen | 7 |
| 2.2.2 | Innovationsarten | 8 |
| 2.3 | Entstehung von Innovationen | 9 |
| 2.3.1 | Innovationsschübe | 9 |
| 2.3.2 | Quellen für Innovationen im Unternehmen | 10 |
| 2.4 | Innovation als Prozess | 12 |
| 2.4.1 | Phasen im Innovationsprozess | 12 |
| 2.4.2 | Innovation als sozialer Prozess | 14 |
| 2.4.3 | Innovationsprozess im Projekt | 15 |
| 2.5 | Bewertung von Innovationen | 16 |
| 2.5.1 | Innovation vs. Kostenreduzierung | 17 |
| 2.5.2 | Chancen und Risiken von Innovationen | 17 |
| 3. | Innovationsmanagement | 18 |
| 3.1 | Personen des Innovationsmanagements | 19 |
| 3.1.1 | Change Agents | 19 |
| 3.1.2 | Promotoren | 20 |
| 3.2 | Aufgaben des Innovationsmanagements | 22 |
| 3.2.1 | Funktionaler Ansatz | 22 |
| 3.2.2 | Prozessualer Ansatz | 22 |
| 4. | Herausforderung an die interne Unternehmenskommunikation | 24 |
| 4.1 | Interne Unternehmenskommunikation | 26 |
| 4.2 | Kulturwandel | 27 |
| 4.2.1 | Innovationskultur | 28 |
| 4.2.1.1 | Kulturdesign | 29 |
| 4.2.1.2 | Kommunikation der Wahlmöglichkeit | 31 |
| 4.2.1.3 | Entscheidungen | 32 |
| 4.2.2 | Lernen | 33 |
| 4.2.3 | Von Bürokratie zu Kommunikation | 33 |
| 4.3 | Überwindung von Widerständen gegen Innovationen | 35 |
| 4.3.1 | Ursachen für Widerstände | 36 |
| 4.3.2 | Barrieren des Nicht-Wissens | 36 |
| 4.3.2.1 | Wissen und Wahrnehmung | 37 |
| 4.3.2.2 | Kommunikation von Inhalts- und Beziehungsaspekt | 38 |
| 4.3.3 | Barrieren des Nicht-Wollens | 39 |
| 4.3.3.1 | Nicht-Wollen von Individuen und Gruppen | 40 |
| 4.3.3.2 | Motivation | 40 |
| 4.3.3.3 | Kompatibilität | 41 |
| 4.3.4 | Mobilisierung | 42 |
| 4.3.4.1 | Sinn und Entscheidung | 43 |
| 4.3.4.2 | Reduktion von Komplexität | 44 |
| 4.4 | Störung der Kommunikation | 46 |
| 4.4.1 | Kommunikationsbarrieren | 46 |
| 4.4.1.1 | Nachricht | 48 |
| 4.4.1.2 | Kode | 49 |
| 4.4.1.3 | Sprache | 50 |
| 4.4.1.4 | Themen und Beiträge | 52 |
| 4.4.2 | Kommunikation an Schnittstellen | 52 |
| 4.4.3 | Schnittstellen im Innovationsprojekt | 54 |
| 4.5 | Organisation der internen Unternehmenskommunikation | 55 |
| 4.5.1 | Kommunikationskanäle | 56 |
| 4.5.1.1 | Kommunikationsmedien | 57 |
| 4.5.1.2 | Medien als Sinnträger | 58 |
| 4.5.1.3 | Medien als Symbol | 58 |
| 4.5.2 | Kommunikationswege | 59 |
| 4.5.2.1 | Vertikale und horizontale Kommunikation | 59 |
| 4.5.2.2 | Formale und informelle Kommunikation | 61 |
| 4.5.3 | Dialog | 62 |
| 5. | Schluss | 64 |
| Literatur | 67 |
Kommunikation im Unternehmen kann nicht gezielt erfolgen. „Die Organisation ist vermutlich der Bereich, in dem die Illusion der Möglichkeit gezielter Kommunikation am hartnäckigsten gepflegt wird.“105 Die Teilnehmer an der Unternehmenskommunikation, also die Mitarbeiter, erhalten durch Kommunikation neue Wahlmöglichkeiten, aufgrund derer sie Entscheidungen fällen. Die Bereitschaft zur Innovationsfähigkeit kann nicht verordnet werden. „Wer gezielt festlegen will, kommuniziert nicht, sondern befiehlt.“106 Erst durch die Wahlmöglichkeit wird Kommunikation zur Kommunikation. Kommunikation eröffnet Alternativen zu selbstverständlichen Gewohnheiten, mit deren Hilfe einzelne Mitglieder und Gruppen im Unternehmen Wertvorstellungen entsprechend ihren Voraussetzungen verändern können, um somit zu einer innovationsorientierten Unternehmenskultur im Ganzen beizutragen. Der Vorbildcharakter der Unternehmensführung dient dabei als Orientierung. [...]
