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Informationsflüsse bei der Planung von Jahresabschlussprüfungen von Kapitalgesellschaften

Zentrale Verwaltung und Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen innerhalb großer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Informationsflüsse bei der Planung von Jahresabschlussprüfungen von Kapitalgesellschaften
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jens Parthe
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4755-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4755-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4755-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Parthe, Jens Juni 2001: Informationsflüsse bei der Planung von Jahresabschlussprüfungen von Kapitalgesellschaften, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Prüfungsplanung, Abschlussprüfung, Wirtschaftsprüfunggesellschaft, Wirtschaftsprüfung, Informationsmanagement

Diplomarbeit von Jens Parthe

Einleitung:

Die Entwicklung des deutschen Wirtschaftsprüfungswesens ist besonders in den letzten Jahren von einschneidenden Ereignissen gekennzeichnet, die den Berufsstand auch weiterhin vor große Herausforderungen stellen.

Der Druck der allgemeinen Öffentlichkeit für eine verbesserte Qualität der Prüfungshandlungen wurde durch die in jüngster Vergangenheit aufgetretenen spektakulären Unternehmenskrisen, wie z.B. Philipp Holzmann AG, MG oder Bremer Vulkan, verstärkt. Die aus diesen Vorkommnissen zusätzlich aufgetretene Unsicherheit der Stakeholder und die damit verbundene vergrößerte Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Öffentlichkeit und dem Testat des Abschlussprüfers, allgemein unter dem Phänomen „Erwartungslücke“ bekannt, mündete erst kürzlich in der Verabschiedung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Doch die mit diesem Gesetz - unter anderem - verfolgte Qualitätsverbesserung wird in der Literatur angezweifelt, und dem KonTraG wird im Gegenteil oftmals eine Ausweitung der Pflichten des Abschlussprüfers bescheinigt. Dies und die immer weiter zunehmende Internationalisierung und Globalisierung, gleichbedeutend mit einem scharfen Wettbewerb auf dem Prüfungsmarkt und einem Zwang, die Palette der angebotenen Dienstleistungen zu erweitern, veranlassen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mittels einer (Effizienz-) Verbesserung der ausgeübten Tätigkeiten miteinander zu konkurrieren. So schreibt Schmidt: „Da angenommen werden muss, dass der Markt für Prüfungsdienstleistungen kein nennenswertes Wachstumspotential mehr enthält und somit einen reifen Markt darstellt, folgt hieraus die Befürchtung, dass die Marktteilnehmer sich wirtschaftlich konsequent verhalten und daraus ein Wettbewerb um Marktanteile über Preisdifferenzen entsteht.“ Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sehen sich also einem Dilemma gegenüber, welches aus den immer weiteren Anforderungen und Pflichten, dem öffentlichen Druck nach erhöhter Prüfungsqualität und einem Wettbewerb, der zusätzliche Ausgaben oder Ineffizienzen mit dem Verlust von Marktanteilen am Prüfungsmarkt bestraft, resultiert.

Vor allem aus diesen Gründen müssen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Potentiale erkennen und Technologien entwickeln, die es ihnen ermöglichen, am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Ansatzpunkt könnte hierbei eine effizientere und rationalere Planung von Jahresabschlussprüfungen sein, da die betriebswirtschaftliche Prüfung, insbesondere solche von Jahresabschlüssen wirtschaftlicher Unternehmen, gemäß des § 2 Abs. 1 WPO, Hauptaufgabe der Wirtschaftsprüfer ist und demnach einen großen Teil der täglichen Arbeit von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ausmacht.

Die Erfassung und Bewertung der Determinanten einer (erfolgreichen) Planung von Jahresabschlüssen durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kann in diesem Zusammenhang Aufschlüsse bringen, wo im einzelnen Effizientsteigerungspotentiale liegen. Die Prüfungsplanung stellt als eine der vier Phasen des Prüfungsprozesses den Entwurf einer Ordnung dar, nach der sich eine Prüfung vollziehen soll und umfasst somit ein System zukunftsbezogener Entscheidungen über den Ablauf einer Prüfung. Um eine solche Ordnung zu entwerfen, bedarf es der Einbeziehung vieler Informationen, die es zu erfassen und während des gesamten Prüfungsprozesses hinsichtlich erworbener Erkenntnisse anzupassen gilt. Denn nur unter Einbezug aller relevanten Informationen können Entscheidungen und Aufgaben innerhalb einer Prüfungsplanung erfolgreich durchgeführt werden.

