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Immobilien als Anlageform für deutsche Lebensversicherungsunternehmen

Die Diplomarbeit wurde 2004 mit dem Immobilienforschungspreis der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. ausgezeichnet.
Immobilien als Anlageform für deutsche Lebensversicherungsunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Barth
  • Abgabedatum: Oktober 2004
  • Umfang: 145 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4229-3
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4229-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Diplomarbeit wurde 2004 mit dem Immobilienforschungspreis der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Barth, Stephan Oktober 2004: Immobilien als Anlageform für deutsche Lebensversicherungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Value at Risk, Shortfall, Asset Liability Management, Mindestrendite, Asset Allocation

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Diplomarbeit von Stephan Barth

Einleitung:

Im Zentrum der Arbeit stehen die deutschen Lebensversicherungsunternehmen und ihr immobilienspezifisches Anlageverhalten.

Im 1. Abschnitt wird zunächst die Stellung der Lebensversicherer als bedeutende Immobilieninvestoren im Gefüge deutscher Kapitalsammelstellen gewürdigt. Insbesondere werden die konstitutiven Merkmale des Versicherers und die daraus abzuleitenden speziellen Prämissen bei der Kapitalanlage beleuchtet. Weiterhin werden die aufsichtsrechtlichen Restriktionen und Regelungen bei der Grundstücksinvestition aufgezeigt. Danach werden die Entwicklungen der Immobilienanlagen der deutschen Lebensversicherer von 1975 – 2002 analysiert und Gründe für eine historisch gesehen abnehmende Bedeutung dieser Assetklasse aus der Literatur zitiert.

Im 2. Abschnitt wird das dem Lebensversicherer speziell eigene Kapitalanlagenmanagement zunächst wiederaufgegriffen, die Anlageziele werden in ihren Dimensionen und Beziehungen untersucht. Die erarbeiteten Präferenzen des Investors erfahren im sogenannten Asset-Liability-Management umfangreiche Beachtung. Bereits entwickelte Ansätze werden auf immobilienspezifische Kompatibilität hin untersucht. Anschließend wird ein im Rahmen dieser Arbeit praktikables Modell identifiziert und vom Autor entsprechend entwickelt. Es entspricht einem einperiodigen, sequenziellen Makro-ALM des Markowitz-Typus, zur Bestimmung optimaler Portefeuilles kommt das TELSER-Kriterium zur Anwendung.

Damit lassen sich nun die Auswirkungen einer Integration von Grundstücksanlagen in den Anlagemix des Versicherers auf seine individuelle Risikosituation hin untersuchen. Datengrundlage sind die Renditereihen von Immobilienanlagevehikeln einerseits und von großen institutionellen Immobilienportfolios andererseits. Als wesentlichste Aussage kann festgestellt werden, dass höhere relative Immobilienanteile im Sinne der Risikopräferenz des Lebensversicherers tendenziell wünschenswert sind. Unter Sicherheits- wie auch Renditeaspekten ist eine möglichst internationale Diversifikation anzustreben. Anschließend werden Gründe erörtert, die zu geringeren realen Immobilienquoten führen können, insbesondere investor- bzw. assetklassenspezifische.

