Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Implikationen der Theorie realer Konjunkturzyklen für die Stabilisierungspolitik

Implikationen der Theorie realer Konjunkturzyklen für die Stabilisierungspolitik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dirk Stelzer
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 623,4 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • Bibliografie: ca. 80
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9892-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9892-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9892-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stelzer, Dirk Februar 2005: Implikationen der Theorie realer Konjunkturzyklen für die Stabilisierungspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Real Business Cycle, Stabilitätspolitik, Konjunkturzyklen, Fiskalpolitik, Volkswirtschaft

Diplomarbeit von Dirk Stelzer

Einleitung:

Die Erklärung konjunktureller Schwankungen gerät immer dann verstärkt ins Blickfeld sowohl des wissenschaftlichen als auch des allgemein gesellschaftlichen Interesses, wenn sie für viele Personen merklich spürbare Auswirkungen bedeuten.

Während in einem wirtschaftlichen Abschwung die Arbeitslosigkeit steigt, erhöhen sich in einem konjunkturellen Aufschwung die Preise. Da für die Wirtschaftssubjekte derartige Schwankungen mit Nutzeneinbußen verbunden sind, sollten Maßnahmen getroffen werden, um diese Fluktuationen zu beseitigen oder deren Ausmaße zu dämpfen.

Eines der fundamentalsten Probleme der Wirtschaftswissenschaften ist die Frage, worin die Ursachen von Konjunkturschwankungen bestehen. Häufige Erklärungen basieren auf realen Ursachen wie Klimaschwankungen und Naturkatastrophen, die sich insb. auf die Landwirtschaft auswirken.

Darüber hinaus bewirken technische Innovationen neue Möglichkeiten für den industriellen Sektor. Auch monetäre Ursachen werden für konjunkturelle Schwankungen verantwortlich gemacht. Durch eine temporäre Über- bzw. Unterversorgung der Wirtschaft mit Geld entstehen Fluktuationen sowohl im nominalen als auch im realen Sektor.

Des Weiteren spielen die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte eine wichtige Rolle bei Konsum- und Investitionsentscheidungen, weswegen auch sie häufig als Ursache für konjunkturelle Schwankungen angesehen werden.

Ausgehend und begleitet von diesen Ansätzen entwickelte sich eine Forschungsrichtung, die Konjunkturschwankungen auf Veränderungen im realen Sektor der Wirtschaft zurückführt: Die Theorie realer Konjunkturzyklen. Dieses allgemeine Gleichgewichtsmodell beruht auf einem dynamischen, mikroökonomischen Optimierungskalkül sowie auf der Annahme rationaler Erwartungen. Zudem sind alle Märkte aufgrund flexibler Preise ständig geräumt.

Reale, exogene Technologieschocks bewirken Anpassungsprozesse der Wirtschaftssubjekte und sorgen für die Ausbreitung des konjunkturellen Impulses. Den Modellen der realen Konjunkturtheorie ist es gelungen, einen Großteil der stilisierten Fakten nachzuzeichnen. Auch aufgrund der formalen Eleganz entwickelten sie sich im Verlaufe der 80er Jahre zur dominierenden Konjunkturtheorie.

Gang der Untersuchung:

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Stabilisierungspolitik im Rahmen der Theorie realer Konjunkturzyklen zu untersuchen.

Zu diesem Zweck wird in Kapitel 2 das Grundmodell der realen Konjunkturtheorie dargestellt. Aufgrund der mikroökonomischen Fundierung beginnt dieser Abschnitt mit dem Modell der Robinson Crusoe-Wirtschaft. Anschließend erfolgt die formale Darstellung des Grundmodells. Dabei wird u.a. analysiert, welche Auswirkungen reale Schocks im Rahmen des Modells haben. Das Kapitel schließt mit einem Zwischenfazit über die erarbeiteten Ergebnisse.

Kapitel 3 widmet sich der Stabilisierungspolitik. Nach einer Definition und Aufgabenbeschreibung erfolgt eine Betrachtung über die Entwicklung der Stabilisierungspolitik. Danach wird sowohl auf den Zielkatalog als auch auf die Instrumente der Stabilisierungspolitik eingegangen. Im letzten Teil dieses Kapitels werden die stabilisierungspolitischen Strategien dargestellt.

