Implementierungsmanagement in der Logistik am Beispiel der Optimierung logistischer Prozesse in einem Industrieunternehmen in Malaysia
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bernd Dittrich
- Abgabedatum: Dezember 1999
- Umfang: 115 Seiten
- Dateigröße: 2,8 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2429-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2429-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2429-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dittrich, Bernd Dezember 1999: Implementierungsmanagement in der Logistik am Beispiel der Optimierung logistischer Prozesse in einem Industrieunternehmen in Malaysia, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Malaysia, Leistungsbewertung, Implementierungsmanagement, Logistik
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Diplomarbeit von Bernd Dittrich
Einleitung:
Die Optimierung logistischer Prozesse besteht aus zwei grundsätzlichen Komponenten. Die erste Komponente ist die Analyse und der theoretischer Entwurf der Prozesse. Zur praktischen Umsetzung dieser Prozesse in den betrieblichen Alltag dient als zweite Komponente die Implementierung, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stand.
Die Anwendungsfelder der Logistik sind gekennzeichnet durch eine starke Dynamik und sind somit permanent vielfältigen Veränderungen unterworfen. Dies bedingt die regelmäßige Einführung neuer Prozesse, Technologien und Managementmethoden. Der Bedarf an effizienten und effektiven, idealer weise standardisierten Implementierungsstrategien zur erfolgreichen Umsetzung ist somit sehr hoch. Durch den Servicecharakter und die internationale Ausrichtung der Logistik finden logistische Implementierungen in einer Vielzahl verschiedener Umfelder statt. Daraus resultierend erscheint die Anwendung eines Standard-Implementierungskonzeptes unrealistisch. Benötigt wird vielmehr eine Entscheidungsgrundlage zur kontextabhängigen Auswahl . Ein solche Entscheidungsgrundlage wurde im Rahmen dieser Arbeit geschaffen. Neben einer vollständigen Aufzählung aller Parameter, die im Rahmen einer Implementierungsstrategie variiert werden können, werden Empfehlungen für sinnvolle Ausprägungen dieser Parameter für logistische Implementierungsprojekte gegeben. Somit existiert eine systematische Grundlage, die den Logistik-Manager bei der Auswahl der dem Umfeld angemessenen Implementierungsstrategie unterstützt.
Gang der Untersuchung:
Zur Einführung werden zu Beginn des Kapitel 2 die Grundlagen und wichtige Begriffe der Implementierungstheorie vorgestellt. Von besonderer Bedeutung war hierbei die Festlegung der Weite des verwendeten Implementierungsbegriffes. Aufgrund der ganzheitlichen Orientierung der Logistik wurde eine weite Definition gewählt. Dabei wird die Implementierung als übergreifender Prozess verstanden. Er beginnt mit der Problemdefinition, enthält die Entwicklung des Sollkonzeptes, die Umsetzung selbst und den anschließenden Implementierungsservice.
Aufbauend auf der begrifflichen Abgrenzung wurden die verschiedenen Parameter der Implementierungsstrategie vorgestellt. Es erfolgte eine Betrachtung potentiellen Gestaltungsoptionen dieser Parameter, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse der Vor- und Nachteile der einzelnen Ausprägungen lag. Soweit möglich wurden kontextabhängige Empfehlungen für die Wahl der Ausprägungen gegeben. Als zentrale Parameter der Implementierungsstrategie wurden der Partizipationsumfang, die Implementierungsdauer, der Implementierungsträger und die Implementierungskultur identifiziert. Eine Erläuterung der Erfolgsmaßstäbe für Implementierungen, die sich in Effizienz- und Effektivitätskriterien unterscheiden lassen, schloss sich an. Abschließend wurde der typische S-förmige Verlauf der Systemleistung im Verlauf von Implementierungsprojekten analysiert.
Aufbauend auf den Untersuchungen zur allgemeinen Implementierungstheorie schloß sich ihre Anwendung auf den Bereich der Logistik an. Hierbei wurden in einem ersten Schritt die für Implementierungen relevanten Rahmenbedingungen im Logistikbereich betrachtet. Es wurden organisatorische, personelle und technologische Rahmenbedingungen abgegrenzt und ihre Auswirkungen auf das Implementierungsmanagement untersucht.