Es ist elementar wichtig, dass geeignete Maßnahmen und Mechanismen ergriffen bzw. implementiert werden, die es erlauben, einen hohen Informationsbereitstellungsgrad zu erreichen, und zwar auf allen Ebenen von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Auf diesen (Hierarchie-) Ebenen werden verschiedene Aufgaben und Aktivitäten während einer Prüfungsplanung ausgeführt, die zudem untereinander gewisse Interdependenzen aufweisen und eine Vielzahl von (planungs-) relevanten Informationen produzieren, aber auch nur durch die Bereitstellung (planungs-) relevanter Informationen überhaupt ausgeführt werden können. Diese Informationen fließen in den Formen von Meinungen, Nachrichten, Meldungen, Rahmenbedingungen, Besonderheiten und/oder Richtlinien zwischen den jeweiligen Informationsquellen und Informationsempfängern der Planungsinstanzen. Die Vielzahl von Informationsquellen und -empfängern und deren Koordination erschwert die Planung von Prüfungsaufträgen. Die sowohl unverzichtbare Bereitstellung als auch Koordination von Informationen, Informationsquellen und -empfängern wird mit den jeweiligen Umständen einer Abschlussprüfung variieren und ist zumeist schwer a priori bestimmbar. Komplexe Prüfungsplanungen verbergen demnach sehr ausgeprägte Informationsnetzwerke, die es abzubilden gilt, um letztendlich zu einer Struktur bei Planungen von Abschlussprüfungen zu kommen, welche unterstützend bei der Erstellung von Gesamtplänen innerhalb der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verwendet werden kann.

Der Ansatz zur Verbesserung von Prüfungsplanungen kann zusammenfassend in der Erfassung und Bereitstellung prüfungsrelevanter Informationen gesehen werden, da ein einfacher und ausreichender Informationszugang die Effektivität und Genauigkeit von Planungsentscheidungen erhöht. Die Konsequenz ist demnach ein Ansatz zur Verwaltung und Bereitstellung planungsrelevanter Informationen.

In der Literatur wird das Problem einer Informationsverwaltung innerhalb von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften eher unzureichend behandelt. Es wird zwar regelmäßig von der Notwendigkeit einer Verwaltung und Transparenz relevanter Informationen berichtet, jedoch werden selten konkrete Vorschläge unterbreitet, in welcher Form dies effektiv geschehen kann.

Eine effektive Bereitstellung und Verwaltung prüfungsrelevanter Informationen innerhalb von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist nur anhand einer umfassenden und detaillierten Analyse des gesamten Planungsumfeldes möglich. In diesem Zusammenhang werden die drei folgenden Teilfragen als Grundlage der (Planungs-) Analyse dienen:

1) Was sind die Arten der benötigten Informationen?

2) Was sind die Quellen der benötigten Informationen?

3) Was sind die Wege, um zu diesen Informationen zu gelangen?

Die Arten der benötigten Informationen lassen sich weitestgehend über die einschränkende Fokussierung auf Jahresabschlussprüfungen von Kapitalgesellschaften definieren. Zudem wird eine Abgrenzung der Teilaufgaben der einzelnen Hierarchieebenen der Planungsorganisation einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der damit zusammenhängenden Informationsflüsse während einer Abschlussprüfung weitere Aufschlüsse über die Aggregations- und Darstellungsnotwendigkeiten geben.

Die Informationsquellen und -empfänger müssen in einem anderen Schritt herausgearbeitet und in einem klaren (Informations-) Netzwerk abgebildet werden. Hierbei werden die Informationsbedürfnisse und -bereitstellungserfordernisse sowohl interner als auch externer Instanzen Berücksichtigung finden. Dieses Vorgehen wird letztendlich zu einer Struktur (Informationsnetzwerk) für die Abwicklung von Prüfungsplanungen führen, worauf aufbauend ein Vorschlag für eine zentrale Verwaltung von Informationen und Informationsflüssen während Jahresabschlussprüfungen erläutert, diskutiert und kritisiert wird.

Gang der Untersuchung:

Im einzelnen bedeutet das vorangegangene für den Aufbau dieser Diplomarbeit, dass in Kapitel I die Planung von Jahresabschlussprüfungen zunächst global erläutert wird, wobei eine Einordnung der Prüfungsplanung in den Prozess von Jahresabschlussprüfungen stattfindet. Hieraus werden sich Aufgaben und Aktivitäten ableiten, die es darzustellen und abzugrenzen gilt. In einem weiteren Schritt werden die Informationsquellen und Informationsempfänger ermittelt und gegeneinander abgegrenzt.