Im vierten Kapitel wird die Bedeutung der realen Konjunkturtheorie für die Stabilisierungspolitik analysiert. Auf den erarbeiteten Ergebnissen aufbauend, werden zunächst grundsätzliche Überlegungen angestellt. Daraufhin folgt eine genauere Untersuchung möglicher stabilisierungspolitischer Ziele im Rahmen des Grundmodells der Theorie realer Konjunkturzyklen.

Im fünften Kapitel erfolgt eine Zusammenfassung sowie ein Ausblick als Abschluss der Arbeit. Hier werden die wesentlichen Aspekte noch einmal aufgegriffen und kritisch gewürdigt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Symbolverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
2. Die Theorie realer Konjunkturzyklen 3
2.1 Die Robinson Crusoe-Wirtschaft 3
2.2 Annahmen und Voraussetzungen eines entsprechenden makroökonomischen Modells 7
2.3 Formale Darstellung des Grundmodells 10
2.3.1 Endogene Modellbestandteile 10
2.3.2 Exogene Modellbestandteile 13
2.3.3 Herleitung der Effizienzbedingungen 14
2.3.4 Transmission exogener Schocks 16
2.4 Zwischenfazit 22
3. Stabilisierungspolitik 24
3.1 Definition und Aufgabe 24
3.2 Entwicklung 27
3.2.1 Das postkeynesianische Paradigma 27
3.2.2 Das neoklassisch-monetaristische Paradigma 29
3.3 Ziele („magisches Fünfeck“) 31
3.3.1 Ziel „Hoher Beschäftigungsstand“ 31
3.3.2 Ziel „Preisniveaustabilität“ 32
3.3.3 Ziel „Wirtschaftswachstum“ 34
3.3.4 Ziel „Außenwirtschaftliches Gleichgewicht“ 36
3.3.5 Ziel „Gerechte Einkommensverteilung“ 37
3.4 Instrumente 38
3.4.1 Geldpolitik 38
3.4.1.1 Aufgabenbeschreibung und Träger 38
3.4.1.2 Instrumente 39
3.4.1.3 Funktionsprobleme 41
3.4.2 Fiskalpolitik 43
3.4.2.1 Aufgabenbeschreibung und Träger 43
3.4.2.2 Instrumente 43
3.4.2.2.1 Einnahmenpolitik 44
3.4.2.2.2 Ausgabenpolitik 45
3.4.2.3 Funktionsprobleme 46
3.5 Strategien 47
3.5.1 Antizyklische Stabilisierungspolitik 47
3.5.2 Verstetigungspolitik 48
4. Stabilisierungspolitik im Grundmodell realer Konjunkturzyklen 50
4.1 Grundsätzliche Überlegungen 50
4.2 Berücksichtigung möglicher stabilisierungspolitischer Ziele 52
4.2.1 Ziel „Hoher Beschäftigungsstand“ 52
4.2.2 Ziel „Preisniveaustabilität“ 53
4.2.3 Ziel „Wirtschaftswachstum“ 55
4.2.3.1 Endogene Modellbestandteile 56
4.2.3.2 Exogene Modellbestandteile 58
4.2.4 Ziel „Gerechte Einkommensverteilung“ 63
5. Zusammenfassung und Ausblick 65
Literaturverzeichnis 68
Anhang 73
Versicherung 75

Automatisiert erstellter Textauszug:

