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Informationstechnologie in Banken

Strategische Positionierung im Hinblick auf Erfolgspotentiale und Risiken

Informationstechnologie in Banken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marcus Rieper
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 496,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4357-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4357-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4357-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rieper, Marcus Juni 2001: Informationstechnologie in Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bank, E-Commerce, Electronic Commerce, Informationstechnologie, IT

Diplomarbeit von Marcus Rieper

Einleitung:

Die Bankwirtschaft befindet sich derzeit in einer Phase des Umbruchs. Viele Banken sind schon seit einiger Zeit dabei, sich neu zu organisieren. Das betrifft einerseits die strategische Neuausrichtung der Geschäftsfelder. Hier geht die Entwicklung vom „klassischen“ Bankgeschäft hin zum Investmentbanking angelsächsischer Prägung. Andererseits werden, unter dem Begriff „Lean Banking“, die Organisationsstrukturen der Banken verändert, um die Bankleistungen schneller, besser, effizienter und kostengünstiger erstellen zu können. Mittel dazu sind die Rationalisierung und Automatisierung von Tätigkeiten, die Optimierung von Geschäftsprozessen, die Nutzung neuer elektronischer Vertriebswege und nicht zuletzt die Reduktion der Geschäftsstellendichte. Es entstehen aber auch gänzlich neue Kommunikations- und Unternehmensformen, deren erste Ansätze wir heute z.B. in Form von „Direktbanken“ und „virtuellen Unternehmen“, erkennen können.

Die Gründe, die die Banken zwingen sich umzustrukturieren, sind vielfältiger Natur. Zum einen führt die Globalisierung und Deregulierung der Finanz- und Kapitalmärkte zu einem erhöhten Konkurrenzdruck zwischen den Banken und lässt die Margen bei Finanzprodukten erheblich zusammenschmelzen. Zum anderen verschärft sich der Wettbewerb dadurch, dass zunehmend auch non- und near-banks in den Bankenmarkt eindringen. Außerdem sehen sich Banken zunehmend aufgeklärteren und damit anspruchsvolleren Kunden gegenübergestellt.

Die Informationstechnologie (IT) spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Auf der einen Seite ist sie der Wegbereiter für neue Konkurrenten, zum anderen ist sie ein entscheidendes Mittel zur Unterstützung bei der Umstrukturierung des Bankgeschäfts. Daher ist die IT heute weit mehr als ein bloßes Hilfsmittel im Bankgeschäft, sondern vielmehr „ (...) ein zentraler Faktor in der Strategie jedes Finanzdienstleistungsunternehmens“.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, das Anwendungspotential der Informationstechnologie (IT) zu analysieren und darüber Aufschluss zu erhalten, welche Chancen und Risiken sich aus ihrem Einsatz für das Bankgeschäft ergeben. Außerdem werden die strategische Handlungsalternativen, mit denen sich eine Bank im Markt positionieren kann, aufgezeigt. In diesem Zusammenhang soll untersucht werden, inwieweit sich diese strategischen Handlungsalternativen durch den Einsatz von Informationstechnologie unterstützen lassen und ob durch den Einsatz von IT Wettbewerbsvorteile für ein Kreditinstitut erreicht werden können.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel dieser Arbeit erfolgt zunächst eine allgemeine Einführung in die Thematik. Ihr folgt eine definitorische Einordnung der für diese Arbeit relevanten Begriffe.

Im zweiten Kapitel werden zum einen die Entwicklungsstufen der bankbetrieblichen Informationsverarbeitung dargestellt, zum anderen die historisch gewachsene heutige Anwendungsstruktur und ihre Probleme erläutert.

In Kapitel 3 wird die Ausgangsposition der Kreditwirtschaft und die sich andeutende Branchenentwicklung aufgezeigt. Anhand der Darstellung des bankbetrieblichen Fertigungsprozesses wird anschließend die allgemeine Bedeutung von Informationen - und damit der Informationstechnologie - für das Bankgeschäft herausgestellt. Gleichzeitig wird hierdurch auch die Schlüsselrolle der Informationstechnologie zur Bewältigung des Strukturwandels in der Bankwirtschaft aufgezeigt.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Analyse von Potentialen und Risiken des IT-Einsatzes im Bankgeschäft. Bei der Betrachtung wird eine Unterteilung in vertriebs- und betriebsorientierte Informationstechnologie gemacht, wobei die Analyse ihren Schwerpunkt in den vertriebsorientierten IT-Systemen findet. Außerdem ist bei der Betrachtung der Informationstechnologie eine Konzentration auf Systeme mit strategischer Bedeutung beziehungsweise innovativem Charakter nötig. Die Beschränkung erfolgt auf diejenigen Bereiche, denen für die Kreditbranche besondere Bedeutung zugemessen wird. Abschließend werden in Kapitel 4 neue Geschäftskonzeptionen betrachtet, die Kreditinstituten auf der Grundlage von Informationstechnologie neuartige strategische Chancen eröffnen.

