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Informationelle Aspekte einer Geschäftsprozessanalyse

Mit dem Beispiel eines mittelständischen Unternehmens

Informationelle Aspekte einer Geschäftsprozessanalyse
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anatol Scholz
  • Abgabedatum: Oktober 2000
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 568,1 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3113-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3113-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3113-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scholz, Anatol Oktober 2000: Informationelle Aspekte einer Geschäftsprozessanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Geschäftsprozessanalyse, Prozessoptimierung, Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement, Informationswissenschaft

Diplomarbeit von Anatol Scholz

Zusammenfassung:

Wie der Begriff „Geschäftsprozessanalyse“ schon deutlich macht, handelt es sich bei der Untersuchung von Geschäftsprozessen um Abläufe und Vorgänge, die ein Geschäft, also ein Unternehmen betreffen. Letztendlich dient eine solche Analyse dazu, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und das betriebswirtschaftliche Ergebnis zu verbessern. Mit der vorliegenden Arbeit soll das unternehmerische Umfeld nicht verlassen sondern vielmehr versucht werden, einen unternehmerischen Prozess nicht nur unter dem Blickwinkel betriebswirtschaftlicher Kriterien zu betrachten. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Betrachtung des Prozessbestandteils „Information“. Dazu zählt auch die in diesem Zusammenhang auftauchende Auseinandersetzung mit der Steuerung, dem Fluss, dem Zugriff und der technischen Handhabung von Informationen.

Zunächst sollen verschiedene Vorgehensweisen bei der Durchführung von Geschäftsprozessanalysen mit einem sich anschließenden Optimierungsprozess verglichen werden. Ziel ist, Vorgehensweisen und Instrumente soweit zu vergleichen und zu beschreiben, dass hieraus eine Grundlage für Entscheidungen geschaffen werden kann, und außerdem Methoden für die Durchführung einer Geschäftsprozessanalyse auszuwählen, die den Blick auf Information als Bestandteil von Prozessen ermöglichen.

Des Weiteren sollen Einblicke gegeben werden, die den ökonomischen Bezug zu solch einer Betrachtung wiedergeben und eine Bewertung der Ressource „Information“ in diesem Zusammenhang ermöglichen. Eine Auswahl von Methoden der Informationsanalyse sowie die Einbettung der Thematik der Arbeit in den Bereich des Informationsmanagements sollen die Ausführungen komplettieren.

