Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2008
Für einen Polstermöbel-Hersteller unter Berücksichtigung einzelner Marktbarrieren
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Michael Graner
- Abgabedatum: Juni 2009
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 6,2 MB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen Schwenningen Deutschland
- Bibliografie: ca. 33
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0209-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Graner, Michael Juni 2009: Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2008, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Zertifizierung, Lieferant, Marktforschung, QM-System, Industrie
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Bachelorarbeit von Michael Graner
Einleitung:
Die Firma Hukla wurde im Jahr 1936 in Haslach/ Schwarzwald gegründet. Im Jahr 2004 wurde sie von dem international aufgestellten Steinhoff- Konzern, der seinen deutschen Sitz in Westerstede hat, übernommen.
Steinhoff gliederte die Gengenbacher Polstermöbel GmbH in verschiedene Produktsparten auf, so entstand die HUKLA Matratzen Division und die Hukla Möbel Division. Derzeit sind in beiden Divisionen ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt, verteilt auf die deutschen Standorte Gengenbach, Haslach, Torgelow sowie den polnischen Standort Wolow. Zu dem Produktportfolio zählen Polstermöbel, Ruhesessel, Schlafsofas und Matratzen für den gehobenen Wohnkomfort. Beim Kunden, steht der Name Hukla für hochwertige Ware. Dieses Attribut wird durch die hervorragende Qualität der Produkte immer weiter gestärkt. Nach der Integration in den Steinhoff- Konzern produziert Hukla neben ihren eigenen Marken auch Produkte für weitere Steinhoff- Tochterunternehmen als Zulieferer. Diese sind beispielweise Möbel für die Marke Egoform und Dieter Knoll Kollektion GmbH.
Zielsetzung:
Kunden wünschen sich Produkte und Dienstleistungen, die in einem angemessen Verhältnis von Preis und Leistung über die benötigte Produktlebensdauer stehen und seinen Anforderungen und Erwartungen entsprechen.
Um diesen Forderungen gerecht zu werden, muss ein Unternehmen kontinuierlich an der Verbesserung des Qualitätsstandards aller Unternehmensbereiche arbeiten. Dies ist notwendig, da im Zuge der Globalisierung, d.h. Öffnung der Märkte, der Konkurrenzdruck für jedes Unternehmen stetig anwächst. Endabnehmer fordern permanent, dass Unternehmen ihre Produkte zur besten Qualität, jedoch zum günstigsten Preis, anbieten. Diese Forderung ist jedoch für die meisten Unternehmen eine unüberwindbare Hürde.
Der Erfolg am Markt eines Unternehmens hängt jedoch nicht nur von günstigen Herstellungskosten und einer angemessenen Warenverfügbarkeit ab, sondern auch von sehr guter Qualität der eigenen Leistung. Denn mangelnde Qualität schafft Unzufriedenheit bei den Kunden, verursacht unnötigen Ärger und unnötige Kosten.
Diese Arbeit analysiert die aktuelle Situation hinsichtlich der Rahmenbedingungen und der Technik des Qualitätsmanagements der Polstermöbelindustrie am Beispiel der Gengenbacher Polstermöbel GmbH.
Gang der Untersuchung:
Nach der Problemstellung der Unternehmung, die im ersten Abschnitt der Arbeit gezeigt wird, schildert das zweite Kapitel die Grundlagen des Qualitätsmanagements, dessen Entwicklung und gesetzliche Anforderungen. Im Anschluss daran wird die Qualitätsnorm DIN ISO 9000 vorgestellt; jegliche Grundlagen und Verfahren werden aufgezeigt. Anschließend werden im dritten Kapitel die Zertifizierungsfamilie DIN EN ISO 9000ff vorgestellt und ausführlich erklärt. Das vierte Kapitel beschäftigt sich ausschließlich mit der Definition des QM Handbuchs das als Grundlage für jedes QM-System gilt. In Kapitel fünf und sechs werden zuerst Analyseverfahren zur Bewertung von QM Systemen gezeigt, und anschließend die Spezifika der Marktforschung näher gebracht. Somit ist nach diesem Kapitel der theoretische Grundlagenteil abgeschlossen und es wird im Folgenden auf die praktische Umsetzung der Thematik in der Unternehmung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Anhangsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Vorstellung der Firmengruppe Hukla | 1 |
