Indikatoren zur Erfolgsmessung komplexer Entwicklungsprojekte
Am Beispiel des „European Union Support to the Wild Coast SDI Pilot Programme“ in Südafrika
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andrè Haberzeth
- Abgabedatum: April 2002
- Umfang: 125 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5572-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5572-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5572-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Haberzeth, Andrè April 2002: Indikatoren zur Erfolgsmessung komplexer Entwicklungsprojekte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tourismus, Evaluation, Entwicklungszusammenarbeit, Monitoring, Entwicklungshilfe
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Diplomarbeit von Andrè Haberzeth
Einleitung:
Die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit ist insbesondere seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 wieder verstärkt in das öffentliche Bewusstsein getreten. Sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene werden schon seit Jahren zum Teil erhebliche Mittel und Ressourcen für unterschiedliche Formen der Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt. Die Effektivität und Effizienz des Mitteleinsatzes und somit der Erfolg der Entwicklungsprogramme liegt daher in allseitigem Interesse.
Komplexe Wirkungszusammenhänge in den Projektgebieten sowie die Multidimensionalität von Entwicklungsprogrammen erschweren die notwendige Erfolgsmessung und -kontrolle erheblich. Indikatoren sind ein wesentliches Instrument der Erfolgskontrolle. Aber nur ein den jeweiligen Programmzielen angepasstes Indikatorensystem erlaubt es, die Zielerreichung eines Entwicklungsprogramms bestmöglich zu kontrollieren.
Problemstellung:
Im März 2000 startete an der südafrikanischen Wild Coast ein von der EU gefördertes Pilotprogramm zur Unterstützung der bereits existierenden „Wild Coast Spatial Development Initiative“ (Wild Coast SDI). Das „European Union Support to the Wild Coast SDI Pilot Programme“, im folgenden EU-Wild-Coast-Programm bzw. EUWCP genannt, strebt mit seinem integrierten Ansatz einen Ausgleich zu der von der Wild Coast Spatial Development Initiative anvisierten, von externen Investoren getragenen Tourismusentwicklung an. Ziel des Programms ist es, einen von der lokalen Dorfgemeinschaft betriebenen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus und eine damit verbundene wirtschaftliche Entwicklung zu initiieren In der Projektplanungsübersicht finden sich die gesetzten Ziele und erwarteten Ergebnisse des Programms mit sogenannten objektiv nachvollziehbaren Indikatoren (ONI) abgebildet. Diese Indikatoren zeigen den sogenannten Output des Programms an. Sie sind Maßzahlen, die zwar leicht zu messen, aber in Bezug auf die mittel- bis langfristigen Wirkungen der durchgeführten Maßnahmen in der Region wenig oder gar nicht aussagekräftig sind.
Zahlreiche Autoren und vor allem entwicklungspolitisch tätige Organisationen haben sich bereits mit dem Thema der Erfolgs- bzw. Wirkungskontrolle in der Entwicklungszusammenarbeit auseinandergesetzt. Dabei sind aber nur wenige Publikationen zu finden, die sich explizit mit aussagefähigen Indikatoren zur Erfolgsmessung von Entwicklungsprogrammen beschäftigen. Wo dies der Fall ist, werden meist im Rahmen von Einzelprojekten Indikatoren entwickelt. Da jedes Entwicklungsprogramm sowohl hinsichtlich der Zusammenstellung seiner Maßnahmen und Ziele als auch des sozio-ökonomischen und politischen Kontextes unterschiedlich ist, müssen für jedes Projekt auch individuell Indikatoren gefunden bzw. entwickelt werden.
Die Motivation zu dieser Arbeit entsprang der Erkenntnis der Projektleitung, dass die im Programm aufgeführten Indikatoren keine Aussagen über weitergehende Wirkungen des Projekts machen. Ziel ist es, an das Programm angepasste Indikatoren zu finden, mit denen im späteren Verlauf und auch nach Ende des Programms ermittelt werden kann, ob das Programm bzgl. seiner Wirkungen erfolgreich war oder nicht. Damit soll diese Arbeit der Projektleitung als Diskussionsgrundlage für die eigene Entwicklung von Indikatoren dienen. Die Arbeit kann sowohl im Rahmen des laufenden Projekt-Monitoring als auch im Falle einer späteren Evaluation des EUWCP herangezogen werden. Den Beteiligten im Projekt ist dabei bewusst, dass es unmöglich ist, Indikatoren zu finden, die den Projekterfolg eindeutig messen können, und dass mit Hilfe der Indikatoren immer nur annäherungsweise der Erfolg gemessen werden kann.
