Die Identifikation und Klassifikation von Anregungsgehalten zur moralischen Entwicklung in Lehrplänen kaufmännischer Berufschulen
Eine vergleichende quantitativ-qualitative Analyse in methodenkritischer Absicht
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ulrike Winnerlein
- Abgabedatum: September 1994
- Umfang: 135 Seiten
- Dateigröße: 6,7 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1323-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1323-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1323-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Winnerlein, Ulrike September 1994: Die Identifikation und Klassifikation von Anregungsgehalten zur moralischen Entwicklung in Lehrplänen kaufmännischer Berufschulen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Ulrike Winnerlein
Zusammenhang:
Den theoretischen Hintergrund für die Analysen dieser Arbeit bilden Kohlbergs Theorie der moralischen Urteilsfähigkeit unter dem erziehungswissenschaftlichen Aspekt, der Normenkatalog von Colby und Kohlberg (vgl. Colby et al. 1987) und der von Lind als pädagogisches Meßinstrument entwickelte MUT. Denn nach Kohlbergs Theorie ist die Voraussetzung für eine Förderung der moralischen Entwicklung in der Schule zum einen eine bestimmte kognitive Entwicklung und zum anderen die Gelegenheit zur Rollenübernahme bei echten moralischen Konflikten und die daraus resultierende Konfrontation mit Regeln und Werten.
Hier setzt diese Arbeit an. Beginnt ein Jugendlicher eine Berufsausbildung, kann man davon ausgehen, daß er eine gewisse Vorbildung im Sinne der kognitiven Entwicklung besitzt. Die moralische Stimulation soll dann vom jeweiligen Entwicklungsstand des Schülers ausgehen. Obwohl für Kohlberg bereichsspezifisches Zurückbleiben im Entwicklungsstand nur Übergangserscheinungen sind, fanden andere Wissenschaftler Indizien dauerhafter moralischer Segmentierungen u.a. im ökonomischen Bereich, speziell auch in der Arbeitssphäre. Viele Auszubildende neigen dazu, sich im Arbeitsbereich, Betrieb und Beruf rein instrumentell (präkonventionell) zu orientieren, während sie in den anderen Lebensbereichen bereits konventionell urteilen. Gerade wegen der großen Bedeutung der Arbeitssphäre für das soziale System und die Alltagspraxis der Menschen, muß das Ziel der kaufmännischen Berufserziehung zunächst sein, das von Schülern jeweils erreichte Strukturniveau über alle Lebensbereiche hinweg anzugleichen, ehe die nächsthöhere Stufe angestrebt wird. (Vgl. Lempert 1985, S. 395 f) Auf der Basis der Kohlbergtheorie werden den Lehrzielen' der Unterrichtsfächer Volkswirtschafts- (VWL) und Betriebswirtschaftslehre (BWL) der Berufsschuljahrgänge des ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahres moralische Normen und Kohlbergstu-fen zugewiesen.3 Daraus kann abgeleitet werden, welche Stufen des moralischen Urteils im Unterricht angesprochen werden Es wird deshalb zunächst Kohlbergs "Kognitive Entwicklungstheorie des moralischen Urteilens", die er in sechs Stufen unterteilt hat, beschrieben, wobei auch die der Kohlberg-Theorie zugrundeliegenden Denkstrukturen erfaßt und die moralischen Normen erläutert werden.
Danach erfolgt die qualitative Inhaltsanalyse der Lehrpläne der Ausbildungsberufe Bank, Einzelhandel, Industrie und Versicherung der drei zu untersuchenden Bundesländer. Nach einer Übersicht über die Vorgehensweise dieser Analysemethode, wird in einem, gemeinsam mit Harald Dietlmeier erstellten Abschnitt, in einer Beschreibung der Lehrpläne deren unterschiedliche Gestaltungsweise untersucht. So werden bspw. Zeitrichtwerte und didaktische Hinweise zur Vermittlung des Lehrstoffes miteinander verglichen oder Vorbemerkungen unter dem Aspekt betrachtet, ob neben der reinen Wissensvermittlung auch die Förderung der moralischen Urteilsfähigkeit beabsichtigt wird. In einem weiteren Schritt werden den einzelnen Lehrzielen die Kohlbergstufen und Normen zugeordnet und in tabellarischen Übersichten erfaßt und illustriert (vgl. Anhang II A und B). Eine Auswertung der Ergebnisse soll Informationen liefern über eine mögliche Vermittlung von moralischen Werten während der beruflichen Ausbildung.
