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Informations- und Steuerungsinstrumente im modernen Verwaltungsmanagement

Die Leistungsrechnung als effizientes Element des Verwaltungscontrolling

Informations- und Steuerungsinstrumente im modernen Verwaltungsmanagement
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Kristin Sabitzer
  • Abgabedatum: September 2003
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 694,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7566-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7566-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7566-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sabitzer, Kristin September 2003: Informations- und Steuerungsinstrumente im modernen Verwaltungsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Public Management, Controllinginstrument, Öffentliche Leistung, Leistungsmessung, Produktdefinition

Magisterarbeit von Kristin Sabitzer

Problemstellung:

Bei oberflächlicher Betrachtung scheint „Leistungsrechnung“ ein hinlänglich bekanntes und ausgebautes Teilgebiet des internen Rechnungswesens zu sein. Eine Vielzahl diverser Literatur mit dem Titel „Kosten- und Leistungsrechnung“ ist auf dem Markt. Jedoch täuscht der erste Eindruck. Die Leistungsrechnung spielt derzeit im Vergleich zur Kostenrechnung nur eine untergeordnete Rolle. Dies gilt sowohl in der Unternehmenspraxis als auch in der Theorie. Leistungen sind in der Vergangenheit in den Unternehmen nur ein rudimentärer Bestandteil der laufenden führungsbezogenen Informationsbereitstellung. Auch Arbeiten, die die Leistungsrechnung als eigenständigen, ausgebauten Teil der Informationsversorgung behandeln, fehlen weitgehend. Daher ist eine wesentliche Zielsetzung der vorliegenden Arbeit die Darstellung der Leistungsrechnung als ein eigenständiges Steuerungs- und Informationsinstrument öffentlicher Verwaltungen.

Um den zuvor erwähnten Veränderungen im öffentlichen Bereich standzuhalten, ist der Einsatz betriebswirtschaftlicher Instrumente unabdingbar. Mit der Einführung der Leistungsrechnung neben der Kostenrechnung wird im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung erhofft, ein weiteres modernes „Werkzeug“ für ein effizientes und kostenbewusstes Verwaltungshandeln einsetzen zu können. In dieser Arbeit soll die zunehmende Bedeutung der Leistungsrechnung für mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Verwaltungshandeln deutlich gemacht werden.

Da in der Verwaltungspraxis vor allem die Konzeption einer aussagefähigen, differenzierten Leistungsrechnung Probleme mit sich bringt, wird in dieser Arbeit versucht, einen möglichen Aufbau einer controllingorientierten Leistungsrechnung darzustellen. Eine weitere Zielstellung ist es, etwaige Problemfelder und Besonderheiten bei der Einführung von Controllinginstrumenten in öffentliche Verwaltungen, im Speziellen einer Leistungsrechung, aufzuzeigen.

Gang der Untersuchung:

Bevor die Verfasserin den Schwerpunkt dieser Arbeit, die Leistungsrechnung als wesentliches Element des Verwaltungscontrolling, betrachtet, wird im 2. Kapitel zunächst eine Einführung in das Thema Verwaltungscontrolling gegeben. Neben der Definition des Verwaltungscontrolling werden seine Ziele, Aufgaben und Wirkungen in öffentlichen Verwaltungen erläutert. Weiters werden verschiedene Instrumente des Verwaltungscontrolling erwähnt.

Im 3. Kapitel, dem Kern dieser Arbeit, wird umfassend die Leistungsrechnung behandelt. Nach der Definition und der Klärung der Anforderungen an eine Leistungsrechnung werden die Klassifizierung öffentlicher Leistungen und die Produktbildung als Grundlagen für ihre Einführung in öffentliche Verwaltungen beschrieben. Weiters werden die Ziele und Aufgaben der Leistungsrechnung dargelegt. In diesem Kapitel wird auch ein möglicher Aufbau der Leistungsrechnung dargestellt sowie ihre Auswertung und Dokumentation behandelt.

