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Information-Sharing in einer Supply Chain

Information-Sharing in einer Supply Chain
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lian Li
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 2,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • Bibliografie: ca. 75
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9992-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9992-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9992-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Li, Lian Juli 2006: Information-Sharing in einer Supply Chain, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Logistik, Supply Chain, Bullwhip Effekt, Information, Spieltheorie

Diplomarbeit von Lian Li

Zusammenfassung:

Die traditionellen Methoden der Effizienzsteigerung wie z.B. Automatisierung und Rationalisierung sind nahezu vollständig ausgeschöpft. Zur Realisierung von Wettbewerbsvorteilen suchen die Unternehmen nach neuen Methoden, etwa das Outsourcing oder die Verlagerung der Produktionsstandorte ins Ausland. Hinzu kommt noch die zunehmende Virtualisierung von Unternehmen im Netzwerk.

Dies alles führt einerseits dazu, dass es den Unternehmen fast unmöglich ist, relevante Informationen allein einzubehalten, ohne es deren Partner wissen zu lassen. Andererseits sind die Unternehmen auch wegen der Ausgangslage aus eigenen Interessen stark daran interessiert, sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren und mit vorgelagerten bzw. nachgelagerten Unternehmen zu kooperieren. Information-Sharing ist dabei ein unentbehrlicher Teil der unternehmensübergreifenden Kooperationen und seit den letzten Jahren schenken immer mehr Forscher diesem Thema ihre Aufmerksamkeit.

Es ist heute von Wissenschaftlern und Pragmatikern anerkannt, dass Informationsaustausch die Informationsverzerrung reduzieren kann. In der Realität stehen den SC-Mitgliedern zwar viele Absatz-informationen an den Verkaufsstellen zur Verfügung. Es fällt diesen Unternehmen jedoch immer noch schwer, sich einen Einblick in die Geschäftsabläufe zu verschaffen und die Beobachtungen und Beurteilungen der Marktsituation kritisch in eine SC-Lösung einzubetten. Die bisherigen Schwierigkeiten sind darin begründet, dass die ausgetauschten Informationen nicht optimal genutzt und ausgewertet werden. Meine Motivation, mich dem Thema des ”Information-Sharing in einer SC“ zu widmen, ist in der zunehmenden Wichtigkeit des Informationsaustausches zwischen den SC-Beteiligten und der mangelnden Kenntnis über deren Quantifizierung begründet.

Ziele dieser vorliegenden Arbeit sind erstens, den Nutzen des Information-Sharing im Rahmen einer zweistufigen SC zu analysieren und zweitens aufzuzeigen, welche Auswirkungen verschiedene Parameter als Einflussfaktoren auf den Nutzen des Information-Sharing ausüben. Über die Quantifizierung des Nutzens hinaus zielt diese Arbeit darauf ab, die Anreizzustände der SC-Mitglieder in Abhängigkeit von den Nachfrage-Korrelationen zu untersuchen und anhand des bekannten Shapley-Wertes in der Spieltheorie die optimale Aufteilung des durch Information-Sharing erzeugten Nutzens zwischen dem Hersteller und dem Handel zu ermitteln. Außerdem setzt sich die vorliegende Arbeit kritisch mit der Entwicklung dieser beiden Modelle auseinander, um den Beitrag sowie die Grenzen der bisher erzielten Ergebnisse zu erörtern.

Die vorliegende Diplomarbeit ist wie folgt aufgebaut:

Nach der Einleitung wird im zweiten Teil zunächst eine Klärung der Begriffe SC und Supply Chain Management (Abk.: SCM) vorgenommen. Dann erfolgt eine Diskussion über die Aufgaben und Ziele des SCM. Anschließend wird die organisatorische Struktur einer SC dargestellt. Das Kapitel schließt mit den Problemfeldern einer SC. Insbesondere wird auf den sogenannten Bullwhip-Effekt eingegangen. Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Bewertung des Information-Sharing einer zweistufigen SC. Dabei wird zuerst das Ein-Hersteller-Ein-Einzelhändler-Modell beschrieben, in dem eine Beurteilung und Auswertung des Nutzens aus dem Information-Sharing in Abhängigkeit von der Korrelation, der Varianz der Nachfragen des Händlers über mehrere Perioden sowie der Beschaffungszeiten der SC-Mitglieder vorgenommen wird.

