Informationen aus den Jahresberichten (den Zwischenberichten) und ihre Bewertung durch den Kapitalmarkt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Maciej Homziuk
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 479,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8868-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8868-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8868-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Homziuk, Maciej März 2005: Informationen aus den Jahresberichten (den Zwischenberichten) und ihre Bewertung durch den Kapitalmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Preise, Handelsvolumen, Firmeneigenschaften, Investoreneigenschaften, Postannouncement Drift
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Diplomarbeit von Maciej Homziuk
Einleitung:
„Der Kapitalmarkt ist ein Finanzmarkt. Er beschreibt die Gesamtheit aller Institutionen, die der Zusammenführung von Angebot an und Nachfrage nach (Finanz-)Kapital dienen. Es handelt sich um einen Markt im ökonomischen Sinne, also nicht um einen physischen Ort, sondern um alle am Markt tätigen Personen, Einrichtungen und ihre Beziehungen untereinander. Wer heute im Kapitalmarkt Kapital (Geld; im weiteren Sinne auch Sachen oder andere Verfügungsrechte) anbietet, tut dies in der Absicht, später mehr Kapital zurückzuerhalten: Der Kapitalgeber erwirbt mit der Widmung seines Kapitals für investive Zwecke gegenüber dem Kapitalnehmer einen vertraglichen Anspruch auf zukünftige Auszahlung von Kapital. Der Kapitalnehmer tritt als Nachfrager für Kapital an den Kapitalmarkt und als Anbieter von zukünftigen Auszahlungsansprüchen auf“. „Der Aktienmarkt ist ein Teil des Kapitalmarktes. Auf dem Aktienmarkt werden Unternehmensanteile (Aktien) gehandelt.“ Eines der wichtigen Probleme des Kapitalmarktes ist die Informationsasymmetrie – die Tatsache, dass unterschiedliche Marktteilnehmer unterschiedliche Informationen besitzen. Sie kann nicht nur zwischen den Kapitalgebern und den Kapitalnehmern bestehen. Auch unter den Kapitalgebern (Investoren) gibt es große Unterschiede in der Informationsmenge und –qualität, über die sie verfügen. Dadurch können die besser informierten Investoren oft Vorteile gegenüber den schlechter informierten erlangen.
Mit der Problematik der Ungerechtigkeit auf den Kapitalmärkten, die durch die Informationsasymmetrie entsteht, hat sich seit langer Zeit die (Finanz-)Wissenschaft beschäftigt. Die Forscher wollten die Frage beantworten, warum die Veröffentlichung der finanziellen Informationen durch die Unternehmen geregelt werden soll. Die ersten Studien zu diesem Thema versuchten, die Erzwingung der Veröffentlichung der finanziellen Daten durch die Unternehmen auf den moralischen Argumenten aufzubauen. Durch diese Maßnahme sollte die Erhaltung der Fairness, die Eliminierung von Betrügen und die Beschützung der uninformierten Investoren vor Ausbeutung durch die informierten Investoren garantiert werden.
Die neueren theoretischen Erwägungen bewegen sich mit ihren Gedanken in einer anderen Richtung. Sie sehen ein, dass die Outsider (uninformierten Investoren) eigene Mechanismen besitzen, mit denen sie sich vor der Ausbeutung durch die Insider (informierten Investoren) schützen können. Die uninformierten Investoren können zum Beispiel ihren Handel mit den informierten Investoren minimieren, den Handel mit spezifischen Gruppen (z.B. Manager) vermeiden oder sogar ganz auf das Auftreten im Markt verzichten. Die privaten und sozialen Folgen dieser Maßnahmen können verheerend sein: hohe Transaktionskosten, dünne Märkte (thin markets) und / oder schwache Liquidität der Aktien (dadurch Verkleinerung der Gewinne aus dem Wertpapierhandel). Der Nachteil entsteht nicht nur für die beiden Investorengruppen sondern für die ganze Ökonomie. Diese Probleme können teilweise durch politische Maßnahmen gelöst werden, die durch die Erzwingung und Regelung der Veröffentlichung der finanziellen Informationen die Informationsasymmetrien abbauen.
Meine Diplomarbeit soll die wichtigsten und interessantesten Aspekte der Beziehung zwischen den Informationen aus den Jahresabschlüssen und Zwischenberichten und dem Kapitalmarkt darstellen. Im ersten Teil beantworte ich die Frage, welche Informationen die Jahresabschlüsse enthalten, wie die Investoren diese Informationen interpretieren und in ihren Strategien anwenden. Hier wird die wichtigste Frage dieser Arbeit gestellt: „Wie beeinflussen diese Informationen den Kapitalmarkt?“.