Darüber hinaus wird mit der Durchführung einer Analyse, die während der Untersuchung informationelle Aspekte berücksichtigt, der praktische Bezug in Form einer Fallstudie aufgezeigt. Das Fallbeispiel einer Geschäftsprozessanalyse mit Ansätzen eines Sollkonzeptes wurde in Zusammenarbeit mit der Lufthansa Systems GmbH, Abteilung Training durchgeführt. Dabei wurde aus der im ersten Teil zusammengestellten Übersicht Instrumente und Methoden der Geschäftsprozessanalyse sowie Verfahren zur Informationsanalyse und Erhebung ausgewählt und angewendet.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 6
1.1 Aufgabenstellung und Ziele der Arbeit 7
1.2 Aufbau der Arbeit 7
1.3 Informationelle Aspekte und Bezug zur Informationswissenschaft 8
2. Begriffliche Grundlagen 10
2.1 Zum Informationsbegriff 10
2.2 Geschäftsprozess 11
2.2.1 Klassifikation der Prozesse 13
2.2.2 Bedeutung des Prozessgedankens 13
2.2.3 Konsequenzen aus der Prozessgestaltung 15
2.2.4 Faktoren für neue Denkansätze in den Unternehmen 16
2.3 Geschäftsprozessanalyse versus Geschäftsprozessoptimierung 18
2.4 Erläuterungen zum Begriff „Informationsmanagement“ 18
2.5 Abgrenzung des Begriffs Informationsmanagement zum Begriff des Wissensmanagements 19
3. Modelle und Instrumente zur Prozessoptimierung 21
3.1 Vorgehensmodelle 21
3.1.1 Das Vorgehensmodell zur Geschäftsprozessoptimierung der IDS Scheer AG 21
3.1.2 Business Process Reengineering (BPR)-Vorgehensmodell von Hammer und Champy 22
3.1.3 PROMET-BPR der Uni St. Gallen 23
3.1.4 „Break Point Process Reengineering“ von Johansson 24
3.2 Verschiedene Instrumente zur Prozessoptimierung 25
3.2.1 Business Process Reengineering 26
3.2.2 Total Quality Management 28
3.2.3 Kaizen 30
3.2.4 Target Costing 30
3.2.5 Prozesskostenrechnung 31
3.2.6 Efficient Customer Response 32
3.2.7 Kombinationsmöglichkeiten der Strategien 33
4. Fragen zur Informationsgewinnung 35
4.1 Informationsquellen 35
4.2 Erhebungsmethoden 37
4.3 Erhebungsintensität 38
4.4 Erhebungszeitpunkt 39
5. Ökonomische Gesichtspunkte 41
5.1 Charakteristika der Ressource Information 41
5.2 Herausforderungen der ökonomischen Bewertung 44
5.3 Ebenen zur ökonomischen Bewertung 47
5.4 Hinweise auf einen Zusammenhang von Informationsmanagement und Unternehmenserfolg 50
6. Praxisteil: Analyse ausgewählter Geschäftsprozesse am Beispiel der Lufthansa Systems GmbH 53
6.1 Vorbemerkungen und Umfeldbeschreibung 53
6.1.1 Das Unternehmen Lufthansa Systems GmbH und die Stellung des Unternehmens am Markt 53
6.1.2 Die Abteilung „Training“ der Lufthansa Systems GmbH 54
6.1.3 Die Zielsetzung der Lufthansa Systems GmbH, Abteilung Training in Bezug auf die durchgeführte Analyse 55
6.2 Auswahl der Werkzeuge und Methoden zur Informationsanalyse 57
6.2.1 Informationsquellen der durchgeführten Analyse 57
6.2.2 Informationserhebung durch während der Untersuchung geführte Interviews 57
6.2.3 Erhebungsintensität und Erhebungszeitpunkt 58
6.2.4 Dokumentation durch ereignisgesteuerte Prozessketten 59
6.3 Faktenanalyse - Analyse ausgewählter Geschäftsprozesse 61
6.3.1 Beispielprozess: Planung Sonderseminare 63
6.3.2 Beispielprozess: Planung einer speziellen Trainingsstaffel (CCI) 64
6.3.3 Beispielprozess: Halbjährliche Planung des Standardkursprogramms 67
6.3.4 Beispielprozess: Restplatzvermarktung bei Seminaren 70
6.3.5 Beispielprozess: Durchführung der Zentralen Kosten- und Leistungserfassung (ZKLE) bei Sonderseminaren 71
6.3.6 Analyse der Stärken 72
6.3.7 Analyse der Schwächen 73
6.4 Ansätze eines Sollkonzeptes 75
7. Fazit und Ausblick 77
8. Anhang 79
8.1 Abkürzungsverzeichnis 79
8.2 Abbildungsverzeichnis 80
8.3 Beispiel für eine Stellenbeschreibung (Auszüge) 81
8.4 Übersicht Teamstruktur Lufthansa Systems, Abteilung Training 82
9. Literaturverzeichnis 83

Automatisiert erstellter Textauszug:

Eine erhebliche Palette an möglichen Informationsquellen und unterschiedliche Erhebungsmethoden bieten sich demjenigen, der eine Analyse beginnen soll. Dieses Problem kann aber nur jeweils unternehmens- und problemspezifisch gelöst werden. Zunächst muss geklärt werden, ob die benötigten Informationen bereits im Unternehmen vorhanden sind. Es geht also zunächst um die Frage, ob eine Primärerhebung (originäre, ursprüngliche, „Ersterhebung“) oder eine Sekundärerhebung (abgeleitete, derivate, „Auswertung“) durchgeführt werden muss. Sollten die erforderlichen Angaben bereits vorhanden sein, ist eine Auswertung aus finanziellen und zeitlichen Gesichtspunkten wahrscheinlich vorzuziehen. Da jedoch die Daten vorgelagert erhoben wurden, muss deren Aktualität und der ursprüngliche Verwendungszweck (Situations- und Kontextbezug; Übertragbarkeit auf den gegenwärtigen Einsatz) geprüft werden. Ein Auswertungsvorgang hinsichtlich der qualitativen Anforderungen muss der eigentlichen Informationsgewinnung also in einem solchen Fall immer vorangehen. Weiterhin muss festgestellt werden, aus welchen der potentiellen Informationsquellen überhaupt die relevanten Informationen gewonnen werden können. Informationsquellen lassen sich prinzipiell nach folgenden Kriterien56 unterscheiden: ! unternehmensinterne oder unternehmensexterne Quelle57 [...]

