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Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Osnabrück

Evaluierung des Agenda 21 Prozesses

Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Osnabrück
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Peters
  • Abgabedatum: November 2002
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6414-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6414-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6414-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Peters, Andreas November 2002: Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Osnabrück, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Indikatorensystem, Lokale Agenda, Sustainable Development, Kommunale Planung, Trendanalyse

Diplomarbeit von Andreas Peters

Problemstellung:

Das auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete Aktionsprogramm Agenda 21 betont erstmals die wichtige Rolle der Kommunen bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzeptes. Diesem Aufruf folgend hat weltweit eine wachsende Zahl von Kommunen eigene Agenda-Prozesse angestoßen. Zehn Jahre nach der Rio-Deklaration wird vielerorts der Wunsch geäußert, den Stand der Umsetzung der Agenda 21 messbar zu machen. Dadurch hat die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der Bewertung von nachhaltiger Entwicklung starken Auftrieb erhalten.

Bestimmung und Operationalisierung von Entwicklungszielen sind notwendige Voraussetzungen von Maßnahmenbündeln und Strukturveränderungen, um die übergeordneten Ziele des Nachhaltigkeitsansatzes der Agenda 21 dauerhaft zu verankern. Dazu werden Bilanzierungs- und Steuerungsinstrumente benötigt, die eine Prozesssteuerung und -beobachtung ermöglichen (vgl. SERWE 1997 S. 47). In Kapitel 40 der Agenda 21 wird der Einsatz von Indikatoren zur Operationalisierung des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung ausdrücklich eingefordert (vgl. Anhang A). Vor diesem Hintergrund dient ein geeignetes Indikatorensystem nicht nur der Zielbestimmung, sondern ist zugleich auch elementarer Bestandteil einer Umsetzungsstrategie.

Während auf nationaler und globaler Ebene schon die verschiedenen Konzepte im Einsatz sind, ist die Diskussion um ein praxistaugliches Verfahren einer indikatoren-gestützten Erfolgskontrolle aus Sicht der Kommunen noch immer nicht abgeschlossen. Auch in der Stadt Osnabrück stellt sich seit Einführung einer Lokalen Agenda 21 die Frage, mit welcher geeigneten Methode sich die Wirkungsweise des Prozesses evaluieren lässt.

Gegenstand dieser Analyse ist die Erarbeitung eines Systems von Nachhaltigkeitsindikatoren zur fortlaufenden Berichterstattung über die zukunftsfähige Entwicklung in der Stadt Osnabrück. Ziel ist neben der Aufzeichnung eines allgemeinen Entwicklungstrends auch die Beantwortung der Frage, welche spezifischen Probleme sich bei der Auswahl von Indikatoren ergeben und welche Datenlücken für eine sukzessive Verbesserung und Weiterführung des Konzeptes geschlossen werden müssen. Darüber hinaus soll die Arbeit eine praxisorientierte Hilfestellung für die weitere Umsetzung der Lokalen Agenda 21 in Osnabrück liefern, um zukünftige Prozessentwicklungen besser steuern zu können.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit umfasst 8 Kapitel. Kapitel 1 beschreibt die Intention, Zielstellung und Methodik der Untersuchungen. Das zweite Kapitel enthält grundlegende Informationen zum Leitbild und Konzept der Nachhaltigkeit und der in Rio verabschiedeten Agenda 21. Am Beispiel der Stadt Osnabrück werden der mögliche Verlauf und die Organisationsstruktur einer Lokalen Agenda exemplarisch dargestellt. Dem folgt ein Kapitel, welches sich mit den Funktionen, Anforderungen und Grenzen von Nachhaltigkeitsindikatorensystemen auseinandersetzt. Im vierten Kaptitel werden drei aktuelle Indikatorenkataloge in ihrer zeitlichen Entstehung vorgestellt und hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Vorgehensweisen miteinander verglichen. In Kapitel fünf werden neben der Formulierung von Nachhaltigkeitszielen und anschließender Ableitung der Indikatoren auch spezifische Probleme bei der Auswahl und Datenverfügbarkeit diskutiert. In Kapitel sechs werden dann die einzelnen Indikatoren zu einem (vorläufigen) Indikatorenkatalog zusammengefasst. Dabei wird jeder Indikator hinsichtlich seiner Aussagekraft, seines unmittelbaren Bezugs zur Lokalen Agenda 21 und seines Entwicklungstrends untersucht und vorgestellt. In Kapitel sieben werden die Ergebnisse dann noch einmal zusammenfassend diskutiert. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick in Kapitel acht ab.

