Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Identifikation und Bewältigung von Liquiditätskrisen in mittelständischen Unternehmen

Identifikation und Bewältigung von Liquiditätskrisen in mittelständischen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Robert Wiesner
  • Abgabedatum: Mai 2003
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 872,7 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6997-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6997-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6997-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wiesner, Robert Mai 2003: Identifikation und Bewältigung von Liquiditätskrisen in mittelständischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Insolvenzrecht, Insolvenzursachen, Liquiditätsanalyse, Liquiditätsplanung, Forderungsmanagement

Diplomarbeit von Robert Wiesner

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Identifikation und Bewältigung von Liquiditätskrisen in mittelständischen Unternehmen unter Berücksichtigung finanzwirtschaftlicher und rechtlicher Aspekte. Im Vordergrund steht die Erhaltung der Unternehmensexistenz.

Im Jahr 2002 hat Deutschland mit 37.700 Unternehmensinsolvenzen einen neuen bedauerlichen Nachkriegshöchststand erreicht. Ausgehend von dieser besorgniserregenden Entwicklung werden zunächst die finanzwirtschaftlichen Hauptursachen analysiert. Dabei stellt sich heraus, dass schlechtes Zahlungsverhalten, Forderungsausfälle, geringe Eigenkapitalquoten und die unmittelbar damit verbundene Schwierigkeit, Kredite zu erhalten, die häufigsten Insolvenzursachen sind.

Bevor sich mittelständische Unternehmen dem Ziel widmen können, Liquiditätskrisen durch den Einsatz geeigneter Maßnahmen erfolgreich zu bewältigen, ist es erforderlich, diese bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Zu diesem Zweck werden zwei Identifikationsinstrumente explizit vorgestellt: die jahresabschlussorientierte Liquiditätsanalyse und die zahlungsorientierte Liquiditätsplanung.

Ist die Liquiditätskrise identifiziert, so hat die Unternehmensleitung genügend Handlungsspielraum, um geeignete Sicherungsmaßnahmen einleiten zu können. Die genannten finanzwirtschaftlichen Hauptursachen einer Insolvenz machen es notwendig, besonders ausführlich die Vorzüge eines effizienten Forderungsmanagements und alternative Finanzierungsinstrumente zum Bankkredit zu erläutern und zu beurteilen.

