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Identifikation strategischer Optionen: Generische Strategien versus Kernkompetenzen?

Identifikation strategischer Optionen: Generische Strategien versus Kernkompetenzen?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Philipp Schumacher
  • Abgabedatum: März 1997
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 3,7 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0076-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0076-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0076-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schumacher, Jan Philipp März 1997: Identifikation strategischer Optionen: Generische Strategien versus Kernkompetenzen?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Industrieökonomik, Kernkompetenzen, Michael Porter, Ressource-Based-View

Diplomarbeit von Jan Philipp Schumacher

Gang der Untersuchung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Beitrag zweier scheinbar alternativen Konzepte zur Identifikation geeigneter strategischer Optionen in ihrem jeweiligen theoretischen Rahmen vergleichend darzustellen, ihre spezifischen Grenzen aufzuzeigen und schließlich herauszuarbeiten, inwieweit sie Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen geben. Porter sieht die grundlegende Bedeutung theoretischer Bezugsrahmen darin, dem Manager dabei zu helfen, das Problem gedanklich besser zu durchdringen, indem dieser - unabhängig von Wirtschaftszweig und Ausgangsposition - das Unternehmen und seine Umwelt versteht, die verfügbaren strategischen Alternativen abgrenzt und unter ihnen auswählt (Porter 1991). An diesem Maßstab werden die Konzepte gemessen.

Die Frage, auf welche Weise Unternehmen eine strategische (Neu-)Orientierung gewinnen können, wurde ursprünglich mit dem SWOT-Konzept der Unternehmensstrategie von Andrews beantwortet. Strategie sollte die Chancen und Bedrohungen in der Umwelt identifizieren und darauf aufbauend eine große Menge strategischer Alternativen entwickeln, die allein durch die unternehmensspezifischen Stärken und Schwächen begrenzt werden: "Economic strategy will be seen as the match between qualification and opportunity that positions a firm in its product/market environment." (Andrews 1980).

Dieses einzelfallbezogene Verständnis der Gewinnung strategischer Optionen geriet lange Zeit in den Hintergrund. Vielmehr dominierte die diametral entgegengesetzte Idee der Normstrategie. Das PIMS-Programm und die Portfolio-Analyse werden - allerdings nur noch als heuristische Instrumente - im zweiten Kapitel kurz kritisch beleuchtet. Schwerpunktmäßig wird jedoch das industrieökonomisch fundierte Wettbewerbsmodell von Porter vorgestellt, das lange Zeit die Strategiediskussion bestimmte. Porter unterscheidet zwischen den sich ausschließenden generischen Wettbewerbsstrategien "umfassende Kostenführerschaft", "Differenzierung" und "Fokussierung" (Porter 1980). Die Wahl der vorteilhaftesten Strategie sollte insbesondere aufgrund der Wettbewerbsbedingungen in der Produkt/Markt-Arena getroffen werden (Market-Based-View).

Im Unterschied dazu mahnen Vertreter der Resource-Based-View' eine stärkere Beachtung des Beitrags idiosynkratischer Ressourcen am Unternehmenserfolg an. Die isolierte Analyse der Umweltbedingungen verbunden mit der Behandlung des Unternehmens als "black box" könnten zu fatalen Managementfehlern führen. Statt der Verfolgung genetischer Basisstrategien wird der Einsatz innovativer Strategien auf der Grundlage unternehmensspezifischer Kernkompetenzen empfohlen. Es gelte die nunmehr herrschende Umweltdynamik nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Chance zu begreifen, Branchen nicht mehr als Datum zu betrachten, sondern aktiv mitzugestalten: "(..) change in some fundamental way the rules of engagement in a long-standing industry (..), redraw the boundaries between industries (..) and/or create entirely new industries." (Prahalad/I-Iamel 1994).

Im Gegensatz zu dem relativ geschlossenen industrieökonomischen Forschungsfeld ist die Resource-Based-View eine Sammlung fragmentarischer und teilweise widersprüchlicher Ansätze. Diese werden in integrierter Form im dritten Kapitel vorgestellt. Den Schwerpunkt des Kapitels bildet die Definition der einzigartigen 'strategischen Ressource' als Grundstein eines langfristig verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteils.

Im vierten Kapitel wird, ausgehend von den Merkmalen erfolgspotentialgenerierender Ressourcen, das Kernkompetenzen-Konzept als 'Derivat' der ResourceBased-View vorgestellt. Neben der Darstellung der Besonderheiten des Kernkompetenzen-Konzeptes in seinen unterschiedlichen Schattierungen werden Operationalisierungsversuche des komplexen Konstruktes 'Kernkompetenz' mit Hilfe von Kompetenz-Portfolios und ableitbare Implikationen für eine kompetenz- bzw. ressourcenorientierte Unternehmensführung behandelt. Das Kapitel wird durch eine kritische Reflexion der Aussagen der Resource-Based-View sowie des abgeleiteten Kernkompetenzen-Konzepts abgerundet.

Im fünften Kapitel wird diskutiert, ob sich die ressourcenbasierten und industrieökonomischen Blickweisen als einander entgegengesetzte Konzepte ausschließen müssen oder vielleicht unterschiedliche Teilentscheidungen der Strategiefindung angesichts eines vielschichtigen Wettbewerbs betreffen. Auch Strategiefindung ist dann als vielschichtiger Prozeß zu sehen, bei dem zuerst aufgrund einer Vision unternehmensspezifische Ressourcen zu Kernkompetenzen entwickelt und vernetzt werden. Erst mit dieser einzigartigen Ausstattung wird die Ausnutzung von "cost" und/oder "differentiation drivers" möglich. Mit deren Hilfe könnten dann eine oder mehrere der genetischen Strategien in möglichst attraktiven Branchen verfolgt werden. Wenn es die grundlegende Aufgabe einer Strategie ist, Aktivitäten auszuwählen, die sich von denen der Konkurrenten unterscheiden (Porter 1996), dann ist zu klären, wie diese Aktivitäten beschaffen sein müssen, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind und auf welche Aktivitäten sich das einzelne Unternehmen konzentrieren sollte. Es wird untersucht, ob der Kernkompetenzen-Ansatz der Resource-Based-View dazu einen komplementären Beitrag leisten kann.

Die Zusammenfassung im sechsten Kapitel unterstreicht als Ergebnis der Untersuchung, daß das industrieökonomisch fundierte Wettbewerbsmodell und das Kernkompetenzen-Konzept keine Alternativen, sondern komplementäre Ansätze zur Identifikation strategischer Optionen sind. Abschließend wird ein Ausblick auf ungelöste Forschungsfragen sowie interessante Entwicklungstendenzen gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einführung 1
1.1. Die Bedeutung strategischer Entscheidungen in dynamischen Märkten 1
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit 2
2. Generische Strategien als Konzept des traditionellen Strategischen Managements 5
2.1. Kritischer Überblick über Heuristiken des Strategischen Managements 5
2.1.1. Das "Concept of Corporate Strategy" von Andrews 5
2.1.2. Das PIMS-Konzept 6
2.1.3. Die Portfolio-Methoden 6
2.2. Die Wettbewerbsmodelle nach Porter 7
2.2.1. Die fünf Triebkräfte des Branchenwettbewerbs 8
2.2.2. Generische Wettbewerbsstrategien 9
2.2.3. Die Wertkettenanalyse 12
2.3. Kritische Würdigung des Ansatzes 14
2.3.1. Alternativhypothese versus Simultaneitätshypothese 14
2.3.2. Fehlende Hinweise zur Implementierung der genetischen Strategien 16
3. Die Resource-Based-View als Basis für das Kernkompetenzen-Konzept 17
3.1. Die Resource-Based-View und die heterogene Ressourcenverteilung 17
3.2. Ex post Wettbewerbsbeschränkungen 20
3.2.1. Unvollständige Imitierbarkeit 20
3.2.2. Unvollständige Substituierbarkeit 23
3.3. Weitere notwendige Bedingungen für die Existenz strategischer Ressourcen 24
3.3.1. Beschränkte Mobilität der Ressourcen 24
3.3.2. Ex ante Wettbewerbsbeschränkungen 25
3.3.3. Beitrag zur Nutzenstiftung am Markt 25
4. Das Kernkompetenzen-Konzept 27
4.1. Wesentliche Bausteine des Konzeptes 27
4.1.1. Kernkompetenzen: Definitionen und Abgrenzungen 27
4.1.2. Das Kernkompetenzen-Konzept von Prahalad/Hamel 28
4.1.3. Unternehmen als Portfolios von Kompetenzen 34
4.1.4. Das Konzept der 'dynamic capabilities' von Teece et al. 38
4.2. Implikationen für die Identifikation strategischer Optionen 39
4.2.1. Neue Orientierungspunkte 39
4.2.2. Strategische Allianzen 41
4.2.3. Outsourcing-Entscheidungen 42
4.2.4. Diversifikation und Organisation 43
4.3. Kritische Würdigung des Kernkompetenzen-Ansatzes 44
5. Wettbewerb als 'Multiple-Layer Game' - Versuch einer Integration der Ansätze 47
5.1. Zur Komplementarität von Resource-Based-View und Market-Based-View 47
5.1.1. Ausgangspunkt: Resource-Based-View 47
5.1.2. Ausgangspunkt: Market-Based-View 49
5.1.3. Verbindung der beiden Sichtweisen 50
5.2. Integration in ein 'Multiple-Layer Game' des Wettbewerbs 52
5.2.1. Wettbewerb als Kausalkette 52
5.2.2. Drei Phasen des Wettbewerbs 53
6. Zusammenfassung und Bewertung 56
6.1. Zusammenfassung der Ergebnisse 56
6.2. Beurteilung und Ausblick 60
Literaturverzeichnis 62

Arbeit zitieren:
Schumacher, Jan Philipp März 1997: Identifikation strategischer Optionen: Generische Strategien versus Kernkompetenzen?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Industrieökonomik, Kernkompetenzen, Michael Porter, Ressource-Based-View

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