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Identifikation und Gewichtung von Erfolgsfaktoren vertikaler elektronischer B2B-Marktplätze am Beispiel der chemischen Industrie

Identifikation und Gewichtung von Erfolgsfaktoren vertikaler elektronischer B2B-Marktplätze am Beispiel der chemischen Industrie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Volker Kohlhaas
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 3,3 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4948-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4948-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4948-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kohlhaas, Volker Januar 2002: Identifikation und Gewichtung von Erfolgsfaktoren vertikaler elektronischer B2B-Marktplätze am Beispiel der chemischen Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: B2B (Business-to-Business), Erfolgsfaktoren, elektronische Marktplätze, chemische Industrie, E-Commerce

Diplomarbeit von Volker Kohlhaas

Einleitung:

Im Rahmen der permanenten Optimierungsaufgaben in der Industrie hält die komplexe Restrukturierung der Geschäftsprozesse in den Unternehmen intern und auch in ihren Außenbeziehungen an. Mit ihren umfangreichen Informations- und Kommunikationsflüssen stehen dabei die Handelsbeziehungen (Beschaffung und Verkaufsaktivitäten) zwischen den Unternehmen im Vordergrund vieler Optimierungsbemühungen. Hierbei nimmt die elektronische Beschaffung einen ausgeprägten Platz ein.

In den letzten Jahren sind durch das Internet neue Möglichkeiten für eine effizientere Abwicklungsgestaltung der Handelsbeziehungen entstanden. Mit den offenen Standards des Internets können deutlich komplexere Organisationslösungen gestaltet werden, als dies bspw. mit Electronic Data Interchange (EDI) der Fall ist. Diese Möglichkeiten machen sich elektronische Marktplätze (eMP) – als konsequente Weiterentwicklung von web-basierten Sell- und Buy-Side-Lösungen – zunutze. Es entstanden binnen kurzer Zeit, durch einen regelrechten Gründungsboom, elektronische Marktplätze für alle möglichen Handelsbeziehungen. Darunter sind auch die Marktplätze für den Business-to-Business (B2B) Bereich, dem Umfeld der Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen.

Fast alle relevanten Forschungsinstitute und Experten für den B2B-Handel sind sich einig darüber, dass der digitale Handel einen lukrativen Anteil an dem gesamten B2B-Handelsvolumen erreichen wird. Daraus ist ein wirtschaftlich interessantes Geschäftsfeld mit Wachstumspotenzial ableitbar.

Allerdings folgte der Gründungseuphorie schon bald eine abrupte Phase der Abkühlung. Unzureichende strategische Ausrichtungen von Marktplätzen, mangelnde Finanzkraft, ein Überangebot an eMP oder Angebote ohne den erkennbaren Mehrwert für die Nutzer führten in die Fusions- und Konsolidierungsphase.

Jetzt werden die Bemühungen intensiviert, um Kenngrößen auszumachen, mit deren Hilfe eine Marktplatzimplementation und dessen operativer Betrieb geplant und gesteuert werden können.

Gang der Untersuchung:

Im Rahmen dieser Arbeit sollen Kenngrößen eruiert und problematisiert werden, die zur Erfolgsplanung und -steuerung eines elektronischen Marktplatzes geeignet sind. Der Fokus liegt hierbei auf einem vertikalen B2B-Marktplatz in der Chemiebranche. Hierzu wird dessen Charakteristik im Umfeld anderer Marktplatzausprägungen abgegrenzt. Systemtechnische Faktoren werden nicht in die Betrachtungen einbezogen.

Die aus den Literatur- und Quellenrecherchen erfassten und interpretierten problemrelevanten theoretischen Ansätze sind anhand zweier Fallbeispiele aus der chemischen Industrie zu verifizieren. Über logische Argumentationsfolgen von Ursache- und Wirkungsbeziehungen, Wechselbeziehungen und Wirkungsüberlagerungen der identifizierten Erfolgsfaktoren wird deren Gewichtung aufgebaut. Das Ergebnis der Identifikation und Gewichtung wird über ein Schaubild mit ordinaler Skalierung dargestellt.

In Kapitel 1 wird der elektronische Marktplatz als Optimierungswerkzeug für Beschaffungs- und Vertriebsprozesse dargestellt. Es erfolgt eine kurze Beschreibung der Zielsetzung dieser Arbeit.

In Kapitel 2 werden zum einen thementypische Begriffe erklärt, zum anderen wird der elektronische B2B-Marktplatz abgegrenzt zu anderen elektronischen Marktformen. Danach werden unterschiedliche Organisationsmodelle von elektronischen Marktplätzen, verschiedene Zielsetzungen und Architekturen behandelt. Im Rahmen dieser theoriebasierten Darlegungen wird der vertikale B2B-Marktplatz immer spezifischer fokussiert. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden nur noch elektronische Marktplätze der chemischen Industrie behandelt.

Kapitel 3 befasst sich mit spezifischen Branchenmerkmalen, den Ausprägungen der Faktoren aus Kapitel 2 in der Chemiebranche und den Einzeldarstellungen der Fallbeispiele.

In Kapitel 4 werden zunächst die wesentlichen Gesichtspunkte aus den vorgelagerten Kapiteln zusammengefasst. Danach erfolgt ein kurzer Ausblick auf die Arbeiten in Kapitel 5.

Das Kapitel 5 dient der Identifizierung der marktplatzspezifischen Erfolgsfaktoren. Unter Berücksichtigung der möglichen Faktorbeeinflussung durch den Marktplatzbetreiber, der Faktorinterdependenzen, der Faktoranwendung in den Fallbeispielen und einer Gesamtargumentation werden die Erfolgsfaktoren gewichtet. Ein Ausschluss einzelner Faktoren vom Gewichtungsverfahren wird begründet.

Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse erfolgt zu Beginn des Kapitels 6. Im Anschluss wird ein Ausblick aus den in der Arbeit gewonnenen Erkenntnissen abgeleitet. Hierbei finden besonders die über die Fallbeispiele erkennbaren Verhaltensmuster der Branchenunternehmen Berücksichtigung.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Der elektronische Marktplatz im Zentrum der Handelspartner 1
1.2 Ziel der Arbeit 2
1.3 Struktur der Arbeit 2
2. Der vertikale elektronische B2B–Marktplatz: Grundlagen und seine potenziellen Erfolgsfaktoren 4
2.1 Abgrenzung der Organisationsformen elektronischer Marktplätze 4
2.2 Begriffliche Klärung des elektronischen B2B-Marktplatzes 6
2.3 Organisationsmodelle des elektronischen B2B-Marktplatzes 7
2.3.1 Organisatorische Unterteilung des B2B–Marktplatzes nach der Zuordnung gehandelter Güter und Dienstleistungen 7
2.3.2 Start-Up und Industrie-Marktplätze 8
2.3.3 Ausprägungsformen des Industriemarktplatzes 10
2.4 Der Erfolgsfaktor eines elektronischen B2B–Marktplatzes: Definition, Variabilität und Zusammenhänge 15
2.4.1 Erfolgsfaktor – Definition und allgemeine Beschreibung 15
2.4.2 Die Variabilität des Erfolgsfaktors auf der Zeitachse 16
2.4.3 Der Zusammenhang von Mehrwert und Erfolgsfaktor 18
2.5 Marktplatzkriterien als potenzielle Erfolgsfaktoren 20
2.5.1 Faktor Branchenkenntnis 20
2.5.2 Faktor Geschäftsmodell 21
2.5.3 Faktor Kritische Masse 29
2.5.4 Faktor Liquidität 30
2.5.5 Faktor Neutralität 31
2.5.6 Faktor Geschwindigkeit 33
2.5.7 Faktor Strategische Partnerschaften 34
2.5.8 Faktor Value-Added-Services 35
2.5.9 Faktor Integration 38
2.5.10 Faktor Technologie / Standards 41
2.5.11 Faktor Sicherheit und Vertrauen 44
2.5.12 Faktor Finanzielle Ausstattung 45
2.5.13 Faktor Brand und Marketing 46
2.6 Branchenkriterien als potenzielle Erfolgsfaktoren 47
2.6.1 Faktor Marktgröße 47
2.6.2 Faktor Marktfragmentierung 47
2.6.3 Faktor Transaktionshäufigkeit 48
2.6.4 Faktor Komplexität der Wertschöpfungskette 48
2.6.5 Faktor IT-Vertrautheit 49
2.7 Produktkriterien als potenzielle Erfolgsfaktoren 50
2.7.1 Faktor Produktspezifität 50
2.7.2 Faktor Standardisierbarkeit 50
2.7.3 Faktor Verderblichkeit 50
2.7.4 Faktor Erklärungsbedürftigkeit 51
2.7.5 Faktor Digitalisierbarkeit 51
2.7.6 Faktor Immaterielles Gut 52
2.7.7 Faktor Produktkomplexität 52
3. Fallbeispiele aus der Chemiebranche: Elemica und ChemConnect 54
3.1 Allgemeine Merkmale der chemischen Industrie 54
3.2 Branchenkriterien in der chemischen Industrie 58
3.2.1 Marktgröße 58
3.2.2 Marktfragmentierung 58
3.2.3 Transaktionshäufigkeit 59
3.2.4 Komplexität der Wertschöpfungskette 59
3.2.5 IT-Vertrautheit 60
3.3 Produktkriterien in der chemischen Industrie 61
3.3.1 Produktspezifität 61
3.3.2 Standardisierbarkeit 61
3.3.3 Verderblichkeit 61
3.3.4 Erklärungsbedürftigkeit 61
3.3.5 Digitalisierbarkeit 61
3.3.6 Immaterielles Gut 62
3.3.7 Produktkomplexität 62
3.4 Marktplatzkriterien: Fallstudie Elemica 63
3.4.1 Überblick über das Unternehmen 63
3.4.2 Branchenkenntnis 64
3.4.3 Geschäftsmodell 65
3.4.4 Kritische Masse 68
3.4.5 Liquidität 69
3.4.6 Neutralität 69
3.4.7 Geschwindigkeit 70
3.4.8 Strategische Partnerschaften 70
3.4.9 Value-Added-Services 71
3.4.10 Integration 71
3.4.11 Technologie / Standards 73
3.4.12 Sicherheit und Vertrauen 73
3.4.13 Finanzielle Ausstattung 74
3.4.14 Brand und Marketing 74
3.5 Marktplatzkriterien: Fallstudie ChemConnect 75
3.5.1 Überblick über das Unternehmen 75
3.5.2 Branchenkenntnis 76
3.5.3 Geschäftsmodell 77
3.5.4 Kritische Masse 81
3.5.5 Liquidität 82
3.5.6 Neutralität 82
3.5.7 Geschwindigkeit 82
3.5.8 Strategische Partnerschaften 82
3.5.9 Value-Added-Services 83
3.5.10 Integration 83
3.5.11 Technologie / Standards 84
3.5.12 Sicherheit und Vertrauen 84
3.5.13 Finanzielle Ausstattung 85
3.5.14 Brand und Marketing 85
3.6 Elemica und ChemConnect im direkten Vergleich 86
4. Zwischenergebnis und weitere Tätigkeiten 88
5. Identifizierung und Gewichtung der Erfolgsfaktoren für vertikale elektronische B2B-Marktplätze der chemischen Industrie 90
5.1 Vorgehensweise 90
5.2 Ausschluss einzelner Faktoren 91
5.2.1 Branchenkriterien 91
5.2.2 Produktkriterien 93
5.3 Argumentation zur Gewichtung der identifizierten Erfolgsfaktoren 95
5.3.1 Branchenkenntnis 95
5.3.2 Geschäftsmodell 96
5.3.3 Kritische Masse 98
5.3.4 Liquidität 99
5.3.5 Neutralität 100
5.3.6 Geschwindigkeit 100
5.3.7 Strategische Partnerschaften 101
5.3.8 Value-Added-Services 102
5.3.9 Integration 102
5.3.10 Technologie / Standards 103
5.3.11 Sicherheit und Vertrauen 104
5.3.12 Finanzielle Ausstattung 105
5.3.13 Brand und Marketing 105
5.3.14 Transaktionshäufigkeit 106
5.4 Darstellung der Gewichtung der identifizierten Erfolgsfaktoren 107
6. Zusammenfassung und Ausblick 108
Literaturverzeichnis 111
Glossar 119

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unter fragmentierten Märkten versteht man Märkte mit einer besonders großen Anzahl von Marktteilnehmern. Gleichzeitig ist die Fragmentierung auch ein Indiz für die Marktmacht eines Key Players, die durch seinen Marktanteil zum Ausdruck kommt [RüSz00, S. 4f.]. Elektronische Marktplätze erzeugen innerhalb fragmentierter Märkte den größten Mehrwert für die Marktteilnehmer [MeLy00, S. 3]. Umgekehrt stellt sich die Situation für den Marktplatzbetreiber am besten dar, je mehr Käufer und Verkäufer fragmentiert sind [MeLy00, S. 11]. Der Betrieb eines eMP scheint sich also besonders in solchen Märkten anzubieten, da sowohl der Betreiber als auch die Marktteilnehmer profitieren, wie z.B. durch erhöhte Transparenz, die sich letztlich in sinkenden Preisen auszahlt [RüSz00, S. 5]. [...]

Das Umsatzvolumen der Branche ist für einen eMP eine wichtige Kenngröße für die Erfolgsaussicht des Marktplatzes. Bei entsprechend hohem Branchenumsatz ist eine ausreichende Einnahmequelle in Aussicht gestellt [RüSz00, S. 4]. Aus Sicht des Marktplatzbetreibers sind große Märkte mit möglichst vielen Ineffizienzen in den Wertschöpfungsketten ideal. Allerdings bedarf es einer kritischen Hinterfragung, warum die Geschäftsprozesse in der Branche immer noch relativ ineffizient sind. Möglicherweise gibt es Gründe dafür. Es könnte sein, dass die Branche generell inflexibel mit Veränderungen umgeht und deshalb durch ein überdurchschnittlich hohes Niveau an Ineffizienzen gekennzeichnet ist [MeLy00, S. 38]. Trotzdem ist das Engagement für den Betrieb eines eMP auf einem großen Markt angezeigt. Bei der Zielannahme, dass eMP Ineffizienzen des Marktes reduzieren, bleiben in einem großen, auch relativ effizienten Markt, immer noch genügend Unwirtschaftlichkeiten zu beseitigen, d.h. dem Marktplatzbetreiber bietet sich absolut ein großer Markt zur Beseitigung der Ineffizienzen [MeLy00, S. 11]. Mit dem Einsatz eines eMP kann auch auf die erreichbare Marktgröße Einfluss genommen werden. So vergrößert sich der Zielmarkt, wenn sich der eMP global orientiert und damit geographisch expandiert. In diesem Fall erweitert sich der Markt über Landesgrenzen hinaus [Favi00, S. 12]. [...]

Es bedarf großer Marketinganstrengungen, um den Marktnutzern die Erfolgsaussichten auf der Plattform und das Potenzial des Marktes zu vermitteln. Mit kleinen, aber prägnanten Nutzen wird versucht, eine besondere Anziehungskraft auf die Teilnehmer auszuüben, ohne dass der Vorteil substanziell sein muss. Es geht dabei mehr um eine vordergründige Unterscheidung zu anderen Marktanbietern. Partnerschaften werden mit einiger Kreativität dazu genutzt, um darüber die Neutralität einer Plattform zum Ausdruck zu bringen. Im Fall von Konsortien-Marktplätzen werden dazu sogar „neutrale“ Spin-Off‘s gegründet, um mit einem neuem Namen, Teilnehmer anzusprechen und zu binden. Vor allem müssen die Verkäufer über Marktpotenziale und Erfolgswahrscheinlichkeiten des Projektes „Marktplatz“ informiert werden. Je unüberschaubarer sich das Marktplatzangebot in einer Branche darstellt, um so mehr muss das Marketing dazu genutzt werden, sich von anderen eMP positiv abzusetzen [NeLa01, S. 39f.]. Obwohl die Außenwirkung eines eMP ein bedeutsames Unterscheidungsmerkmal zu den konkurrierenden eMP ausmacht, haben viele Betreiber mittlerweile die Marketingbudgets gekürzt, um der steigenden Cash-Burn-Rate36 entgegenzuwirken [BuKr01-ol]. Sollte man sich doch für Marketingaktionen entscheiden, so sollte dies in Form von Zielgruppenmarketing geschehen: denn nur potenzielle Marktteilnehmer stellen eine mögliche Einnahmequelle für den eMP dar, nicht die gesamte InternetIndustrie [MaSc00a, S. 4]. [...]

Arbeit zitieren:
Kohlhaas, Volker Januar 2002: Identifikation und Gewichtung von Erfolgsfaktoren vertikaler elektronischer B2B-Marktplätze am Beispiel der chemischen Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
B2B (Business-to-Business), Erfolgsfaktoren, elektronische Marktplätze, chemische Industrie, E-Commerce

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