Aus der systematischen Analyse von Auswirkungen logistischer Rahmenbedingungen wurden Empfehlungen für sinnvolle Ausprägungen der Strategieparameter abgeleitet. Diese wurden zur Erleichterung der praktischen Anwendung in einem morphologischen Kasten umgesetzt. Mit dieser Methode werden alle Parameter dargestellt und die für logistische Implementierungen geeigneten Ausprägungen von den ungeeigneten abgegrenzt. Somit steht ein praxisorientiertes Hilfsmittel zur Entscheidungsunterstützung bei der Auswahl der Strategie logistischer Implementierungsprojekte zur Verfügung.
Die Validierung der theoretischen Erkenntnisse erfolgte im Rahmen eines konkreten Implementierungsprojektes. Das Objekt dieser Implementierung war ein Integriertes Steuerungs- und Bewertungssystem zur Optimierung der Prozesse im Logistikbereich des malaysischen Tochterunternehmens eines deutschen Unternehmens.
Einleitend wurden in Kapitel 3, in welchem die Ist-Analyse beschrieben wird, das Unternehmen selbst und sein Umfeld in Malaysia dargestellt. Der Schwerpunkt lag hierbei auf den kulturellen Besonderheiten, die sich aus der Multikulturalität Malaysias ergeben. Nach dieser Vorstellung des allgemeinen Kontextes erfolgte die Darstellung des untersuchten Unternehmensbereiches und seiner Prozesse. Hierbei handelt es sich um die Wareneingänge, die als logistische Nahtstelle von besonderer Bedeutung sind und im Logistikbereich zum Untersuchungszeitpunkt zahlreiche Probleme verursachten. Diese Probleme wurden im anschließenden Abschnitt aus Kundensicht beschrieben. Als Kernprobleme wurden die Informationslogistik, die Leistungsmotivation sowie die Kooperationsbereitschaft identifiziert.
Zur Behebung dieser Schwachstellen wurde im Kapitel 4 in einem ersten Schritt ein allgemeines Konzept entwickelt. Dieses zielt auf die Messung der Qualität und der Kosten der Prozesse des untersuchten Bereiches ab. Grundlage des Konzeptes ist eine Steigerung der Verantwortung der Leite der Wareneingänge für die Qualität, welche anhand mehrerer schwachstellenorientierter Kennzahlen erfolgt. Zur Messung der Prozesskosten erfolgt eine Abrechnung der zur Prozessabwicklung benötigten Arbeitsstunden der Arbeiter. Diese stehen, abweichend von der bestehenden Organisation, allen Wareneingängen zur Verfügung stehen. Ihre Bewertung erfolgt aufgrund der Häufigkeit ihres Einsatzes durch die Leiter des Wareneinganges. Somit ist für eine Messung und somit mögliche Steuerung der Prozessqualität und -kosten möglich, wodurch eine Prozessoptimierung erfolgt.
An die Darlegung des allgemeinen Konzeptes schloss sich die Entwicklung alternativer Implementierungsstrategien an. Einführend wurden die Anforderungen an ein integriertes Steuerungs- und Bewertungssystem und die darin notwendigen Informationsflüsse dargestellt. Es wurden ein auf manueller Erfassung der Arbeitszeiten sowie zwei auf automatisierter Zeiterfassung beruhende Systeme entwickelt und evaluiert. Aufgrund der geringen Investitionskosten wurde von der Leitung des untersuchten Bereiches die Implementierung eines auf manueller Zeiterfassung beruhendes System beschlossen. Es wurde das Vorgehen zur Erhebung der notwendigen Daten und deren Auswertung detailliert vorgestellt. Die Optimierungspotentiale des Systems auf die vorher identifizierten Schwachpunkte des Wareneinganges wurden analysiert.
Die Beschreibung der gewählten Parameter der Implementierungsstrategie für das integrierte Steuerungs- und Bewertungssystem wurde abschließend vorgestellt. Die Wahl der Parameter wurde begründet und eine Einordnung der Implementierungsstrategie mit Hilfe des oben entwickelten morphologischen Kastens vorgenommen. Dessen Tauglichkeit für den praktischen Einsatz konnte gezeigt werden.