Jedem Kapitel wird ein Zitat vorangestellt, das den jeweiligen Inhalt auf den Punkt bringen soll.

In ersten gemeinsamen Gesprächen zwischen dem Verfasser und den verantwortlichen Akteuren wurden die verschiedenen Aspekte der Arbeit diskutiert und ihr Rahmen vorsichtig abgesteckt. Dabei wurde die volle Unterstützung des Projektes durch die Stadtverwaltung zugesichert und die Erstellung eines Indikatorensystems zur Trendanalyse der nachhaltigen Entwicklung Osnabrücks ausdrücklich gewünscht. Eine stringente Festlegung von Inhalt, Umfang und Ziel der Diplomarbeit erfolgte jedoch nicht, um die für eine wissenschaftliche Bearbeitungsweise benötigte Freiheit zu gewährleisten.

Um einen allgemeinen Überblick über die Thematik zu bekommen, galt die Aufmerksamkeit des Autors zu Beginn der Untersuchungen zunächst der Lektüre einschlägiger Fachliteratur zu den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Lokale Agenda 21 und im Besonderen den verschiedenen Modellen und Systemen von Nachhaltigkeitsindikatoren. Dabei sollte auch geprüft werden, inwieweit die dort verwendeten Indikatoren für ein kommunales Monitoring- und Berichtssystem auf die Bedingungen der Stadt Osnabrück übertragen und abgeleitet werden können. Im Hinblick auf die spezifische Lage der Stadt Osnabrück wurden zur weiteren Vertiefung Arbeiten zur Genese und Organisationsstruktur des Lokalen Agenda 21-Prozesses der Stadt gesichtet.

Um eine möglichst umfassende und alle Säulen der Nachhaltigkeit übergreifende Betrachtung zu ermöglichen, war die Zusammenarbeit mit verschiedenen Dezernaten, dem Arbeits- und Gesundheitsamt, den Stadtwerken und der Polizei erforderlich. Zu diesem Zweck wurden die zuständigen Ressorts sukzessive kontaktiert und über die Diplomarbeit informiert. Im nachfolgenden Informationsaustausch wurden dann die zur Verfügung gestellten Daten schrittweise erfasst und katalogisiert.

Auf Grundlage der vorangegangenen Auswertung wurden in einem weiteren Schritt generelle Nachhaltigkeitsziele aufgestellt, auf deren Basis sich im folgenden die Ableitung der Indikatoren vollzog. Dazu wurde ein Vorschlagskatalog von Kennzahlen erstellt, der den zuständigen Fachleitungen ausgehändigt und gemeinsam mit verschiedenen Arbeitskreisen diskutiert wurde. Da Anzahl und Auswahl möglicher Messgrößen zu Beginn noch unklar waren, konzentrierte sich die weitere Arbeit auf die Überprüfung der Verfügbarkeit von Daten mit der Absicht, die Grenzen des Machbaren besser einschätzen zu können. Die Auswertung des Materials erfolgte zielgerichtet und führte zu teilweise ernüchternden Ergebnissen, welches das vorzeitige Ausklammern einer größeren Zahl von Indikatoren aufgrund der vorhandenen Datenlücken mit sich zog. Auf eine explizite Darstellung der Indikatorenwahl aufgrund ihrer Datenverfügbarkeit muss im Rahmen dieser Arbeit verzichtet werden. Die Anwendung der Indikatorenwerte und die Bewertung des Entwicklungstrends erfolgte mit Hilfe einer grafischen Umsetzung unter Abgleich eines vorher definierten Richtwertes.

