Innerbetriebliche Kommunikation: Theoretischer Anspruch und betriebliche Realität
Eine Analyse innerbetrieblicher Kommunikationsstrukturen eines Unternehmens aus der Textilbranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andrea Mauder, geb. Schulz
- Abgabedatum: Oktober 2002
- Umfang: 141 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7057-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7057-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7057-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mauder, geb. Schulz, Andrea Oktober 2002: Innerbetriebliche Kommunikation: Theoretischer Anspruch und betriebliche Realität, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Information, Textilbranche, Mitarbeiterbefragung, Unternehmenskommunikation, interne Kommunikation
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Diplomarbeit von Andrea Mauder, geb. Schulz
Einleitung:
Der innerbetrieblichen Kommunikation wird in der Literatur große Bedeutung beigemessen - sie erscheint gewissermaßen unverzichtbar für den Erfolg eines jeden Unternehmens. Dennoch wird sie bisher häufig lediglich unter Einzelaspekten betrachtet - etwa im Hinblick auf technische Regelungen zur Informationsweitergabe oder als Teilbereich weiter gespannter und anders akzentuierter Ansätze wie dem Personalmarketing, der Unternehmenskultur oder der Corporate Identity.
Diese Arbeit stellt den Versuch einer ganzheitlichen Betrachtung dar. Es werden nicht einige wenige, ausgewählte Aspekte der innerbetrieblichen Kommunikation dargestellt, sondern vielmehr ihre Mehrdimensionalität und Komplexität zu erfassen versucht. Dabei erfolgt im ersten Teil der Arbeit ein Überblick über den „Theoretischen Anspruch“ innerbetrieblicher Kommunikation. Erläutert wird auf Basis aktueller Literatur der heutige Erkenntnisstand bezüglich des optimalen Aufbaus und Ablaufes innerbetrieblicher Kommunikation. Ziel dieser Darstellung ist es, einen umfassenden Einblick in die Thematik zu vermitteln und es dem Leser zu ermöglichen, die innerbetriebliche Kommunikation hinsichtlich ihrer Bedeutung für das betriebliche Geschehen einzuordnen. Gleichzeitig wird versucht, die innerbetriebliche Kommunikation im Hinblick auf ihre Bedeutung in Zusammenhang mit anderen betriebswirtschaftlichen Aspekten wie Organisation, Führung, Unternehmenskultur, Corporate Identity, Wandel sowie Motivation zu interpretieren.
Im zweiten Teil der Arbeit werden - aufbauend auf dem „Theoretischen Anspruch“ - die innerbetrieblichen Kommunikationsstrukturen eines führenden Anbieters auf dem Gebiet der jungen Mode, Jeans und Sportswear auf Basis einer schriftlichen und mündlichen Mitarbeiterbefragung analysiert. Dabei wird anhand eines Vergleiches der ermittelten Ist-Situation mit dem theoretischen Anspruch innerbetrieblicher Kommunikation versucht, Problembereiche innerhalb des Unternehmens zu erkennen und auf ihren Ursprung hin zu analysieren. Zusätzlich bleibt die Frage zu beantworten, inwieweit die innerbetriebliche Kommunikation des Unternehmens den Anforderungen der Theorie gerecht wird. Auch bleibt zu klären, inwieweit dieser Anspruch praxisnah und realisierbar erscheint.
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse des ersten und zweiten Teils wird im dritten und letzten Teil dieser Arbeit versucht, Anregungen und Lösungsvorschläge für eine Verbesserung der innerbetrieblichen Kommunikation im Unternehmen zu geben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 6 |
| I. | Theoretischer Anspruch innerbetrieblicher Kommunikation | 8 |
| 2. | Information | 8 |
| 2.1 | Informationsbegriff | 8 |
| 2.2 | Informationsbedürfnisse | 8 |
| 2.3 | Informationsbedarf | 9 |
| 2.4 | Informationspflicht | 10 |
| 2.5 | Information als Bring- und Holschuld | 11 |
| 3. | Innerbetriebliche Kommunikation | 13 |
| 3.1 | Begriffsdefinitionen | 13 |
| 3.1.1 | Kommunikation | 13 |
| 3.1.2 | Unternehmenskommunikation | 14 |
| 3.2 | Arten innerbetrieblicher Kommunikation | 16 |
| 3.2.1 | „Top-down“- Information | 16 |
| 3.2.2 | „Bottom-Up“- Information | 16 |
| 3.2.3 | Querinformation | 17 |
| 3.2.4 | Informelle Information | 17 |
| 3.2.5 | Dialog | 18 |
| 3.3 | Aufgabe und Zielsetzung innerbetrieblicher Kommunikation | 20 |
| 3.4 | Medien innerbetrieblicher Kommunikation | 23 |
| 3.4.1 | Medien der Abwärtskommunikation | 25 |
| 3.4.2 | Medien der Aufwärtskommunikation | 27 |
| 3.4.3 | Dialogmedien | 29 |
| 3.5 | Handelnde Personen | 32 |
| 3.5.1 | Organisatorische Einbindung | 32 |
| 3.5.2 | Verantwortlichkeiten der innerbetrieblichen Kommunikation | 34 |
| 3.6 | Aspekte der Kosten- und Effizienzbetrachtung | 35 |
| 4. | Interne und externe Kommunikation | 38 |
| 4.1 | Relationen interner und externer Kommunikation | 38 |
| 4.2 | Integrierte Kommunikation | 39 |
| 5. | Wirkungsfelder innerbetrieblicher Kommunikation | 41 |
| 5.1 | Organisation und innerbetriebliche Kommunikation | 41 |
| 5.1.1 | Grundlagen der Organisation | 41 |
| 5.1.2 | Bedeutung der Kommunikation für die Organisation | 42 |
| 5.1.3 | Bedeutung der Organisation für die Kommunikation | 43 |
| 5.1.4 | Kommunikation in der „modernen“ Organisation | 44 |
| 5.2 | Führung und innerbetriebliche Kommunikation | 45 |
| 5.2.1 | Information als Führungsaufgabe | 45 |
| 5.2.2 | Partizipative Führung | 46 |
| 5.3 | Unternehmenskultur und innerbetriebliche Kommunikation | 47 |
| 5.3.1 | Grundlagen der Unternehmenskultur | 48 |
| 5.3.2 | Bedeutung der Kommunikation für die Unternehmenskultur | 50 |
| 5.3.3 | Bedeutung der Unternehmenskultur für die Kommunikation | 50 |
| 5.4 | Corporate Identity und innerbetriebliche Kommunikation | 51 |
| 5.4.1 | Grundlagen der Corporate Identity | 52 |
| 5.4.2 | Bedeutung der Kommunikation für die Corporate Identity | 53 |
| 5.4.3 | Bedeutung der Corporate Identity für die Kommunikation | 53 |
| 5.4.4 | Änderungen der Corporate Identity | 54 |
| 5.5 | Motivation und innerbetriebliche Kommunikation | 56 |
| 5.6 | Kommunikative Kompetenz und innerbetriebliche Kommunikation | 58 |
| 5.7 | Wandel und innerbetriebliche Kommunikation | 59 |
| 6. | Fazit | 61 |
| II. | Betriebliche Realität | 60 |
| 7. | Vorstellung des Unternehmens | 63 |
| 7.1 | Unternehmensgeschichte | 63 |
| 7.2 | Bestehende Medien und Instrumente innerbetrieblicher Kommunikation | 65 |
| 8. | Empirische Analyse innerbetrieblicher Kommunikationsstrukturen | 66 |
| 8.1 | Die schriftliche Mitarbeiterbefragung | 66 |
| 8.2 | Das Interview | 67 |
| 9. | Theoretischer Anspruch versus betriebliche Realität: Darstellung anhand der Befragung gewonnener Erkenntnisse | 68 |
| 9.1 | Innerbetriebliche Kommunikationsstrukturen des Unternehmens | 68 |
| 9.1.1 | Der Informationsfluss | 68 |
| 9.1.2 | Medien innerbetrieblicher Kommunikation | 70 |
| 9.1.2.1 | Medien der Abwärtskommunikation | 68 |
| 9.1.2.2 | Medien der Aufwärtskommunikation | 69 |
| 9.1.2.3 | Dialogmedien | 69 |
| 9.1.2.4 | Fazit | 70 |
| 9.1.3 | Information als Bring- und Holschuld | 76 |