Bei der nun stattfindenden, quantitativen Inhaltsanalyse wird zunächst wiederum deren Vorgehensweise beschrieben. Anschließend erfolgt ein Programmdurchlauf mit INTEXT für das Wörterbuch, das in Hauptseminaren von Studenten der Wirtschaftspädagogik für das Softwareprogramm TEXTPACK PC erstellt wurde, um moralische Gehalte in Lehrplänen von bspw. Wirtschafts- oder Berufsschulen aufzuzeigen. Im weiteren erfolgt die Begründung, Anwendung und Auswertung von, auf der Basis der qualitativen Analyse erstellten Schlagwortkataloge, für die Zuordnung der Kohlbergstufen bzw. der moralischen Werte. Eine Auswertung dieser Ergebnisse und die Gegenüberstellung mit denen der qualitativen Analyse bilden einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit.. Nun werden sowohl die Ursachen für das Abweichen der beiden Analysemethoden durch das Begründen nicht akzeptierten Matchings erläutert als auch die Möglichkeit einer Substitution der interpretativen durch die computergestützte Analyse diskutiert.
Inhaltsverzeichnis:
| Tabellenverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 2. | Kohlbergs Theorie der Entwicklung des moralischen Urteilens | 6 |
| 2.1 | Theoretischer Ausgangspunkt für einen strukturgenetischen Ansatz | 6 |
| 2.1.1 | Empirische Fundierung | 6 |
| 2.1.2 | Stufen der moralischen Entwicklung und ihre Charakteristika | 10 |
| 2.2 | Pädagogische Schlußfolgerung | 15 |
| 3. | Qualitative Lehrplananalyse für die Ausbildungsberufe Bank-, Einzelhandel-, Industrie- und Versicherungskaufmann / -frau der Bundesländer Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen auf das Vorhandensein moralischer Anregungsgehalte | 21 |
| 3.1 | Erläuterung zu der Vorgehensweise bei der qualitativen Analyse | 21 |
| 3.2 | Lehrplanbeschreibung | 24 |
| 3.3 | Interpretative Zuordnung der Lehrziele | 31 |
| 3.3.1 | Stufen der moralischen Entwicklung nach Kohlberg | 31 |
| 3.3.2 | Moralische Normen | 47 |
| 4. | Quantitative Lehrplananalyse für die Ausbildungsberufe Bank-, Einzelhandel-, Industrie und Versicherungskaufmann / -frau der Bundesländer Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen mit Hilfe des Computerprogramms INTEXT | 60 |
| 4.1 | Vorgehensweise bei der quantitativen Inhaltsanalyse | 60 |
| 4.2 | Bisheriges Diktionär und seine Verbesserungsvorschläge | 62 |
| 4.3 | Erstellung eines Schlagwortkatalogs auf der Basis der qualitativen Analyse | 65 |
| 5. | Gegenüberstellung der qualitativen und quantitativen Inhaltsanalyse | 69 |
| 5.1 | Abweichungen der Ergebnisse der qualitativen und quantitativen Analyse und ihre Ursachen | 69 |
| 5.2 | Diskussion der Möglichkeit einer Substitution der qualitativen durch die quantitative Analyse | 73 |
| Anhang A: Überblick über Lernbereiche, -ziele und -inhalte | 82 | |
| Anhang B: Diktionär der Kohlbergstufenzuordnung | 84 | |
| Anhang C: Identifikatoren für die Lehrpläne | 117 | |
| Literaturverzeichnis | 119 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 125 | |
| Diskette mit Arbeits- und Ergebnisdateien | ||
| Anhang II |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832413231
Arbeit zitieren:
Winnerlein, Ulrike September 1994: Die Identifikation und Klassifikation von Anregungsgehalten zur moralischen Entwicklung in Lehrplänen kaufmännischer Berufschulen, Hamburg: Diplomica Verlag
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