Das Ziel des zweiten Teils ist es, ein allgemeines Modell abzuleiten, das am besten die Relation zwischen den Informationsflüssen aus den Bekanntmachungen der Firmenergebnisse und dem Kapitalmarkt beschreibt. Dabei konzentriere ich mich auf den zwei wichtigsten Faktoren des Kapitalmarktes. Das Modell soll auf der Antwort auf die Frage aufgebaut werden, wie sich die Informationen aus den Jahresabschlüssen in den Änderungen bzw. dem Verhalten der Aktienpreise und des Handelsvolumens widerspiegeln. Es soll nicht nur der Einfluss auf die beiden Faktoren einzeln untersucht werden. Ich beschäftige mich auch mit der Frage, wie diese Informationen die Beziehung zwischen dem Handelsvolumen und den Preisen beeinflussen.
Im dritten Teil untersuche ich den Einfluss unterschiedlicher externer Faktoren auf die im zweiten Teil beobachteten Beziehungen. Besondere Aufmerksamkeit schenke ich den Eigenschaften der Unternehmen. Zu diesen Eigenschaften gehören u.a. die Größe und die Art des Unternehmens sowie die Anzahl der die Firma beobachtenden Analytiker. Ebenso wichtig sind die unterschiedlichen Eigenschaften der Investoren. Ich werfe Licht auf die Tatsache, wie der Reichtum, Tätigkeitsbereich und die Erfahrenheit der Investoren das Grundmodell verändern können.
Im vierten Teil beobachte ich das Modell aus langfristiger Zeitperspektive. Interessant ist vor allem, welche Informationen, die die Inhalte der Jahresabschlüsse bilden, bereits vor der Veröffentlichung der Berichte den Investoren bekannt sind. Auf der anderen Seite muss überprüft werden, wie schnell und / oder wie lange die Informationen aus den Jahresabschlüssen den Markt beeinflussen und von welchen Faktoren diese Schnelligkeit und Dauer abhängen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 3 |
| 2. | Informationsinhalt der Jahresabschlüsse und der Zwischenberichte | 6 |
| 2.1 | Empirische Untersuchungen des Informationsinhaltes der Jahresabschlüsse | 6 |
| 2.1.1 | Widerspiegelung des Informationsinhaltes im abnormalen Handelsvolumen | 7 |
| 2.1.2 | Widerspiegelung des Informationsinhaltes in der Volatilität der Preise | 8 |
| 2.1.3 | Störende Faktoren (market-wide events) | 10 |
| 2.1.4 | Änderung des Informationsinhaltes mit der Änderung der Eigenschaften der Kapitalmärkte | 11 |
| 2.2 | Theoretisches Modell zum Informationsinhalt der Veröffentlichung der finanziellen Informationen | 12 |
| 3. | Einfluss der Bekanntmachung der Unternehmensergebnisse auf die Preise | 15 |
| 3.1 | Die Beziehung zwischen den Jahresabschlüssen bzw. den Zwischenberichten und den Preisänderungen | 15 |
| 3.2 | Der Einfluss der Jahresabschlüsse und der Zwischenberichte auf die Volatilität und die Autokorrelation der Preise | 18 |
| 3.3 | Die Beziehung zwischen der Preis-, der Volatilitäts- und der Risikoänderung in den Veröffentlichungsperioden | 21 |
| 3.4 | Die Pünktlichkeit der Bekanntmachung und das Verhalten der Preise | 21 |
| 3.5 | Der s-förmige Verlauf der Beziehung zwischen unerwarteten Renditen und Überraschungen aus der Bekanntmachung der Berichte | 24 |
| 4. | Der Handelsvolumen in den Veröffentlichungsperioden | 29 |
| 4.1 | Handelsvolumen als die Reaktion auf die Preisänderung | 30 |
| 4.2 | Handelsvolumen und die Informationsasymmetrie vor der Veröffentlichung | 31 |
| 4.3 | Interpretation der Informationen aus den Veröffentlichungen und ihr Einfluss auf das Handelsvolumen | 32 |
| 4.4 | Reaktion des Handelsvolumens auf die Veröffentlichungen der finanziellen Informationen unabhängig von der Preisänderung | 34 |
| 4.5 | Veränderung des Risikos nach der Bekanntgabe und ihr Einfluss auf das Handelsvolumen | 36 |