Während der fortschreitenden Datenakkumulation wurde weitere Literatur gesichtet und ausgewertet. Die Verdichtung von Zielvorstellungen zu Leitbildern und die Ableitung der speziellen Indikatoren erfolgte in sukzessiver Konkretisierung und Weiterentwicklung. Die Vorgehensweise ist somit als ein iterativer Prozess zu verstehen, bei dem sich praxisorientierte und wissenschaftlich ausgerichtete Vorgehensweisen wechselseitig beeinflussen und ergänzen. Der Ansatz erlaubt durch wachsendes Verständnis des Problemspektrums, das ständige Verfeinern des Lösungsweges und liefert so höhere Flexibilität in der Umsetzung sich ständig ändernder Anforderungen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort/Danksagung II
Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
1. EINFÜHRUNG 9
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 9
1.2 Gliederung der Arbeit 10
1.3 Methodik 11
2. NACHHALTIGE ENTWICKLUNG UND LOKALE AGENDA 21 13
2.1 Leitbild und Konzept der Nachhaltigkeit 13
2.2 Agenda 21 und Lokale Agenda 16
2.2 Lokale Agenda in Osnabrück 18
2.3 Organisationsstrukturen 19
2.4.1 Kuratorium 20
2.4.2 Das Forum 20
2.4.3 Das Steuerungsteam 20
2.4.4 Das Arbeitskreise 21
3. FUNKTION, ANFORDERUNG UND GRENZEN VON NACHHALTIGKEITSINDIKATOREN UND –SYSTEMEN 24
3.1 Funktion von Nachhaltigkeitsindikatoren 25
3.1.1 Planungsfunktion 25
3.1.2 Warn- und Kontrollfunktion 26
3.1.3 Kommunikationsfunktion 26
3.1.4 Vergleichsfunktion 27
3.2 Anforderungen an Nachhaltigkeitsindikatoren 27
3.2.1 Politisierbarkeit 27
3.2.2 Messbarkeit und Verifizierbarkeit 27
3.2.3 Verständlichkeit 29
3.2.4 Datenverfügbarkeit und Kosteneffektivität.Zielorientierung. 29
3.2.5 Zielorientierung 30
3.3 Grenzen eines Nachhaltigkeitsindikatorensystems 32
4. BEISPIELE VON KONZEPTANSÄTZEN AUF DER BASIS VON NACHHALTIGKEITSINDIKATOREN 34
4.1 Sustainable Seattle 35
4.2 „encontur“: Handlungsleitfaden zur Entwicklung eines kommunalen Nachhaltigkeitsindikatorensystems im Rahmen der Lokalen Agenda 36
4.3 FEST: Indikatoren für nachhaltige Entwicklung auf regionaler Ebene 38
4.4 Betrachtung im Vergleich 41
5. ZUR ENTWICKLUNG DES INDIKATORENSYSTEMS 43
5.1 Zielformulierung 43
5.1.1 Zielformulierung für die Ökologische Dimension 43
5.1.2 Zielformulierung für die Ökonomische Dimension 44
5.1.3 Zielformulierung für die Soziale Dimension 46
5.1.4 Zielformulierung für die Dimension Partizipation 47
5.2 Ableitung und Selektion von Indikatoren 48
5.2.1 Ableitung von Indikatoren 48
5.2.2 Selektion aufgrund der Datenverfügbarkeit 49
6. DAS INDIKATORENSYSTEM 52
6.1 Das Themenfeld Ökologie 53
6.1.1 Geringe Abfallmengen 54
6.1.2 Schonender Umgang mit nicht erneuerbaren Ressourcen 56
6.1.3 Geringe Entnahme von erneuerbaren RessourcenEnergieverbrauch 60
6.1.4 Niedriger 62
6.1.3 Umweltverträgliche Mobilität 64
6.2 Das Themenfeld Ökonomie 66
6.2.1 Ausgeglichene Verteilung von Arbeit 67
6.2.2 Ausgewogene Wirtschaftsstruktur 70
6.2.3 Hohe Preisniveaustabilität 73
6.2.1 Intakte Konstitution der öffentlichen Haushalte 76
6.2.5 Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes 79
6.3 Das Themenfeld Soziales 82
6.3.1 Gerechte Einkommensverteilung 83
6.3.2 Hohes Ausbildungsniveau 86
6.3.3 Ausgewogene Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur 88
6.3.4 Hohes Gesundheitsniveau 90
6.3.5 Hohes Sicherheitsniveau 92
6.1 Das Themenfeld Partizipation 94
6.4.1 Hohes ehrenamtliches Engagement 95
6.4.2 Hohes demokratisches Engagement 97
6.4.3 Gleichstellung der Frauen im öffentlichen Leben 100
6.4.4 Verbesserung der Lebensumwelt von Kindern 102
6.4.5 Internationale Gerechtigkeit 104
7. ZUSAMMENFASSENDE BETRACHUNG 106
8. FAZIT UND AUSBLICK 109
9. LITERATURVERZEICHNIS 112
Anhang 123
Agenda 21/ Kapitel 40.2 - 40.4 123
Sitzungsprotokoll 124
Versicherung nach § 19 (7) der Prüfungsordnung 125

