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Informationskrieg. Über den Zusammenhang von militärischen Konzepten mit Informationen und Medien

Informationskrieg. Über den Zusammenhang von militärischen Konzepten mit Informationen und Medien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gerhard Klement
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 231 Seiten
  • Dateigröße: 833,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6859-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6859-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6859-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Klement, Gerhard Februar 2003: Informationskrieg. Über den Zusammenhang von militärischen Konzepten mit Informationen und Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Information Warfare, Krieg, Public Relations, Informationsmanagement, Propaganda

Diplomarbeit von Gerhard Klement

Zusammenfassung:

Am Beispiel der US-Streitkräfte thematisiert die Arbeit die strategischen Leitlinien von Militärs, die deren Umgang mit Information, Medien und Öffentlichkeit bestimmen. Diese Form des Informationsmanagements wurde unter dem Schlagwort „Information Warefare“ bekannt. Beschrieben werden grundlegende und zeitlose Prinzipien der Informationsstrategien von nationalen Organisationen, sowie deren neuesten Erscheinungsformen im Medienzeitalter. Der Begriff Information wird in seinen verschiedenen Bedeutungen die er im Kontext mit Themen wie Macht, Geheimnis, Propaganda, Zensur, Kriegsberichterstattung, psychologische Kriegsführung, Öffentlichkeitsarbeit, Massenmedien, Kommunikation und Netzkrieg bestimmt und analysiert. Anhand der Diskussion von einschlägigen Konzepten sowie von Ausbildungsmaterial der US-Streitkräfte wird gezeigt auf welches theoretische Verständnis von Information diese Konzepte des „Informationskrieges“ aufbauen. Der letzte Teil der Arbeit ist der Verortung der PR im diesbezüglichen Kontext gewidmet und erweitert damit die wissenschaftliche Diskussion um Theorie und Wesensbestimmung von Öffentlichkeitsarbeit in ihren verschiedenen Erscheinungsformen. Die Diplomarbeit bezieht sich sowohl auf klassische Literatur zum Thema Medien und Krieg als auch auf Werke über die Konflikte der letzten Jahre des 20. Jahrhunderts sowie auf Online-Quellen und Werke über die Theorie der Öffentlichkeitsarbeit. Die wissenschaftliche Methode ist die deskriptive Literaturanalyse.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 8
1.1 Themenbegründung 9
1.2 Forschungsstand 9
1.3 Problemstellung 11
1.4 Was kann diese Arbeit leisten? 12
1.5 Gliederung 14
1.6 Methodik 15
2. Kriegskommunikation 16
2.1 Das Wesen von Kriegskommunikation 16
2.2 Kontrolle und Instrumentalisierung von Medien 17
2.3 Behördliches Informationsmanagement 18
2.4 Geheimhaltung 20
2.5 Täuschung 21
2.6 Zensur 22
2.7 Psychologische Kriegsführung 24
2.8 Propaganda 25
2.9 Desinformation 27
2.11 Zusammenfassung 29
3. Darstellung: Konzept „Information Warfare“ 31
3.1 Entwicklung 31
3.2 Vernetzung des Militärs 33
3.3 Informationskrieg als Medienereignis 35
3.4 Definitionen 38
3.5 Informationsdominanz/ Informationsüberlegenheit 40
3.6 Informationsumgebung/ Informationssphäre/ Informationsklima 41
3.7 Informationsoperationen 43
3.7.1 Modell nach Libiczki 44
3.7.2 Modell nach fm-100-6 46
3.8 Auslegungen 48
3.8.1 Cyberwar und Netwar 50
3.8.2 Geistkrieg 51
3.8.3 Gesellschaftskrieg 53
3.8.3.1 Krieg der Informationsgesellschaft 54
3.8.3.2 Verschmelzung von Krieg- und Friedenszeiten 55
3.9 Worauf soll Information wirken 59
3.9.1 Öffentlichkeit 59
3.9.2 Politik 62
3.9.3 Wirtschaft 65
3.9.4 Kultur und Werte 67
3.9.5 Zivile Infrastruktur 68
3.9 Zusammenfassung 69
4. Der Informationsbegriff 71
4.1 Modelle 71
4.1.1 Daten 71
4.1.2 Information 72
4.1.3 Wissen 72
4.1.4 Kommunikation 74
4.1.4.1 Individualkommunikation 74
4.1.4.2 Massenkommunikation 75
4.1.4.2 Die Funktionen der Massenmedien 76
4.1.4.3 Primär und Sekundärerfahrungen 79
4.1.4.4 Kommunikation als Krieg 80
4.2 Konfliktentscheidender Faktor Information 81
4.6.2 Information als Macht 83
4.6.2.1 Informationsimperialismus 85
4.6.2.2 Soft-Power 86
4.3 Zusammenfassung 90
5. Kampf um die Wirklichkeit 92
5.1 Wirklichkeitskonstruktion 92
5.2 Mediale Wirklichkeitskonstruktion 94
5.3 Netzkrieg - Das Internet 96
5.3.1. Ist das Internet ein Medium? 99
5.3.2 Nutzung 100
5.3.3 Substitution oder Komplementarität 102
Exkurs: Cyberspace und Virtualität 103
5.4 Zusammenfassung 104
6. Der Informationskrieg als Erscheinung der Informationsgesellschaft 107
6.1 Die Informationsgesellschaft 107
6.1.1 Entwicklung 108
6.1.2 Modelle 109
6.1.3 Rahmenbedingungen 113
6.1.3.1 Kommerzialisierung und Beschleunigung 113
Exkurs: Fixkostendegression 115
6.1.3.3 Überinformation, Technisierung und Komplexität 116
6.1.3.4 Globalisierung 119
6.3 Zusammenfassung 123
7. Massenmedien 124
7.1 Kommerzialisierung von Information 126
7.2 Macht der Medien 127
7.3 Bedingungen von Medienproduktion 128
7.3.1 Journalismus 128
7.3.1.1 Krisenjournalismus 129
Exkurs: Fiktionale Strukturen 132
7.3.1.2 Nachrichtenwerte 135
7.3.1.3 Objektivität und Kompetenz 137
7.3.1.4 Vielfalt und Ausgewogenheit 139
Exkurs: Normen, Werte, Wertewandel, Idendität, Sozialisation 143
7.3.1.5 Kriegsberichterstattung 146
7.3.1.6 Kommunikationssystem im Krieg 148
7.4 Theorethische Ansätze zur Medienwirkung 150
7.4.1 Wirkungen 152
7.4.2 Öffentliche Meinung 153
7.4.3 Psychologisch orientierte Wirkungsforschung 156
7.4.3.1 Überredungskommunikation 156
7.4.3.2 Konsistenztheoretische Ansätze 157
7.4.4 Soiziologisch orientierte Wirkungsforschung 158
7.4.4.1 Der Nutzenansatz 160
7.4.4.2 Der dynamisch-transaktionale Ansatz 161
7.2.4 Die Agenda-Setting-Hypothese 162
7.2.5 Die These von der wachsenden Wissenskluft 165
7.2.6 Die Schweigespirale 166
7.5 Werbung als Krieg 168
7.5 Zusammenfassung 170
8. Neue Bilder 173
9.1 Neue Feindbilder 173
8.2 Aufbau von Feindbilder 177
8.3 Neues Kriegsbild 180
8.4 Soldatenbild 181
8.5 Der Informationskrieg als PR-Strategie 182
8.6 Images 184
8.7 Zusammenfassung 185
9. Öffentlichkeitsarbeit 186
9.1 Kompetenzüberschneidungen 187
9.2 Definitionen 194
9.2.1 Public Affairs 196
9.2.2 Internationale PR 196
9.3 PR in Staatsdiensten 198
9.4 Determinierung und Intereffikation 199
9.5 PR als Propaganda 204
9.6 PR in der Informationsgesellschaft 205
9.7 Selbstverständis von PR 206
9.8 Findet Informationskrieg statt? 207
9.9 Zusammenfassung 208
10. Abschließende Zusammenfassung 209
Literatur: 213
Online-Quellen 219
Abbildungen 229