| 5. | Eigenschaften der Investoren und die Reaktion der Kapitalmärkte auf die Veröffentlichung der Unternehmensergebnisse | 38 |
| 5.1 | Die Raffinesse und die Erfahrung der Investoren | 38 |
| 5.2 | Institutionelle vs. individuelle Investoren | 41 |
| 5.2.1 | Einfluss der Investorenart auf die Preisvolatilität | 42 |
| 5.2.2 | Einfluss der Investorenart auf das Handelsvolumen | 43 |
| 5.3 | Reichtum der Investoren | 45 |
| 5.4 | Zusammensetzung der institutionellen Investoren | 47 |
| 6. | Einfluss der Eigenschaften der Firmen auf die Reaktion der Kapitalmärkte auf die Veröffentlichung der vierteljährigen bzw. der jährlichen Ergebnisse | 50 |
| 6.1 | Die Firmengröße und die Reaktion des Preises auf die Veröffentlichungen | 51 |
| 6.2 | Die Firmengröße und die Reaktion des Handelsvolumens auf die Veröffentlichungen | 54 |
| 6.3 | Interesse der Analysten und sein Einfluss auf die Veröffentlichungsinformationen | 55 |
| 6.4 | Informationstransfers innerhalb der Branchengruppen | 57 |
| 6.5 | Alternative Quellen der Vorveröffentlichungsinformationen | 58 |
| 7. | Langfristige Einflüsse der Informationen aus der Veröffentlichung der Unternehmensergebnisse auf den Kapitalmarkt | 61 |
| 7.1 | Die Fortdauer der Informationen und die Prognostizierbarkeit an Hand der Informationen aus den vergangenen Veröffentlichungen | 61 |
| 7.2 | Postannouncement Drift | 65 |
| 7.2.1 | Preistrends als folge der verspäteten Reaktion auf die Informationen aus den Veröffentlichungen | 65 |
| 7.2.2 | Preistrends als folge der Unvollkommenheit des CAPM Modells | 68 |
| 8. | Zusammenfassung | 70 |
| Literaturverzeichnis | 75 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 84 |
reagieren.153 Die Preisreaktion, die durch die kleinen Investoren verursacht wird, wird teilweise durch die besser informierten großen Investoren aufgehoben. Das gilt nicht für die Handelsvolumenreaktion, denn sie bildet immer eine Summe der Reaktionen aller Investoren.154 Der Handelsvolumen ist auch dann relativ zur Preisänderung hoch, wenn der Preis nach der Veröffentlichung steigt.155 Das ist konsistent mit dem Ergebnis von Cready (1988), der enthüllt, dass auf die positiven Überraschungen alle Investoren reagieren und auf die negativen nur die erfahrenen Investoren.156 Die Betrachtung aller hier genannten Faktoren in einem multidimensionalen Modell (alle Variablen auf einmal) liefert sehr ähnliche Ergebnisse.157 4.5. Veränderung des Risikos nach der Bekanntgabe und ihr Einfluss auf das Handelsvolumen Analog zu den Erkenntnissen von Beaver / Clarke / Wright (1979) und Ball / Kothari (1991) bezüglich des Einflusses der Risikoänderung auf die Preisreaktion in der Veröffentlichungsperiode158 versuchen Kross / Ha / Heflin (1994) eine Beziehung zwischen der Risikoänderung in der Veröffentlichungsperiode und dem unerwarteten Handelsvolumen auszuspuren. Sie erforschen, ob die Steigung des Handelsvolumens teilweise nicht durch die Änderung des Risikos der Aktien erklärt werden kann. Diese Risikoänderung soll durch die Veröffentlichung der Informationen verursacht werden. Der Hintergrund dieser Hypothese ist der Gedanke, dass die Investoren ihre Portfolien umstrukturieren, wenn diese nicht mehr ihrer Risikoeinstellung entsprechen. Kross / Ha / Heflin (1994) untersuchen das Verhalten von dem unerwarteten Handelsvolumen nach der Bekanntmachung der Jahresabschlüsse. Zur Messung des Risikos werden die Betas aus dem CAPM (Capital Asset Pricing Model) verwendet, die Veränderung des Risikos wurde als prozentuelle Veränderung des Betas nach der Veröffentlichung ausgedruckt.159 Die Beobachtung der Handelsvolumenreaktion [...]