Automatisiert erstellter Textauszug:

Eine nachhaltige Stadtplanung muss Rückbaumaßnahmen und Wiedernutzung nicht mehr genutzter Flächen intensivieren und Gewerbegebiete zentralisieren um der Zersiedlung entgegenzuwirken (KREIS HOLSTEIN 2000, S. 49). Um möglichst viel Boden funktionstüchtig zu erhalten oder seine Funktionsfähigkeit wieder herzustellen, muss als oberstes Ziel die Neuversiegelung so gering wie möglich gehalten werden. Flächenrecycling geht vor Neuausweisung. Eine Flächenversiegelung durch Bebauung, sollte nur dann möglich gemacht werden, wenn an anderer Stelle Flächen entsiegelt oder erheblich ökologisch aufgewertet werden. Eine weitere Zunahme der Verkehrsflächen muss verhindert und die Zersiedlung der Landschaften durch Einfamilienhaussiedlungen so gering wie möglich gehalten werden. Dazu könnte auch eine Wiederaufwertung der Innenstädte als Wohngebiete dienen. Diese Forderungen finden sich auch in den Gesetzen der staatlichen Planung wieder (s. Baugesetzbuch, Bundesraumordnungsgesetz, Bundesnaturschutzgesetz). [...]

Indikator: Bodenfläche nach Nutzungsarten in Prozent der Gesamtfläche Definition und Datenlage Angegeben werden die Flächenanteile für die verschiedenen Nutzungsarten in Prozent bezogen auf die Gesamtfläche innerhalb der Stadtgrenzen. Dazu gehören Gebäudeflächen und Freiflächen, Betriebsflächen (z.B. Tagebau), Erholungsflächen (Grünflächen), Verkehrsflächen, Waldflächen, landwirtschaftlich genutzte Flächen und Wasserflächen im Vierjahreszyklus. Da die Stadt Osnabrück keine Naturschutzflächen ausgewiesen hat, wird im Rahmen dieser Arbeit dieser Nullwert nicht mit einbezogen. Alle benötigten Daten werden bei den Statistischen Landesämtern geführt. In Osnabrück sind sie auch im Stadtplanungsamt erhältlich. Bezug zur Lokalen Agenda 21 Mit 12 % Siedlungs- und Verkehrsfläche gehört die BRD zu den am dichtesten besiedelten Staaten weltweit. Seit 1950 hat die Siedlungsfläche je Einwohner um ca. 80 % zugenommen. Die tägliche Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungszwecke liegt bundesweit bei etwa 120 ha pro Tag (DOSCH; FUHRICH 1999, S. 103). Das sind etwa 14 m2 pro Sekunde. Dabei ist der Boden die Lebensgrundlage des Menschen und „Grundlage allen [...]

Bewertung: Das spezifische Abfallaufkommen des reinen Hausmülls pro Kopf ist seit 1990 ständig von 320,5 kg auf 157,7 kg gesunken und hat sich damit halbiert. Die Zahlen sind für die Bewertung eines Entwicklungstrends zwar repräsentativ, spiegeln aber nicht die eigentliche Müllmenge wider. Addiert man alle anderen Abfallfraktionen hinzu, ergeben sich Werte, die um 1990 knapp beim Fünffachen (1536 kg) und 2001 bei etwas mehr als dem Vierfachen (683 kg) des obigen Wertes liegen. Zur Relativierung der Abfallmengen ist auch die Einführung des Dualen Systems sowie die Rücknahmepflicht der neuen Verpackungsverordnung heranzuziehen. Insgesamt lässt sich dennoch ein positiver Entwicklungstrend feststellen. Nachhaltigkeitstrend: [...]

Arbeit zitieren:
Peters, Andreas November 2002: Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Osnabrück, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Indikatorensystem, Lokale Agenda, Sustainable Development, Kommunale Planung, Trendanalyse

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