Im 3. Abschnitt werden vorteilhafte Aspekte der Spezialfondsinvestition bei der Immobilienanlage gewürdigt. Dabei werden durch ein Asset-Liability-Management geprägte Anforderungen an Investmentvehikel formuliert. Inwieweit der Immobilien-Spezialfonds geeignet ist, diese Ansprüche zu erfüllen, wird abschließend untersucht. Gegenstand der Betrachtung ist dabei die Ergebnistransformation, die Rationalisierung der Liegenschaftsverwaltung und eine Weiterentwicklung des Immobilienmanagements durch den Einsatz von Immobilien-Sondervermögen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort I
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis IX
Formelverzeichnis X
Abkürzungsverzeichnis XI
1. Abschnitt: Betriebswirtschaftliche Realität der deutschen Lebensversicherungsunternehmen 1
A. Lebensversicherer in der Systematik institutioneller Anleger 1
I. Versicherer als Investoren mit einem Multi-Asset-Portfolio 1
II. Lebensversicherung als bedeutender Bestandteil der Altersvorsorge 1
a. Betriebliche Altersversorgung 2
b. Private Altersversorgung 3
III. Abgrenzung zu Nichtleben-Versicherungssparten 3
B. Konstitutive Merkmale der Lebensversicherung 4
I. Versicherungsgegenstand 4
II. Versicherungsformen 5
a. Versicherung auf den Todesfall 5
b. Versicherung auf den Todes- und Erlebensfall 6
III. Funktionsweise der gemischten Kapitallebensversicherung 6
a. Bestimmungsfaktoren der Beiträge 6
b. Bilanzielle Abbildung des Deckungskapitals 8
c. Beteiligung der Versicherten am Ergebnis des Versicherers 9
C. Aufsichtsrechtliche Restriktionen der Kapitalanlage 11
I. Anlagegrundsätze 11
II. Spezielle Vorschriften der Immobilienanlage 12
a. Direktanlagen / Grundstücksgesellschaften mit bis zu drei Objekten 12
b. Grundstücksgesellschaften mit mehr als drei Objekten 13
c. Immobilien-Sondervermögen 13
D. Historische Betrachtung der Immobilienanlagen deutscher Lebensversicherer 14
2. Abschnitt: Immobilienanlagen im Rahmen eines Asset Liability Management Systems 17
A. Spezifisches Kapitalanlagemanagement des Lebensversicherers 17
I. Idealtypischer Investment-Management-Prozess 17
II. Investorspezifisches Zielsystem 18
a. Restriktionen 18
b. Anlageziele 19
1. Zieldimensionen 19
2. Zielbeziehungen 19
B. Entwickelte Ansätze des Asset Liability Managements 20
I. Systemdeterminanten 20
II. Steuerungsbedürfnis 20
III. Betrachtungsebenen 22
IV. Instrumentarium 25
a. Matching – Strategien 25
b. Portefeuille – Optimierung 27
C. Empirische Analyse der Immobilienintegration 28
I. Entwicklung eines ALM – Modells 28
a. Modellierung der Assets 28
1. Prämissen des Modells 28
2. Entscheidungsrelevante Größen 29
i. Berechnung für einzelne Titel 29
1. Rendite 29
2. Risiko 29
ii. Aggregation auf Gesamtportfolioebene 30
1. Portfoliorendite 30
2. Portfoliovolatilität 30
3. Bestimmung der Effizienzlinie 32
4. Ermittlung optimaler Portefeuilles 33
b. Modellierung der Liabilities 33
c. Integration zum Unternehmens – Gesamtmodell 34
1. Downside – Risikomaße 34
i. Value at Risk 35
ii. Shortfall – Wahrscheinlichkeit 37
2. Integration der Maße in das Markowitz – Modell 38
i. Roy – Kriterium 38
ii. Kataoka – Kriterium 38
iii. Telser – Kriterium 39
d. Diskussion des Modells 40
II. Anwendung des ALM – Modells 43
a. Auswahl geeigneter Inputdaten 43
1. Aktien 43
2. Renten 44
3. Immobilien 44
i. Immobilienvehikel als Datengrundlage 44
ii. Immobilien institutioneller Investoren als Datengrundlage 45
b. Auswirkungen von Immobilienanlagen auf die Risikosituation des Versicherers 47
i. Bei Integration von Renditereihen der Immobilienvehikel 47
1. Nationale Diversifikation 47
2. Europäische Diversifikation 52
3. Weltweite Diversifikation 56
4. Ergebnis 59
ii. Bei Integration von Renditereihen der institutionellen Immobilienportefeuilles 61
1. Nationale Betrachtung 61
i. Nach Daten des DIX 61
ii. Nach Nutzungsarten 64
2. Europäische Betrachtung 67
3. Weltweite Betrachtung 69
4. Ergebnis 71
D. Erklärungsmodelle für geringere reale Immobilienanteile 74
I. Institutionelle Ursachen 74
II. Assetklassen – bezogene Gründe 77
3. Abschnitt: Immobilien-Spezialfonds als Teil des Asset – Portfolios deutscher Lebensversicherer 80
A. Charakterisierung des Anlagevehikels 80
I. Konstruktive Eigenschaften 80
II. Quantitative Einordnung 82
B. Spezialfondsanlagen im ALM von Lebensversicherern 82
I. Anforderungen einer integrierten Kapitalanlagensteuerung an Anlagevehikel 82
II. Anforderungsspezifische Merkmale von Immobilien-Spezialfonds 83
a. Ergebnistransformation 83
b. Rationalisierung der Liegenschaftsverwaltung 85
c. Weiterentwicklung des Immobilienmanagements 85
Schlussbemerkung 90
Anhang XIII
Abstract XXXV
Quellenverzeichnis XXXVI
Index XLIX
Lebenslauf LI
Eidesstattliche Erklärung LII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als Indikator der Entwicklung deutscher Aktien soll im Folgenden der Deutsche Aktienindex DAX, der seit 1987 veröffentlicht wird, dienen. Er repräsentiert die Performance der 30 größten deutschen Standardwerte und ist damit der bedeutendste Wertmesser dieser Klasse.224 Für die Zeit von 1967 bis 1987 wird auf die Renditereihe von STEHLE zurückgegriffen.225 Als Substitut europäischer Aktien soll der MSCI Total Return Index Europe Verwendung finden. Er ist ein free – float – gewichteter Performanceindex von Standardwerten aus 16 europäischen Ländern226, der seit 1970 vorliegt. Stellvertretend für ein weltweites Aktienengagement wird der MSCI Total Return Index World verwendet. Auch er ist ein free – float – gewichteter Performanceindex von Standardwerten aus 23 Ländern, der ebenfalls seit 1970 berechnet wird.227 [...]