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Ökonom Fritz Machlup veröffentlichte im Jahr 1962 sein Buch "The Production and Distribution of Knowledge in The United States“. Die sogenannte Machlupstudie war die erste empirische Studie zur Identifizierung sowie zur Erörterung der Bedeutung eines Informationssektors in der Volkswirtschaft. Aufgrund der Machlupstudie wurde das DreiSektoren-Modell (Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen) um den Sektor der Wissensindustrie erweitert.227 Die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit bekommt das Schlagwort Informationsgesellschaft nicht zuletzt durch die Verwendung im Rahmen politischer Konzepte in den USA. Die Kommunikationstechnologie ist im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 1992 ein Hauptthema von Bill Clinton. Der Ausbau der Informationsinfrastrukturen wird unter seiner Regierung folglich zu einer nationalen Hauptaufgabe erklärt. Der damalige Vizepräsident der USA, Al Gore kündigt 1993 eine Initiative zum Ausbau einer „Nationalen Information Infrastruktur“ (NII) für die USA an. Um die Wirtschaft zu motivieren die Mittel zum Bau dieses „InformationHighway“ rasch aufzubringen, fördert die US-amerikanische Regierung seither die Unternehmen der Kommunikationsbranche indem sie möglichst viele rechtliche und regulatorische Einschränkungen beseitigt, welche die entsprechenden Firmen in ihrem wirtschaftlichen Handeln behindern könnten.228 [...]

6.1 Die Informationsgesellschaft Luhmann vertritt die Meinung, daß sich die Gesellschaft heute noch nicht ausreichend selbst beschreiben kann und die Selbsbezeichnung als Informationsgesellschaft daher ein Produkt der Verlegenheit ist, nicht zu wissen, was man bezeichnen soll.225 Im öffentlichen Diskurs hat sich der Begriff Informationsgesellschaft als Bezeichnung für die Gesellschaft in der wir heute leben weitgehend etabliert. Hinter diesem Schlagwort verbergen sich allerdings verschiedene Vorstellungen und Konzepte und es ist alles andere als unumstritten. Je nach Ansatz und vertretenen Interessen werden von unterschiedlichen Institutionen welche sich um eine Klärung des Begriffes ereifern manche Aspekte in den Vordergrund gestellt und andere Teile ausgeblendet. So verdeckt die in erster Linie von der Wirtschaft getragene und auf technische Aspekte reduzierte Vorstellung der Informationsgesellschaft als „information economy“ so manche soziale Problemstellung. Krempl verweist auf Spinner, wenn er feststellt, daß [...]

bezüglich des Alltagsgeschehens genutzt wird. Internetportale von klassischen Medien nehmen eine bedeutende Rolle als Nachrichtenquelle im WWW ein.224 Wie gezeigt wurde sind das Internet und seine Dienste, trotz tendenziell steigenden Nutzerzahlen, nicht im Stande die öffentliche Meinung in einem, für einen erfolgreichen Informationskrieg hinreichendem Ausmaß, zu prägen. Damit sind auch die durch Netzstrategien erzielten Manipulationen nicht im Stande die Wirklichkeit der Rezipienten nachhaltig zu beeinflussen. Der oft postulierte Netzkrieg wird so zu einem Kampf um die öffentliche Meinung die im Informationszeitalter maßgeblich von den Institutionen der Massenmedien räpräsentiert und mitgestaltet im Sinne von mitkonstruiert wird. Ein „Krieg um die Köpfe der Menschen“ kann also über das Internet zur Zeit nicht erfolgreich geführt werden. Mittels Hackerattacken und ähnlichen Strategien wird aber immer wieder versucht Einfluß auf digitale Inhalte von Webseiten zu verüben. Diese Manipulationsstrategien sind als Erweiterung der im Rahmen von Kriegskommunikation beschriebenen Vorgehensweisen zu sehen. Auch wenn der Informationskrieg nicht als Netzkrieg bezeichnet werden kann leisten die neuen Netze ihren Beitrag im Zustandekommen von Wirklichkeit in der Öffentlichkeit. [...]

Arbeit zitieren:
Klement, Gerhard Februar 2003: Informationskrieg. Über den Zusammenhang von militärischen Konzepten mit Informationen und Medien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Information Warfare, Krieg, Public Relations, Informationsmanagement, Propaganda

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