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Identifikation von Kundenproblemen als Grundlage zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit

Dargestellt am Beispiel eines Automobilzulieferers

Identifikation von Kundenproblemen als Grundlage zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Holger Probst
  • Abgabedatum: April 2002
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6141-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6141-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6141-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Probst, Holger April 2002: Identifikation von Kundenproblemen als Grundlage zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Dienstleistung, Marketing, Meßverfahren, Blueprinting, Lieferantenbewertung

Diplomarbeit von Holger Probst

Einleitung:

Seit langem ist bekannt, dass sich die Kernleistungen der Unternehmen mehr und mehr ähneln und sich daher Schlüssel zum Erfolg in der Aufwertung der Kernleistungen durch begleitende und unterstützende Serviceleistungen liegt. Das von den Herstellern angebotene Kernprodukt, unabhängig davon, ob es sich um einfache Komponenten, Systeme oder gar komplexe Maschinen handelt, läßt sich immer schwieriger von dem der Konkurrenz unterscheiden. Hersteller befinden sich oftmals in einer sehr wettbewerbsintensiven Wirtschaftssituation und müssen daher Mittel und Wege finden, um ihre Angebote und Lieferbeziehungen von denen der Konkurrenz zu differenzieren und zusätzliche Nutzen für die Kunden zu schaffen. Natürlich wird es weiterhin Betriebe geben, die eine Strategie des Preiswettbewerbs durch dauerhafte Kostenvorteile verfolgen, doch zählen zu dieser Kategorie von Unternehmen nur wenige.

Im folgenden Beitrag soll eine Analyse der Auswirkung schlechter Serviceleistungen auf die Kosten bzw. die Chancen zur effektiven Kundenbindung und Erlangung von Wettbewerbsvorteilen durch gute Kundenzufriedenheit erstellt werden.

Der Käufermarkt hat sich unlängst in vielen Bereichen vom anonymen Massenmarkt zu individuellen Kundenforderungen gewandelt. Die Geschäftsbeziehungen zwischen Lieferanten und Abnehmern werden durch sich ständig verändernde Markt- und Wettbewerbsbedingungen beeinflußt, die den Reaktionsspielraum von Lieferanten in immer höherem Maße einengen. Schon längst ist der Kunde nicht mehr damit zufrieden, lediglich ein funktionstüchtiges Produkt angeboten zu bekommen, neue Anforderungen an die zwischenbetriebliche Kommunikation rücken in den Vordergrund.