Kapitel II umfasst eine detaillierte Betrachtung der Informationsflüsse der Geschäftsleitung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Rahmen der Prüfungsplanung. Hierbei werden zunächst die Aufgaben der Geschäftsleitung konkret genannt und im einzelnen beschrieben werden. Diese Teilaufgaben basieren auf diversen Informationsflüssen hinsichtlich der Annahme von Prüfungsaufträgen, der Prüfungsplanung im weiteren Sinne und der Unterstützung und Kontrolle der Prüfungsplanung i.e.S.

Im III. Kapitel werden die verantwortlichen Prüfungsleiter einer Jahresabschlussprüfung Gegenstand der Analyse sein. Hierunter fällt vor allem die Erfassung und Darstellung der Einzelaufgaben der Prüfungsleiter innerhalb der Prüfungsplanung. Darauf folgend wird eine Untersuchung der Informationsflüsse sowohl hinsichtlich Personal-, Zeit- und Sachplanung als auch hinsichtlich der Absprache mit der Geschäftsleitung weitere Aufschlüsse für die Bearbeitung der globalen Fragestellung nach einer zentralen Verwaltung und Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen innerhalb großer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften liefern.

Im folgenden IV. Kapitel wird der Fokus der Betrachtung auf die Informationsflüsse der Prüfungsassistenten gerichtet werden. Auch hierbei wird eine Abgrenzung der Aufgaben und damit zusammenhängende Informationsflüsse der Assistenten während der Prüfungsplanung durchgeführt, was die bereits gewonnenen Erkenntnisse der vorherigen Kapitel nochmals zusammenfasst.

In Kapitel V werden die Informationsflüsse zwischen der Prüfungsgesellschaft und dem zu prüfenden Unternehmen dargestellt. Hierbei wird insbesondere auf die Feststellung der Prüfungsbereitschaft des zu prüfenden Unternehmens eingegangen.

Nachdem die notwendigen Informationsflüsse für eine reibungslose Abwicklung von Prüfungsplanungen herausgearbeitet worden sind, wird in Kapitel VI versucht, eine Strukturierung der notwendigen Informationsflüsse innerhalb einer Prüfungsplanung vorzunehmen. In diesem Zusammenhang soll ein Informationsnetzwerk innerhalb einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft entwickelt werden. Den einzelnen Ebenen werden in einem weiteren Schritt sogenannte Lese- und Schreibrechte vergeben, um so zu einer Netzwerkhierarchie, die sich nah an der Hierarchie innerhalb der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anlehnen wird, zu gelangen. In einem letzten Schritt sollen die möglichen Informationssynergien und auch Informationsverwendungsmöglichkeiten für die Planung „neuer“ nachfolgender Prüfungsaufträge kurz beschrieben werden.

Kapitel VII wird, aufbauend auf den Untersuchungen von Kapitel I bis VI, eine Idee zur zentralen Verwaltung und Bereitstellung entscheidungsrelevanter Prüfungsplanungsinformationen nennen. Hierfür werden bereits eingesetzte Informationstechnologien innerhalb von großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bewertet werden. Die Idee wird sich letztendlich auf eine Informationstechnologie beziehen, die den Anforderungen einer Informationsverwaltung von planungsrelevanten Informationen innerhalb großer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gerecht werden kann. Die Anwendungsmöglichkeit dieser Technologie wird unter Einbeziehung der Aspekte einer strukturierten Informationserfassung und -bereitstellung bewertet und kritisiert werden.

