Informelles Lernen am Arbeitsplatz und Kompetenzentwicklung
Möglichkeiten zur Anpassung von formalen Bildungsangeboten am Beispiel eines Unternehmens
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Daniela Fink
- Abgabedatum: März 2003
- Umfang: 140 Seiten
- Dateigröße: 981,3 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7461-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7461-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7461-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fink, Daniela März 2003: Informelles Lernen am Arbeitsplatz und Kompetenzentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalentwicklung, Weiterbildung, Lernen im Alltag, Schlüsselqualifikation, Erfahrungslernen
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Magisterarbeit von Daniela Fink
Einleitung:
Der Begriff „lebenslanges Lernen“ taucht seit einigen Jahren als Dauerthema in Politik und Öffentlichkeit auf. Ein Wandel der Auffassung des Lernens durchzieht die Wissenschaft ebenso wie die Praxis. Das Lernen ist zu einer unerlässlichen Voraussetzung für das Bestehen in der heutigen Welt geworden. Vor allem auch in der Arbeitswelt kann auf ein kontinuierliches, „lebensumfassendes“ Lernen nicht mehr verzichtet werden. Veränderungen des Marktes, Fortschritt und Innovation von Produkten und Arbeitsabläufen, Schlagwörter wie Globalisierung und Wissensmanagement erfordern Mitarbeiter und Führungskräfte, die weit über ihre konkreten Aufgaben hinaus (mit-)denken.
Die moderne Wirtschaft ist auf Arbeitskräfte angewiesen, die bestrebt sind, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten selbst organisiert und selbständig weiterzuentwickeln und sich nicht auf den Grundlagen ihrer Erstausbildung ausruhen. Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeitern einen fortwährenden Lernprozess, um ihre Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt gewährleisten zu können.
Deshalb ist es in einer Zeit, in der übergreifende Kompetenzen und Qualifikationen in fast jedem Bereich gefordert werden, nicht mehr ausreichend, Arbeit und Lernen getrennt voneinander zu betrachten. Es ist nur dann möglich, kontinuierlich und lebensumfassend zu lernen, wenn eine Beschränkung des Lernens auf formal organisierte Bildungsveranstaltungen aufgelöst und ein Lernen „in allen Lebenslagen“ für den Einzelnen selbstverständlich wird.
Der Arbeitnehmer verbringt den größten Teil seines Tages am Arbeitsplatz und ist dort in alltägliche und komplexe Aufgaben eingebunden. Zeit für formal organisierte Weiterbildung ist bei den meisten Mitarbeitern rar und im Tagesgeschäft wird oft auf andere Lernaktivitäten zurückgegriffen. Der Arbeitsplatz sollte deshalb so ausgerichtet sein, dass ein Miteinander von Lernen und Arbeiten jedem Einzelnen erleichtert wird. Um den Arbeitsplatz zu einem Ort zu machen, an dem Lernprozesse dauerhaft stattfinden können, müsste das (Lern-)Engagement der Mitarbeiter seitens der Unternehmen gefördert und gefordert werden. Ein Lernen neben institutionalisierten Veranstaltungen und Weiterbildungsangeboten, also sogenanntes informelles Lernen, sollte durch die Rahmenbedingungen gewährleistet sowie die Anerkennung und Zertifizierung informell erworbener Kompetenzen möglich gemacht werden.
Das informelle Lernen ist in Deutschland noch wenig thematisiert und erforscht. Erst in den letzten Jahren wird der Ruf nach diesen informellen Lernprozessen auch in der Diskussion um die Kompetenzentwicklung immer lauter. Für den fachübergreifenden und umfassenden Kompetenzerwerb vor allem für das Berufsleben, kann informelles Lernen einen wesentlichen Bestandteil darstellen. Es ist zu untersuchen, inwieweit Arbeitnehmer sich informellen Lernaktivitäten zuwenden, um sich weiterzubilden und welchen Stellenwert sie in der Kompetenzentwicklung des Einzelnen einnehmen.
Gang der Untersuchung:
Die folgenden Ausführungen gehen näher auf den Wandel der Lernkulturen in der heutigen Zeit ein. Zusätzlich wird ein Blick auf die internationale Ausgangslage geworfen. Der theoretische Teil der vorliegenden Arbeit stellt vor allem informelles Lernen im Unterschied zu non-formalen und formalen Lernprozessen dar. Was ist informelles Lernen? Wo und wie findet es statt? Welche unterschiedlichen Aspekte beinhaltet das informelle Lernen? Schließlich wird ein Ausschnitt der Diskussion um den Kompetenzbegriff und die Kompetenzentwicklung eingehender betrachtet. Ein weiteres Kapitel wendet sich speziell dem Arbeitsplatz als Schauplatz informellen Lernens zu. Der Lernort Arbeitsplatz ist vor allem auch im Hinblick auf die dort entstehenden und benötigten Kompetenzen interessant.
Der praktische Teil untersucht konkret die informellen Lernprozesse am Arbeitsplatz und versucht, arbeitsplatzrelevante Kompetenzen zu erfassen. Die Studie bedient sich eines qualitativen Forschungsdesigns in Form einer Voruntersuchung durch einen Fragebogen und einer direkt anschließenden Hauptuntersuchung anhand eines Lerntagebuches. Auf Grundlage der Lerntagebücher, welche die Mitarbeiter der Firma X1 über den Zeitraum von vier Tagen geführt haben, und der Befragung durch den Fragebogen wird informelles Lernen im Alltag und vor allem am Arbeitsplatz beleuchtet. Dazu zählen zum Beispiel die Unterweisung oder das Anlernen am Arbeitsplatz durch Kollegen, Vorgesetzte oder außerbetriebliche Personen, das Selbstlernen durch Beobachten und Ausprobieren, selbst gesteuertes Lernen mit Hilfe computerunterstützter Selbstlernprogramme, die Nutzung von Lernangeboten und ähnliches im Internet / Intranet, Qualitätszirkel und vieles mehr.
Die Fragebögen und Lerntagebücher wurden von Personen verschiedenen Alters, Geschlechts und beruflicher Position bearbeitet. Das Datenmaterial wurde im Hinblick auf informelle Lernprozesse und -inhalte analysiert und anhand eines Kategoriensystems inhaltsanalytisch ausgewertet.
Zusätzlich zu einer Zusammenführung der theoretischen Grundlagen und der Ergebnisse aus der Praxis, werden denkbare Anpassungen des non-formalen Bildungsangebotes an die informellen Lernstrukturen der Mitarbeiter und die daraus erworbenen Kompetenzen dargestellt.
Auf der Grundlage von theoretischen Ausführungen zu den Themen informelles Lernen und Kompetenzentwicklung, ergaben sich folgende zentrale Fragestellungen:
- Inwieweit nutzen Arbeitnehmer informelle Lernformen am Arbeitsplatz?
- In welchen Themenbereichen wird hauptsächlich informell gelernt?
- Welche Kompetenzen entstehen aus informellen Lernprozessen?
- Zeigen Führungskräfte andere Muster informellen Lernens als Nicht-Führungskräfte?
- Wie kann man informelle Lernprozesse mit formalen Angeboten verknüpfen?
- Wie muss der Arbeitsplatz auf Grundlage dieser Ergebnisse gestaltet werden?
- Wie könnten Lernstrukturen der Teilnehmer und das bestehende Bildungsangebot aufeinander bezogen werden?
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 6 | |
| Tabellenverzeichnis | 7 | |
| Einführung und Fragestellung | 8 | |
| 1. | Ausgangslage | 11 |
| 1.1 | Wandel der Lernkulturen | 11 |
| 1.2 | Ausgangslage im internationalen Vergleich | 14 |
| 2. | Konzeptionen und Definitionen des informellen Lernens | 16 |
| 2.1 | Abgrenzung zu anderen Lernformen | 16 |
| 2.2 | Unterschiedliche Konzeptionen und Aspekte | 20 |
| 2.2.1 | Informelles Lernen - bewusst und unbewusst | 20 |
| 2.2.2 | Informelles Lernen - Lernen im Alltag | 26 |
| 2.2.3 | Informelles Lernen - Lernen durch Erfahrung | 28 |
| 3. | Kompetenzen und Kompetenzentwicklung | 32 |
| 3.1 | Der Kompetenzbegriff | 32 |
| 3.1.1 | Unterschiedliche Ansätze des Kompetenzkonzepts | 33 |
| 3.1.2 | Qualifikation und Kompetenz | 37 |
| 3.1.3 | Schlüsselqualifikationen | 38 |
| 3.2 | Kompetenzentwicklung | 39 |
| 4. | Informelle Lernprozesse am Arbeitsplatz und Kompetenzentwicklung | 43 |
| 4.1 | Lernort Arbeitsplatz | 43 |
| 4.2 | Kompetenzentwicklung durch informelles Lernen am Arbeitsplatz | 49 |
| 4.3 | Förderung der Kompetenzentwicklung durch Förderung informellen Lernens | 52 |
| 5. | Datenerhebung zum informellen Lernen und derKompetenzentwicklung am Arbeitsplatz | 58 |
| 5.1 | Hypothesen | 58 |
| 5.2 | Das Unternehmen | 59 |
| 5.3 | Methodisches Vorgehen | 60 |
| 5.3.1 | Wahl der Methode | 60 |
| 5.3.2 | Der Fragebogen | 62 |
| 5.3.3 | Das Lerntagebuch | 64 |
| 5.3.4 | Die Datenerhebung | 65 |
| 5.3.5 | Die Datenanalyse | 66 |
| 6. | Darstellung und Diskussion der Ergebnisse | 71 |
| 6.1 | Die Ergebnisse des Fragebogens | 71 |
| 6.1.1 | Soziodemographische Beschreibung der Analysepopulation | 71 |
| 6.1.2 | Die Themengebiete informellen Lernens | 72 |
| 6.1.3 | Fähigkeiten und Kompetenzen aus der beruflichen Tätigkeit | 73 |
| 6.1.4 | Lern- und Informationsquellen | 76 |
| 6.1.5 | Der Zeitfaktor informellen Lernens | 79 |
| 6.1.6 | Nutzung von Weiterbildungsveranstaltungen | 80 |
| 6.2 | Die Ergebnisse des Lerntagebuchs | 82 |
| 6.2.1 | Soziodemographische Beschreibung der Analysepopulation | 82 |
| 6.2.2 | Die Themengebiete des aufgezeichneten Lernens | 83 |
| 6.2.3 | Lern- und Informationsquellen | 86 |
| 6.2.4 | Anlässe des aufgezeichneten Lernens | 88 |
| 6.2.5 | Offene Fragen bzw. Vertiefungswünsche der Befragten | 91 |
| 6.3 | Diskussion der Ergebnisse | 93 |
| 7. | Konsequenzen für die betriebliche Weiterbildung | 102 |
| 7.1 | Bedarf einer Anpassung organisierter Weiterbildung | 102 |
| 7.2 | Möglichkeiten zur Anpassung betrieblicher Weiterbildung an informelle Lernprozesse | 104 |
| 7.2.1 | Lerninhalte und -ziele betrieblicher Weiterbildung | 104 |
| 7.2.2 | Thematisierung informellen Lernens | 105 |
| 7.2.3 | Zertifizierung informell erworbener Kompetenzen | 106 |
| 7.2.4 | Veränderung klassischer Strukturen betrieblicher Weiterbildung | 107 |
| 7.2.5 | Ein Beispiel aus der Praxis: Arbeitsprozessorientiertes Lernen | 108 |
| Fazit | 111 | |
| Literaturverzeichnis | 114 | |
| Anhang | 124 | |
| Fragebogen zum Thema informelles Lernen | 125 | |
| Das verwendete Lerntagebuch | 130 | |
| Anforderungsprofil zur Führungskräfteauswahl | 136 | |
| Exemplarische Darstellung des Kodierleitfadens nach Mayring | 137 | |
| Exemplarische Darstellung der inhaltsanalytischen Auswertung nach Mayring | 138 | |
| Selbständigkeitserklärung | 140 |
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74,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832474614
Arbeit zitieren:
Fink, Daniela März 2003: Informelles Lernen am Arbeitsplatz und Kompetenzentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalentwicklung, Weiterbildung, Lernen im Alltag, Schlüsselqualifikation, Erfahrungslernen