Handelsvolumens generieren können. Bamber / Cheon (1995) stellten sich die Frage, wie oft die Bekanntmachungen vorkommen, in denen die Preis- und die Handelsvolumenreaktion stark voneinander abweichen. Dazu beobachten sie die Reaktion des Marktes auf die vierteljährigen Zwischenberichte in den Jahren 1986 – 1989.147 Die Untersuchung der Reaktionen der beiden Größen auf die Bekanntgabe der Ergebnisse enthüllt, dass cirka 20 % der Veröffentlichungen eine völlig unterschiedliche Reaktion des Handelsvolumens und des Preises verursacht.148 Die eindimensionale Betrachtung dieses Phänomens zeigt, dass die Veröffentlichungen mit großem Handelsvolumen und kleiner Preisänderung öfters eine Folge der großen Informationsasymmetrie149 unter den Investoren vor der Veröffentlichung sind.150 Das ist mit dem Modell von Kim / Verrecchia (1991b) und den Erkenntnissen der empirischen Studien aus dem Kapitel 4.2. und 4.3. konsistent. Die Informationsasymmetrie generiert hohen Handelsvolumen. Wenn jedoch die Revision des gesamten Marktes nach einer Veröffentlichung klein ist, weil sich die Reaktionen der individuellen Investoren im großen Masse gegenseitig aufheben, dann ist die Preisreaktion klein. Die Handelsvolumenreaktion ist auch nach solchen Bekanntmachungen relativ zu der Preisänderung hoch, in deren die unerwarteten Gewinne mit dem Random Walk Modell und nicht anhand der Analystenprognosen ermittelt werden.151 Das ist konsistent mit den Studien, die enthüllen, dass die Handelsvolumenreaktionen vor allem mit den Überraschungen aus dem Random Walk Modell und die Preisreaktionen mit den aus der Analystenprognosen verbunden sind.152 Das kann durch die Tatsache verursacht werden, dass auf die Überraschungen aus dem Random Walk Modell vor allem die kleinen und auf die aus den Analystenprognosen die großen Investoren (vorzüglich Institutionen) [...]
Handelsvolumen. Sie beobachten einen positiven Einfluss der Veränderung der Streuung in den Erwartungen auf die Handelsvolumenreaktion in der Veröffentlichungsperiode, womit sie die Richtigkeit der Ergebnisse von Ziebart (1990) bekräftigen. Zusätzlich decken diese Forscher auf, dass das Handelsvolumen stärker auf die Vergrößerung (das Auseinandergehen der Erwartungen) als die Verkleinerung (das Ineinandergehen der Erwartungen) der Streuung reagiert.143 Ein wichtiges Aspekt ist das von Karpoff (1986) und Kim / Verrecchia (1991) beobachtete „belief jumbling“. Die Theorien aus den beiden Studien besagen, dass es kein Handelsvolumen gibt, wenn die durch Veröffentlichung verursachte Revisionen der Erwartungen bei den Investoren parallel verlaufen (es kein „belief jumbling“ gibt).144 Bamber / Barron / Stober (1997) untersuchten empirisch, ob die Veränderung der relativen zueinander Positionen der Investorenerwartungen das Handelsvolumen beeinflussen können.145 Durch die Ergebnisse ihrer Arbeit bekräftigen sie empirisch diese Behauptung, indem sie einen positiven Einfluss des „belief jumbling“ auf den Handelsvolumen nachweisen.146 4.4. Reaktion des Handelsvolumens auf die Veröffentlichungen der finanziellen Informationen unabhängig von der Preisänderung Die im Kapitel 4.1. erörterte Beziehung zwischen der Preisänderung und der Handelsvolumenreaktion auf die Veröffentlichung der Unternehmensergebnisse wird zwar überwiegend in der finanzwissenschaftlichen Literatur vertreten, ist jedoch nicht die einzige vorhandene Theorie. Das theoretische Modell von Kim / Verrecchia (1991b) baut auf den empirischen Ergebnissen der Studie von Beaver (1968) auf. Mit Hilfe dieses Modells versuchen die Wissenschaftler die Hypothese darzustellen, dass das Handelsvolumen die Summe der Reaktionen aller individuellen Investoren widerspiegelt, und die Preisreaktion eine Antwort auf die Reaktion des gesamten Marktes ist (die individuellen Reaktionen werden in diesem Fall gegenseitig aufgehoben). Grundlage für die Vermutung ist, dass die [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488680
Arbeit zitieren:
Homziuk, Maciej März 2005: Informationen aus den Jahresberichten (den Zwischenberichten) und ihre Bewertung durch den Kapitalmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Preise, Handelsvolumen, Firmeneigenschaften, Investoreneigenschaften, Postannouncement Drift



