Informationsverschmutzung
Eine Analyse der Informationsarmut in der Informationsflut unter besonderer Berücksichtigung von E-Mail und Intranet
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Silke Wingens
- Abgabedatum: November 2003
- Umfang: 136 Seiten
- Dateigröße: 814,7 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Hochschule Niederrhein, Abt. Mönchengladbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7720-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7720-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7720-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wingens, Silke November 2003: Informationsverschmutzung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bedarfsanalyse, Management, Information, Kommunikationsmedium, Umfrage
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Diplomarbeit von Silke Wingens
Problemstellung:
Eine Studie der School of Information Management an Systems (SIMS) der University of California, Berkley ergab, dass innerhalb von drei Jahren (2001 – 2004) weltweit mehr Informationen erzeugt werden als in den letzten 300.000 Jahren zusammen erzeugt worden sind. Das Gesamtvolumen aller verfügbaren Informationen (in gedruckter Form, über Radio/ TV verbreitet oder auf optischen/ magnetischen Datenträgern gespeichert) betrug 2001 12 Exabyte. Diese gewaltige Datenmenge wird an einem Beispiel deutlicher: Der Mensch kann ca. 3 – 50 Zeichen pro Minute bewusst verarbeiten. Würde er sich alle diese Informationen aneignen wollen, würde er dafür zwischen 8,5 und 141,4 Milliarden Jahre benötigen (vgl. Sterner).
Obwohl der einzelne Mensch nicht alle verfügbaren Informationen benötigt, ist die Menge der auf ihn einströmenden Informationen äußerst hoch: Bereits im Jahre 1980 hat jeder Amerikaner nur 0,44% des Informationsangebotes (Bücher, Zeitungen, Fernsehen, Radio, Telefon,.) genutzt (vgl. Bork). Diese Zahl währe nicht bedenklich, wenn jeder die Informationen, die er benötigt, auch erhalten würde und aus der Informationsflut herausfiltern könnte. Durch die Menge an Informationen wird es zunehmend schwieriger, die wirklich relevanten Informationen von den nicht relevanten zu trennen.
Es entsteht ein Informationsparadoxon; Inmitten der Informationsflut herrscht ein Informationsmangel (vgl. Königer/Reithmayer). Diese sogenannte Informationsverschmutzung hat besonders bei Unternehmen große Auswirkungen, da Informationen die notwendige Basis für alle Entscheidungen sind. Eine starke Informationsverschmutzung kann zum Absinken der Entscheidungseffizienz, Erhöhung von Durchlaufzeiten, zu gesundheitlicher Belastung und damit verbundenen Fehlzeiten der Mitarbeiter führen. (vgl. Bork). Die neuen Medien haben diese Informationsverschmutzung noch verstärkt. Bedenkt man, dass das Internet bereits im Jahre 2001 aus 2,5 Milliarden direkt ansurfbaren Oberflächen bestand und täglich um 7,3 Millionen Seiten wuchs kann man das Ausmaß der Informationsverschmutzung erahnen. Per Email wird sogar 500 Mal soviel an Informationen produziert wie durch die Produktion von Webseiten (vgl. Berndt).
Da in Unternehmen oft Informationen über das Intranet abrufbar sind, ist auch hier ein besonderes Augenmerk auf eine gute Informationsversorgung zu legen. Es ist von enormer Wichtigkeit für alle Unternehmen, das Problem der Informationsverschmutzung einzudämmen.