Die Verfasserin merkt an, dass in der Literatur oftmals nur von der Kostenrechnung gesprochen wird, wobei diese Kurzbezeichnung auch die Leistungsseite miteinschließen soll. Dadurch ist der Begriff der Leistungsrechnung vom Begriff der Kostenrechnung in einigen Themenbereichen, wie z.B. Ziele, Aufgaben, Auswertung und Dokumentation, nur sehr schwer zu trennen. Im Rahmen dieser Arbeit konzentriert sich die Verfasserin jedoch auf die Leistungsrechnung und schließt daher, bei unklarer Trennung der Begriffe, die Kostenrechnung in diesen Begriff mit ein oder verwendet den übergreifenden Begriff KLR.

Auf Besonderheiten und mögliche Problemfelder bei der Einführung von Controllinginstrumenten in öffentlichen Verwaltungen, wiederum im Speziellen einer Leistungsrechnung, wird dann im 4. Kapitel eingegangen. Eine Zusammenfassung und kritische Würdigung bildet als 5. Kapitel den Abschluss dieser Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemhintergrund und Aufgabenstellung 1
1.2 Zielsetzungen der Arbeit 6
1.3 Aufbau der Arbeit 7
2. VERWALTUNGSCONTROLLING ALS BASIS EINES MODERNEN VERWALTUNGSMANAGEMENTS 8
2.1 Definitionen und Rahmenbedingungen 8
2.2 Ziele, Aufgaben und Wirkungen 11
2.3 Controllinginstrumente 14
3. DIE LEISTUNGSRECHNUNG ALS WESENTLICHES ELEMENT DES VERWALTUNGSCONTROLLING 17
3.1 Definition und Anforderungen 17
3.2 Grundlagen für die Einführung 21
3.2.1 Definition und Klassifizierung öffentlicher Leistungen 21
3.2.1.1 Einteilung nach Begünstigten bzw. Auftraggeber/Zahler 22
3.2.1.2 Einteilung nach der Beschaffenheit 23
3.2.2 Die Produktbildung 25
3.2.2.1 Definition und Merkmale von Verwaltungsprodukten 25
3.2.2.2 Ziele und Anforderungen 27
3.2.2.3 Der Produktkatalog 30
3.3 Ziele und Aufgaben 32
3.3.1 Wirtschaftlichkeitssteuerung, Controlling 33
3.3.2 Information für Verwaltungsführung und Öffentlichkeit 34
3.3.3 Kalkulation von Gebühren, Preisen und Entgelten 34
3.3.4 Bereitstellung von Leistungsinformationen 35
3.3.5 Erfassung und Darstellung des betrieblichen Leistungsprozesses 36
3.4 Aufbau einer controllingorientierten Leistungsrechnung 38
3.4.1 Leistungserfassung 38
3.4.1.1 Grundlagen 38
3.4.1.2 Bildung von Leistungsstellen 38
3.4.1.3 Bildung von Leistungsarten je Leistungsstelle 40
3.4.2 Leistungsmessung 42
3.4.2.1 Grundlagen 42
3.4.2.2 Indikatorenbasierte Leistungsmessung 43
3.4.2.3 Anwendbarkeit der Messkriterien 46
3.4.2.3.1 Individualleistungen 46
3.4.2.3.2 Kollektivierte Individualleistungen 48
3.4.2.3.3 Kollektivleistungen 49
3.4.3 Leistungsverrechnung 50
3.4.3.1 Innerbehördliche Leistungsverrechnung 50
3.4.3.1.1 Grundlagen 50
3.4.3.1.2 Verfahren 53
3.4.3.2 Zwischenbehördliche Leistungsverrechnung 57
3.5 Auswertung und Dokumentation 58
3.5.1 Kennzahlen und Kennzahlensysteme 59
3.5.2 Wirtschaftlichkeitsvergleiche 61
3.5.2.1 Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen 61
3.5.2.2 Zeit - und Ämtervergleiche 62
3.5.3 Berichtswesen 64
4. BESONDERHEITEN UND PROBLEMFELDER BEI DER EINFÜHRUNG VON CONTROLLINGINSTRUMENTEN IN ÖFFENTLICHEN VERWALTUNGEN 67
4.1 Akzeptanz durch Betroffene 67
4.2 Aufbau und Durchführung der Leistungsrechnung 69
4.2.1 Öffentliches Rechnungswesen - die Kameralistik 69
4.2.2 Produktdefinition und die Einbeziehung externer Effekte 71
4.2.3 Messproblematik öffentlicher Leistungen 73
4.2.4 Wirkungsunterschiede durch die fehlende Marktfunktion 76
4.3 Neue Anforderungen an Verwaltungscontroller 79
5. ZUSAMMENFASSUNG UND KRITISCHE WÜRDIGUNG 80
LITERATURVERZEICHNIS 86

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Erfassung und die Messung der erbrachten Verwaltungsleistungen sind die Voraussetzung für die Leistungsbeurteilung. Neben der Ermittlung von Messgrößen für Quantität und Qualität öffentlicher Leistungen, bedarf es in weiterer Folge auch der Abschätzung der Wirkungen der erbrachten Verwaltungsleistungen bei den Leistungsempfängern. Die Beurteilung des Verwaltungshandelns kann damit einerseits über die Kosteneffizienz bei der Erbringung von Leistungen und andererseits über die Leistungseffektivität erfolgen. Für die Beurteilung der Kosteneffizienz liefert die Kostenrechnung die entsprechenden Daten. Die Beurteilung der Leistungseffektivität knüpft an den Outcome an und ist somit ein Teil der Wirkungsrechung.238 Im Rahmen dieser Arbeit geht die Verfasserin deshalb nicht näher auf die Leistungsbeurteilung ein. [...]

Eine kollektivierte Individualleistung kommt dem einzelnen Bürger zugute, die Kosten werden aber von der Allgemeinheit getragen. Eine monetäre Messung ist möglich, wenn vom Leistungsempfänger eine Gebühr zu entrichten ist und eine quantitative Messung kann als Qualitätsindikator fungieren. Auch ein Vergleich mit Privatunternehmen ist möglich, wenn dieselbe Leistung231 angeboten wird. Eine subjektive Qualitätsmessung kann auch hier über Umfragen durchgeführt werden. Bei Nominalleistungen sind eine quantitative Messung sowie eine Qualitätsmessung wenig aussagekräftig und auch der Vergleich mit der Privatwirtschaft scheidet aus. Da Sachleistungen232 bei der Erstellung kollektivierter Individualleistungen nur eine untergeordnete Rolle spielen, kann man aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten auf ihre Messung verzichten.233 Die Möglichkeiten zur Leistungsmessung von kollektivierten Individualleistungen werden in der folgenden Abbildung zusammengefasst: [...]

Welche Messoptionen Rückschlüsse auf die Leistungsqualität zulassen, hängt von der konkret zu beurteilenden Leistung ab. Aus rein quantitativen Messungen Rückschlüsse auf die Qualität von Sachleistungen zu ziehen, ist nicht immer sinnvoll, hingegen sind Rückschlüsse auf eine Qualitätsverbesserung bei Dienstleistungen möglich und aussagekräftig. Qualitätsvergleiche mit Unternehmen der Privatwirtschaft, welche die gleiche Leistung erstellen, sind bei Dienstleistungen228 generell möglich, jedoch nicht bei verwaltungsspezifisch erbrachten Leistungen.229 Die Möglichkeiten zur Leistungsmessung von echten Individualleistungen werden in der folgenden Abbildung zusammengefasst: (Echte) Individualleistungen Dienstleistungen Sachleistungen (Bsp.: Badewesen) (Bsp.: Pass) möglich möglich, aber wenig aussagekräftig möglich und aussagekräftig i.d.R. nicht aussagekräftig möglich und aussagekräftig i.d.R. nicht möglich z.B. Faktor „Zeit“ bei Sachleistungen mit Zwangscharakter nicht sinnvoll [...]

Arbeit zitieren:
Sabitzer, Kristin September 2003: Informations- und Steuerungsinstrumente im modernen Verwaltungsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Public Management, Controllinginstrument, Öffentliche Leistung, Leistungsmessung, Produktdefinition

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