ten der Unternehmensführung, wie sie auftritt und handelt. Auf diesen beiden, sich ergänzenden Kommunikationsformen beruht die Einflussmöglichkeit. Angelehnt an das erste pragmatische Axiom von Watzlawick et al. kann festgestellt werden, dass Unternehmensführung und Management nicht nicht kommunizieren können.97 Daher ist es wichtig, dass Gesagtes und Verhalten miteinander konform gehen und sich nicht widersprechen. „Wenn man also akzeptiert, daß alles Verhalten […] Kommunikation ist, so folgt daraus, daß man […] nicht nicht kommunizieren kann. Handeln oder Nichthandeln, Wort oder Schweigen haben alle Mitteilungscharakter“.98 Der Einfluss des Unternehmers basiert nicht direkt auf seinem Verhalten, sondern vielmehr auf der Beobachtung und Interpretation seines Verhaltens durch Andere. „Was auch immer der Unternehmer oder Manager tut, sein Verhalten wird innerhalb der Organisation beobachtet.“99 Durch die Beobachtung des Verhaltens wird derjenige, der beeinflusst werden soll, selbst zum entscheidenden Einflussfaktor der Möglichkeit der Beeinflussung.100 Mit ihrer Haltung bringt die Unternehmensführung zum Ausdruck, was sie für richtig hält. Führung bekommt diese Kommunikation durch die sprachliche Vermittlung dessen, was nicht angestrebt wird. Beides bezieht sich auf unternehmerische Vorgaben und zielt auf zukünftiges Handeln ab. Die Kommunikation der Unternehmer ist dadurch gekennzeichnet, dass sie das, was sie für wichtig halten, tun und über das, was sie nicht für wichtig halten, reden. Mitarbeiter haben so die Möglichkeit, eigene Werte zu entwickeln, die sich an der Innovationskultur orientieren. Vorformulierte, „aufgezwungene“ Werte erschweren hingegen die Identifikation mit der neuen Kultur. Sie würden diskutiert, zur Disposition gestellt und durch auftretenden Widerspruch geschwächt werden. Aufgabe der Kommunikation ist es nicht, Werte zur Diskussion zu stellen. „Denn diskutierte Werte sind schon nicht mehr verlässlich.“101 [...]
Voraussetzung für die Arbeit des Innovationsmanagements ist eine auf Innovationsfähigkeit ausgerichtete Unternehmenskultur. Die Übermittlung eines entsprechenden Kulturdesigns erfolgt über die Kommunikation im Unternehmen. Damit verbunden ist eine Beeinflussung des sozialen Systems der Unternehmung, als Maßnahme der Unternehmensführung. Ausgangspunkt der Kommunikation ist immer eine bewusste oder unbewusste Unternehmenskultur mit bestehenden Werten und Normen. Mit der Absicht zu innovieren werden diese Werte, sei es durch neue Prozesse oder neue Formen der Zusammenarbeit, geändert. „Unternehmerisches Handeln ist Veränderung der Kultur auf der Grundlage der Kultur“95, mit dem Ziel, dass die Mitarbeiter des Unternehmens ihre Kultur mit einer Entscheidung über Werte neu definieren. Angestrebt wird ein Prozess soziokultureller Evolution, der dazu beiträgt, die „Chancen für aussichtsreiche Kommunikation, als Konsolidierung von Erwartungen“96, zu erhöhen. Die Kommunikation mit den Unternehmensmitgliedern umfasst dabei zum einen sprachliche Interaktion in Form von Wort und Schrift und zum anderen das Verhal93 94 [...]
In den Warenkorb
74,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832474089
Arbeit zitieren:
Drusenthal, Sven August 2003: Innovationsmanagement als Herausforderung an die interne Unternehmenskommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Innovation, Unternehmenskultur, Schnittstelle, Kommunikationsbarrieren, Widerstand



