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Immobilien als Mittel der privaten Altersvorsorge

Immobilien als Mittel der privaten Altersvorsorge
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Vorbauer
  • Abgabedatum: August 2002
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6320-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6320-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6320-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vorbauer, Andreas August 2002: Immobilien als Mittel der privaten Altersvorsorge, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Altersvorsorge, Alterssicherung, Immobilienanlage, Rentenversicherung

Diplomarbeit von Andreas Vorbauer

Einleitung:

„Die Rente ist sicher!“ Dieser oft zitierte Satz des ehemaligen Bundesarbeitsministers Dr. Norbert Blüm prägte lange Zeit die politische Diskussion um die gesetzliche Rentenversicherung sowie die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik Deutschland. Über Jahrzehnte hinweg glaubten weite Teile der Bevölkerung, durch Aussagen von Politikern und Experten gestützt, mit ihren Beiträgen an die gesetzliche Rentenversicherung ausreichend für ihr Alter vorzusorgen.

Tatsächlich sieht sich die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland - und dies nicht erst seit den letzten Jahren - mit einem ganz gravierenden Problem konfrontiert: Demographische und wirtschaftliche Entwicklungen verschlechtern fortlaufend das Zahlenverhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern. Dadurch ergibt sich für den so genannten „Generationenvertrag“, der seit 1957 gilt und bei dem die Beitragszahlungen der jeweils Berufstätigen umgehend für die Rentenzahlungen der Ruheständler ausgegeben werden, ein Finanzierungsproblem. Die Ausgaben dieses umlagefinanzierten Systems übersteigen die Einnahmen bei weitem. Dem Staat bleiben nur wenige Handlungsoptionen um hierauf zu reagieren, von denen sich eine seit längerer Zeit ganz klar herauskristallisiert: Eine Absenkung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Um die dadurch entstehenden Ausfälle für die Altersversorgung weiter Teile der Bevölkerung auszugleichen, ist bereits heute die Vorsorge der einzelnen Bürger für das Alter unerlässlich. Das Angebot an Finanz- und Anlageprodukten von Banken, Versicherungen, unabhängigen Anlageberatern und Investmentgesellschaften zur privaten Vermögensbildung ist vielfältig und oftmals kaum durchschaubar. Zudem muss beachtet werden, dass sich nicht automatisch jede Anlageform zum Vermögensaufbau auch zur privaten Altersvorsorge, die ganz spezifische Ansprüche an das Vorsorgeinstrument stellt, eignet.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Immobilie als Mittel der privaten Vorsorge für das Alter. Ziel ist es, zunächst den hohen Stellenwert einer privaten Vorsorge für das Alter aufzuzeigen und die verschiedenen Anlagemöglichkeiten im Immobiliensektor, die sich bei weitem nicht nur auf das Eigenheim oder die fremdvermietete Wohnung beschränken, darzustellen und auf ihre jeweilige Eignung als Vorsorgeinstrument zu überprüfen. Da der in der Regel langfristige Prozess der privaten Altersvorsorge ein sehr individueller Vorgang ist, der stark von den spezifischen Umständen, der Familien- und Vermögenssituation sowie der Persönlichkeit des Anlegers, etwa seinen Wünschen und Zielen oder seiner persönlichen Risikoneigung und Risikofähigkeit abhängt, ist es sicherlich nicht möglich, pauschale Empfehlungen für eine bestimmte Form des Immobilieninvestments zu Altersvorsorgezwecken zu geben. Die Situation des Einzelnen muss auch und gerade bei Anlageentscheidungen für die Altersvorsorge berücksichtigt werden.

Gang der Untersuchung:

Im zweiten Kapitel wird zunächst das System der Alterssicherung in Deutschland und deren drei Säulen kurz erklärt. Zudem werden die Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung als die immer noch die Hauptversorgungslast tragende Säule und deren Probleme heute erläutert. Dadurch soll die absolute Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge für die heute im Berufsleben stehenden und zukünftigen Generationen aufgezeigt werden. Das dritte Kapitel soll einen knappen Überblick über den Markt für Altersvorsorgeprodukte in Deutschland bieten und Anforderungen an eine private Altersvorsorge definieren. Hier soll auch deutlich gemacht werden, dass aufgrund von Zielkonflikten des Anlegers bzw. der Produkte möglichst immer eine Kombination aus mehreren Produkten gewählt werden sollte. In Kapitel 4 wird zunächst ein Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Immobilienanlage für Privatanleger gegeben. Im Anschluss werden diese genauer beschrieben und auf deren Eignung als Altersvorsorgeinstrument untersucht. Dabei wird ein grobe Unterscheidung in indirekte Beteiligungsinvestments und die Immobiliendirektanlage getroffen und deren jeweilige Vor- und Nachteile aufgezeigt. Zudem wird auf steuerliche Aspekte und Besonderheiten der Immobiliendirektanlage bezüglich des Einkommens- und Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuerrechts eingegangen.

Kapitel 5 beschäftigt sich mit den staatlichen Förderungen der Immobilie. Dabei wird insbesondere auf die Eigenheimzulage und die Förderung der Immobilie als Altersvorsorgeinstrument im Rahmen der Riester-Rente eingegangen.

Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit Erfolgskriterien für eine Immobiliendirektanlage. Gerade in der Objektplanung oder -auswahl, aber auch in der späteren Finanzierungsphase werden häufig schwere oder gar nicht mehr zu korrigierende Fehler gemacht, die den gesamten Anlageerfolg schmälern oder zunichte machen können, was gerade im Bereich der Altersvorsorge fatale Auswirkungen haben kann. Zudem wird auf beachtenswerte Punkte bei der Vermietung und den Verkauf von Immobilien eingegangen. Das siebte Kapitel gibt eine kurze und abschließende Zusammenfassung über die gewonnenen Erkenntnisse.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 3
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 4
1. EINLEITUNG 5
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 5
1.2 Aufbau und Gliederung der Arbeit 6
2. DAS SYSTEM DER ALTERSSICHERUNG IN DEUTSCHLAND 8
2.1 Die drei Säulen der Alterssicherung 8
2.2 Geschichtlicher Überblick und Hauptprobleme der gesetzlichen Rentenversicherung 11
2.3 Die Notwendigkeit einer privaten Vorsorge 18
3. MÖGLICHE FORMEN DER PRIVATEN ALTERSVORSORGE 22
3.1 Überblick über den Markt für Altersvorsorgeprodukte in Deutschland 22
3.2 Anforderungen an die private Altersvorsorge 25
4. FORMEN DER IMMOBILIENANLAGE FÜR PRIVATE ANLEGER 30
4.1 Überblick 30
4.2 Die indirekte Anlage in Beteiligungsbesitz 32
4.2.1 Immobilienfonds 32
4.2.2 Immobilienaktien 40
4.3 Die Direktanlage in Immobilien 46
4.3.1 Eigengenutzte Wohnimmobilien 46
4.3.2 Fremdgenutzte Wohnimmobilien 53
4.3.3 Gewerbeimmobilien und Ferienimmobilien, unbebaute Grundstücke 58
4.4 Steuerliche Aspekte der Immobiliendirektanlage 61
5. STAATLICHE FÖRDERUNGEN DER IMMOBILIENANLAGE 66
6. ERFOLGSKRITERIEN FÜR DIE IMMOBILIENDIREKTANLAGE 70
6.1 Objektauswahl und Objektplanung, Objektkauf 70
6.2 Finanzierungsgrundsätze und Darlehensvarianten 73
6.3 Vermietung der Immobilie 76
6.4 Verkauf der Immobilie 77
7. SCHLUSSBETRACHTUNG 79
LITERATURVERZEICHNIS 81
EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Gesellschaften erreichen.85 Die Liquidität von Immobilienaktien ist bei gezielter Auswahl von Titeln, die eine ausreichend hohe Marktkapitalisierung und eine hohe Streubesitzquote aufweisen, ebenfalls hoch, wodurch der Altersvorsorgesparer sehr flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren und seine Strategie jederzeit ändern kann. Allerdings sollte auch bei der Anlage in Immobilienaktien zur Altersvorsorge der Grundsatz gelten, dass mit näherrückendem Ruhestandszeitpunkt sukzessive in sicherere Anlageformen umgeschichtet werden sollte, da ein plötzlicher Börsencrash auch diese Titel negativ beeinflussen wird. Für Anleger, die noch eine längere Zeitspanne bis zum Eintritt in den Ruhestand haben, kann die Immobilienaktienanlage eine sehr interessante Form des Vermögensaufbaus für das Alter darstellen. Auch Aktien amerikanischer Immobiliengesellschaften, die so genannten Real Estate Investment Trusts oder abgekürzt REITs können grundsätzlich als geeignetes Mittel des Immobilieninvestments zu Altersvorsorgezwecken angesehen werden. Sie werden häufig sogar als Vorbild für das Entwicklungspotenzial deutscher Immobilienaktien angesehen, obwohl diese Betrachtungsweise auf Grund der steuerlichen Ungleichbehandlung von Immobiliengesellschaften in den USA und Deutschland nicht ganz korrekt ist.86 REITs wurden im Jahre 1960 vom US-Kongress ins Leben gerufen, um, der Grundidee des Fonds folgend, Kleinanlegern die Geldanlage in große und hoch rentable Immobilenprojekte zu ermöglichen. Der große Erfolg der REITs stellte sich allerdings erst Anfang der 90er Jahre ein, als diese Gesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen eine steuerliche Sonderstellung erlangen konnten: Immobilien-AG’s, die unter anderem 75 eine spezifische ihres Gesellschaftsstruktur aufweisen, mindestens Prozent [...]

Projektentwicklung tätig sind. Der interessierte Anleger muss sich also über die Unternehmen und deren Geschäftsbereiche informieren und die für ihn passende Immobilienaktiengesellschaft auswählen.83 Dies gilt umso mehr, wenn der Aspekt der Liquidität von Immobilienaktien betrachtet wird. Zwar sind auch Immobilienaktien, wie alle Aktien, prinzipiell durch die Möglichkeit des täglichen Kaufs und Verkaufs sehr liquide. Allerdings schränken die oftmals geringe Marktkapitalisierung und der geringe Anteil des Streubesitzes bei vielen Immobilientiteln die Fungibilität der Aktien in der Praxis erheblich ein: nur für die großen Unternehmen aus dem DIMAX, etwa der beiden Schwergewichte, der IVG Holding AG und der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG oder der Bayerischen Immobilien AG ist ein ausreichend großer Markt vorhanden, der eine ausreichende Handelbarkeit und damit eine hohe Liquidität der Titel gewährleistet.84 Immobilienaktien können für risikofreudig eingestellte Anleger, die keine Scheu vor der Aktie als Anlageform haben, eine gute und bequeme Anlagealternative zur privaten Altersvorsorge darstellen. Sie können, bei Auswahl der richtigen Titel, die Vorteile einer Anlage in Immobilien mit den Vorteilen der Aktie vereinen. Die Renditechancen vieler Immobilienaktien sind hoch, die Kosten für den Erwerb im Vergleich zu den anderen Formen von indirekten, aber auch direkten Immobilieninvestments gering. Es fallen lediglich die üblichen Transaktionskosten bei Aktienkäufen oder -verkäufen in Form von Bankgebühren relativ an, hohe während beispielweise bei und offenen jährliche Immobilienfonds Ausgabeaufschläge [...]

Deutsche Euroshop AG.81 Immobilienaktien können, zumindest theoretisch, die Vorteile einer Anlage in Grundbesitz, wie Werthaltigkeit und hohe Sicherheit mit den Renditechancen und der relativ hohen Liquidität einer Aktienanlage verbinden. Der Anleger wird durch den Kauf von Aktien der Immobiliengesellschaft Anteilseigner des Unternehmens und partizipiert durch die möglichen Dividendenausschüttungen an deren Gewinnentwicklung. Steuerlich werden diese als Einkünfte aus Kapitalvermögen erfasst. Neben den, bei positiver Geschäftsentwicklung, jährlichen Dividendenzahlungen beinhaltet die Anlegerrendite aus Immobilienaktien auch mögliche Kursgewinne der Titel. Bei Verkauf nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr können diese steuerfrei vereinnahmt werden. Die Kursentwicklung der im DIMAX zusammengefassten Immobilienaktien verlief in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Deutschen Aktien Index zeitweise sehr unterschiedlich. So profitierten Immobilienaktien im Zeitraum von Januar 1989 bis Juli 1990 überdurchschnittlich stark von dem Immobilienboom im Gewerbesektor in den neuen Bundesländern, der durch die deutsche Einheit, einem enormen Nachholbedarf und zahlreichen Steuerbegünstigungen ausgelöst wurde. Die Kurse von Immobilienaktien entwickelten sich deutlich besser, als die der 30 größten deutschen Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (DAX) zusammengefasst sind. In der Folgezeit entwickelten sich beide Indizes über einen längeren Zeitraum parallel, wobei der DAX langsam aufholte, während sich am Immobilienmarkt bereits hohe Überkapazitäten gerade in den neuen Bundesländern bemerkbar machten. Zugespitzt wurde die Situation noch durch sinkende und noch Zinsen und weitere Steuererleichterungen führten und die in Kurse Form von Sonderabschreibungen, die zu einem zusätzlichen Anstieg von Büroflächen höheren Leerständen deutscher Immobilienaktien drückten. Der DAX entwickelte sich deutlich besser und überholte Mitte 1996 den Index für Immobilienaktien. Erst Anfang 1998, als erste Anzeichen auf eine baldige Beendigung der Rezession hindeuteten, die Leerstände langsam zurückgingen, die Mieten für Büroflächen wieder stiegen und in zahlreichen deutschen Großstädten bereits erster Mangel an hochwertigen Objekten in guten und sehr guten Lagen herrschte, entwickelten [...]

Arbeit zitieren:
Vorbauer, Andreas August 2002: Immobilien als Mittel der privaten Altersvorsorge, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Altersvorsorge, Alterssicherung, Immobilienanlage, Rentenversicherung

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