Als Ausblick kann festgestellt werden, dass die Bedeutung der Implementierungskompetenz im Logistikbereich weiter steigen wird. Ursächlich dafür ist die aufgrund der technologischen Entwicklung und die zunehmenden Outsourcings logistischer Leistungen steigende Anzahl von Implementierungsprojekten. Ebenfalls bedingt durch die zunehmende Auslagerung logistischer Prozesse und die weiter fortschreitende Globalisierung wird die Variabilität des Umfeldes, in dem Implementierungen stattfinden, weiter steigen. Für die Logistik ist es somit von hoher strategischer Bedeutung, Implementierungsprojekte effizient und effektiv durchführen zu können. Hierfür ist die Entwicklung einer angepassten Organisations- und Implementierungskultur von hoher Bedeutung. Die Implementierungskompetenz muss zu den strategischen Kernkompetenzen der Logistik gehören. Verantwortlich in der Logistik tätige Personen sollten bestrebt sein, Ihre Implementierungskompetenz permanent zu steigern. Der Verfasser hofft, mit der vorgelegten Arbeit einen Beitrag hierzu geleistet zu haben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Theoretische Grundlagen der Implementierung | 3 |
| 2.1 | Vorstellung implementierungsrelevanter Begriffe | 3 |
| 2.1.1 | Bestandteile der Implementierung | 5 |
| 2.1.2 | Implementierungsmanagement | 8 |
| 2.2 | Implementierungsstrategien | 8 |
| 2.2.1 | Startkonzepte | 9 |
| 2.2.2 | Zeitstrategie | 10 |
| 2.2.2.1 | Komprimierte Implementierung | 10 |
| 2.2.2.2 | Gestreckte Implementierung | 11 |
| 2.2.2.3 | Gegenüberstellung der zeitlichen Ansätze | 13 |
| 2.2.2.4 | Abfolge der Einzelprojekte | 14 |
| 2.2.3 | Partizipationsstrategien | 15 |
| 2.2.3.1 | Vor- und Nachteile umfassender Partizipation | 15 |
| 2.2.3.2 | Parameter des Partizipationsumfanges | 16 |
| 2.2.4 | Interner vs. Externer Implementierungsträger | 18 |
| 2.2.5 | Veränderungsumfang | 21 |
| 2.2.5.1 | Anzahl der Implementierungsziele | 21 |
| 2.2.5.2 | Umsetzungsradikalität | 22 |
| 2.2.6 | Implementierungskultur | 23 |
| 2.2.7 | Zentralitätsgrad der Implementierungssteuerung | 24 |
| 2.3 | Erfolgsmaßstäbe der Implementierung | 26 |
| 2.4 | Implementierungsstrategien in der Logistik | 28 |
| 2.4.1 | Spezifische Rahmenbedingungen in der Logistik | 28 |
| 2.4.2 | Implementierungskonzepte für die Logistik | 31 |
| 3. | Ist-Analyse der bestehenden Logistikprozesse im untersuchten Unternehmen | 35 |
| 3.1 | Darstellung des untersuchten Unternehmens B. Braun Penang | 35 |
| 3.2 | Länderspezifika Malaysias | 36 |
| 3.3 | Logistikschnittstelle Wareneingang im untersuchten Unternehmen | 40 |
| 3.3.1 | Prozessanalyse des Wareneingangsbereiches | 41 |
| 3.3.2 | Die bestehende EDV-Infrastruktur | 43 |
| 3.4 | Analyse der Schwachstellen aus Kundensicht | 44 |
| 3.4.1 | Identifizierung der Kunden | 44 |
| 3.4.2 | Schwachpunkte aus Kundensicht | 45 |
| 3.4.2.1 | Verspätete und unterlassene Dateneingabe | 45 |
| 3.4.2.2 | Unterlassene Prüfung der Bestelldaten | 47 |
| 3.4.2.3 | Qualität der Dateneingabe | 47 |
| 3.4.2.4 | Lange Entladezeiten / Containerumschlagzeiten | 48 |
| 3.4.2.5 | Arbeitskräfteverteilung | 50 |
| 3.4.2.6 | Schlechte Motivation und Kooperation | 52 |
| 3.4.2.7 | Abweichung von den zertifizierten Prozessen | 54 |
| 3.4.2.8 | Hierarchische Gliederung | 54 |
| 3.5 | Analyse des existierende Leistungsbewertungssystems | 55 |
| 4. | Optimierung der logistischen Prozesse | 58 |
| 4.1 | Konzeptbeschreibung | 58 |
| 4.2 | Praktische Umsetzung | 59 |
| 4.2.1 | Erhebung der Kennzahlen für das Qualitäts-Modul | 60 |
| 4.2.1.1 | Kennzahl für unverzügliche Dateneingabe | 60 |
| 4.2.1.2 | Kennzahl für die Qualität der Dateneingabe | 61 |
| 4.2.1.3 | Annahme nicht bestellter Waren | 62 |
| 4.2.1.4 | Containerumschlagzeiten | 63 |
| 4.2.1.5 | Prüfung auf blockierte Gänge und Laderampen | 63 |
| 4.2.2 | Erhebung der Kennzahlen für das Kostenmodul | 64 |
| 4.2.3 | Integrierte Bewertungssysteme | 65 |
| 4.2.3.1 | Informationsfluss in integrierten Bewertungssystemen | 66 |
| 4.2.3.2 | Integriertes Bewertungssystem mit manueller Zeiterfassung | 67 |
| 4.2.3.3 | Integriertes Bewertungssystem mit existierender Zeiterfassung | 76 |
| 4.2.3.4 | Erfassung mittels eines kommerziellen Zeiterfassungssystems | 79 |
| 4.2.4 | Auswirkungen auf die Problembereiche | 82 |
| 4.3 | Implementierung des integrierten Bewertungssystems | 87 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 91 |
| Anhang |
zung von Geräten vorgegangen werden, wobei sich dort stärker die Frage der Kontrollierbarkeit stellt. Der Storekeeper ist somit bestrebt, sein Budget möglichst effizient einzusetzen und nur dann Mitarbeiter und Technik einzusetzen, wenn sie benötigt werden: Zudem wird er stets den für die Aufgabe am geeignetsten erscheinenden Mitarbeiter und die effizienteste verfügbare Maschine verwenden. Die Kosten für die Anmietung entsprechen den dem Unternehmen entstehenden Kosten im jeweiligen Zeitraum. Damit auch die Mitarbeiter bestrebt sind, möglichst häufig für Arbeiten eingesetzt zu werden, richtet sich ihr Bewertung und damit ihr Bonus nach der Anzahl der Stunden, in denen sie angemietet wurden. Somit ist ein selbststeuernder Regelkreis entstanden, da die Storekeeper bestrebt sind, möglichst selten Mitarbeiter zu mieten, diese wiederum möglichst häufig eingesetzt werden wollen. [...]
Die Ergebnisse der Leistungsbeurteilung anhand dieses scheinbar objektiven Fragebogens zeigen eine starke Tendenz zur Milde. Trotz einer schlechten Bewertung der Leistung des Bereiches LW durch die Kunden (s.o.) und die beschriebenen Probleme erfolgt die Bewertung fast ausschließlich im sehr guten Bereich. Dies zeigt sich bei der Auswertung der insgesamt vergebenen Noten. Für die Monate März bis Mai 1999 lag der Durchschnittswert bei einer möglichen Punkteskala von 14 (sehr gut) bis 56 (sehr schlecht) bei 15,5 für den gesamten Bereich LW und 15,4 im Bereich Wareneingang. Die Verteilung der Punktehäufigkeiten entlang der möglichen Punkteskala ist in Abbildung 18 dargestellt, die sich auf der anschließenden Seite befindet. [...]
Im Bereich LW des betrachteten Unternehmens wurde im Untersuchungszeitraum ein Leistungsbewertungssystem, auf dem aufbauend ein Bonus an die Mitarbeiter gezahlt wurde, angewendet. Das Bewertungssystem unterteilt sich in eine Individuelle- und in eine Gruppenkomponente. Die individuelle Komponente wird anhand einer Beurteilung durch den Vorgesetzten ermittelt. Dies geschieht anhand eines standardisierten Fragebogens, in dem 4 Themenkomplexe mit insgesamt 14 Unterpunkten durch den Vorgesetzten beurteilt werden müssen. Jeder Unterpunkt kann auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 4 (unbefriedigend) beurteilt werden, die Summe bildet die Grundlage für die individuelle leistungsabhängige Lohnkomponente. Das verwendete Formular ist in Abbildung 17 auf der nächsten Seite dargestellt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832424299
Arbeit zitieren:
Dittrich, Bernd Dezember 1999: Implementierungsmanagement in der Logistik am Beispiel der Optimierung logistischer Prozesse in einem Industrieunternehmen in Malaysia, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Malaysia, Leistungsbewertung, Implementierungsmanagement, Logistik