Darauf aufbauend werden die Schlussfolgerungen über die funktionalen Zusammenhänge zwischen dem Nutzen als Zielvariable und den als Parameter dargestellten Einflussfaktoren gezogen. Ausgehend vom ersten Modell wird anschließend das Ein-Hersteller-N-Einzelhändler-Modell betrachtet. Nach der Erörterung der Grundannahmen wird untersucht, wie der durch Information-Sharing erzeugte Gesamtnutzen unter den kooperierenden SC-Beteiligten aufgeteilt werden kann und zwar mittels des bekannten Shapley-Wert-Konzeptes der kooperativen Spieltheorie. Die Beschreibung dieser beiden Modelle zielt auf eine sukzessive Vertiefung hinsichtlich der Quantifizierung des Information-Sharing und der Aufteilung des entsprechenden Nutzens ab. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird untersucht, unter welchen Umständen bzw. für welche Produkte sich ein Teamwork zwischen dem Hersteller und dem Handel lohnt, und wenn überhaupt, wie viele daran beteiligte Einzelhändler zur Optimierung der gesamten Lieferkette geeignet sind. Ferner wird die Entwicklung der beiden Modelle erläutert und abschließend kritisch reflektiert. Am Ende der Arbeit erfolgt im letzten Kapitel eine Schlussbetrachtung, die einen Überblick über die Grenzen und Risiken vom Information-Sharing in einer SC vermittelt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 3
2. Grundlagen des Supply Chain Management (SCM) 5
2.1 Definitionen der Supply Chain (SC) und des Supply Chain Management (SCM) 5
2.2 Aufgaben und Ziele des SCM 6
2.3 Organisatorische Struktur einer Supply Chain 8
2.4 Problemfelder des SCM 10
2.4.1 Fehlende Transparenz und begrenzte Kommunikation 10
2.4.2 Principal-Agent-Probleme in der SC 11
2.4.3 Der Bullwhip-Effekt 13
2.4.4 Weitere Probleme bzgl. der SC 21
3. Bewertung vom Information-Sharing in einer zweistufigen SC 23
3.1 Ein-Hersteller-Ein-Einzelhändler 23
3.1.1 Grundannahmen 23
3.1.2 Rahmenmodell: Prognoseprozesse beim Händler und Hersteller 26
3.1.3 Nutzen des Information-Sharing 31
3.1.4 Implikationen des Modells 36
3.1.5 Mögliche Entwicklungen / Ausblicke 47
3.1.6 Kritische Schlussüberlegungen des Modells 48
3.2 Ein-Hersteller-N-Einzelhändler 52
3.2.1 Vergleich mit dem vorherig genannten Modell 52
3.2.2 Rahmenmodell: Prognoseprozesse bei den Händlern und dem Hersteller 54
3.2.3 Die Herleitung und Aufteilung des Nutzens des Information-Sharing 59
3.2.4 Optimale Anzahl der beteiligten Händler 63
3.2.5 Implikationen des Modells 65
3.2.6 Mögliche Entwicklungen / Ausblicke 73
3.2.7 Kritische Schlussüberlegungen des Modells 75
4. Zusammenfassung und Ausblick 77
Literaturverzeichnis 81
Anhang 87
A. Beweise und Theoreme 87
B. Ergänzende Gegenüberstellung weniger gebräuchlicher ökonomischer Fachbegriffe auf Englisch vs. auf Deutsch 105
C. Abkürzungsverzeichnis 106
D. Symbolverzeichnis 108
E. Abbildungsverzeichnis 110
F. Tabellenverzeichnis 111
G. Eidesstattliche Erklärung 112

