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Innovationscontrolling am Beispiel des Fraunhofer Instituts

Innovationscontrolling am Beispiel des Fraunhofer Instituts
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Alpnur Toprak
  • Abgabedatum: Oktober 2008
  • Umfang: 57 Seiten
  • Dateigröße: 767,0 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
  • Bibliografie: ca. 50
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3229-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Toprak, Alpnur Oktober 2008: Innovationscontrolling am Beispiel des Fraunhofer Instituts, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Controlling, Innovation, Fraunhofer Institut, Fraunhofer Modell, Instrumenten Ansätze

Bachelorarbeit von Alpnur Toprak

Einleitung:

Innovationen erfolgreich auf den Markt zu bringen ist im heutigen wirtschaftlichen Zeitgeschehen in nahezu allen Unternehmensbranchen von maßgeblicher Bedeutung.

Erfolgreiche Innovationen sichern die Überlebensfähigkeit von Unternehmen und verbesserte Gewinne können die Marktanteile eines Unternehmens vergrößern. Dabei muss das hervorbringen von Innovationen als ständige Herausforderung betrachtet werden.

Meist ist der gesamte Innovationsprozess von der Entwicklung bis hin zur Markteinführung einer Innovation mit einem hohen Grad an Erfolgsunsicherheit verbunden. Nicht selten werden in vielen Unternehmen Summen in Millionenhöhe in eine Innovation investiert obwohl deren späterer Erfolg nicht vorhersehbar ist.

Aus diesem Grund liegt es auf der Hand, dass eine vorausschauende Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationsprozessen, also ein Innovationscontrolling, unabdingbar ist um größere Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Die Studie von Arthur D. Little zeigte dass die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens der größte Hebel zur Profitabilitäts- und Wachstumssteigerung ist. Das Innovationscontrolling nimmt eine zentrale Stellung innerhalb der Innovationsfähigkeit eines Unternehmens ein. Die Problemstellung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen liegt nicht in den Rahmenbedingungen wie bei Steuern und Regulierungen, sondern in betrieblichen Innovationsprozessen.

Das Innovationscontrolling dient der Steigerung von Effizienz und Effektivität des Innovationsprozesses, hierbei werden strategische als auch operative Kontrollfunktionen angewendet.

Gang der Untersuchung:

Die Markteinführung einer Innovation ist immer mit Erfolgsunsicherheit und einem hohem Kostenrisiko verbunden. Aus diesem Grund liegt es nahe nach Mitteln und Wegen zu suchen, die diese Erfolgsunsicherheit auf ein Minimum begrenzen. Als das zentrale Mittel wird das Innovationscontrolling gesehen, dass für die zielbezogene Planung und Steuerung des Innovationsprozesses im Unternehmen zuständig ist.

Zunächst wird in dieser Arbeit ein theoretisch anwendbares Innovationscontrolling in einem Grundschema eines Innovationsprozesses dargestellt. Die Umsetzung ist allerdings immer noch ein sehr komplexes Unterfangen, weshalb sich zahlreiche Forschungseinrichtungen immer intensiver mit diesem Thema beschäftigen.

So entwickelte das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation einen Ansatz, der die allgemeine Fähigkeit eines Unternehmens neue Produkte effizient herzustellen und erfolgreich zu vermarkten, umfasst. Zusätzlich werden alle innovationsrelevanten Aktivitäten innerhalb eines Unternehmens berücksichtigt.

Dieser Wissenschaftliche Ansatz stellt das Kernelement für ein Selbstbewertungsinstrument dar, dass auf dem Internetportal www.innoscore.de seit 2007 von zahlreichen Unternehmen genutzt wird.

Die Kernfrage dieser Arbeit ist, ob ein allgemein gültiges Konzept des Innovationscontrollings existiert das sowohl auf kleine und mittelständige als auch auf große Unternehmen anwendbar ist. Ziel dieser Arbeit ist es folglich aufzuzeigen inwiefern sich dieses Konzept auf alle Unternehmen gleichermaßen praktisch anwenden lässt.

Die Arbeit gliedert sich in sechs Abschnitte. Nach der Einleitung folgen im zweiten Teil die Definition und die zentralen Aufgabenbereiche des Innovationscontrollings. Damit wird gezeigt welche bedeutende Rolle dem Innovationscontrolling in einem Unternehmen eingeräumt wird.

Anschließend wird im dritten Abschnitt die strategische und operative Ebene des Innovationscontrollings erläutert und entsprechende Instrumente in einer vereinfachten Form des Innovationsprozesses in Anlehnung an das Phasenmodell von Vahs, D. theoretisch abgebildet und erklärt.

Danach folgt im vierten Abschnitt eine ausführliche Darstellung eines vom Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) entwickelten Modells. Hierbei wird im ersten Unterpunkt die Fraunhofer Gesellschaft vorgestellt, danach wird dann das vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation entwickelte Innovationsexzellenz- Modell (IEM) strukturiert präsentiert.

