Innovation im Handel
Untersucht am Beispiel der Betriebsform Selbstbedienungswarenhaus
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Maud Voigtländer
- Abgabedatum: Februar 2004
- Umfang: 134 Seiten
- Dateigröße: 935,6 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8449-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8449-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8449-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Voigtländer, Maud Februar 2004: Innovation im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wal-Mart, Lebenszyklus, Sortimentspolitik, Kundenkarte, Neue Medien
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Diplomarbeit von Maud Voigtländer
Zusammenfassung:
„Das Alte auf eine neue Weise tun – das ist Innovation.“ Joseph Alois Schumpeter, Nationalökonom und Politiker (1883 - 1950).
Aus Tagespresse und Literatur schlägt dem Leser fast täglich das Wort „Innovation“ entgegen. Oftmals betreffen diese Meldungen Neuerungen aus Industrie, Technik, Produktion oder Medizin. Für den Handel sind Innovationen noch nicht so selbstverständlich wie für andere Gebiete – ein Grund mehr, sich eingehend mit dem Thema „Innovation im Handel“ zu befassen.
Als die Berufshändler den Rückzug von Märkten als Treffpunkt mit den Erzeugern in stationäre Ladenlokale antraten, boten sie vorherrschend in Bedienungsläden ihre Waren auf kleinerer Verkaufsfläche an, wobei die Waren in Reichweite des Personals zu finden waren. Im letzten Jahrhundert setzte sich aufgrund der Anpassung der Händler an veränderte Kundenbedürfnisse und der Entwicklung neuer Geschäftsideen das Prinzip der Selbstbedienung mehr und mehr durch. Der Siegeszug der Selbstbedienung ist heute – zu Beginn des 21. Jahrhunderts – für Händler und Konsumenten bereits zur Selbstverständlichkeit geworden: Der Kunde wählt nun die offen präsentierten Waren aus dem vom Händler zusammengestellten Gesamtsortiment aus, prüft diese, transportiert sie innerhalb des Geschäfts selbst und lässt sie vom Kassenpersonal für den Zahlungsvorgang erfassen bzw. scannt diese in modernsten High-Tech-Märkten an einer Selbstbedienungs-Kasse. Das Personal tritt dabei zugunsten der Kapitalinvestition in Verkaufsfläche in den Hintergrund.
Begleitet wurde diese Entwicklung von zahlreichen verkaufstechnischen Neuerungen sowie der Neuentstehung bzw. Abwandlung von Betriebsformen auf Basis des neuen Andienungsprinzips. So entstand eine Großform der Selbstbedienung mit der Betriebsform SB-Warenhaus. Marktkauf, Hit, real,- oder Globus sind markante Repräsentanten der innovativen Betriebsform. In den letzten Jahren erfuhr die Betriebsform auch in Deutschland einen regelrechten Aufschwung. Der Markteinstieg von Wal-Mart scheint ab Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts den Handel in Deutschland belebt zu haben. Dabei nimmt das Unternehmen – trotz seiner Weltgröße – in Deutschland abgeschlagen einen hinteren Platz ein. Eine Fallstudie im Anhang dieser Arbeit gibt Aufschluss über die Entwicklung und Strategien von Wal-Mart in Deutschland.
Innovation ist bei all diesen Veränderungen und Neuerungen ein wichtiger Motor für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Handelsunternehmens. Innovationschancen rechtzeitig zu erkennen, diese auszubauen und sich in Form einer Innovation am Markt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen zu können, ist Gegenstand des Innovationsmanagements. Für ein modernes Handelsunternehmen sind Innovationen und deren Management unabdingbar, wenn es sich gegenüber seinen Konkurrenten am Markt durchsetzen und dauerhaft bestehen will.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Betriebsform Selbstbedienungswarenhaus auf ihre innovativen Strategien und deren Umsetzung im Handelsunternehmen. Es wird aufgezeigt, wie der Unternehmer innovative Konzepte in seine absatzorientierte Unternehmenspolitik einbringt und umsetzt.
Mit dieser Arbeit wird gezeigt, dass für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit eines Handelsunternehmens Innovationen und Anpassungen an sich verändernde Umweltbedingungen, insbesondere sich verändernde Kundenwünsche und –Vorstellungen, unabdingbar sind. Das SB-Warenhaus ist dabei eine Möglichkeit der Anpassung. Die Nachfrageseite steht hier im Vordergrund der Untersuchungen. Die beschaffungsseitige Betrachtung des SB-Warenhaus-Unternehmens wird in der vorliegenden Arbeit nicht ausgeführt, da sie keine umfangreichen innovativen Züge trägt.
Eingangs wird die Bedeutung der Innovationen für das Handelsunternehmen zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen und die Vorstellung des Innovationsmanagements im Handelsunternehmen erläutert. Die anschließende Untersuchung der historischen Entwicklung der Betriebsform SB-Warenhaus und ihrer Voraussetzung – der Andienungsform Selbstbedienung – verdeutlicht die Anpassung an veränderte Kundenbedürfnisse seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein bedeutendes Kapitel der vorliegenden Arbeit stellt die Auseinandersetzung mit der Umsetzung der Innovation in der Betriebsform SB-Warenhauses dar. Untersucht werden dabei Faktoren, die aus bedarfsorientierter Sicht für das SB-Warenhaus-Unternehmen von Bedeutung sind und wie diese Faktoren eingebunden werden. Daran schließt sich die Betrachtung der Neuen Medien als technische Innovation und deren Einbindung in das SB-Warenhaus-Unternehmen an. Die kritische Betrachtung der Betriebsform SB-Warenhaus als Innovation im Handel beschließt die Untersuchung.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 2. | Die Bedeutung von Innovation für das Handelsunternehmen | 3 |
| 2.1 | Der Begriff Betriebsform im Handel | 3 |
| 2.2 | Innovation als Begriff im Handel | 4 |
| 2.3 | Die Veränderung von Betriebsformen | 7 |
| 2.3.1 | Die Veränderung von Betriebsformen im Zeitablauf | 7 |
| 2.3.2 | Die Veränderung von Betriebsformen durch Innovation | 9 |
| 2.4 | Wettbewerbsvorteile durch Innovation im Einzelhandelsunternehmen | 10 |
| 2.5 | Innovationsmanagement im Handelsunternehmen zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen | 11 |
| 2.5.1 | Gegenstand des Innovationsmanagements | 11 |
| 2.5.2 | Entwicklung von Innovationsstrategien | 13 |
| 2.5.3 | Innovationsbarrieren und Innovationsrisiken | 14 |
| 3. | Die Entstehung und Entwicklung der Betriebsform SB-Warenhaus | 17 |
| 3.1 | Die Andienungsform Selbstbedienung als Begriff im Handel | 17 |
| 3.2 | Entwicklung der Selbstbedienung im Laufe der Geschichte | 17 |
| 3.3 | Die Betriebsform SB-Warenhaus als Begriff im Handel | 21 |
| 3.4 | Realhistorische Betrachtung der Entwicklung der Betriebsform SB-Warenhaus | 21 |
| 4. | Innovationsumsetzung in der Betriebsform SB-Warenhaus | 24 |
| 4.1 | Standortplanung für das SB-Warenhaus und die Restriktionen durch die BauNVO | 24 |
| 4.2 | Kommunikation im SB-Warenhaus-Unternehmen | 27 |
| 4.3 | Flächenmanagement und Layoutgestaltung im SB-Warenhaus | 31 |
| 4.3.1 | Betriebsraumaufteilung und Verkaufsraumgestaltung | 31 |
| 4.3.2 | Kundenleitsysteme und Warenplatzierung | 33 |
| 4.3.3 | Das Shop-in-the-Shop-Konzept | 37 |
| 4.3.4 | Gestaltung der SB-Warenhaus-Peripherie | 38 |
| 4.4 | Innovative Sortimentsgestaltung und Sortimentsinnovation im SB-Warenhaus | 39 |
| 4.5 | Preispolitik im SB-Warenhaus | 45 |
| 4.6 | Innovative verkaufstechnische Hilfsmittel und ihre Einbindung in das SB-Warenhaus | 50 |
| 4.7 | Die Rolle des Personals im innovativen SB-Warenhaus | 54 |
| 4.8 | Innovative Verkaufsförderung im SB-Warenhaus | 56 |
| 4.8.1 | Zielgruppenorientierung im SB-Warenhaus | 56 |
| 4.8.2 | Kundenkarten im SB-Warenhaus | 57 |
| 5 | Neue Medien als technische Innovation und ihre Einbindung in das SB-Warenhaus-Unternehmen mit Kritischen Anmerkungen | 59 |
| 5.1 | Instore-Medien im SB-Warenhaus | 59 |
| 5.2 | Homepages und Online-Werbung als Ergänzung zum stationären SB-Warenhaus | 61 |
| 5.2.1 | Gestaltung der Homepage für das SB-Warenhaus | 61 |
| 5.2.2 | Email-Newsletter | 64 |
| 5.2.3 | E-Commerce | 65 |
| 6 | Kritische Betrachtung der Innovation im Handel und ihrer Umsetzung in der Betriebsform SB-Warenhaus | 65 |
| 6.1 | Innovation und Innovationsmanagement im Handel | 65 |
| 6.2 | Innovation und Lebenszyklus der Betriebsform SB-Warenhaus | 67 |
| 6.3 | Die Betriebsform SB-Warenhaus und die Umsetzung innovativer Strategien | 69 |
| 6.3.1 | Markteintrittsstrategie des SB-Warenhauses | 69 |
| 6.3.2 | Standortplanung für das SB-Warenhaus | 69 |
| 6.3.3 | Die Sortimentsstrategien des SB-Warenhauses | 70 |
| 6.3.4 | Die Preisstrategien des SB-Warenhauses | 71 |
| 6.3.5 | Innovative Verkaufstechnik im SB-Warenhaus | 72 |
| 7 | Fazit und Ausblick | 73 |
| Anhang | 74 | |
| Literaturverzeichnis | 86 | |
| Fallstudie: Das SB-Warenhaus als innovative Betriebsform im Handel konkretisiert am Beispiel der Wal-Mart Supercenter in Deutschland |
Die Dauerniedrigpreispolitik wird vor allem in der hier untersuchten Betriebsform SB-Warenhaus angewandt. Es werden insbesondere preisbewusste Konsumenten durch diese Preisstrategie angesprochen.159 Der Handelsunternehmer kann auf diese Weise kritische Sortimentsteile dem Verbraucher gegenüber demonstrativ preisgünstig kalkulieren und dauerhaft attraktiv präsentieren. Beispielsweise betreibt Wal-Mart unter dem Motto „Die Preise bleiben unten – Immer!“ intensive Niedrigpreispolitik in allen Sortimentsteilen. Kaufland weist unter dem Slogan „dauernd gut & billig“ auf seine der Dauerniedrigpreispolitik unterworfenen Artikel hin. Bei diesen Artikeln kann der Kunde sicher sein, dass er sie in seinem SBWarenhaus immer zu diesem Preis kaufen kann und die Artikel nicht konjunkturell bedingten Preisschwankungen unterworfen sind. Da in diese Preispolitik bestimmte Teile aus dem gesamten Sortiment einbezogen werden, ist dies ein geeignetes Instrument zur dauerhaften Bindung preisbewusster Kunden an diese [...]
Der Preis ist für das Handelsunternehmen ein strategisch bedeutendes Instrument und wird aus diesem Grund oft zum Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Er ist das Entgelt für ein mengen- und wertspezifiziertes Warenangebot und die damit verbundenen Dienstleistungen.156 Einerseits ist der Preis aus bedarfsorientierter Sicht kennzeichnend für die Qualitätsbeurteilung, andererseits ist er ein wichtiges strategisches und politisches Instrument für den Handelsunternehmer. Zu den unternehmerischen preispolitischen Handlungsmöglichkeiten gehören z.B. die Festlegung der optimalen Preisstellung bei Dauerniedrigpreisen, Sonderangeboten oder die Preisdifferenzierung.157 Die Einbindung psychologischer Instrumente in die Preispolitik ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Handelsunternehmen, da emotionale Faktoren bei der Kaufentscheidung für den Kunden eine wesentliche [...]
45 Einbeziehung von Dienstleistungen“154 verstanden. Verbesserungen aufgrund technischen Fortschritts, veränderten Konsumentenverhaltens oder geänderten Forderungen des Umweltschutzes sind ebenfalls der Sortimentsinnovation zuzuordnen. Für SB-Warenhaus-Unternehmen ist die hohe Kundenfrequenz in ihren Geschäften ein innovationsträchtiges Potenzial zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. So kann eine große Zahl von Kunden beobachtet und nach seinen Wünschen befragt werden – ob nun direkt durch das Personal (z.B. während des Kassiervorgangs erkundigt sich die Kassiererin / der Kassierer, ob der Kunde mit den gewählten Produkten zufrieden ist), oder indirekt über Meinungsbarometer etc. Sortimentsinnovationen können im SB-Warenhaus eine große Zahl von Kunden erreichen. Mit kostenlosen Warenproben oder preisgünstigen Probierpackungen sowie Probieraktionen kann hier beispielsweise die Akzeptanz neuer Produkte an vielen Konsumenten getestet werden.155 Investitionen in Sortimentsinnovation und die mit den Waren verbundenen Dienstleistungen können als Erweiterungsinnovation verstanden werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832484491
Arbeit zitieren:
Voigtländer, Maud Februar 2004: Innovation im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wal-Mart, Lebenszyklus, Sortimentspolitik, Kundenkarte, Neue Medien