In Kapitel 5 werden zunächst mögliche strategische Grundpositionen für ein Kreditinstitut dargestellt. Anschließend werden mögliche Wettbewerbswirkungen von IT-Systemen in Zusammenhang mit diesen strategischen Grundpositionen analysiert. In der Schlussbetrachtung werden die erzielten Ergebnisse zusammengeführt und abschließend wird ein kurzer Ausblick gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Grundlegende Begriffe 3
2. Die Entwicklung der bankbetrieblichen Informationsverarbeitung 4
2.1 Entwicklungsstufen 4
2.2 Heutige Anwendungsstruktur 6
3. Bedeutung der Informationstechnologie für Banken 8
3.1 Strukturwandel in der Bankenlandschaft 8
3.1.1 Globalisierung und Deregulierung 8
3.1.2 Wandel im Kundenverhalten 9
3.1.3 Technologische Innovationen 11
3.1.4 Verschärfter Wettbewerb 12
3.2 Schlüsselrolle der Informationstechnologie 13
4. Potentiale und Risiken des IT-Einsatzes im Bankgeschäft 16
4.1 Vertriebsorientierte Informationstechnologie 16
4.1.1 Selbstbedienungs-Terminals 16
4.1.2 Telefonbanking 20
4.1.3 Online-Banking 24
4.1.4 Elektronische Kartensysteme 31
4.1.5 Electronic Business und Internet Trust Services 34
4.2 Betriebsorientierte Informationstechnologie 40
4.2.1 Informationssysteme zur Integration der Informationsverarbeitung 40
4.2.2 Data Warehouse 42
4.2.3 Intelligente Informationssysteme 47
4.3 Informationstechnologie als Grundlage für neue Geschäftskonzeptionen 51
4.3.1 Outsourcing von IT-Leistungen 51
4.3.2 Direct Banking 54
4.3.3 Banken als virtuelle Unternehmen 57
5. Strategische Aspekte der Informationstechnologie 60
5.1 Wettbewerbsvorteile und strategische Positionen 60
5.2 Strategische Implikationen 65
6. Schlußbetrachtung 74
Literaturverzeichnis 76

Automatisiert erstellter Textauszug:

Abb. 4.3: Data Warehouse-Architektur Quelle: In Anlehnung an: Schwarze, J. (2000), S. 261; Meyer zu Selhausen, H. (2000), S. 527. Die Geschäftsprozesse einer Bank werden durch operative Systeme unterstützt. Dabei entstehen auf internen Datenquellen Informationen über Kunden, Lieferanten und deren Beziehung zum Unternehmen. Mit Hilfe von Transformationsprogrammen werden diese internen Daten, die sich meistens auf verschiedenen DV-Systemen und –Anwendungen befinden, entnommen und in eine zentrale Data WarehouseDatenbank übertragen.152 Hierbei können auch Informationen von externen Datenquellen, wie beispielsweise von Marktforschungsinstituten und Informationsdiensten, auf die Data Warehouse-Datenbank eingestellt werden. Durch die Transformationsprogramme werden die Daten einheitlich strukturiert, aufbereitet, bereinigt und von Inkonsistenzen befreit.153 Da in vielen Kreditinstituten keine einheitliche Festlegung der Datenformate und Dateninhalte (Data Dictionary) vorliegt oder unternehmensweit vorgeschrieben ist, bildet diese Vereinheitlichung der Datenstruktur den wesentlichen Teil des Transformationsprozesses.154 [...]

Unter einem Data Warehouse ist kein Produkt zu verstehen, welches undifferenziert in einer Bank implementiert werden kann. Vielmehr ist es ein Prozeß, der Daten aus operativen Systemen (z.B. aus Datenbanken wie IMS, DB2, Oracle oder Informix) und von externen Quellen in ein einheitliches Format transformiert, nach Sachzusammenhängen ordnet und zeitpunktbezogen auf eine separate Datenbank auf einem separaten Hardwaresystem speichert. Die so aufbereiteten Daten von unterschiedlichen Lokationen werden also an einer Stelle konzentriert. Die Zusammenführung dieser Daten auf eine spezielle Datenbank wird als Data Warehouse bezeichnet.149 Zusätzlich werden Details über Art und Inhalt der gespeicherten Informationen, Datenformate sowie Informationen über die Herkunft und Auswertungsmöglichkeiten der Daten auf einer sogenannte Meta-Datenbank gespeichert.150 Auf die Daten des Data Warehouse greifen letztlich entscheidungsunterstützende Systeme zu, die als Executive-Informationssysteme (EIS) o.ä. bezeichnet werden.151 [...]

4.2.2 Data Warehouse Die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Banken ihre Produkte den Kunden anbieten, haben sich in den letzten Jahren stark verändert. In vielen Banken hat sich ein aktives Kundenbeziehungsmanagement etabliert. So sind die Banken heute stark daran interessiert, bei der Kundenansprache die gewünschte Kundengruppe auszuwählen, um sie zielgerichtet und besser mit Bankprodukten bedienen zu können. Durch eine zielgerichtete Ansprache sollen die Kundenbeziehungen gefestigt und weiter ausgebaut werden. Die Banken möchten die Präferenzen ihrer Kunden besser erkennen, ihre Profitabilität steigern und die richtige Mailing-Ansprache für neue Produkte finden. Aber die benötigten Informationen, um dementsprechend zu handeln, haben die Kreditinstitute zunächst nicht. Die notwendigen Rohdaten sind in den meisten Fällen zwar vorhanden, liegen aber auf unterschiedlichen Systemen, in unterschiedlichen Formaten und auf unterschiedlichen Rechnern, die zudem oft noch geographisch verteilt sind. Daraus ergibt sich das Bedürfnis, diese Daten zu konsoli147 [...]

Arbeit zitieren:
Rieper, Marcus Juni 2001: Informationstechnologie in Banken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bank, E-Commerce, Electronic Commerce, Informationstechnologie, IT

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