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Immobilisierung von Quecksilber in kontaminierten Böden mittels schwefelhaltiger Reagenzien

Möglichkeiten und Grenzen

Immobilisierung von Quecksilber in kontaminierten Böden mittels schwefelhaltiger Reagenzien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Holger Zimmer
  • Abgabedatum: Dezember 1996
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 3,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2312-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2312-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2312-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zimmer, Holger Dezember 1996: Immobilisierung von Quecksilber in kontaminierten Böden mittels schwefelhaltiger Reagenzien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Boden, Quecksilber, Sanierung, Immobilisierung, Schwefel

Diplomarbeit von Holger Zimmer

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit umfasst Untersuchungen zur Umsetzung von teilweise hochmobilen und -toxischen Hg-Verbindungen im Boden, die aufgrund der hohen Thiophilie des Hg mittels schwefelhaltiger Reagenzien in schwerlösliche bzw. "immobile" Hg-Verbindungen überführt werden sollten. Es sollten Aussagen getroffen werden, inwieweit verschiedene Immobilisierungsreagenzien, deren Dosierung sowie die Zusammensetzung der Böden eine Immobilisierung beeinflussen können. Desweiteren wurde eine Charakterisierung der entstandenen "immobilisierten" Hg-Verbindungen angestrebt.

Hierzu wurden Bodenproben von verschiedenen Hg-Schadensfällen verwendet, die sich hinsichtlich ihrer Hg-Bindungsformen, ihres Hg-Gesamtgehaltes und ihrer Bodenzusammensetzung unterscheiden. Eine Bodenprobe stammt aus dem Bereich eines ehemaligen Chlor-Alkali-Elektrolyse-Standortes, eine andere aus dem Bereich einer ehemaligen Hg-Recycling-Anlage und zwei weitere Bodenproben stammen von ehemaligen Kyanisierplätzen.

Die Proben wurden mit verschiedenen schwefelhaltigen Immobilisierungsreagenzien in unterschiedlichen Dosierungen umgesetzt und die Umwandlungen mittels eines temperaturgesteuerten Pyrolyseverfahrens kontrolliert. Dieses Verfahren zur Bestimmung der Bindungsform(en) des Hg in Feststoffen bietet die Möglichkeit, die thermische Stabilität verschiedener Hg-Bindungen zu bestimmen und somit Hg0, matrixgebundene Hg-Formen und schwefelhaltige, immobilisierte Hg-Formen nebeneinander nachzuweisen. Vergleicht man die thermischen Stabilitäten vor und nach der Immobilisierung, so kann durch das Verschwinden von Peaks, welche Hg0 oder matrixgebundene Hg-Formen anzeigen, bzw. durch das Auftreten neuer Peaks im Temperaturbereich immobilisierter Hg-Formen eine Umsetzung, d.h. eine Änderung der Hg-Bindungsform, erkannt werden. Die Umwandlung zum Hg-Immobilisat wurde in erster Linie durch Zunahme der thermischen Stabilität dokumentiert. Durch den Vergleich mit aus Hg2+-Salzen und den Immobilisierungsreagenzien selbst hergestellten und pyrolytisch vermessenen Standardsubstanzen wurde eine Orientierung für die maximal erreichbare thermische Stabilität im Boden gegeben.

Die Untersuchungen mittels Feststoff-Hg-Pyrolyse zeigten, dass die Reinimmobilisate, mit Ausnahme der Hg-Dithiocarbamat-Substanz, eine ähnliche thermische Stabilität aufweisen wie natürliche und synthetische Hg-Sulfide. Zudem wurden die Reinsubstanzen durch Röntgendiffraktometrie auf ihre Kristallinität untersucht und es konnte in allen Verbindungen, ausgenommen der Tri-Mercapto-Triazin 2-Substanz, Metacinnabarit nachgewiesen werden.

Die Anwendung schwefelhaltiger Immobilisierungsreagenzien verschiedener Dosierung auf Hg-kontaminierte Böden unterschiedlicher Kontaminationsgeschichte bzw. unterschiedlicher Zusammensetzung führte zur Bildung verschiedener Hg-Verbindungen unterschiedlicher Stabilität. Während bei manchen Behandlungen keine Umsetzung erkennbar war, kam es oft zu einer Erhöhung der Peak-Tangenten-Temperatur der matrixgebundenen Hg-Form und teilweise entstanden Hg-Bindungsformen, welche die thermische Stabilität der Reinimmobilisate aufweisen.

Das matrixgebundene Hg, welches in allen Proben vorlag, konnte mit keinem der verwendeten Reagenzien quantitativ umgewandelt werden.

Die Immobilisierungsversuche zeigten, dass eine Umsetzung von elementarem Quecksilber mit Polysulfidlösung in allen Dosierungen sowie mit Tri-Mercapto-Triazin 1 bzw. Dithiocarbamat in hohen Dosierungen möglich ist, sofern keine makroskopisch sichtbaren Hg0-Kügelchen vor-liegen.

Während mit Tri-Mercapto-Triazin 2 nur Erhöhungen der Peak-Tangenten-Temperaturen der matrixgebundenen Hg-Form erreicht werden konnten, erzielten die Umsetzungen mit Polysul-fid und Tri-Mercapto-Triazin 1 Quecksilber-Verbindungen, welche die thermische Stabilität der Reinsubstanzen besitzen. Bei Zugabe von Dithiocarbamat entstand sogar zusätzlich eine thermisch stabilere Hg-Verbindung als die des Reinimmobilisates. Es bildete sich Metacinnabarit, welches röntgenographisch nachgewiesen wurde.

Was die Dosierungen der Immobilisierungsreagenzien betrifft, so hat sich die Zugabe von Polysulfid und Dithiocarbamat zur Gesamtmetallmenge im Boden als günstig erwiesen, während Tri-Mercapto-Triazin 1 in 25-fachem Überschuss die besten Ergebnisse erzielte. Das Reagenz Tri-Mercapto-Triazin 2 zeigte besonders bei Überschussdosierungen eine Erhöhung der Peak-Tangenten-Temperatur der matrixgebundenen Hg-Formen. Werden Polysulfid oder Dithiocarbamat im Überschuss eingesetzt, so können statt schwerlöslicher Hg-Verbindungen leichtlösliche Quecksilber-Dithioanionen-Komplexe entstehen.

Eine Abhängigkeit der Immobilisierung von der Bodenzusammensetzung konnte nicht uneingeschränkt belegt werden. Die Ursache der nicht vollständigen Umsetzung der matrixgebundenen Hg-Form zum Hg-Immobilisat lag vermutlich an einem oder mehreren Bodenparametern (organischer Kohlenstoff-Gehalt, Korngrößenverteilung). Weitere detaillierte Untersuchungen zur Klärung dieser Fragen werden derzeit mit Standardsubstanzen (extrahierten Huminsäuren) und inkubierten Standardböden jeweils einer Korngrößenverteilung durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Zielsetzung 4
3. Kenntnisstand 6
3.1 Bindungsverhalten von Hg in Böden 6
3.2 Thermische Verfahren zur Bestimmung von Hg-Bindungsformen in Böden 8
3.3 Fällung von Quecksilber mit schwefelhaltigen Verbindungen 9
4. Methoden 11
4.1 Materialien 11
4.2 Probenvorbehandlung 12
4.3 Aufschluss mit Königswasser zur nachfolgenden Bestimmung des Hg 12
4.4 Bestimmung des Quecksilbers mit Atom-Absorptions-Spektroskopie 13
4.5 Bestimmung des pH-Wertes 13
4.6 Bestimmung von organischem Kohlenstoff und Gesamtschwefel 13
4.7 Immobilisierung 14
4.7.1 Herstellung der Hg-Reinimmobilisate 14
4.7.2 Immobilisierung des Hg im Boden 15
4.8 Feststoff-Hg-Pyrolyse 16
4.8.1 Prinzip und Aufbau der Apparatur 16
4.8.2 Auswertung der Abdampfkurven 17
5. Ergebnisse 19
5.1 Charakterisierung der ausgewählten Bodenproben 19
5.2 Hg-Abdampfverhalten der unbehandelten kontaminierten Bodenproben 20
5.3 Charakterisierung der Reinimmobilisate 21
5.3.1 Hg-Abdampfverhalten der Reinimmobilisate und verschiedener Hg-Sulfide 21
5.3.2 Bestimmung der Kristallinität der Reinimmobilisate 23
5.4-5.7 Ergebnisse der Immobilisierungsversuche 25
5.4 Abdampfverhalten der Proben nach der Behandlung mit Polysulfidlösung 25
5.4.1 Abdampfverhalten der Probe CAE nach der Behandlung mit Polysulfidlösung 25
5.4.2 Abdampfverhalten der Probe KYA 1 nach der Behandlung mit Polysulfidlösung 27
5.4.3 Abdampfverhalten der Probe KYA 2 nach der Behandlung mit Polysulfidlösung 28
5.4.4 Abdampfverhalten der Probe REC nach der Behandlung mit Polysulfidlösung 29
5.5 Abdampfverhalten der Proben nach der Behandlung mit TMT 1 30
5.5.1 Abdampfverhalten der Probe CAE nach der Behandlung mit TMT 1 30
5.5.2 Abdampfverhalten der Probe KYA 1 nach der Behandlung mit TMT 1 31
5.5.3 Abdampfverhalten der Probe KYA 2 nach der Behandlung mit TMT 1 32
5.5.4 Abdampfverhalten der Probe REC nach der Behandlung mit TMT 1 33
5.6 Abdampfverhalten der Proben nach der Behandlung mit TMT 2 34
5.6.1 Abdampfverhalten der Probe CAE nach der Behandlung mit TMT 2 34
5.6.2 Abdampfverhalten der Probe KYA 1 nach der Behandlung mit TMT 2 35
5.6.3 Abdampfverhalten der Probe KYA 2 nach der Behandlung mit TMT 2 36
5.6.4 Abdampfverhalten der Probe REC nach der Behandlung mit TMT 2 37
5.7 Abdampfverhalten der Proben nach der Behandlung mit Dithiocarbamat 38
5.7.1 Abdampfverhalten der Probe CAE nach der Behandlung mit Dithiocarbamat 38
5.7.2 Abdampfverhalten der Probe KYA 1 nach der Behandlung mit Dithiocarbamat 39
5.7.3 Abdampfverhalten der Probe KYA 2 nach der Behandlung mit Dithiocarbamat 40
5.7.4 Abdampfverhalten der Probe REC nach der Behandlung mit Dithiocarbamat 41
6. Diskussion 42
6.1 Charakterisierung der Reinimmobilisate durch Bestimmung ihrer Kristallinität und ihres Abdampfverhaltens 42
6.2 Vergleich der Immobilisierungsreagenzien hinsichtlich der erzielten thermischen Stabilitäten der Hg-Verbindungen in den Böden 44
6.3 Wirkungsweise der Immobilisierungsreagenzien in Abhängigkeit vom organischen Substanzgehalt der Böden 47
6.4 Wirkungsweise der Immobilisierungsreagenzien in Abhängigkeit von den Hg-Bindungsformen in den Böden 49
6.4.1 Wirkungsweise der Immobilisierungsreagenzien bei Anwesenheit von elementarem Quecksilber in den Böden 49
6.4.2 Wirkungsweise der Immobilisierungsreagenzien bei Anwesenheit von matrixgebundenem Quecksilber in den Böden 51
6.5 Wirkungsweise der Immobilisierungsreagenzien in Abhängigkeit von den Korngrößenverteilungen der Böden 52
6.6 Wirkungsweise der Immobilisierungsreagenzien in Abhängigkeit von deren Dosierung 53
7. Zusammenfassung 57
8. Literaturverzeichnis 59
9. Anhang 68

Arbeit zitieren:
Zimmer, Holger Dezember 1996: Immobilisierung von Quecksilber in kontaminierten Böden mittels schwefelhaltiger Reagenzien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Boden, Quecksilber, Sanierung, Immobilisierung, Schwefel

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