Gang der Untersuchung:
Um für das EU-Wild-Coast-Programm Indikatoren zu entwickeln, müssen erst die theoretischen Grundlagen skizziert werden. Außerdem muss den sozio-ökonomischen Besonderheiten an der Wild Coast Rechnung getragen werden. Daher gliedert sich die Arbeit in zwei Teile.
Der theoretische Teil umfasst die Kapitel B und C und beginnt mit einem Abriss über die Problematik der Indikatoren in der Entwicklungszusammenarbeit. In Kapitel B werden Grundlagen zu Zielen und Struktur der Entwicklungszusammenarbeit erläutert. Anschließend wird die Erfolgskontrolle in der Entwicklungszusammenarbeit diskutiert, wobei auch auf die Bedeutung und Anwendung von Indikatoren für die Erfolgskontrolle eingegangen wird. Hauptprobleme bei der Indikatorenauswahl und -anwendung sind nicht genau zuzuordnende Kausalzusammenhänge und die begrenzte Aussagefähigkeit von Indikatoren.
Der zweite Teil der Theorie gliedert sich in einen landeskundlichen Teil in C 1, in dem die Problematik an der Wild Coast konkretisiert wird, und einen das EU-Wild- Coast-Programm beschreibenden Teil in C 2. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die geschichtlichen Hintergründe Südafrikas und die dadurch bedingte Unterentwicklung der Dorfgemeinschaften entlang der Wild Coast gelegt. Eine wichtige Rolle aufgrund des Tourismusbezugs des EUWCP spielen auch die natur- und kulturräumlichen Gegebenheiten sowie die jetzige Struktur des Tourismus an der Wild Coast. Zuletzt werden Ziele und Struktur des EU-Wild-Coast-Programms sowie die Ansätze, mit denen die Probleme an der Wild Coast gelöst werden sollen, vorgestellt.
Der anwendungsbezogene Teil der Arbeit umfasst die Kapitel D und E. In Kapitel D wird detailliert die Methodik dargestellt, mit der die Extraktion der Indikatoren und deren Darstellung erfolgt. Dabei wird die im Projekt vorhandene Gliederung der einzelnen Projektteile nach Wirkungsebenen gruppiert, um das Verständnis für das Projekt zu erleichtern. Die Auswahl der Indikatorentypen orientiert sich am im Theorieteil vorgestellten Modell des Wirkungsstrahls. In Kapitel E wird eine Indikatorenauswahl für das EUWCP gebildet und eingehend diskutiert. Um ein größeres Verständnis für das EU-Wild-Coast-Programm und die herrschenden Verhältnisse vor Ort zu bekommen, reiste der Verfasser zu Beginn der Arbeit nach Südafrika. Dort besuchte er die Wild Coast und lernte bei einem neunwöchigen Arbeitsaufenthalt im EU-Wild-Coast-Programm im Projektbüro in Durban sowie an der Wild Coast selbst die Struktur des Programms, seine Ziele sowie die Arbeitsweise vor Ort kennen. Dabei arbeitete er aktiv mit, v. a. bei der Projektleitung in Durban und bei der Nichtregierungsorganisation PondoCROP in Durban und Mzamba. Bei Workshops und Diskussionsrunden kam es zu aktivem Kontakt mit den anderen beteiligten Organisationen TTO und WWF, Mitgliedern der betreffenden Dorfgemeinschaften sowie mitwirkenden Beratern und wichtigen politischen Vertretern der Region.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | VIII | |
| A. | Einleitung | 1 |
| A 1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| A 2 | Aufbau und Methodik | 2 |
| B. | Indikatoren zur Erfolgsmessung in der Entwicklungszusammenarbeit | 4 |
| B 1 | Entwicklungszusammenarbeit | 4 |
| B 1.1 | Terminologische Grundlagen | 4 |
| B 1.2 | Motive, Ziele und Struktur der EZ | 5 |
| B 1.3 | Schwerpunkte | 8 |
| B 1.4 | Planungsrahmen | 11 |
| B 2 | Erfolgskontrolle | 12 |
| B 2.1 | Aufgaben und Ziele | 12 |
| B 2.2 | Monitoring und Evaluation | 14 |
| B 2.3 | Das Kausalitätsproblem | 15 |
| B 3 | Indikatoren | 19 |
| B 3.1 | Zum Begriff | 19 |
| B 3.2 | Typen von Indikatoren in der EZ | 21 |
| B 3.3 | Problematik von Indikatoren | 28 |
| B 3.4 | Indikatorenbanken | 30 |
| B 4 | Zusammenfassung | 31 |
| C. | Grundlagen zur Wild Coast und dem EU-Wild-Coast-Programm | 32 |
| C 1 | Das Programmgebiet | 32 |
| C 1.1 | Physische Geographie | 32 |
| C 1.2 | Historisch-Politischer Überblick | 35 |
| C 1.2.1 | Besiedlungsgeschichte | 35 |
| C 1.2.2 | Die Apartheid-Zeit | 36 |
| C 1.2.3 | Politische Situation heute | 37 |
| C 1.3 | Sozio-Ökonomische Struktur | 38 |
| C 1.3.1 | Die Bevölkerung | 38 |
| C 1.3.2 | Infrastruktur | 40 |
| C 1.3.3 | Bildung und Wirtschaft | 42 |
| C 1.4 | Tourismus | 44 |
| C 1.4.1 | Angebot | 44 |
| C 1.4.2 | Nachfrage | 45 |
| C 1.4.3 | Herausforderungen in Bezug auf eine touristische Entwicklung | 47 |
| C 2 | Das EU-Wild-Coast-Programm | 50 |
| C 2.1 | Hintergrund | 50 |
| C 2.1.1 | Entwicklungspolitische Zusammenarbeit der EU mit Südafrika | 50 |
| C 2.1.2 | Das Wirtschaftliche Rahmenprogramm Südafrikas | 50 |
| C 2.1.3 | Tourismusspezifische Rahmenwerke | 51 |
| C 2.2 | Ziele | 53 |
| C 2.3 | Programmstruktur | 56 |
| C 2.4 | Das Kernprojekt | 57 |
| C 2.5 | Notwendigkeit der Erfolgsmessung | 61 |
| C 3 | Zusammenfassung | 61 |
| D. | Methodik der Indikatorensuche | 63 |
| D 1 | Ziele und Wirkungsebenen des EU-Wild-Coast-Programms | 63 |
| D 1.1 | Zielsetzung | 63 |
| D 1.2 | Das Zielsystem des Logical Framework | 64 |
| D 1.3 | Die Wirkungsebenen der Resultate | 65 |
| D 2 | Auswahl und Definition der Indikatortypen | 69 |
| D 2.1 | Das Wirkungsstrahlmodell | 69 |
| D 2.2 | Input-Indikatoren | 70 |
| D 2.3 | Output-Indikatoren | 71 |
| D 2.4 | Nutzen-Indikatoren | 71 |
| D 2.5 | Wirkungs-Indikatoren | 71 |
| D 2.6 | Kontext-Indikatoren | 72 |
| D 2.7 | Einbeziehung der Frauenförderung | 72 |
| D 2.8 | Kritik an den bestehenden Programm-Indikatoren | 73 |
| D 3 | Darstellung der Arbeitsschritte für die Indikatorenauswahl | 75 |
| D 4 | Zusammenfassung | 78 |
| E. | Endauswahl der Indikatoren | 79 |
| E 1 | Die Ausbildungsebene | 79 |
| E 1.1 | Situationsbeschreibung und Problematik | 79 |
| E 1.2 | Indikatoren | 80 |
| E 1.3 | Anmerkungen zur Auswahl der Indikatoren | 84 |
| E 1.3.1 | Output | 84 |
| E 1.3.2 | Nutzen | 85 |
| E 1.3.3 | Wirkung | 86 |
| E 2 | Die Gründungsebene | 88 |
| E 2.1 | Situationsbeschreibung und Problematik | 88 |
| E 2.2 | Indikatoren | 90 |
| E 2.3 | Anmerkungen zur Auswahl der Indikatoren | 92 |
| E 2.3.1 | Output | 92 |
| E 2.3.2 | Nutzen | 93 |
| E 2.3.3 | Wirkung | 93 |
| E 3 | Die Projektzielebene | 95 |
| E 3.1 | Situationsbeschreibung und Problematik | 95 |
| E 3.2 | Indikatoren | 95 |
| E 3.3 | Anmerkungen zur Auswahl der Indikatoren | 97 |
| E 4 | Hinweise zur Datenerhebung | 99 |
| E 4.1 | Output-Indikatoren | 99 |
| E 4.2 | Nutzen-Indikatoren | 99 |
| E 4.3 | Wirkungs-Indikatoren | 100 |
| E 4.4 | Programmübergreifende Indikatoren | 101 |
| E 5 | Zusammenfassung | 101 |
| F. | Fazit und Ausblick | 102 |
| Literaturverzeichnis | 104 | |
| Anhang | 112 |
Gründungsebene mit den Resultaten 5 und 6, da mit dem erlangten Wissen und den erworbenen Fähigkeiten im späteren Verlauf des Programms Unternehmen gegründet werden sollen. Aufgrund der während des Trainings erworbenen Fähigkeiten können die Teilnehmer aber auch, ohne den Umweg über die Resultate 5 und 6, also ohne weitere Unterstützung und Förderung durch das EU-Programm, zur Erfüllung des Projektziels beitragen. Dies ist der Fall, wenn sie sich aufgrund ihrer erlangten Fähigkeiten selbständig machen oder einen Arbeitsplatz außerhalb von im Programm gegründeten Unternehmen bekommen. Auch wenn im EU-Wild-Coast-Programm unterschiedliche Ausbildungsmaßnahmen Anwendung finden, so sind doch die sozio-ökonomischen Ziele ähnlich. Dies wird auch die Endauswahl der Indikatoren zeigen, die sich auf die gesamte Ausbildungsebene und nicht die einzelnen Resultate bezieht. [...]
Die Beziehung zwischen den sieben Resultaten ist in der Projektrealität komplexer als die Darstellung im Logical Framework dies impliziert. Die Resultate stehen dabei nicht unverbunden nebeneinander. Stattdessen bedingen sie sich teilweise und hängen in einem komplizierten System von Aktivitäten miteinander in Verbindung. Bei einigen Resultaten mag laut der Darstellung im Logical Framework oder der Abbildung 16 nicht offensichtlich sein, wie sie zur Schaffung von Arbeitsplätzen entlang der Wild Coast beitragen. So ist z. B. ein Zusammenhang zwischen der Bildung von Strukturen in Resultat 1 und dem Ziel der Arbeitsplatzschaffung nicht direkt erkennbar. Ebenso ist ein Zusammenhang zwischen der Ausbildung in Natural Resource Management und der Schaffung von Arbeitsplätzen nicht offensichtlich. Daher erscheint es sinnvoll, die Resultate im Logical Framework nach Wirkungsebenen zu gruppieren. Dies trägt nicht nur zum Verständnis des Programms bei, sondern hilft im weiteren Verlauf der Arbeit auch bei der Formulierung von Indikatoren, da die Indikatoren für Resultate in den gleichen Wirkungsebenen ähnlich bzw. gleich sind. Die Resultate werden nunmehr in drei verschiedene Ebenen unterteilt, im Folgenden als Ausbildungsebene, Gründungsebene und Strukturebene bezeichnet. Außerdem wird die Projektzielebene aufgeführt, auf der allgemeine Aussagen über den Erfolg des EU-Programms gemacht werden können. [...]
Wie bereits in Abschnitt C 2 beschrieben, orientieren sich die gesamten Hilfsmaßnahmen der EU an dem wirtschaftlichen Rahmenprogramm Südafrikas. Auch innerhalb des EU-Wild-Coast-Programms wird die Dominanz der sozio-ökonomischen Komponente deutlich. So beziehen sich sowohl das Oberziel als auch das Projektziel auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Programms, die letztlich natürlich auch soziale Veränderungen in den betroffenen Gemeinden verursachen. Umweltschutzziele werden weder im Projektziel noch im Oberziel explizit formuliert, obwohl sie aufgrund der Beteiligung des World Wide Fund for Nature (WWF) eine wichtige Stellung innerhalb des Programms einnehmen. Im Logical Framework findet der Umweltschutz bei den Resultaten lediglich indirekt Erwähnung als Voraussetzung für einen funktionierenden Tourismus. Andererseits ist er direkt für die Schaffung von Arbeitsplätzen verantwortlich wie bei der Errichtung von Gebieten mit [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832455729
Arbeit zitieren:
Haberzeth, Andrè April 2002: Indikatoren zur Erfolgsmessung komplexer Entwicklungsprojekte, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Tourismus, Evaluation, Entwicklungszusammenarbeit, Monitoring, Entwicklungshilfe