lungen. Die Folge ist ein Absinken der Lohnquote und ein realer Kaufkraftverlust der Lohneinkommensbezieher. Nach der Rentner-Hypothese werden bei Preissteigerungen alle Bezieher fester Einkommen (Renten, Arbeitslosenhilfe, Kindergeld usw.) gegenüber Beziehern preisabhängiger Einkommen benachteiligt, da die Transfereinkommen nicht entsprechend dem Inflationsprozess angepasst werden. Das steigende Preisniveau reduziert den Realwert der Renten und führt zu einem Kaufkraftverlust der Transfereinkommensbezieher. Die Aussage der Gläubiger-Schuldner-Hypothese ist, dass die Gläubiger gegenüber den Schuldnern benachteiligt sind. Dies liegt an dem Nominalprinzip, welches bei der Bildung von Schuldtitel zugrunde gelegt wird. Aufgrund des nominalen Wertes einer Schuld sinkt bei Inflation ebenfalls der Realwert der Schuld. Wenn z.B. der Gläubiger 1000 € für einen bestimmten Zeitraum einem Schuldner zur Verfügung stellt, erhält er bei Fälligkeit auch 1000 € zurück. Die Gläubiger sind in diesem Fall die Inflationsverlierer und die Schuldner die Inflationsgewinner. Hohe und lang andauernde Inflationsraten führen zu Preisverzerrungen in Form einer Inflationssteuer. Unternehmen werden zu häufigen Preisänderungen gezwungen, was zu „menu costs“ führt. Darüber hinaus führen höhere Inflationsraten zu steigenden Nominalzinsen, was eine Verringerung der Realkasse zur Folge hat. Wirtschaftsubjekte müssen in diesem Fall steigende „shoeleather costs“ akzeptieren, da sie häufiger zur Bank gehen müssen.116 [...]

An dem eingangs erwähnten Zitat wird die Begründung des Ziels der Preisniveaustabilität deutlich.111 Ein stabiles Preisniveau wirkt wohlstandsmehrend und ist Vorraussetzung für ein Funktionieren des Preismechanismus und für die optimale Allokation der Produktionsfaktoren.112 Preisniveaustabilität gilt als der Inbegriff der Stabilität und als das vorrangige Ziel der Wirtschaftspolitik. Eine Zielverletzung kann zu einer Zerrüttung des Geldwertes sowie zu einer Gefährdung sowohl der Marktwirtschaft als auch der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung führen.113 Allgemein werden der Inflation negative Wirkungen zugeschrieben, die allerdings nicht zwingend eintreten müssen. Dies hängt unter anderem davon ab, ob und inwieweit inflationäre Prozesse von den Wirtschaftssubjekten antizipiert werden und deren Entscheidungen beeinflussen.114 Im Folgenden werden eine Reihe von möglichen Inflationswirkungen aufgezeigt.115 Die Lohn-Lag-Hypothese besagt, dass ein steigendes Preisniveau alle Lohn- und Gehaltsbezieher gegenüber den Beziehern von Gewinneinkommen benachteiligt. Während die Gewinne simultan zu den Preiserhöhungen steigen, folgen Löhne und Gehälter mit einer zeitlichen Verzögerung, z.B. aufgrund neuer Tarifverhand109 110 111 [...]

Für die Einhaltung des Ziels „hoher Beschäftigungsstand“ sprechen sowohl gesamtwirtschaftliche als auch soziale Gründe.104 Der ökonomischen Bedeutung der Unterbeschäftigung nach, wird der Produktionsfaktor Arbeit nicht vollständig zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen eingesetzt. Dadurch ergibt sich ein Verzicht auf Steigerung des materiellen Wohlstandes, was die Vollbeschäftigungszielsetzung zu einer wichtigen wirtschaftspolitischen Aufgabe macht. Aus sozialer Sicht bedeutet Arbeitslosigkeit für die Betroffenen materielle Not, Verlust an Selbstvertrauen, persönliche Krisen, ein verringertes Selbstwertgefühl, Kontaktverlust, Ziellosigkeit, Gefühl des Versagens und einen Statusverlust in einer auf Beschäftigung orientierten Wertordnung.105 Eine hohe und lange andauernde Arbeitslosigkeit gefährdet zudem die bestehende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, da Arbeitslose zu antidemokratischen extremen Strömungen neigen und die Wiederwahlchancen der herrschenden Regierung gefährden.106 [...]

Arbeit zitieren:
Stelzer, Dirk Februar 2005: Implikationen der Theorie realer Konjunkturzyklen für die Stabilisierungspolitik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Real Business Cycle, Stabilitätspolitik, Konjunkturzyklen, Fiskalpolitik, Volkswirtschaft

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren