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Implikationen des Supply Chain Managements für die Beschaffung eines Industriebetriebs

Implikationen des Supply Chain Managements für die Beschaffung eines Industriebetriebs
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Malgorzata Strauß
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4051-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Strauß, Malgorzata Juli 2004: Implikationen des Supply Chain Managements für die Beschaffung eines Industriebetriebs, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Einkauf, Materialwirtschaft, Industrie, Just-In-Time

Diplomarbeit von Malgorzata Strauß

Einleitung:

Grundlegende Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen stellen Unternehmen heute vor vielfältige Herausforderungen. Die Globalisierung, der Wandel von Verkäufer- zu Käufermärkten und die immer kürzer werdenden Produktlebens- und Innovationszyklen beeinflussen das wirtschaftliche Handlungsfeld. Gerade Industrieunternehmen spüren den Innovationsdruck der Märkte. Durch die anhaltende Steigerung der Produktkomplexität und die wachsenden Kundenansprüche bezüglich des Individualisierungsgrades bleiben Industriebetriebe heute nur noch wettbewerbsfähig, wenn sie ihre externen Wertschöpfungsanteile erhöhen.

Diese Entwicklungen haben einen besonders starken Einfluss auf die Ausrichtung und Funktion der Beschaffung. Mit einer sinkenden Wertschöpfung im Unternehmen steigt die Relevanz eines reibungslosen Beschaffungsprozesses. Das einzelne Unternehmen kämpft nicht mehr allein um eine bessere Wettbewerbsposition, sondern die gesamte Wertschöpfungskette ist an der Optimierung der Prozesse beteiligt. Die Beschaffung wird dabei zur strategisch entscheidenden Schnittstelle. Sie gewinnt aber nicht nur wesentlich an Bedeutung, sondern sieht sich auch fundamentalen Änderungsprozessen gegenüber.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Supply Chain Management (SCM) in den letzten Jahren zu einem wichtigen Managementkonzept entwickelt. Mit dem ganzheitlichen Ansatz ist die Erkenntnis verbunden, dass es zur Erfüllung der veränderten Marktanforderungen nicht mehr ausreicht unternehmensinterne Abläufe zu optimieren, sondern eine Verlagerung der Perspektive auf unternehmensübergreifende Zusammenarbeit notwendig wird. Die Erfolge von Automobilherstellern wie DaimlerChrysler, Ford und VW zeigen die Potenziale, die durch eine umfassende Fokussierung auf das Konzept möglich sind. Das ganzheitliche Verständnis von SCM bedeutet damit auch weitreichende Auswirkungen für die Versorgungsseite eines Unternehmens. So kommt der unternehmensübergreifenden, effizienten Integration und Koordination aller Lieferanten eines Industriebetriebs große Bedeutung zu. Veränderungen in der Beschaffung sind nicht nur Voraussetzung für den Erfolg von SCM, sondern auch als Konsequenz der Umsetzung des Konzepts zu sehen.

In einer Untersuchung von Deloitte Consulting gaben 91 Prozent der befragten nordamerikanischen Industriebetriebe an, dass sie SCM als besonders wichtig für ihren Erfolg ansehen. Dieses Resultat zeigt die Notwendigkeit, sich mit den Auswirkungen des Konzepts näher zu befassen. Die Implikationen, die sich durch die Umsetzung von SCM für die Beschaffung ergeben, sind vielfältig und komplex. Das wesentliche Problem liegt darin, die verschiedenen Auswirkungen des Konzepts zu differenzieren und die Konsequenzen für die Beschaffung zu erkennen. Dies kann am besten durch eine Betrachtung auf verschiedenen entscheidungsrelevanten Ebenen geschehen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Einführung in die Thematik 1
1.2 Vorgehensweise 2
2. Grundlagen 3
2.1 Supply Chain Management 3
2.1.1 Entwicklung des SCM 5
2.1.2 Motive für SCM 6
2.1.2.1 Dynamik in der Supply Chain 6
2.1.2.2 Kundenorientierung 8
2.1.2.3 Konzentration auf Kernkompetenzen 10
2.1.3 Grundprinzipien des SCM 11
2.1.4 Ziele und Aufgaben des SCM 13
2.1.5 Instrumente des SCM 14
2.1.6 Der Einsatz von Kennzahlen im SCM 16
2.2 Beschaffung in Industriebetrieben 17
2.2.1 Entwicklung der Beschaffungsfunktion 18
2.2.2 Ziele und Aufgaben der Beschaffung 19
2.2.3 Instrumente der Beschaffung 20
2.2.4 Der Einsatz von Kennzahlen in der Beschaffung 21
3. Auswirkung von SCM auf die Beschaffung in Industriebetrieben 22
3.1 Die Beschaffung als Teilbereich der SCM-Aktivitäten 22
3.2 Betrachtung der Funktionsebenen von SCM 22
3.2.1 Auswirkungen auf Gestaltungsebene (Supply Chain Design) 23
3.2.1.1 Grundtypen des Supply Chain Designs 24
3.2.1.2 Merkmale der Grundtypen 25
3.2.1.3 Konsequenzen der Grundtypen für die Beschaffung 26
3.2.1.3.1 Schlanke Supply Chains 26
3.2.1.3.2 Bewegliche Supply Chains 28
3.2.1.3.3 Verbundene Supply Chains 29
3.2.1.3.4 Schnelle Supply Chains 29
3.2.2 Auswirkungen auf Planungsebene (Supply Chain Planning) 30
3.2.2.1 Strategien der Beschaffungspolitik 31
3.2.2.1.1 Umbau der Beschaffungsprozesse 31
3.2.2.1.2 Beschaffungsorganisation und –aufgaben 33
3.2.2.1.3 Kooperationen mit Lieferanten 35
3.2.2.2 Sourcingstrategien 37
3.2.2.2.1 Single Sourcing 38
3.2.2.2.2 Modular Sourcing 40
3.2.2.2.3 Global Sourcing 43
3.2.2.3 Strategien der Materialbereitstellung 44
3.2.2.3.1 Einstufige Lagerkette 46
3.2.2.3.2 Just-in-Time (JiT) 48
3.2.2.3.3 Just-in-Sequence (JiS) 49
3.2.3 Auswirkungen auf Ausführungs- und Kontrollebene (Supply Chain Execution and Controlling) 51
3.2.3.1 Konsequenzen des Servicelevels 53
3.2.3.2 Konsequenzen der Flexibilität 55
3.2.3.3 Konsequenzen der Supply-Chain-Gesamtkosten 55
3.2.3.4 Konsequenzen des Gesamtbestands 56
3.3 Potenziale und Problembereiche von SCM in der Beschaffung 57
4. Praxisbeispiel: Ford Europa 61
4.1 Das Unternehmen 61
4.2 Umsetzung von SCM im Unternehmen 61
4.3 Auswirkungen der SCM-Strategie auf die Beschaffung 63
5. Resümee und Ausblick 64
6. Literaturverzeichnis 68

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Beschaffung eines Unternehmens kann zentral, dezentral oder kombiniert organisiert werden. Bei einer kombinierten Vorgehensweise werden Schwellenwerte festgelegt, bei deren Überschreitung ein zentraler Beschaffungsvorgang ausgelöst wird.112 Die Errichtung einer solchen Mischform (Hybridform) aus zentraler und dezentraler Organisation verbindet die Vorteile der Organisationsformen und senkt die Risiken einer ausschließlich zentralen oder dezentralen Organisation.113 Die verschiedenen Organisationsformen und die daraus resultierenden Beschaffungspolitiken wirken sich grundlegend auf die Supply Chain aus. Je nach Beschaffungspolitik ergeben sich unterschiedliche Material-, Informations- und Finanzflüsse innerhalb der Wertschöpfungskette. Daher lässt sich eine enge Zusammenarbeit in der Supply Chain eher mit zentralen als mit dezentralen Beschaffungspolitiken realisieren.114 Dies kann für Unternehmen im Sinne des oben beschriebenen Umbaus von Beschaffungsprozessen auch die Änderung und Flexibilisierung ihrer Beschaffungsorganisation bedeuten. Die Gestaltung der Organisationsstrukturen folgt zunehmend einer prozessorientierten Ausrichtung. Alle Abläufe innerhalb eines Unternehmens orientieren sich dabei am Kundennutzen. Die Beschaffung spielt in dieser Struktur eine entscheidende Rolle, da ihre wesentliche Aufgabe im SCM in der Abstimmung der Wertschöpfungskette mit [...]

Komplexe, intransparente Prozessketten führen nicht nur zu langen Durchlaufzeiten, sondern verursachen durch Fehlinformationen teure Fehler und Verzögerungen bis hin zu Falschlieferungen. Bestellungen einzelner Mitarbeiter außerhalb verhandelter Kontrakte (Maverick Buying) sind meist ein Resultat intransparenter Bestellprozesse und verursachen zusätzliche Kosten.105 Häufig führt das Re-design der gesamten Wertschöpfungskette zur Aufdeckung dieser Probleme sowie zum Wegfall von redundant durchgeführten Aufgaben und damit zu veränderten Geschäftsprozessen.106 E-Businesslösungen werden in diesem Zusammenhang als wichtige Ansätze zur Optimierung der Supply Chain gesehen.107 Ein gutes Beispiel für die praktische Umsetzung des Umbaus von Beschaffungsprozessen ist das Electronic Procurement (EProcurement).108 Durch die computergestützte unternehmensübergreifende Zusammenarbeit mit den Lieferanten ist E-Procurement als ein Teilbereich und operative Umsetzungsmöglichkeit des SCM zu sehen.109 Das Re-design der Beschaffung von C-Artikeln mit Hilfe von E-Procurement-Werkzeugen kann den Beschaffungsprozess durch den [...]

Ein wesentliches Element von SCM ist die prozessorientierte Gestaltung der Materialund Informationsflüsse über die gesamte Wertschöpfungskette.101 Derzeit bestehen immer noch 90 Prozent der Zeit vom Ausgangsmaterial bis zum Endkunden aus nicht wertschöpfenden Prozessen wie beispielsweise Warte-, Lager-, und Transportzeiten.102 Angestrebtes Ziel einer Neugestaltung ist die Definition von unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen, die bezogen auf die Beschaffung einen reibungslosen, optimal abgestimmten Materialfluss ermöglichen. Dazu müssen bestehende Beschaffungsprozesse umgebaut werden, so dass effektive neue Prozesse die Durchlaufzeiten verkürzen, Redundanzen vermeiden und Einsparungen erzielen. Geschäftsprozesse, wie z. B. Genehmigungs- oder Prüfverfahren, verursachen einen hohen administrativen Aufwand und einen verlängerten Beschaffungsprozess. Sie wären von einem Umbau direkt betroffen. Einen Ansatz zur Optimierung der Beschaffungsprozesse bietet das SCORModell.103 Über den vorgegebenen Basisprozess Beschaffung (Source) kann versucht werden, im Rahmen einer Optimierung einzelne Geschäftsprozesselemente aufzugeben [...]

Arbeit zitieren:
Strauß, Malgorzata Juli 2004: Implikationen des Supply Chain Managements für die Beschaffung eines Industriebetriebs, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Einkauf, Materialwirtschaft, Industrie, Just-In-Time

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