Diese Diplomarbeit analysiert und gibt Lösungsmöglichkeiten für diese Problemstellung an, wobei die unternehmenseigenen Kommunikationsmedien Intranet und Email in den Mittelpunkt gestellt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen Informationsverschmutzung | 2 |
| 2.1 | Information | 2 |
| 2.1.1 | Definition | 3 |
| 2.1.2 | Eigenschaften | 6 |
| 2.1.3 | Wichtigkeit | 7 |
| 2.1.4 | Kosten | 8 |
| 2.1.5 | Informationsstand | 12 |
| 2.2 | Kommunikation | 12 |
| 2.2.1 | Definition | 14 |
| 2.2.2 | Wichtigkeit | 14 |
| 2.2.3 | Kosten | 15 |
| 2.2.4 | Störungen | 17 |
| 2.2.5 | Barrieren | 18 |
| 2.2.6 | Maxime für eine wirksame Kommunikation | 18 |
| 2.3 | Kommunikationsmedien | 18 |
| 2.3.1 | Allgemeine Definition | 18 |
| 2.3.2 | Besonders berücksichtigte Kommunikationsmedien 20 | |
| 2.3.2.1 | 20 | |
| 2.3.2.1.1 | Definition | 20 |
| 2.3.2.1.2 | Bedeutung/ Vorteile | 22 |
| 2.3.2.1.3 | Kosten | 23 |
| 2.3.2.2 | Intranet | 24 |
| 2.3.2.2.1 | Definition | 24 |
| 2.3.2.2.2 | Bedeutung/ Vorteile | 24 |
| 2.3.2.2.3 | Kosten | 25 |
| 2.3.2.3 | Unternehmensportale/ Enterprise Information Portals | 26 |
| 2.3.2.3.1 | Definition | 26 |
| 2.3.2.3.2 | Bedeutung/ Vorteile | 26 |
| 2.3.2.3.3 | Kosten | 27 |
| 2.4 | Informationsverschmutzung | 27 |
| 2.4.1 | Definition | 27 |
| 2.4.2 | Einflussfaktoren, Ursachen und Hintergründe | 27 |
| 2.4.3 | Erkennungsmerkmale | 31 |
| 2.4.4 | Folgen | 31 |
| 2.5 | Informations-/ Wissensmanagement | 33 |
| 2.5.1 | Definitionen | 33 |
| 2.5.2 | Wichtigkeit | 34 |
| 3. | Befragung | 35 |
| 3.1 | Vorgehensweise/ Ziele und Thesen | 35 |
| 3.2 | Strukturierung der Teilnehmer | 37 |
| 3.3 | Auswertung/ Ergebnisse | 38 |
| 3.3.1 | Kenntnisstände | 38 |
| 3.3.2 | Allgemeine Fragen | 40 |
| 3.3.2.1 | Informationsversorgung allgemein | 40 |
| 3.3.2.2 | Informationsflut | 41 |
| 3.3.2.3 | Informationsarmut | 43 |
| 3.3.2.4 | Qualitätskriterien | 44 |
| 3.3.2.4.1 | Zuverlässigkeit | 48 |
| 3.3.2.4.2 | Bedeutung | 48 |
| 3.3.2.4.3 | Aktualität | 50 |
| 3.3.2.4.4 | Vollständigkeit | 50 |
| 3.3.2.4.5 | Genauigkeit | 51 |
| 3.3.2.4.6 | Zugänglichkeit | 52 |
| 3.3.3 | 53 | |
| 3.3.3.1 | Emails / Tag | 53 |
| 3.3.3.2 | Bearbeitungsdauer/ Tag | 56 |
| 3.3.3.3 | Unnötige Emails | 58 |
| 3.3.3.4 | Direkt gelöschte Emails | 60 |
| 3.3.3.5 | Keine Einschätzung aufgrund Betreffzeile | 63 |
| 3.3.3.6 | Größte Ärgernisse/ Probleme in Bezug auf Email | 65 |
| 3.3.4 | Intranet/ Unternehmensportal | 65 |
| 3.3.4.1 | Nutzungsdauer | 65 |
| 3.3.4.2 | Informationsfindung | 67 |
| 3.3.4.3 | Gefundene Informationen | 69 |
| 3.3.4.4 | Größte Ärgernisse/ Probleme in Bezug auf Intranet/ Unternehmensportal | 71 |
| 3.3.5 | Sonstige Bemerkungen | 71 |
| 3.4 | Anmerkungen | 72 |
| 4. | Lösungsmöglichkeiten | 73 |
| 4.1 | Informationsbedarfsanalyse | 73 |
| 4.1.1 | Aus Sicht des Unternehmens | 73 |
| 4.1.1.1 | Strukturierte Befragung | 77 |
| 4.1.1.2 | Methode der kritischen Erfolgsfaktoren | 78 |
| 4.1.1.3 | Entwicklung aus dem Bestehenden | 80 |
| 4.1.1.4 | Balanced Scorecard | 80 |
| 4.1.1.5 | 6-W-Methode | 81 |
| 4.1.2 | Aus Sicht des einzelnen Mitarbeiters | 82 |
| 4.2 | Management der Informationsnachfrage | 83 |
| 4.3 | Management des Informationsangebotes | 85 |
| 4.3.1 | Aus Sicht des Unternehmens | 85 |
| 4.3.2 | Aus Sicht des einzelnen Mitarbeiters | 90 |
| 4.4 | 91 | |
| 4.5 | Intranet/ Unternehmensportal | 94 |
| 4.6 | Anmerkungen | 96 |