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 3
2. Grundlagen des Supply Chain Management (SCM) 5
2.1 Definitionen der Supply Chain (SC) und des Supply Chain Management (SCM) 5
2.2 Aufgaben und Ziele des SCM 6
2.3 Organisatorische Struktur einer Supply Chain 8
2.4 Problemfelder des SCM 10
2.4.1 Fehlende Transparenz und begrenzte Kommunikation 10
2.4.2 Principal-Agent-Probleme in der SC 11
2.4.3 Der Bullwhip-Effekt 13
2.4.4 Weitere Probleme bzgl. der SC 21
3. Bewertung vom Information-Sharing in einer zweistufigen SC 23
3.1 Ein-Hersteller-Ein-Einzelhändler 23
3.1.1 Grundannahmen 23
3.1.2 Rahmenmodell: Prognoseprozesse beim Händler und Hersteller 26
3.1.3 Nutzen des Information-Sharing 31
3.1.4 Implikationen des Modells 36
3.1.5 Mögliche Entwicklungen / Ausblicke 47
3.1.6 Kritische Schlussüberlegungen des Modells 48
3.2 Ein-Hersteller-N-Einzelhändler 52
3.2.1 Vergleich mit dem vorherig genannten Modell 52
3.2.2 Rahmenmodell: Prognoseprozesse bei den Händlern und dem Hersteller 54
3.2.3 Die Herleitung und Aufteilung des Nutzens des Information-Sharing 59
3.2.4 Optimale Anzahl der beteiligten Händler 63
3.2.5 Implikationen des Modells 65
3.2.6 Mögliche Entwicklungen / Ausblicke 73
3.2.7 Kritische Schlussüberlegungen des Modells 75
4. Zusammenfassung und Ausblick 77
Literaturverzeichnis 81
Anhang 87
A. Beweise und Theoreme 87
B. Ergänzende Gegenüberstellung weniger gebräuchlicher ökonomischer Fachbegriffe auf Englisch vs. auf Deutsch 105
C. Abkürzungsverzeichnis 106
D. Symbolverzeichnis 108
E. Abbildungsverzeichnis 110
F. Tabellenverzeichnis 111
G. Eidesstattliche Erklärung 112

Automatisiert erstellter Textauszug:

Abh¨ngigkeit von l f¨r den Hersteller bei einer Fallunterscheidung, n¨mlich mit bzw. oha u a ne Information-Sharing, untersucht werden m¨ssen, ist die Bestandsfunktion im Zusamu menwirken mit l f¨r den H¨ndler in beiden F¨llen mit bzw. ohne Information-Sharing u a a identisch, weil seine Durchschnittslagerbest¨nde nicht durch das Information-Sharing a beeinflusst werden. Bzgl. der Bestandsreduzierung liefert die Abb. 13 folgende Aussage: Der approximierte Durchschnitts-Lagerbestand sowohl des Herstellers als auch des H¨ndlers erh¨ht sich mit a o dem Anstieg von l f¨r jedes ρ ≥ 0. Folglich f¨hrt eine Verk¨rzung von l zur Bestandsreu u u duzierung beider Pateien der SC. Außerdem l¨sst sich aufgrund der Formel (3.21) und a des Satzes (1) feststellen: Je l¨nger die Vorlaufzeit l des H¨ndlers ist, desto gr¨ßer wird a a o die durch Information-Sharing erzeugte Bestandsreduzierung f¨r den Hersteller, sowohl u in absoluter als auch in relativer H¨he. Außerdem ist ersichtlich, dass sich durch eine o Verk¨rzung von l die Lagerbestandsreduzierung seitens des H¨ndlers viel st¨rker als die u a a seitens des Herstellers auswirkt. [...]

Die bisherigen Analysen haben gezeigt, dass das ganze SC-System aus dem InformationSharing einen großen Nutzen zieht, wenn die Nachfragen des H¨ndlers zeitlich miteinana der stark korrelieren oder die Bedarfsmengen hochgradig variieren. Diese Vorteile zeigen sich vor allem in Form von Bestandsreduzierung und Kostenersparnis des Herstellers. C.) Auswirkungen der Vorlaufzeit des H¨ndlers l a ¨ Uber die Untersuchung der Parameter ρ und σ hinaus wird die Auswirkung der Vorlaufzeit des H¨ndlers l als ein wichtiger Kernpunkt analysiert, denn die Reduzierung a von l kommt in der Praxis oft f¨r den Hersteller als eine effektive Maßnahme in Frau ge, um den H¨ndler zur Partizipation im Information-Sharing zu motivieren. Lee u. a. a stellen anhand der Approximationen und Simulationen fest, dass die Verk¨rzung von l, u also der Beschaffungszeit seitens des H¨ndlers, die beiden Teilnehmer der SC beg¨nstigt, a u w¨hrend das Information-Sharing nur dem Hersteller einseitig direkt den Nutzen bringt. a Um den Einfluss der Vorlaufzeit l auf die Lagerbest¨nde und die Kosten jeweils des Hera stellers und des H¨ndlers auszuwerten, fixieren wir die Werte der Parameter ρ, σ und L a und beobachten die funktionalen Zusammenh¨nge zwischen l und den entsprechenden a Outputs (s. Anhang 8). [...]