Den Abschluss dieser Diplomarbeit bildet eine Zusammenfassung der hier erbrachten Ergebnisse mit einem Ausblick auf mögliche Entwicklungstendenzen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
A. Einleitender Teil 1
I. Problemstellung und Aktualität 1
II. Gang der Untersuchung 4
B. Hauptteil 6
I. Planung von Jahresabschlussprüfungen 6
1. Grundlagen zur Prüfungsplanung 7
2. Aufgaben und Determinanten der Prüfungsplanung 10
3. Abgrenzung von Informationsquellen und Informationsempfängern während der Prüfungsplanung 14
II. Informationsflüsse der Geschäftsführung 17
1. Aufgaben der Geschäftsleitung innerhalb der Prüfungsplanung von Jahresabschlussprüfungen 17
2. Informationsflüsse der Geschäftsführung bei der Entscheidung über die Auftragsannahme oder Auftrags-Ablehnung 21
2.1 Informationen über die Sachplanung 21
2.2 Informationen über die Personalplanung 24
2.3 Informationen über die Zeitplanung 26
2.4 Informationen über die Gesamtplanung 28
3. Informationsflüsse zur Bewertung des Risikos eines Prüfungsauftrages 29
3.1 Risiken des handelsrechtlichen Jahresabschlusses 30
3.1.1 Das Auftragsrisiko 31
3.1.2 Das Geschäftsrisiko 34
3.1.3 Das Prüfungsrisiko 35
III. Informationsflüsse des Prüfungsleiters 44
1. Aufgaben des Prüfungsleiters innerhalb der Prüfungsplanung von Jahresabschlussprüfungen 44
2. Informationsflüsse hinsichtlich der Planung eines Prüfungsauftrages 49
2.1 Informationen über die Sachplanung 49
2.2 Informationen über die Personalplanung 57
2.3 Informationen über die Zeitplanung 60
IV. Informationsflüsse des Prüfungsassistenten 65
1. Aufgaben des Prüfungsassistenten innerhalb der Prüfungsplanung von Jahresabschlussprüfungen 65
2. Informationsflüsse für die Erfüllung von Teilaufgaben innerhalb der Prüfungsplanung 67
V. Informationsflüsse des zu prüfenden Unternehmens 68
VI. Strukturierung der notwendigen Informationsflüsse während der Planung von handelsrechtlichen Jahresabschlüssen 72
1. Informationsflüsse zwischen den einzelnen Instanzen - Informationsnetzwerk 72
2. Rechte der einzelnen Instanzen - Netzwerkhierarchie 79
3. Informationssynergien für weitere Prüfungsplanungen 82
VII. Idee einer zentralen Verwaltung und Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen innerhalb großer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften 84
1. Derzeitig von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angewandte Informationstechnologien 84
2. Möglichkeit eines zentralen Informationssystem während der Planung von Jahresabschlussprüfungen 88
2.1 die anzuwendende Technologie 88
2.2 das Modell 90
2.3 die Views 99
3. Bemerkungen und Kritik 105
C. Schlussteil 110
I. Zusammenfassung und Ausblick 110
Eidesstattliche Erklärung IV
Literaturverzeichnis V
Anhang IX

Automatisiert erstellter Textauszug:

den. In der Prüfung nach dem Wechsel des Prüfungsorgans fallen deshalb tendenziell mehr Prüfungshandlungen an. Die neuen Prüfer sind mit den Gegebenheiten der zu prüfenden Gesellschaft nicht so vertraut, wie die bisherigen. Es dauert deshalb i.d.R. länger, bis sie ihre Prüfungshandlungen durchgeführt haben. Die neuen Prüfer wenden u.U. andere Prüfungsmethoden als die bisherigen an, die u.U. mit einem höheren, evtl. aber auch mit einem geringeren Zeitaufwand verbunden sind. Der Grad der Einbeziehung der Informationen vorangegangener Prüfung in die Zeitplanung der jetzigen, richtet sich seiner Meinung deshalb insbesondere nach dem Informationsgehalt (Mängelfeststellungen haben eine besonders starke Wirkung auf die durchzuführende Prüfung), nach der Beurteilung des bisherigen Prüfungsorgans durch die Geschäftsleitung und/oder der neuen verantwortlichen Prüfer, nach den im Verlauf der durchzuführenden Prüfung erzielten Ergebnisse. Trotz der Ausführungen Selcherts` werden die Informationen vorheriger Prüfungen die Qualität der Zeiteinschätzungen erhöhen, denn die Zuverlässigkeit der konkreten Zeiteinschätzung hängt u.a. von der Quantität der vorhandenen Daten ab.1 Zudem wird die Bewertung der Informationen, wie im Kapitel III.2.1 beschrieben, eine Hilfestellung geben, ob und in welchem Maße diverse Informationen in den Prozess der Zeitplanung Berücksichtigung finden. Des weiteren und insbesondere wird sich der Prüfungsleiter auf seine gesammelten Erfahrungen und die Einschätzungen der jeweiligen Kompetenzen verlassen, in welchem Zeitrahmen ein Prüffeld von den jeweiligen Prüfungsassistenten geprüft werden kann. Diese Einschätzung sollte der Prüfungsleiter umgehend mit den betroffenen Instanzen absprechen, um auch deren Selbsteinschätzungen zu hören und gegebenenfalls seine Bewertungen anzupassen. Bei der Durchführung einer Erstprüfung stellen sich die Kritikpunkte Selcherts´ sowieso weniger, da sich der Zugang zu den dokumentierten Prüfungshandlungen von Drittprüfern wesentlich schwieriger gestaltet und die Dokumente und Aussagen aus Gründen der Unsicherheit über die Vollständigkeit der Dokumente nicht entscheidungsunterstützend genutzt werden sollten. Vielmehr sind die Feststellungen, [...]