Im Abschnitt fünf wird ein erfolgreiches Selbstbewertungsinstrument ‘Innoscore’ vorgestellt, was auf dem Innovationsexzellenz- Modell vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation aufbaut. Dieses Selbstbewertungsinstrument wird dann in einem Praxisbeispiel einfach dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 4
1. Einleitung 5
1.1 Problemstellung 5
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 6
2. Das Innovationscontrolling 8
2.1 Bedeutung und Definition 8
2.2 Zentrale Aufgabenbereiche des Innovationscontrollingsystems 9
3. Theoretische Betrachtung des Innovationscontrollings 11
3.1 Die Zwei zentralen Ebenen des Innovationscontrollings 11
3.2 Instrumentenansatz anhand eines Produktphasenmodells 12
4. Der Beitrag zur Steigerung der Innovationsfähigkeit vom Fraunhofer Institut 22
4.1 Die Fraunhofer Gesellschaft 23
4.2 Das Innovationsexzellenz- Modell vom Fraunhofer IAO 26
5. Das Selbstbewertungsinstrument - Innoscore 45
5.1 Der systematische Aufbau des Innoscores 45
5.2 Praxisbeispiel am Unternehmen XYZ 48
6. Fazit 53
Literaturverzeichnis 55
Zeitschriftenverzeichnis 57
Internetverzeichnis 57

Textprobe:

Kapitel 5, Das Selbstbewertungsinstrument – Innoscore:

Das Innovationsexzellenz- Modell des Fraunhofer IAO brachte ein erfolgreich konstruiertes Analyseinstrument hervor, womit produzierende KMU´s ihre Innovationsfähigkeit bewerten lassen und anschließend steigern können. Dieses Instrument wird in diesem Abschnitt vorgestellt und in die Praxis umgesetzt Der systematische Aufbau des Innoscores:

Dieses Analyseinstrument basiert auf dem Grundgedanken neue und Erfolgsversprechende Ideen zügig in Innovationen umzusetzen, um somit Wachstum und Profitabilität zu steigern, wie schon in Abschnitt vier erwähnt. Ziel ist es eine Methode für KMU´s zu entwickeln, die zu einer einfachen, kostengünstigen und schnellen Umsetzung führt.

Entsprechend dieses Vorhabens wurde im Projekt InnoKMU ein Verfahren entwickelt, welches diese Ziele erreichen sollte. Das Fraunhofer IAO übernahm die Leitung für dieses Verfahren. Durch ein Innovationsrating soll die Innovationsfähigkeit des Unternehmens standardisiert beurteilt werden und dadurch auch ein Vergleich mit anderen Teilnehmern gemacht werden, um anschließend entsprechende Verbesserungen vorzuschlagen.

Das vom BMBF (Bundesministerium für Bund und Länder) geförderte und vom Forschungszentrum Karlsruhe betreute Projekt wurde im April letzten Jahres als kostenloses Selbstbewertungsinstrument ins Internet gestellt.

Als Bestätigung, dass dieses Selbstbewertungsinstrument zur Bewertung und Steigerung der eigenen Innovationsfähigkeit eines Unternehmens ein effektives und kostengünstiges Instrument ist, wurde das ‘Innoscore’ mit dem Innovationspreis Industrie 2007 ausgezeichnet. Dieser Preis wird jedes Jahr den innovativsten Produktentwicklungen, Dienstleistungen und Lösungen, die vor allem mittelständischen Unternehmen einen hohen Nutzen und eine hohe Funktionalität bieten, verliehen.

Auf der Internetseite www.innoscore.de steht das Analyseinstrument bzw. Selbstbewertungsinstrument zur Verfügung, wobei eine schnelle Auskunft über Potentiale für Innovationen und damit der Innovationsfähigkeit eines Unternehmens erteilt wird.

Es wird einzelnen Unternehmen die Möglichkeit gegeben, sich mit Unternehmen aus ähnlichen Branchen und mit ähnlichen Unternehmensgrößen zu vergleichen. Die Methode wird in zwei Schritten durchlaufen, die durch 58 Fragen aus allen relevanten Bereichen des Innovationsmanagements bewerten werden. Im Ergebnis stellen sich Stärken und Schwächen des Unternehmens heraus und dementsprechend werden Verbesserungen vorgeschlagen.

Zunächst werden durch das Innoscore die neun Gestaltungsfelder des betrieblichen Innovationsmanagements (siehe Kapitel 4) berechnet, um die Gestaltung der Innovationsprozesse im Unternehmen besser abwägen zu können. Der Innoscore basiert auf dem Innovationsexzellenz- Modell vom Fraunhofer IAO, daher wird auch hier mit Skalenwerten gearbeitet, die eine Bewertung vereinfachen sollen.