| 9.1.4 | Organisatorische Einbindung | 78 |
| 9.2 | Analyse der Wirkungsfelder | 79 |
| 9.2.1 | Organisation/Unternehmenskultur | 79 |
| 9.2.2 | Führung | 83 |
| 9.2.3 | Corporate Identity | 84 |
| 9.2.4 | Kommunikative Kompetenz | 85 |
| 9.2.5 | Wandel | 86 |
| 9.2.6 | Motivation | 88 |
| 9.3 | Die Filialen | 89 |
| 9.4 | Fazit | 93 |
| III. | Resümee und Verbesserungsvorschläge | 92 |
| 10. | Die Notwendigkeit eines Gesamtkonzeptes zur Verbesserung der innerbetrieblichen Kommunikation | 95 |
| 10.1 | Organisationsentwicklung | 96 |
| 10.2 | Verantwortlichkeiten | 98 |
| 10.3 | Einführung zusätzlicher Medien | 99 |
| 10.4 | Filialkommunikation | 101 |
| 11. | Schlussbetrachtung | 102 |
| Anhang | 103 | |
| Darstellungsverzeichnis | 157 | |
| Literaturverzeichnis | 158 |
Dezember 2000 Trotz einer kurzfristigen Erholung im Geschäftsjahr 1999 werden im Jahr 2000 wiederum Verluste gemacht. Dies wird auf Umsatzeinbußen durch eine schlecht gewählte Kollektion, die vermehrte Entfernung der Fremdmarken aus dem Sortiment sowie auf erhöhte Verlustübernahmekosten durch eine Straffung der Organisation zurückgeführt. 2001 Es folgt ein erneuter Relaunch der Marke im Rahmen eines neuen Marketingkonzeptes. Im Rahmen des neuen Konzeptes werden Ladenbau und Warenkonzept erneut komplett überarbeitet. Zugleich erfolgen Umstrukturierungen in der Organisation des Unternehmens. Trotz des neuen Konzeptes müssen auch im Geschäftsjahr 2001 Umsatzrückgänge bei gleichzeitig erhöhten Umstrukturierungskosten hingenommen werden. Diese können auch durch eine Erweiterung des Filialnetzes nicht ausgeglichen werden. April 2002 [...]
Das im Zuge dieser Arbeit betrachtete Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern auf dem Gebiet der jungen Mode, Jeans und Sportswear. Es vertreibt seine Produkte über eigene Verkaufsgeschäfte, wobei hauptsächlich eine Zielgruppe im Alter von 15 bis 25 Jahren angesprochen werden soll. Zusätzlich wird unter einem separaten Label, teils in separaten Verkaufsgeschäften, teils integriert als sogenannte "Shop in Shops" (SIS), Mode für die Zielgruppe der 25 bis 35jährigen angeboten. Die Gesamtanzahl aller Filialen beläuft sich auf knapp 200 (Stand Mai 2002). Das Unternehmen hat derzeit gut 1200 Mitarbeiter (Stand Dezember 2001), wovon etwa 200 in der Zentrale und 1000 in den Filialen in Voll- und Teilzeit tätig sind. Zum besseren Verständnis der im weiteren Verlaufe dieser Arbeit gemachten Ausführungen soll nachfolgend die Unternehmensgeschichte und -entwicklung kurz näher erläutert werden: 1936 1972 1979 Gründung des ersten Textilfachgeschäftes. Die Anzahl der Geschäfte wird auf zwei erhöht. Es findet eine Umstellung des Sortiments auf Young Fashion und Sportswear statt. Kreation des Markennamens, unter dem die Produkte bis heute vertrieben werden. Die Anzahl der Filialen wird bis Ende der 80iger Jahre auf über 50 erhöht. Um weiteres Wachstum zu finanzieren, wird die Firma in eine AG umgewandelt und geht im Jahr darauf an die Börse. Über 50% des Unternehmens und damit die Kapitalmehrheit werden durch ein anderes Unternehmen übernommen. Die Anzahl der Filialen steigt auf über 100, infolgedessen wird der Umsatz in den nächsten Jahren mehr als verdoppelt. Eine weitere Filialkette wird durch das Unternehmen übernommen. Aufgrund des starken Expansionskurses steigt die Anzahl der Filialen bis Ende 1995 auf über 170. Gleichzeitig erfolgt die Implementierung einer neuen Marketingstrategie, im Zuge derer es zu einem kompletten Relaunch der Marke kommt. Sie wird künftig in verändertem Design unter neuem Logo geführt. Resultierend aus der schwachen Konsumgüternachfrage und dem allgemein starken Preisdruck sowie verstärkt durch die Kosten der Expansion und der erfolgten Umstrukturierung müssen in den folgenden Jahren verstärkt Umsatzeinbußen vermerkt werden. [...]
von Problemen ergriffen nach dem Motto, "man habe eben nicht genug informiert."332 Übersehen wird dabei, daß Kommunikation keine gelegentliche, sondern eine ständige Aufgabe ist, die auch in normalen Zeiten keine Unterbrechung verträgt.333 Dabei geht es nicht um die Einführung zahlreicher spontaner Einzelmaßnahmen zur Verbesserung des Informationsstandes und nicht um "undurchschaubaren Aktionismus."334 Es geht um eine Prozeß- bzw. Systemoptimierung und um die Einsicht, daß eine Investition in das "Human Capital" langfristig zum Unternehmenserfolg beitragen wird. Gefordert ist letztendlich ein systematisch organisierter und evaluierter Kommunikationsprozeß und ein gezieltes Kommunikationsmanagement. Dennoch setzt sich der Gedanke, daß effiziente Kommunikation Wettbewerbsvorteile bringt nur langsam im Bewußtsein der Unternehmer durch.335 Nach eingehender Betrachtung scheint es einsichtig, der innerbetrieblichen Kommunikation einen hohen Stellenwert beizumessen, zumal jegliche Leistung eines Unternehmens oder fachliche Kompetenz des Managements nicht von Nutzen sein wird, wenn dieses nicht kommuniziert werden kann. Auch soll nicht bezweifelt werden, daß eine im beschriebenen Umfang erfolgreich realisierte innerbetriebliche Kommunikation die erwähnte Leistung und die daraus resultierenden Vorteile erbringen kann. Dennoch gilt es abzuwägen, inwieweit eine solche Kommunikationsstrategie, deren Realisation wesentlich auf dem "Faktor Mensch" im Unternehmen beruht, überhaupt realisierbar scheint. Betrachtet man die erwähnten Ziele der innerbetrieblichen Kommunikation, so ermöglicht diese nicht nur eine Information der Beschäftigten über und eine Einbeziehung in das betriebliche Geschehen. Sie erfordert auch das Engagement der Mitarbeiter, sich aktiv über das betriebliche Geschehen zu informieren, sich darüber auszutauschen, zu orientieren, den eigenen Standpunkt zu erkennen, an Diskussionen teilzunehmen, auf Entscheidungen hin- und einzuwirken und letztendlich ihre Umwelt aktiv zu gestalten. Im selben Maße, wie die innerbetriebliche Kommunikation also Engagement, Emanzipation und Motivation der Mitarbeiter fördern kann, müssen eben diese Faktoren nach Ansicht der Verfasserin als Voraussetzung für eine Realisierung eines solchen Kommunikationskonzeptes erst einmal gegeben sein. Dabei stellt sich die Frage, ob "Engagement und Emanzipation" und folglich Partizipation nicht nur von einzelnen, sondern von allen Mitarbeitern des Unternehmens überhaupt als wünschenswert eingestuft werden oder ob diese nicht vorzugsweise in der Passivität verbleiben. Sind die Mitarbeiter allerdings nicht bereit, eine aktive Rolle in Kommunikationsprozeß, -planung und -durchführung zu übernehmen, wird diese nicht erfolgreich realisiert werden können. Zieht man nun wiederum die Inhalte des vorangegangenen Abschnittes in Betracht, so wären es eine offene Informationspolitik und Dialogkultur, die einen Mitarbeiter motivieren könnte, ein eben solches Engagement zu zeigen. Es bleibt jedoch fraglich, ob es der innerbetrieblichen Kommunikation gelingen kann, eine möglicherweise eher passive Einstellung von Mitarbeitern durch Tatsachen wie beispielsweise die Transparenz der Unternehmenspolitik oder die Einbeziehung in Entscheidungen nachhaltig zu verändern und in die gewünschte Richtung zu lenken. [...]
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Arbeit zitieren:
Mauder, geb. Schulz, Andrea Oktober 2002: Innerbetriebliche Kommunikation: Theoretischer Anspruch und betriebliche Realität, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Information, Textilbranche, Mitarbeiterbefragung, Unternehmenskommunikation, interne Kommunikation