| 5. | Fazit | 99 |
Am stärksten sind von diesem Problem Angestellte betroffen. Dies erklärt sich durch die höhere Stellung der anderen Positionen und den damit verbunden besseren Zugangsmöglichkeiten (z.B. zu vertraulichen Informationen). Die Mitarbeiter, welche dieses Qualitätsmerkmal mit „Schlecht“ bewertet haben, beklagen sich u.a. über seltene Aktualisierungen und fehlende Strukturierung im Intranet, Beschlussfassungen, die nicht kommuniziert werden und zu große Verteiler. Weiterhin bemerkte ein Teilnehmer, dass Zusammenhänge in einem persönlichen Gespräch besser erklärt (und ihm damit besser zugänglich gemacht) werden könnten. Ein Mitarbeiter, der in den Bereichen Verwaltung, Planung/ Organisation und Controlling arbeitet, bewertete die Zugänglichkeit zu seinen Informationen als „Sehr schlecht“. Die Gründe sind leider aus dem von ihm ausgefüllten Fragebogen nicht nachvollziehbar. [...]
Besonders betroffen waren auch hier wieder die Mitarbeiter aus dem Bereichen Technik und Verwaltung. Die Abb. 3.3.2.4d – f verdeutlichen weiterhin, dass die Mitarbeiter aus dem Bereich Forschung/ Entwicklung keinerlei Probleme mit diesem Qualitätsmerkmal haben. Die Unternehmensgröße der Teilnehmer, welche die Vollständigkeit ihrer Informationen als „Schlecht“ bewertet haben, liegt im Durchschnitt bei 3000 Teilnehmer. Evtl. sind hier zwar viele Informationen im Umlauf, die Unternehmen sind aber noch zu klein für eine eigene Informationsmanagement- Abteilung. Die o.g. Teilnehmer beklagen sich in ihren Fragebögen über eine schlechte Strukturierung bei Emails und im Intranet. Diese schlechte Strukturierung führt zu Unübersichtlichkeit und damit zu (empfundener) Ungenauigkeit der Informationen. Weiterhin wurde über zu große Verteiler geklagt. Je mehr Mitarbeiter ein Verteiler anspricht, desto oberflächlicher und desto ungenauer sind die Informationen an jeden Einzelnen für seine individuelle Arbeit. [...]
Nur die Mitarbeiter aus dem Bereich Forschung/ Entwicklung bewerteten die Vollständigkeit ihrer Informationen durchweg als „Gut“ oder sogar „Sehr gut“. Von den Mitarbeitern aus den Bereichen Verwaltung und PR/ Werbung hatten sogar nur 25% dieses Kriterium als „Gut“ oder „Sehr gut“ bewertet. Aus den Fragebögen dieser Teilnehmer wird ersichtlich, dass diese nicht nur Probleme mit der Mengenbewältigung (der Informationen) haben, sondern auch den hohen Zeitaufwand für das Auffinden und die unübersichtliche Darstellung der Informationen beklagen. Evtl. finden diese Mitarbeiter vorhandene Informationen in der Informationsflut nicht. Ein Mitarbeiter aus dem Bereich Technik bewertete dieses Merkmal sogar als „Sehr schlecht“. Auch er beklagte den großen Aufwand bei der Bearbeitung von Emails. Weiterhin gab er an, 80% seiner Emails direkt zu löschen. Evtl. könnten in diesen Emails die von ihm benötigten Zusatzinformationen liegen. Weiterhin wird o.g. These durch die Tatsache unterstützt, das alle Teilnehmer mit der Bewertung „Schlecht“ bzw. „Sehr schlecht“ zumindest manchmal unter einer Informationsflut leiden und daher zu leichtfertigen Übersehen, bzw. Löschen von Informationen neigen könnten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832477202
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Wingens, Silke November 2003: Informationsverschmutzung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bedarfsanalyse, Management, Information, Kommunikationsmedium, Umfrage