| 1.2 | Problemstellung/ Zielsetzung | 1 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Qualitätsmanagement | 2 |
| 2.1 | Definition Qualitätsmanagement | 2 |
| 2.2 | Entwicklung des Qualitätsmanagement | 3 |
| 2.3 | Qualitätsmanagement- Systeme | 5 |
| 2.3.1 | DIN EN ISO 9000:2008 ff | 8 |
| 3. | Zertifizierungsverfahren | 10 |
| 3.1 | DIN EN ISO 9000:2008 ff | 10 |
| 3.1.1 | DIN EN ISO 9001 | 10 |
| 3.2 | Die wichtigsten Neuerungen der Norm im Vergleich zur alten ISO 9000:2000 ff | 15 |
| 4. | Qualitätsmanagement Handbuch | 17 |
| 4.1 | Definition | 17 |
| 4.2 | Aufbau | 18 |
| 5. | Theoretische Modelle zur Bewertung von QM- Systemen | 20 |
| 5.1 | Kosten- Nutzen- Analyse | 20 |
| 5.2 | Kosten- Nutzwert- Analyse | 21 |
| 5.3 | Kosten- Wirksamkeits- Analyse | 23 |
| 6. | Marktforschung | 25 |
| 6.1 | Ablauf eines Marktforschungsprojekts | 26 |
| 6.2 | Methoden der Markforschung | 27 |
| 6.2.1 | Primäre Marktforschung | 28 |
| 6.2.2 | Sekundäre Marktforschung | 29 |
| 6.3 | Konkurrenzforschung | 30 |
| 7. | Praxisumsetzung am Beispiel der Gengenbacher Polstermöbel GmbH | 31 |
| 7.1 | Unternehmens- und Prozessstruktur | 31 |
| 7.2 | Analyse der Ausgangssituation | 34 |
| 7.3 | Marktforschungsstudie | 36 |
| 7.3.1 | Kundenbefragung | 36 |
| 7.3.2 | Konkurrenzbefragung | 41 |
| 7.3.3 | Entscheidung | 43 |
| 7.4 | Aufwandsanalyse bei einer möglichen Einführung der DIN EN ISO 9001:2008 | 44 |
| 7.4.1 | Angebotsvergleich der Zertifizierungsgesellschaften | 44 |
| 7.4.2 | Kosten und Nutzen | 45 |
| 7.5 | Implementierung der DIN EN ISO 9001:2008 für die Gengenbacher Polstermöbel GmbH | 46 |
| 7.5.1 | Ablauf einer Zertifizierung | 46 |
| 7.5.2 | Implementierung der DIN ISO 9001 in der Unternehmung | 47 |
| 7.6 | Beispielhafte Ausarbeitung des Prozesshandbuchs für die Abteilung Einkauf | 49 |
| 7.6.1 | Ablauf | 50 |
| 7.6.2 | Lieferantenbewertungen | 51 |
| 8. | Resümee und Zukunftsbetrachtung | 54 |
| Anhang | 55 | |
| Literaturverzeichnis | VIII |
Textprobe:
Kapitel 5.2, Kosten- Nutzwert- Analyse:
Die statischen und auch die dynamischen Verfahren der Investitionsrechnung gehen davon aus, dass alle mit einem Investitionsvorhaben verbundenen Daten quantifizierbar sind. Sie beurteilen die Vorteilhaftigkeit einer Investition in Bezug auf ein monetäres Ziel (z.B. Rentabilität). Unstrittig ist, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Investitionsvorhabens die maßgebliche Zielgröße für die Entscheidung ist. Andererseits darf nicht vernachlässigt werden, dass es Planungssituationen gibt, bei denen überwiegend qualitative Kriterien verwendet werden. Wie soll beispielsweise die Vorteilhaftigkeit von Investitionen in Aus- und Fortbildungsmaßnahmen quantifiziert werden? Wie können Aspekte der Arbeitssicherheit, des Betriebsklimas oder auch Investitionen in den Sozialbereich rechenbar gemacht werden?
Wenn also qualitative Kriterien die Entscheidung über die Vorteilhaftigkeit einer Investition maßgeblich bestimmen, dann wird das Verfahren der Nutzwertanalyse eingesetzt.
Eine Nutzwertanalyse vollzieht sich in vier Schritten:
1. Schritt: Aufstellung eines Zielsystems:
Im Gegensatz zu den statischen und dynamischen Investitionsrechenverfahren können mit Hilfe der Nutzwertanalyse mehrere Ziele, also ein Zielsystem, verfolgt werden. So ist z.B. die Frage zu beantworten, welche Ziele mit dem Bau eines Kindergartens verfolgt werden sollen. Oder es wird der Frage nachgegangen, was eine architektonische Verbesserung einer Kantine bewirken kann. Da mit jeder Investition eine Geldausgabe verbunden ist, darf das Wirtschaftlichkeitsprinzip im Zielsystem nicht fehlen.
2. Schritt: Gewichtung der Ziele:
Bei der Gewichtung der Einzelziele werden Prioritäten festgelegt. Anders formuliert: Die Ziele werden nach den Präferenzen des Entscheidungsträgers strukturiert. Kritiker des Verfahrens heben hervor, dass subjektive Wertvorstellungen diesen Verfahrensschritt prägen. Unbestritten ist, dass diese Gefahr besteht. Dieses Problem kann deutlich abgeschwächt werden, indem die Gewichtung der Ziele im Team vorgenommen wird. Durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem geplanten Investitionsvorhaben wird ein breites Spektrum von Interessen berücksichtigt und die unterschiedlichen Zielvorstellungen können aufeinander abgestimmt werden.
3. Schritt: Festlegung der Alternativen:
Ein Investitionsvorhaben kann auf unterschiedliche Art und Weise realisiert werden. So können z.B. die Räumlichkeiten und auch die Ausstattung eines Kindergartens sehr verschieden gestaltet werden. Um die Anzahl der Alternativen zu begrenzen, ist es hilfreich, Mindestanforderungen zu formulieren. So könnte beispielsweise die Forderung aufgestellt werden, dass die Einrichtung des Gebäudes so gestaltet werden soll, dass bereits Kinder ab zwei Jahren aufgenommen werden können.
4. Schritt: Berechnung der Nutzwerte:
Zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit der einzelnen Investitionsalternativen wird ein Nutzwert für jede Alternative ermittelt. Der Nutzwert wird ermittelt, indem geprüft wird, in welchem Umfang (‚Erfüllungsgrad’) die Einzelziele bei den verschiedenen Alternativen erfüllt worden sind. Die Messung erfolgt unter Verwendung einer Skalierung in dimensionslosen Punktwerten, z.B. Zahlen von 1 bis 5, vergleichbar mit Schulnoten. Ein hoher Punktwert repräsentiert eine hohe Zielerfüllung. Das Ergebnis der Berechnung ist der Nutzwert, eine dimensionslose Zahl. Isoliert betrachtet besitzt der Nutzwert keine große Aussagekraft. Man muss sich bewusst machen, dass der Nutzwert als Beurteilungskriterium für die Vorteilhaftigkeit einer Investition nur dann herangezogen werden kann, wenn Vergleichsmöglichkeiten, also mehrere Investitionsalternativen, bestehen.
Kosten- Wirksamkeits- Analyse:
Die Kosten-Wirksamkeits-Analyse (KWA) oder Cost-Effectiveness Analysis stellt neben der Kosten-Nutzen-Analyse ein weiteres Verfahren zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Projekten dar. Die KWA wird vor allem für solche Probleme verwendet, bei denen zwar die Inputs über Marktpreise bewertet, die Outputs dagegen nicht monetär gemessen werden können.
Dies macht die KWA besonders für die Bewertung solcher Projekte geeignet, deren Nutzen nicht monetär bestimmt werden kann (z.B. Menschenleben) bzw. in der Gesellschaft kontrovers diskutiert wird. Hierzu zählen vor allem Ausgaben im Gesundheitswesen und im Militärbereich. Auch im Umweltbereich wird die KWA vermehrt eingesetzt.
Die Kosten werden wie in der Kosten-Nutzen-Analyse über den Opportunitätskostenansatz ermittelt. Der Nutzen dagegen wird über seine Beiträge zu den einzelnen vorab formulierten Subzielen beurteilt. Somit findet auf der Wirksamkeitsseite eine Bewertung der Effekte in nichtmonetären Einheiten statt, während auf der Kostenseite die in Geldeinheiten ausgedrückten Inputs der Maßnahme erfasst werden .
Es gibt also weder monetär bewertete Lösungen, noch ein monofinales Ziel, wie z.B. die Steigerung der gesellschaftlichen Wohlfahrt. Stattdessen werden operationalisierbare Unterziele dargestellt. Die Projektwirkungen gehen in Form von physischen Größen in die Analyse ein. Die Verknüpfung, Reihung und Bewertung hat der Entscheidungsträger vorzunehmen.
Bei Umweltprojekten werden in erster Linie ökologische Zielbeiträge beurteilt. Diese können anhand von physikalischen Größen gemessen werden. Die Frage, welchen Nutzen eine bestimmte Veränderung bei Betroffenen stiftet, ist damit anders als bei der Kosten-Nutzen-Analyse nicht Gegenstand der KWA. Die KWA erlaubt eine systematische und effiziente Beurteilung eines Problems, dessen Nutzen nicht monetär bewerten werden kann. Der Grundgedanke der Methode liegt in der Schaffung eines Modells, das in vereinfachter Form die Problemsituation widerspiegelt. Fünf Elemente interagieren in diesem Kosten- Wirksamkeitsmodell.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842802094
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Graner, Michael Juni 2009: Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2008, Hamburg: Diplomica Verlag
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