ben Zeitplanung liefert demnach bereits Informationen über die zu berücksichtigenden Aspekte bei der feineren Zeitplanung (vor allem Plausibilitätskriterien für alle Anfangs- und Endzeitpunkte einzelner Prüffelder). Hierbei muss der Prüfungsleiter Informationen der Sach- (insbesondere über den Prüfungsumfang) und Personalplanung (insbesondere über die Verfügbarkeit der benötigten Kompetenzen) zugrunde legen, um letztendlich gewissenhaft zum einen die Termineinhaltung der Prüfung bestätigen und zum anderen die zeitlichen Dauern einzelner Prüffeldern bestimmen zu können. Im Zuge einer Folgeprüfung wird diese feinere Zeitplanung weniger problematisch sein als bei einer Erstprüfung durch die Gesellschaft. Folgendes Schaubild soll den Informationsbedarf bei Festlegung der Prüfungszeit, insbesondere einzelner Prüffelder, unter der Zugrundelegung von Informationen aus den Vorjahren verdeutlichen:2 [...]

eine spätere Auftragsrückgabe, resultierend aus der Feststellung, dass die benötigten Kompetenzen für die Mandatserfüllung nicht vorhanden sind, zu vermeiden.1 Darum haben diese Instanzen zusammen mit dem zu prüfenden Unternehmen einen Rahmenterminplan für den Ablauf der Prüfung zu erstellen. Insbesondere sind hierbei Anfangs- und Enddaten der Gesamtprüfungszeit zu bestimmen, welche von vornherein durch gesetzliche Bestimmungen sehr präzise umrahmt sind: 1. § 240 Abs. 2 HGB: Das Geschäftsjahr beträgt 12 Monate. 2. § 175 Abs.1 AktG: Die ordentliche Hauptversammlung hat in den ersten acht Monaten stattzufinden. 3. § 123 Abs. 1 AktG: Die Hauptversammlung ist mindestens einen Monat vor dem Tage der Versammlung einzuberufen. 4. § 171 Abs. 1 und 2 i.V.m. Abs. 3 AktG: Jahresabschluss und Prüfungsbericht sind dem Aufsichtsrat vorzulegen. Dieser hat maximal zwei Monate Einsichtzeit. 5. § 264 Abs. 1 HGB: Der Jahresabschluss ist in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres aufzustellen. Zusammenfassend bedeutet dies für den zeitlichen Rahmen der Hauptprüfung, dass die Prüfungsgesellschaft lediglich zwei Monate Zeit hat, um die Prüfung durchzuführen. Allerdings werden einige Prüfungshandlungen vom Abschlussprüfer bereits als Vorprüfungen1 angewiesen (z.B. Systemprüfung des internen Kontrollsystems), sodass tatsächlich nicht alle Prüfungshandlungen während dieses Zeitraumes stattfinden und effektiv ein größerer Zeitraum bei der Abwicklung des Prüfungsmandates zugrunde gelegt werden kann. Die Festlegung von Vorprüfungsanweisungen wird insbesondere die Belastungen während der Hauptprüfung verringern und die Wirtschaftlichkeit der Prüfungsdurchführung fördern, denn die Ergebnisse der Vorprüfungen geben präzise Auskünfte über den benötigten Umfang und die Intensität der Hauptprüfungen. Hierdurch werden überflüssige Aufwendungen bei den Prüfungshandlungen vermieden. Die Rahmendaten der Hauptprüfung werden trotzdem innerhalb dieser vom Gesetz vorgegebenen zwei Monate liegen. Bei der Festlegung sind alle zuvor bereits beschriebenen Aspekte der Risiken der jeweiligen Prüffelder, die Wünsche des zu prüfenden Unternehmens und die Vorgaben gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Anfangs- und Enddatum werden schriftlich in der Auftragsfestlegung dokumentiert. Die Festlegung der gro1 [...]

Arbeit zitieren:
Parthe, Jens Juni 2001: Informationsflüsse bei der Planung von Jahresabschlussprüfungen von Kapitalgesellschaften, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Prüfungsplanung, Abschlussprüfung, Wirtschaftsprüfunggesellschaft, Wirtschaftsprüfung, Informationsmanagement

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