hierbei sind vor allem: eine effiziente Sortimentsgestaltung zur Ertragserhöhung (Category Management), eine effiziente Produktentwicklung zur Kostenreduzierung, die Minimierung der Gefahr des Scheiterns bei einer Produktneueinführung und die wirksame Verkaufsförderung zur Senkung von Kosten bei gleichzeitiger Ertragssteigerung. Beim Category Management sind Produktpräferenzen und Einkaufsgewohnheiten der Kunden für die Zusammensetzung und Platzierung der Sortimente entscheidend, weshalb beim ECR Produktsortimente als strategische und auf den Kundenvorteil ausgerichtete Geschäftseinheiten geführt werden. Denn beispielsweise können die bei ECR anfallenden Informationen in der Programm- und Produktentwicklung der Industrie verwendet werden. Für den erfolgreichen Einsatz von ECR sind jedoch verschiedene Voraussetzungen nötig. Zum einen muss durch ein umfassendes Prozessdenken sämtlichen am Projekt beteiligten Abteilungen (Datenverarbeitung, Vertrieb, Marketing, Logistik, etc.) der Miteinbezug ermöglicht werden. Weiterhin ist eine solche Zusammenarbeit zwischen Handel und Hersteller nur realisierbar, wenn der Wille vorhanden ist, die häufig vorhandenen Konflikte in der Preispolitik zu entschärfen. In Deutschland steht bei vielen Unternehmen die Umsetzung von ECR-Projekten noch am Anfang. 3.2.7 Kombinationsmöglichkeiten der Strategien Welches der vorgestellten Instrumente der Prozessoptimierung letztlich zum Einsatz kommt, hängt von der jeweiligen Situation des Umfeldes ab. Unter Umständen ist auch eine Kombination der verschiedenen Konzepte sinnvoll. So lässt sich ein relativ unkonkretes Ziel, beispielsweise die Reduktion von Prozessschnittstellen, festgesetzt von BPR, mit der Prozesskostenrechnung sinnvoll ergänzen. Denn durch dieses Instrument können dann konkrete Entscheidungsalternativen bewertet oder konkrete Ineffizienzen gefunden werden. Und auch das Target Costing lässt sich durch die Prozesskostenrechnung passend kombinieren. Produktionsferne Gemeinkosten, die beim Target Costing durch hohe Gewinnmargen ausgeglichen werden, sind somit erfassbar. Es entsteht auf diese Weise eine bessere Transparenz und die Möglichkeit, Kosten besser zu steuern. [...]

Die Prozesskostenrechnung empfiehlt sich auch als regelmäßig verwendetes Managementinstrument zur fortlaufenden Kostenüberwachung, da eine punktuelle Betrachtung für eine nachhaltige Prozessverbesserung nicht ausreicht. 3.2.6 Efficient Customer Response Der Leitgedanke des Efficient Customer Response (ECR) besteht darin, die Wertschöpfungskette zwischen Hersteller und Handel durch gemeinsame Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen zu verbessern. ECR setzt hierbei auf eine Optimierung der Schnittstellen der Zusammenarbeit. Ziel ist eine bedarfsorientierte Organisation der Nachschubversorgung des Handels. Geplant ist also, nicht wie bisher die Produktion aufgrund von Absatzprognosen zu planen und die Produkte über die verschiedenen Verkaufskanäle zum Kunden zu „drücken“, sondern eine Umkehrung des Prozesses hervorzurufen, indem die Abverkaufsdaten eines Handelunternehmens (mittels Scanner) direkt an der Kasse erfasst und an den Hersteller übermittelt werden. So ist es der Industrie möglich, ihre Produktion aufgrund genauer Absatzzahlen auszurichten. Ergebnis ist eine bessere Planung der Kapazitäten und die rationellere Ausnutzung von Ressourcen. Durch den Einsatz von ECR sieht Töpfer53 folgende Vorteile für Industrie und Handelsunternehmen: ! Senkung der Logistikkosten durch niedrigere Bestände und somit geringere Kapitalbindung ! ! ! Zeitersparnis durch schnellere (und gezieltere) Logistikprozesse Besserer Kundenservice durch pünktlichere Lieferung und sicheren Nachschub Höhere Akzeptanz der Warensortimente beim Konsumenten durch kundenorientierte Produktentwicklung und Sortimentgestaltung ! Höhere Umsätze pro Quadratmeter Verkaufsfläche durch größere Umschlagshäufigkeit Neben der Verbesserung des Logistikbereiches ergeben sich im Marketing weitere Potentiale für eine Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel. Zielsetzungen [...]

Arbeit zitieren:
Scholz, Anatol Oktober 2000: Informationelle Aspekte einer Geschäftsprozessanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Geschäftsprozessanalyse, Prozessoptimierung, Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement, Informationswissenschaft

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