Die Fragen werden an ein Ordinalskala weitergeleitet, wobei man eine von vier Möglichkeiten anklicken darf. Man kann sich zwischen ‘Gar nicht,’ ‘Eher weniger,’ ‘Eher ja’ und ‘Trifft voll zu’ entscheiden. So werden zu jedem Gestaltungsfeld 4 standardisierte Fragen gestellt die man per Mausklick beantworten muss. Innerhalb aller neun Gestaltungsfelder entstehen unterschiedliche Ergebnisse, die anschließend mit den Mitgliedsunternehmen des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer) und des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie) verglichen werden. Für den Vergleich werden Innoscore Sterne vergeben, wobei 4 Sterne für höchst innovative Unternehmen stehen.

In der Abb. 8 ist ersichtlich dass alle neun Gestaltungsfelder und das Gesamtergebnis ‘Innoscore’ in einem Balkendiagramm dargestellt sind. Ein roter Balken zeigt, dass der jeweilige Innoscore eines Unternehmens unter dem Vergleichswert liegt und ein grüner Balken über dem Vergleichswert. Mit der übersichtlichen Darstellung der schwachen Gestaltungsfelder werden den Unternehmen entsprechende Handlungsempfehlungen auf den Weg gegeben und herausragende Praxisbeispiele von besonders innovativen Unternehmen empfohlen.

Die Vergleichsgruppen (Branchen und Unternehmensgrößen) werden für die ‘Innoscore’ separat erfasst, daher müssen im zweiten Schritt die ‘Innovationskenngrößen’ erneut festgesetzt werden. Es müssen bei der ‘Innoscore’ mindestens 22 Unternehmen zum Vergleich vorhanden sein, wobei später bei der ‘Innovationskenngröße’ 25 Unternehmen vorliegen müssen. Die Vergleichsgruppe stellt sich wie bei der Innoscore aus den Mitgliedsunternehmen des VDMA und des ZVEI zusammen.

Die Innovationskenngröße ist ein vom Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) empfohlenes Analysewerkzeug, wobei die Frage, ‘Was setzt Ihr Unternehmen für Innovationen ein und was sind die Ergebnisse’ eine zentrale Rolle spielt. Das Fraunhofer ISI verfolgt das Ziel wissenschaftliche, ökonomische, soziale und politische Entstehungsbedingungen und Märkte innovativer technischer Entwicklungen, sowie deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, zu untersuchen.

Das Ergebnis wird auch bei der Innovationskenngröße durch Skalare bewertet. Bei der Befragung wird hier auf Nominal- und Verhältnisskalare zurückgegriffen. Demzufolge werden Fragen mit einem ‘Ja’ oder ‘Nein’ (Nominalskala) beantwortet oder mit Eingabe von Werten wie z.B. Prozente, Kalendertage, Anzahl, EUR etc. (Verhältnisskala).

Die Antworten sollen auf vier Innovationsarten ‘Produktinnovationen,’ ‘technische Prozessinnovationen,’ ‘organisatorische Innovationen’ und ‘Dienstleistungsinnovationen’ verteilt werden. Diese sollen in vier thematische Gruppen gegliedert, sowie auch jeweils getrennt voneinander beantwortet werden können. Die Innovationsergebnisse der vier Innovationsarten eines Unternehmens werden mit der Vergleichsgruppe verglichen, wobei hierbei die Verhältnisskala zum Einsatz kommt.

Befindet sich ein Unternehmen bei den Innovationsergebnissen in einem der beiden grün eingefärbten Felder (rechts), so ist es hinsichtlich dieser Kennzahl besser als der Durchschnittswert der Vergleichsunternehmen. Ist das Unternehmen in einem der beiden rot eingefärbten Felder (links) positioniert, weist es hinsichtlich dieser Kennzahl eine schlechtere Ausprägung als der Durchschnittswert auf (siehe Abb. 9).

Bezüglich des Ergebnisses der Innovationsaufwendungen werden auch nominale Werte ermittelt. So ist bei der Abb. 10 ersichtlich, ob man in der Vergleichsgruppe in einer guten oder eher schlechten Position steht und ob gewisse Hilfsmittel von Vorteil sind.

Entsprechend der beiden Module ‘Innoscore’ und ‘Innovationskenngrößen’ steht am Ende der Befragung ein kostenloser Kurzbericht zur jeweiligen Analyse eines Unternehmens über die eigene Innovations- und Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Betrieben zur Verfügung. Eine Langversion des Berichtes Kostet 249,- € und umfasst ca. 100 Seiten, diesen kann man sofort im Internet aufrufen und anschließend auch ausdrucken.

Diese Ergebnisberichte können zudem in der Kommunikation mit Dritten z. B. bei Banken zur Unterstützung bei der Kreditvergabe bzw. Einschätzung der Zukunftsfähigkeit oder im Rahmen von Auditierungen oder der Lieferantenentwicklung unterstützend eingesetzt werden.

Arbeit zitieren:
Toprak, Alpnur Oktober 2008: Innovationscontrolling am Beispiel des Fraunhofer Instituts, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Controlling, Innovation, Fraunhofer Institut, Fraunhofer Modell, Instrumenten Ansätze

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