Die in den obigen vier Abbildungen 6, 7, 8 und 9 zu beobachtenden Ph¨nomene kann a man ¨konomisch in folgender Weise interpretieren: Wenn ρ groß ist, dann liegt eine o starke Korrelation zwischen den Nachfragen des H¨ndlers im Laufe der Zeit vor. In a diesem Fall bedeutet der Informationsstand des Herstellers uber den aktuellen Bedarf ¨ des H¨ndlers sehr viel f¨r die Prognose der k¨nftigen Nachfrage. Eine diesbez¨gliche a u u u Information hilft dem Hersteller, eine relativ zuverl¨ssige Prognose durchzuf¨hren. Als a u Folge hiervon f¨hrt das Information-Sharing in diesem Fall zur starken Bestands- und u Kostenreduzierung. Wenn ρ dagegen klein ist, kann der Hersteller wegen der schwachen Korrelation zwischen den Nachfragen anhand der Information uber die aktuelle ¨ Nachfrage nur schwer die zuk¨nftige Nachfrage prognostizieren. Falls weiterhin ρ = 0 u gilt, d.h. ein im Betrachtungszeitraum identisch unabh¨ngig verteilter Nachfrageproa zess vorliegt, so resultiert kein Vorteil aus dem Information-Sharing. Im letzten Kapitel ist festgestellt worden, dass f¨r ρ = 0 die Bestellmenge des H¨ndlers am Ende einer u a Periode genau seiner Nachfrage w¨hrend dieser Periode entspricht, also Yt = Dt , und a dass das Order-up-to Niveau des Herstellers f¨r beide F¨lle ohne bzw. mit Informationu a ∗ Sharing dasselbe bleibt, also Tt = Tt . Die bedeutet, dass es keinen Bullwhip-Effekt gibt, wenn der Autokorrelationskoeffizient ρ = 0 ist. Also nur, wenn es hier um einen Bedarfsprozess geht, der viel komplizierter im Vergleich zum station¨ren Fall ist, ist a eine durch Information-Sharing zustande kommende Verbesserung der Prognosequalit¨t a von gr¨ßerem Wert. Um den Nutzen in der Hightech- bzw. der Lebensmittelbranche o zu erfassen, wo die Bedarfsmengen h¨ufig zeitlich stark miteinander korrelieren, ist ein a station¨rer Bedarfsprozess daf¨r offensichtlich nicht ausreichend. a u B.) Auswirkungen des Parameters σ Die Auswirkungen des Parameters σ wird in einem ¨hnlichen Verfahren ceteris paribus a untersucht, wobei der ρ-Wert mit 0, 7 festgelegt wird und der Wert von σ zwischen 0 und 100 variiert. Die Abb. 10 und 11 zeigen uns jeweils die Auswirkungen des Parameters σ auf die Durchschnitts-Lagerbest¨nde in beiden F¨llen ohne bzw. mit Information-Sharing soa a wie die durch Information-Sharing erzeugte Bestandsreduzierung in Prozent f¨r den u Hersteller. Anhand der Abb. 10 und 11 (Daten s. Anhang 7) erhalten Lee u. a. folgende Ergebnisse: Der durchschnittliche Lagerbestand des Herstellers erh¨ht sich f¨r o u beide F¨lle ohne bzw. mit Information-Sharing, wenn sich der Parameter σ erh¨ht. a o Bei demselben σ-Wert erm¨glicht das Information-Sharing jedoch dem Hersteller, seio ne Durchschnittslagerbest¨nde zu reduzieren. Dar¨ber hinaus vergr¨ßern sich die durch a u o Information-Sharing hervorgerufene absolute und relative Bestandsreduzierung mit dem Anstieg vom σ-Wert. [...]

Arbeit zitieren:
Li, Lian Juli 2006: Information-Sharing in einer Supply Chain, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Logistik, Supply Chain, Bullwhip Effekt, Information, Spieltheorie

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