Nach heutigem Stand darf ein gutes Managementkonzept oder eine Praxisanwendung nicht nur den Interessen der Kunden dienen, sondern muß alle Mitarbeiter im Unternehmen einbeziehen und auf Daten und Fakten wurzeln. In dieser Arbeit geht es um die Konzepte, die diese Voraussetzungen erfüllen. Zur praktischen Verdeutlichung soll im folgenden ein Lieferant des Automobilsektors genauer betrachtet werden, der im besonderen Maße durch die Erwartungen und Forderungen seiner Kunden geprägt ist. Zur beispielhaften Darstellung soll dies aus Sicht der Vertriebsabteilung erfolgen. Zunächst bedarf es eines orientierten Grundlagenteils über Begriff und Bedeutung der Dienstleistungsqualität und die systematische Einordnung in das Gesamtsystem der qualitätsrelevanten Aspekte der Kunde-Anbieter-Interaktion.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Vorwort 1
Ausgangssituation 2
1. Begriff und Abgrenzung der Dienstleistung 2
1.1 Terminologische Grundlagen 2
1.2 Definition des Dienstleistungsmarketing 3
1.2.1 Dienstleistungen allgemein 3
1.2.2 Dienstleistungen eines warenerzeugenden Unternehmens 4
1.3 Definition von Qualität im Dienstleistungsprozeß 4
1.4 Zentrale Bedeutung des Marketing für die Dienstleistungsqualität 5
2. Qualitätskriterien 6
2.1 Anforderungen aus Kundensicht 6
2.2 Anforderungen aus Wettbewerbssicht 7
2.3 Anforderungen aus Unternehmenssicht 7
2.4 Qualitätsanforderungen an das Kundenkontaktpersonal. 8
2.4.1 Der „persönliche“ Kauf 8
2.4.2 Förderung der Mitarbeiter in Bezug auf Kundenkontaktsituationen 8
2.5 Marketingforschung: Entscheidungsprozeß durch Informationswirtschaft 9
3. Das zu betrachtende Unternehmen 11
3.1 Beschreibung des Automobilzulieferers 11
3.2 Stellung des Unternehmens 11
3.3 Darstellung der Beispiele aus der Sicht des Vertriebs 12
3.4 Auswahl der Meßverfahren 12
4. Vorsprung durch gute Dienstleistungsqualität 13
4.1 Lieferantenverursachte Beziehungskosten 13
4.1.1 Werterhöhung des Kernproduktes 14
4.1.2 Hochpreisstrategie durch guten Service 14
4.2 Bildung von Präferenzen unter Berücksichtigung der Kundenzufriedenheit 16
4.2.1 Psycho-soziale Grundlagen der Präferenzbildung 16
4.2.2 Vorteile der Differenzierungsstrategie 16
4.3 Zusammenhang zwischen Nutzenwahrnehmung und Kundenzufriedenheit 17
5. Analysierung der Kundenkontaktsituationen. 18
6. Blueprinting 20
6.1 Linien der Wechselwirkung 22
6.2 Interne Prozesse 27
6.3 Vorteile des Blueprinting 28
7. Qualitative Kontaktpunktmessung 29
7.1 Beschwerdeforschung 30
7.1.1 Die Zufriedenheitsforschung 31
7.1.1.1 Grundlagen der Zufriedenheitsforschung 31
7.1.1.2 Vorbeugung von Beschwerden 32
7.1.2 Kundenbeschwerden und ihre Interpretation 33
7.1.2.1 Wahrnehmung der Beschwerden 33
7.1.2.2 Beschwerdeverhalten der Kunden 33
7.1.2.2.1 Reklamationsverhalten von Automobilkonzernen 34
7.1.2.2.2 Beschwerdeverzicht 34
7.1.2.3 Merkmale der Beschwerderegulierung 35
7.1.2.4 Entgegennahme einer Kundenreklamation 35
7.1.2.5 Bedeutung von Beschwerdeinformationen 36
7.1.3 Ziele der Beschwerdepolitik 37
7.2 Erlebnisforschung 39
7.2.1 Sequentielle Ereignismethode 39
7.2.2 Kritische Ereignismethode 40
7.3. Methoden zur Messung des Kundennutzens 41
7.3.1 Rangreihen-/Vorziehungstests 41
7.3.2 Conjoint Analysen als dekompositionelle Methoden 41
7.3.3 (Multiattributive) Verfahren zur Messung von Wichtigkeiten einzelner Servicekomponenten 42
7.3.3.1 Die Grundstruktur ausgewählter Skalierungsverfahren 43
7.3.3.2 Vergleichende Analyse der Hauptvarianten 45
8. Quantitative Kontaktpunktmessung 46
8.1 Frequenz – Relevanz – Analyse 46
8.2 Pareto-Diagramm 50
8.3 Messung von zufriedenheitsorientierten Merkmalen 52
8.3.1 Darstellung von positiven Eindrücken 52
8.3.2 Bedeutungs-Eindrucks-Analyse 52
9. Bedeutung von Lieferantenbewertungen 56
9.1 Vorteile von Lieferantenbewertungen 56
9.1.1 Unterschiedliche Anforderungen der Kunden 56
9.1.2 Vorteile der Datenerhebung und Bewertung durch den Kunden 58
9.1.3 Vorteile von Lieferantenbewertungen gegenüber anderen Auswertungsverfahren 58
9.2 Vergleich von Lieferantenbewertungen 59
9.3 Lernen im Umgang mit Lieferantenbewertungen 61
9.4 Bewertung der Zufriedenheit aus Sicht des Lieferanten 62
10. Resümee 62
10.1 Wesentliche Stellgrößen 62
10.2 Schlußwort 64
Literaturverzeichnis V-X

Automatisiert erstellter Textauszug:

7.1 Beschwerdeforschung Aufgrund der Tatsache, dass Beschwerden in der Regel einen problematischen Sachverhalt konkret benennen und kurz nach dem Erleben des Problems auf Initiative und Kosten des Auftraggebers artikuliert werden, soll als erstes eine Beschwerdeanalyse durchgeführt werden77. Bis heute gibt es keine übereinstimmende Definition und Messung bezüglich des hypothetischen Konstrukts „Kundenzufriedenheit bzw. -unzufriedenheit". Der Großteil der Erklärungsversuche Qualität von geht davon aus, und dass eine subjektiv besteht. wahrgenommene Differenz seitens der von den Kunden erwarteten und tatsächlich wahrgenommenen Dienstleistungen Sachgütern Überschreitet diese Differenz eine bestimmte negative Schwelle des Käufers, so entsteht ein Gefühl der Unzufriedenheit. Umgekehrt entsteht ein Gefühl der Indifferenz beim Überschreiten einer individuell positiv wahrgenommenen Schwelle. Wesentliche Aufgabe der Zufriedenheitsforschung ist es, Unzufriedenheitsquellen herauszufinden, sie zu klassifizieren um dann unterschiedliche Ansatzpunkte zu schaffen, um auf die Reklamationen unternehmenspolitisch zu reagieren78. Die Beschwerdeforschung untergliedert sich im wesentlichen in zwei Teilgebiete mit folgenden Themenschwerpunkten: - Die Kundenzufriedenheit bzw. Zufriedenheitsforschung und - Das Beschwerdeverhalten der Abnehmer 7.1.1 Die Zufriedenheitsforschung Um zufriedene Kunden zu erhalten, muß das Unternehmen deren Wünsche erfüllen, sich also am Nachfrager orientieren und zwar aus Sicht des Käufers und nicht aus eigener Sicht. Jedes Produkt erfordert aufgrund seiner Leistungseigenschaften und seines Preises gewisse Zugeständnisse. Diese Kompromisse kann das Unternehmen nur herausfinden, wenn es Marktforschung betreibt und mit dem Kunden spricht79. 7.1.1.1 Grundlagen der Zufriedenheitsforschung Warum ist es nun so bedeutsam, den Auftraggeber zufriedenzustellen? Der Grund liegt darin, dass der Umsatz eines Unternehmens aus zwei Quellen fließt: Die [...]