Grundlage der folgenden Berechnungen sind entsprechende Performanceindizes . Nachfolgend soll die Auswahl der zu untersuchenden Objekte und die Ergebnisse der Korrelationsanalyse aufgezeigt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Längen der zur Verfügung stehenden Zeitreihen entscheidet sich der Verfasser für folgende Berechnungsweise: Zur Ermittlung der durchschnittlichen Rendite [E(r)] und Standardabweichung [σ] der jeweiligen Assetklasse wird die jeweils gesamte verfügbare Renditereihe verwendet. Ein Beschränken der Betrachtung nach Maßgabe der Assetklasse mit der kürzesten Datenreihe erscheint aufgrund des unweigerlichen Informationsverlustes nicht angebracht. Zur Bestimmung der Korrelationskoeffizienten werden jedoch aus rechentechnischen Gründen gleich lange Reihen herangezogen. Alle Berechnungen erfolgen auf der Basis von jährlichen, stetigen, nominalen, in der jeweiligen Landeswährung notierten Renditen. Eine Betrachtung von realen, also um Inflationseffekte bereinigte Renditen kann hier unterbleiben, da sich die garantierte Verzinsung in Lebensversicherungsverträgen als nominale darstellt. Steuerliche Effekte bleiben ebenfalls unberücksichtigt. [...]

Indirekte Anlageformen wie Sondervermögen oder AGs weisen hierbei im Gegensatz zu direktem Immobilienbesitz einige Eigenschaften auf, die eher der MPT entsprechen.219 Solange aber der Direktanlagenbestand den Anteil an Sondervermögen dominiert, wird auch die Einbindung der Assetklasse Immobilie in ALM – Modelle der vorgeschlagenen Art sich als schwierig gestalten. Auch schon deshalb kann eine Integration nur in Form von Indizes erfolgen. Die problematische Übertragbarkeit der MPT auf Immobilien, welche eben durch die spezifischen Eigenarten dieser Assetklasse, seien sie materieller (Immobilität, Heterogenität, Nutzungsgebundenheit, Komplexität), finanzieller (eingeschränkte Fungibilität, hoher Verwaltungsaufwand) oder zeitlicher (lange Entwicklungs- und Nutzungszeiten, Time – lag – Effekte) Natur220, hervorgerufen werden, lassen die Ergebnisse quantitativer Modelle relativiert erscheinen.221 Ein weiteres Problem stellt die sich verändernde Korrelation der Immobilienund Aktienrenditen bei Änderungen der Kapitalmarktsituation dar: Untersuchungen ergaben, dass die gewünschte Gegenläufigkeit bei fallenden Aktienmärkten abnimmt. D.h. die risikokompensatorischen Wirkungen von Immobilien reduzieren sich in Situationen, in denen sie am dringendsten gebraucht werden – immer dann, wenn der Aktienmarkt Verluste generiert.222 Das vorgeschlagene Modell kann bei allen Kritikpunkten dennoch Hinweise geben, ob Immobilien tendenziell in Portfolios deutscher LV integriert werden sollten. [...]

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Arbeit zitieren:
Barth, Stephan Oktober 2004: Immobilien als Anlageform für deutsche Lebensversicherungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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