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Implementierung von Diagnosis Related Groups (DRGs) und Clinical Pathways im deutschen Krankenhauswesen

Implementierung von Diagnosis Related Groups (DRGs) und Clinical Pathways im deutschen Krankenhauswesen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dominik Fehringer
  • Abgabedatum: April 2004
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 747,5 KB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Universität Konstanz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8122-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8122-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8122-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fehringer, Dominik April 2004: Implementierung von Diagnosis Related Groups (DRGs) und Clinical Pathways im deutschen Krankenhauswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Dominik Fehringer

Zusammenfassung:

Hauptaugenmerk dieser Diplomarbeit ist auf die Implementierung von Fallpauschalen im deutschen Krankenhauswesen und deren mannigfaltige Auswirkungen auf die Qualitätssicherung gerichtet. Um eine luzide Darstellung zu gewährleisten, wurde die Arbeit nach folgendem System analytisch strukturiert:

Zunächst werden in Kapitel 2 die gesundheitspolitischen Beweggründe erörtert, die für den Gesetzgeber ausschlaggebend waren, sich für ein Abrechnungssystem nach Fallpauschalen zu entscheiden.

Kapitel 3 widmet sich der definitorischen Begriffsklärung sowie grundlegender Bestandteile – wie der Herkunft und Funktionsweise – des Fallpauschalensystems.

Anschließend wird der Gesetzgebungsprozess dargestellt (Kapitel 4). Die Einführung der Fallpauschalen brachte und bringt auch weiterhin eine Fülle an gesetzgeberischen Interventionen mit sich. Hieraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein für Laien undurchschaubarer Komplex an gesetzlichen Maßnahmen. Nach einer Darstellung der einzelnen Gesetze und Verordnungen soll ein für den Leser transparentes Schaubild die Entwicklung des Gesetzgebungsverfahrens zu den Fallpauschalen verdeutlichen.

In Kapitel 5 werden die Aspekte der Qualitätssicherung beschrieben, die mit der Implementierung der Fallpauschalen korrelieren. Ganz besondere Beachtung soll daher der Frage gewidmet werden, ob die Implementierung von Fallpauschalen dem Gesundheitssystem weitere Steigerungen der Prozess- und Ergebnisqualität ermöglicht. In diesem Zusammenhang werden die bisher angewandten Instrumente der Qualitätssicherung erläutert und die teilweise von Medizinern befürchtete kontrafaktorische Vereinbarkeit von Qualitätsverbesserung und der Implementierung von Fallpauschalen untersucht. Anschließend werden die neuen Herausforderungen für das Klinikmanagement, der Modifikationszwang der Rehabilitation sowie die zunehmende Bedeutung der ambulanten und integrierten medizinischen Versorgung beleuchtet.

Aufgrund ihrer außerordentlichen zukünftigen Bedeutung auch im deutschen Gesundheitswesen werden die Clinical Pathways nicht im Zusammenhang mit den übrigen Instrumenten der Qualitätssicherung (Kapitel 5.3) behandelt. Vielmehr wird den Clinical Pathways, die ebenfalls ein Qualitätssicherungsinstrument verkörpern, ein eigenes Kapitel gewidmet (Kapitel 6). In diesem Abschnitt wird eine Darstellung der Behandlungspfade vorgenommen. Es soll die Frage geklärt werden, ob sich Clinical Pathways ausschließlich aus betriebswirtschaftlicher Sicht anbieten oder ob sie auch in der Lage sind, zur Verbesserung der Prozessqualität beizutragen und damit erheblich dem Wohl des Patienten zu dienen. Um eine Einsicht in die praktische Umsetzung der Pfaderstellung zu erlangen, wurde an Workshops zur Erstellung von Clinical Pathways in einer Klinik des Ortenaukreises teilgenommen (Auswertung vgl. Kap. 8).

Schließlich wird auf der Grundlage des deskriptiven Teils der Diplomarbeit mit standardisierten Fragebögen eine empirische Überprüfung des derzeitigen Entwicklungsstandes sowohl der Fallpauschalen als auch der Behandlungspfade vorgenommen werden (Kapitel 7). Objekte der Untersuchungen sind die 7 Kliniken des Ortenaukreises sowie zwei weitere Kliniken in privater Trägerschaft. Unter Zuhilfenahme des Programms „Stata“ sollen aussagekräftige Kreuztabellen erstellt sowie mit Chi-Quadrat – Tests auf Unabhängigkeit und auch mit Fisher`s Exact Test Korrelationen einzelner Antworten geprüft werden.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
1. Einleitung 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 ZIEL DER ARBEIT UND ANGEWANDTE METHODIK 3
2. Gesundheitspolitische Aspekte 6
2.1 VERWEILDAUERKÜRZUNG 7
2.2 AUSNAHMETATBESTÄNDE DER KOMPLEXEN ERKRANKUNGEN 8
3. Funktionsweise von Fallpauschalen 10
3.1 BEGRIFFSDEFINITION „DIAGNOSIS RELATED GROUPS“ 10
3.1.1 Diagnoseklassifikation ICD-10 11
3.1.2 Schweregradgewichtung mittels CLL und PCCL 11
3.1.3 Fallkostengewicht und Case-Mix 12
3.2 ÜBERFÜHRUNG DER AR-DRG IN EIN DEUTSCHES SYSTEM 13
3.3 GRUNDSTRUKTUREN DES VERGÜTUNGSSYSTEMS 14
3.4 METHODEN-PRETEST 15
3.5 DIE ROLLE DES INSTITUTS InEK gGmbH 15
3.5.1 Definition und Pflege der DRG-Fallgruppen 16
3.5.2 Erstellung von Kodierrichtlinien 16
3.6 ERFORDERNIS VON KODIERFACHKRÄFTEN 16
4. Gesetzliche Grundlagen zur Einführung des diagnoseorientierten Fallpauschalensystems für Krankenhäuser 20
4.1 GESUNDHEITSSTRUKTURGESETZ (GSG) UND BUNDESPFLEGESATZVERORDNUNG (BPflV) 20
4.2 GESUNDHEITSREFORMGESETZ 20
4.3 FALLPAUSCHALENGESETZ (FPG) 21
4.4 RECHTSVERORDNUNGEN 22
4.5 FALLPAUSCHALENÄNDERUNGSGESETZ (FPÄndG) 23
5. Fallpauschalen und Qualitätssicherung 25
5.1 BEGRIFFSKLÄRUNG „QUALITÄT“ 26
5.2 VORGABEN DES GESETZGEBERS ZUR QUALITÄTSSICHERUNG 27
5.2.1 Gesundheitsreformgesetz 2000 28
5.2.2 Weitere qualitätsrelevante Gesetze 32
5.3 INSTRUMENTE DER QUALITÄTSSICHERUNG 32
5.3.1 Corporate Identity und Leitbild 32
5.3.2 Externe und interne Qualitätssicherung 34
5.3.3 Zertifizierung und Akkreditierung 39
5.3.3.1 Zertifizierung nach DIN EN ISO 40
5.3.3.2 Alternative KTQ? 42
5.3.3.3 Das EFQM-Modell 44
5.4 FALLPAUSCHALEN VS. QUALITÄT ? 47
5.5 HERAUSFORDERUNGEN FÜR DAS MANAGEMENT 49
5.5.1 Strategisches Marketing 49
5.5.2 Managementkompetenz der Ärzte 53
5.5.2.1 Beteiligung an der Organisationsentwicklung 53
5.5.2.2 Personalverantwortung 57
5.6 MODIFIKATIONSZWANG DER REHABILITATION 60
5.7 AMBULANTE MEDIZINISCHE VERSORGUNG 64
5.8 INTEGRIERTE VERSORGUNG 68
5.8.1 Entfaltungsformen Integrierter Versorgung 72
5.8.2 Versorgungsmonopol der Kassenärztlichen Vereinigungen 73
5.9 ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG 76
6. Clinical Pathways 78
6.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG UND FUNKTIONSWEISE 78
6.2 GENESE DER CLINICAL PATHWAYS 82
6.3 ERSTELLUNG VON BEHANDLUNGSPFADEN 83
6.4 HETERONOMIE VON DRGs UND CLINICAL PATHWAYS 87
6.5 ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG 87
7. Empirische Studie 89
7.1 FORSCHUNGSMETHODISCHER ANSATZ 89
7.2 FRAGEBOGENERSTELLUNG 91
7.3 AUSWERTUNG DES RÜCKLAUFS 93
8. Zusammenfassung und abschließende Bewertung 98
ANLAGEN 103
LITERATURVERZEICHNIS 106

Automatisiert erstellter Textauszug:

Qualitätsbeurteilung, basiert auf neun Kriterien. Fünf dieser Kriterien sind „Befähiger“ und vier sind „Ergebnisse“. Die „Befähiger“-Kriterien decken den Aufgabenbereich von Organisationen ab. „Ergebnis“-Kriterien befassen sich mit den Ergebnissen der Organisation. „Ergebnisse“ resultieren aus den „Befähiger“Kriterien, eine Rückmeldung der „Ergebnisse“ kann helfen, die „Befähiger“ zu verbessern. Das Modell lässt erkennen, dass es viele Verfahrensweisen gibt, mit denen nachhaltige Excellence in allen Leistungsbereichen erreicht werden kann. Es basiert auf der Vorstellung, dass derartige exzellente Ergebnisse unter Beachtung von Kunden, Mitarbeitern und Gesellschaft durch die Antriebskraft der Führung erreicht werden, welche ihrerseits durch Politik, Strategie, Mitarbeiter sowie durch Partnerschaften und Ressourcen gestärkt wird. [...]

Der Katalog orientiert sich an sechs Kategorien: Patientenorientierung, Sicherstellung der Mitarbeiterorientierung, Sicherheit im Krankenhaus, Informationswesen, Krankenhausführung und Qualitätsmanagement. Zunächst wurde das Verfahren in einer einjährigen Testphase von 25 Krankenhäusern erprobt. 92 Auf der Grundlage des Katalogs nehmen Krankenhäuser, die sich am KTQ-Verfahren beteiligen, zuerst eine Selbstbewertung vor. Anschließend folgt eine Fremdbewertung (Audit) durch externe Fachleute. Von Einrichtungen gewünschte Zertifizierungen werden von der KTQ-Geschäftsstelle vorgenommen, die außerdem für die Schulung, Akkreditierung und Begleitung der Visitoren zuständig ist. Im Juli 2002 wurde den ersten beiden Krankenhäusern ein Zertifikat ausgestellt. Bis Februar 2004 wurden insgesamt 28 Zertifikate an Kliniken93 ausgestellt; die hierzu angefertigten Qualitätsberichte sind auf der Homepage der KTQ-Geschäftsstelle abrufbar.94 Die Zertifikate sind auf drei Jahre befristet. Ergebnisse der Zertifizierung können die Grundlage für die von den Krankenhäusern erstmals im Jahr 2005 für das Jahr 2004 zu veröffentlichenden Qualitätsberichte gemäß § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 SGB V sein. Von der Führung des an der Pilotphase beteiligten Krankenhauses MünchenSchwabing wurde Kritik laut, da nach deren Ansicht „wichtige Bereiche und Abteilungen von Krankenhäusern (...) nicht im Selbstbewertungsbericht abgebildet werden“ [...]

Mühlbauer garantiert dies jedoch noch nicht eine tatsächliche Qualitätsleistung, er betrachtet die Zertifizierung als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für hohe Qualität in Krankenhäusern.88 Die DIN EN ISO-Zertifizierungen werden im Gesundheitswesen nicht nur für Krankenhäuser wahrgenommen. So hat z. B. im Juli 2003 der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Baden-Württemberg (MDK) für sämtliche 42 Beratungsstellen und die Hauptverwaltung das Qualitätszertifikat nach DIN EN ISO 9001: 2000 erhalten. Der MDK hat pro Jahr ca. 135.000 Einzelfallbegutachtungen für die Pflegeversicherung zu erstellen. Aufgrund dieser hohen Zahl an Pflegegutachten betrachtetet der MDK eine Standardisierung durch Zertifizierung als sinnvollen Baustein, um einheitliche Standards gewährleisten zu können. Nach eigenen Angaben [...]

Arbeit zitieren:
Fehringer, Dominik April 2004: Implementierung von Diagnosis Related Groups (DRGs) und Clinical Pathways im deutschen Krankenhauswesen, Hamburg: Diplomica Verlag

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