Blueprinting stellt eine qualitative Methode dar, die u.a. dazu dienen kann, um die aus Sicht des Kunden relevanten Problembereiche in einer quantitativen Studie zu erweitern. Indem alle im Leistungsprozess wahrgenommenen Schnittstellen mit dem Kunden identifiziert werden, lassen sich die Stärken und Schwächen eines Unternehmens hervorheben72. 7. Qualitative Kontaktpunkt-Messung Um die Ermittlung der Kontaktpunkte darzustellen, gilt es herauszufinden, was in den jeweiligen Momenten tatsächlich passiert ist und wie diese Momente zu bewerten sind73. Bei der qualitativen Kontaktpunkt-Messung geht es vor allem um die Erfassung aller gewöhnlichen Interaktionen und deren subjektiver Wahrnehmung durch den Kunden. Dabei sollen die als besonders intensiv empfundenen positiven und negativen „kritischen" Ereignisse ermittelt werden74. Für die Bewertung der Kontaktpunktsituationen, stellt die Literatur folgende Verfahren dar: - Beschwerdeforschung: Beschwerden unzufriedener Kunden enthalten relevante Informationen, die als Anregungen für nicht einwandfrei abgelaufene Kontaktpunkte anzusehen sind. Kritik als Artikulation unzufriedener Käufer kann als Informationsquelle über mißlungene Kontaktsituationen angesehen werden. Die Beschwerden enthalten relevante Informationen, weil die Nachfrager ihre Probleme subjektiv als gravierend betrachten und deshalb die mit den Reklamationen materiellen und immateriellen Kosten tragen75. - Erlebnisforschung: Darüber hinaus lassen sich Meßansätze erstellen, die sich auf Kundenerlebnisse bzw. -ereignisse konzentrieren und hier zusammenfassend als „Erlebnisforschung" bezeichnet werden. Im Mittelpunkt dieses Verfahrens steht die Überlegung, dass aufgrund von (kritischen) Schlüsselerlebnissen Informationen über qualitätsrelevante Erlebnisse gesammelt werden76. Diese beschriebenen qualitativen Methoden sollen im folgenden genauer untersucht werden. [...]

somit eine Managementaufgabe für alle Mitarbeiter und eine ständige Verpflichtung des Unternehmens zur Qualität im Dienstleistungsprozeß dar65. 6.3 Vorteile des Blueprinting Anhand der Blueprint-Struktur der Abbildungen 6 und 7 erfolgt eine Erklärung der wichtigsten Elemente auf anschauliche Weise. Aufgrund dieser bildlichen Darstellung wird eine Erhöhung der Prozesstransparenz durch Visualisierung erreicht. Die Kunde/Anbieter Schnittstellen werden identifiziert, wodurch sich Probleme und Fehlerquellen besser aufdecken lassen66. Anhand dieser Grundlage können die internen und externen Abläufe auf ihre Effizienz und Effektivität untersucht werden, um organisatorische Schwachstellen und ihre Ursachen zu erkennen und Ansatzpunkte für den Einbau von Verteidigungsmechanismen zu legen. Aufgrund dieses Gutachtens läßt sich eine ideale Informationsbasis erhalten, mit welcher ein Prozeß zur kontinuierlichen Verbesserung der Servicequalität in Gang gesetzt wird67. Bestehende Dienstleistungsprozesse, die unnötige Prozessschritte enthalten, oder sich zu kompliziert darstellen, können neugestaltet werden. Durch effizienz- und effektivitätsbezogene Veränderungen der Prozessabläufe kann der Anbieter ein Redesign oder innovatives Konzept von Dienstleistungsprozessen erarbeiten68. Beispielsweise läßt sich eine Verringerung des Aufwandes bzw. der Durchlaufzeiten durch Reduktion der Komplexität oder Verlagerung von Aktivitäten auf eine andere Ebene des Blueprints (z.B. Lieferung unfrei - ;Verschiebung in Richtung Kunden; Lieferung frei Haus) erreichen69. So kann ein Betrieb größere oder kleinere Teile der Dienstleistungserstellung vorab ohne direkten Kundenbezug erstellen, oder die Entscheidung treffen, für gewisse Aktivitäten andere Unternehmen in Anspruch zu nehmen (Outsourcing)70. Auf diese Weise können Prozesse unter Berücksichtigung der Kundennähe verbessert oder neugestaltet werden. Weiterhin besteht für dieses Verfahren die Verwendung zur Mitarbeiterschulung und –einführung71. [...]

Arbeit zitieren:
Probst, Holger April 2002: Identifikation von Kundenproblemen als Grundlage zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Dienstleistung, Marketing, Meßverfahren, Blueprinting, Lieferantenbewertung

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