Abschließend geht es darum, inwieweit die Kreditinstitute mittelständischer Unternehmen zur Bewältigung von existenzbedrohenden Liquiditätskrisen beitragen können.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einführung in die Thematik 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIEL DER ARBEIT 1
1.2 BESCHREIBUNG DER VORGEHENSWEISE 3
1.3 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN UND ABGRENZUNGEN 4
1.3.1 Mittelständische Unternehmen 4
1.3.1.1 Begriff und Abgrenzung zu Großunternehmen 4
1.3.1.2 Abgrenzung zur Definition der Europäischen Kommission 8
1.3.2 Die Liquiditätskrise und Abgrenzungen 9
1.3.3 Die Insolvenz als kodifizierte Liquiditätskrise 12
1.3.3.1 Die Insolvenzgründe 13
1.3.3.2 Die Ziele des Insolvenzverfahrens 15
2. Bedeutung und Probleme mittelständischer Unternehmen 17
2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHER STELLENWERT 17
2.2 MITTELSTÄNDISCHE UNTERNEHMENSINSOLVENZEN IM JAHR 2002 18
2.3 EMPIRISCHE INSOLVENZURSACHENFORSCHUNG 20
2.3.1 Schlechtes Zahlungsverhalten und Forderungsausfälle 22
2.3.2 Unzureichende Eigenkapitalausstattung 26
3. Instrumente zur Identifikation von Liquiditätskrisen 34
3.1 ARGUMENTE FÜR DIE IMPLEMENTIERUNG VON IDENTIFIKATIONSINSTRUMENTEN 34
3.2 DAS INSTRUMENT DER JAHRESABSCHLUSSORIENTIERTEN LIQUIDITÄTSANALYSE 36
3.2.1 Bestandsgrößenorientierte Liquiditätskennzahlen 37
3.2.1.1 Erläuterung der Kennzahlen 38
3.2.1.1.1 Goldene Finanzierungsregel 38
3.2.1.1.2 Goldene Bilanzregel 39
3.2.1.1.3 Liquiditätsgrade 41
3.2.1.1.4 Working Capital 42
3.2.1.2 Bewertung der Kennzahlen 43
3.2.2 Stromgrößenorientierte Liquiditätskennzahlen 45
3.2.2.1 Erläuterung der Kennzahlen 47
3.2.2.1.1 Der indirekte Cashflow 47
3.2.2.1.2 Die Entschuldungsfähigkeit 48
3.2.2.2 Beurteilung der Kennzahlen 49
3.3 DAS INSTRUMENT DER ZAHLUNGSORIENTIERTEN LIQUIDITÄTSPLANUNG 50
3.3.1 Beachtung der Planungsgrundsätze 50
3.3.2 Formaler Aufbau eines Liquiditätsplans 51
3.3.2.1 Sachliche Struktur 51
3.3.2.2 Zeitliche Struktur 52
3.3.2.3 Beispiel eines Liquiditätsplans 54
3.3.3 Die Planerstellung 55
3.3.3.1 Die passive Rolle des Liquiditätsplans 55
3.3.3.2 Sukzessive Planerstellung 55
3.3.3.3 Prognoseverfahren 56
3.3.4 Der Planausgleich 57
3.3.5 Die Plankontrolle 58
3.3.6 Kritische Würdigung 59
4. Liquiditätssicherungsmaßnahmen in mittelständischen Unternehmen 60
4.1 DIE BAUSTEINE EINES EFFIZIENTEN FORDERUNGSMANAGEMENTS 60
4.1.1 Bonitätsprüfung der Geschäftspartner 60
4.1.2 Absicherung von Forderungen aus Lieferantenkrediten 63
4.1.2.1 Vertragliche Absicherung des Terminrisikos 64
4.1.2.2 Vertragliche Absicherung des Ausfallrisikos 64
4.1.2.2.1 Eigentumsvorbehalt 65
4.1.2.2.2 Sicherungsübereignung 67
4.1.2.2.3 Bürgschaft 70
4.1.2.2.4 Abschluss einer Forderungsausfallversicherung 72
4.1.3 Maßnahmen der Rechnungslegung 73
4.2 SANIERUNGSFINANZIERUNG DURCH VERMÖGENSABBAU 74
4.2.1 Verkauf von Forderungen 75
4.2.1.1 Factoring 75
4.2.1.2 Asset Backed Securities 78
4.2.2 Sale and lease back 80
4.2.3 Verkauf des nicht betriebsnotwendigen Vermögens 81
5. Finanzwirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen der Kreditinstitute 82
5.1 STUNDUNG UND UMSCHULDUNG 82
5.2 SICHERHEITENFREIGABE 83
5.3 FORDERUNGS- UND ZINSVERZICHT 83
5.4 SANIERUNGSKREDIT 84
6. Abschließende Betrachtung 86
Literaturverzeichnis 87

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im ersten Kapitel werden in einer Einführung die Problemstellung und die Zielvorgabe der Arbeit beschrieben. Anschließend werden die maßgeblichen Begriffe „mittelständische Unternehmen“, „Liquiditätskrise“ und „Insolvenz“ definiert und ggf. im Sinne einer genaueren Charakterisierung von anderen Definitionsansätzen bzw. von anderen Begrifflichkeiten abgegrenzt. Im zweiten Kapitel erfolgt eine vertiefte Einführung in die Thematik. Zu diesem Zweck wird zunächst die Bedeutung des Mittelstandes für die gesamtdeutsche Wirtschaft erörtert. Empirische Ergebnisse, Fakten, Zahlen und Argumente insbesondere zur besorgniserregenden Entwicklung mittelständischer Unternehmensinsolvenzen und zu den dafür verantwortlichen finanzwirtschaftlichen Hauptursachen runden das zweite Kapitel ab und dokumentieren den wachsenden Handlungsbedarf hinsichtlich der vordringlichen Aufgabe - der Existenzsicherung - im Mittelstand. Bevor sich mittelständische Unternehmen dem Ziel widmen, Liquiditätskrisen durch den Einsatz geeigneter Maßnahmen erfolgreich zu bewältigen, ist es erforderlich, dass sie diese bereits in einem frühen Stadium erkennen. Im dritten Kapitel werden zwei Identifikationsinstrumente vorgestellt. Die jahresabschlussorientierte Liquiditätsanalyse beschäftigt sich mit der Darstellung und Bewertung bestands- und stromgrößenorientierter Liquiditätskennzahlen aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (im Folgenden kurz GuV genannt). Mit diesen Größen wird versucht, die zukünftige Zahlungsfähigkeit abzuschätzen. Im Anschluss wird das Instrument der zahlungsorientier- [...]

Im Rahmen dieser Entwicklung sind zwei Aspekte besonders zu beachten: Erstens betreffen die Unternehmensinsolvenzen ganz überwiegend mittelständische Unternehmen. Zweitens ist bei Personengesellschaften meist die Zahlungsunfähigkeit (Illiquidität) bzw. bei Kapitalgesellschaften meist die Überschuldung der Insolvenzgrund2. Aus diesem Trend zeigt sich, dass die Sicherstellung der Liquidität offensichtlich eine Aufgabe ist, die immer häufiger nicht bewältigt werden kann und damit zu einem gravierenden existenzbedrohenden Problem wird. Für viele insolvenzgefährdete mittelständische Unternehmer werden vordergründig exogene (außerbetriebliche) Krisenursachen wie Konjunktureinbrüche, Absatzrückgänge, eine hohe Steuer- und Abgabenbelastung oder negative Entwicklungen bei wichtigen Kunden als Erklärung für eine liquiditätsbedingte Krise herangezogen. Doch in der Realität geraten Unternehmen nur selten allein aufgrund äußerer Umstände in eine Liquiditätskrise. Akute Liquiditätsnöte haben i.d.R. eine lange innerbetriebliche (endogene) Vorgeschichte im Finanzierungsbereich3. Alarmzeichen sind z.B. erste Zahlungsschwierigkeiten. Bereits in diesem Stadium reagieren Lieferanten (einschließlich der hinter ihnen stehenden Warenkreditversicherer) und Banken nervös und leiten Maßnahmen zur Sicherung ihrer Forderungen ein4. Zahlungseingänge verzögern sich oder bleiben aus, die Liquiditätssituation verschlechtert sich weiter. Schnell ist ein mittelständisches Unternehmen dann dauerhaft nicht in der Lage, die fälligen Verbindlichkeiten zu bezahlen. Dies zwingt die Unternehmer, Kreditlinien zu überschreiten und Zahlungen an die Lieferanten hinauszuzögern. Droht die akute Liquiditätskrise chronisch zu werden, ist es meistens schon zu spät für eine gründliche Analyse und Therapie5. Die dargestellten Probleme machen deutlich, dass zur Überwindung von existenzbedrohenden Liquiditätskrisen Instrumente zur frühzeitigen Erkennung und Maßnahmen zu deren Bewältigung notwendig sind. Deshalb besteht das Ziel der vorliegenden Arbeit darin, mittelständischen Unternehmen ausführlich zwei Instrumente zur Krisen2 3 [...]

Hinsichtlich der Beurteilung von stromgrößenorientierten Cashflowkennzahlen, die auf Daten von Jahresabschlüssen basieren, ist zu erwähnen, dass auch sie nicht die Informationsgrenzen überspringen können, welche die Jahresabschlüsse setzen. Sie sind immer retrospektiv, d.h. vergangenheitsbezogen153. Bei einem aus dem Jahresabschluss abgeleiteten Cashflow gestaltet sich die Prognose der zukünftigen Zahlungsfähigkeit schwierig, da ein auf indirektem Wege ermittelter Cashflow, der selbst nur erfolgswirksame und keine direkten zahlungswirksamen Komponenten enthält, die zukünftigen Zahlungen und damit einen möglichen finanzwirtschaftlichen Überschuss nur grob abschätzen kann154. Trotz dieser Defizite ist ein auf diese Weise ermittelter Cashflow immer noch von höherem Informationswert bezüglich des möglichen finanzwirtschaftlichen Überschusses als ein völliger Verzicht auf seine Ermittlung und Interpretation, sofern der Überschuss entsprechend kritisch beurteilt wird. Aus diesem Grund kann der Cashflow für Unternehmensleitungen von KMU, die keinen Liquiditätsplan erstellen, ein grober Orientierungsmaßstab für den zukünftigen finanzwirtschaftlichen Überschuss sein155. Die stromgrößenorientierten Cashflowkennzahlen aus der GuV und die bestandsgrößenorientierten Bilanzstrukturregeln sind die wesentlichen Komponenten der jahresabschlussorientierten Liquiditätsanalyse. Sie sollte in mittelständischen Unternehmen als Bestandteil eines Gesamtkonzeptes zur Identifikation künftiger Liquiditätskrisen implementiert werden. [...]

Arbeit zitieren:
Wiesner, Robert Mai 2003: Identifikation und Bewältigung von Liquiditätskrisen in mittelständischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Insolvenzrecht, Insolvenzursachen, Liquiditätsanalyse, Liquiditätsplanung, Forderungsmanagement

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren