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Ideale temporale Muster als kognitive Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit

Eine qualitative Studie am Beispiel engagierter Ausdauersportler

Die Dissertation wurde 2005 mit dem "Toyotapreis" der Toyota Deutschland GmbH für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet.
Ideale temporale Muster als kognitive Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Dirk Steinbach
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 270 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8091-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8091-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8091-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Dissertation wurde 2005 mit dem "Toyotapreis" der Toyota Deutschland GmbH für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Steinbach, Dirk März 2004: Ideale temporale Muster als kognitive Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kognition, Mentale Modelle, Zeitverwendung, Ausdauersport, Wissen

Dissertation / Doktorarbeit von Dirk Steinbach

Erläuterung zur Auszeichnung: Die Dissertation wurde 2005 mit dem "Toyotapreis" der Deutschen Sporthochschule Köln und der Toyota Deutschland GmbH für herausragende wissenschaftliche Arbeiten des sportwissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet.

Einleitung:

Die Fähigkeit zum Umgang mit der Zeit, die Plattner (1990) definiert als Fähigkeit zur „Ausrichtung des Handelns an selbst bestimmten sowie an von außen vorgegebenen zeitlichen Strukturierungen, die Planung und Einteilung von Zeit sowie das Ausfüllen von Zeit mit bestimmten Tätigkeiten“ oder, mit anderen Worten, der Besitz von Zeitkompetenz im Sinne der „Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen, selbst bestimmt und eigenverantwortlich die [Alltags- und] Lebenszeit zu gestalten“ (Freericks 1996), wird für Mitglieder moderner Gesellschaften zusehends wichtiger.

Unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und auf ganz unterschiedliche Art und Weise bewältigen Menschen Tag für Tag den „Balanceakt Zeit“ (Garhammer 1994). Dabei erfahren und erleben selbstverständlich nicht alle Individuen die Anforderungen des richtigen Umgangs mit der Zeit als Balanceakt knapper zeitlicher Ressourcen. Insbesondere für diejenigen, „...die in Ausbildung, Vollerwerb und Normalarbeitsverhältnissen sowie unter der Last `familialer Vollrollen´[stehen], werden diese Anforderungen jedoch zu einem zentralen Problem der Bewältigung des Alltags. Dabei tragen nicht ausschließlich die Rollenanforderungen des Arbeits- oder Familiensystems zu Problemen im Umgang mit der Zeit bei, sondern auch mehr und mehr diejenigen Anforderungen, die sich aus den Ansprüchen selbst gewählter Rollen des Freizeitsystems ergeben. In dem Maße, in dem Menschen sich in so genannten „Serious Leisure Activities“ (Stebbins 2000) engagieren und sich über solche Aktivitäten identifizieren, tritt die Freizeitgestaltung häufig als gleichwertiger Zeitgeber neben Arbeit und Familie.

Gerade bei in Ausdauersportarten engagierten Leistungs- und Freizeitsportlern lässt sich dieses Phänomen deutlich beobachten, und die Zahl derer, die sich für einen Freizeit- und Lebensstil entscheiden, der in großem Maße durch ein Engagement in extremen Ausdauersportarten geprägt ist, steigt stetig an (vgl. Kapitel 3). Mit der Wahl eines Freizeit- oder Lebensstils, wie er bei Extremausdauersportlern zu beobachten ist, ist nach eigenen Erfahrungen und Beobachtungen auch ein sehr spezifischer, für den Einzelnen nicht unproblematischer Zeitstil verbunden, der durch eine objektiv messbare und subjektiv empfundene Knappheit individueller zeitlicher Ressourcen und konkurrierende Zeitansprüche unterschiedlicher Lebensbereiche gekennzeichnet ist. Es wird daher vermutet, dass sich die im Folgenden skizzierten allgemeinen Anforderungen des individuellen Umgangs mit der Zeit für Extremausdauersportler durch die zeitbezogenen Ansprüche, die sich aus ihrem spezifischen Lebens- und Freizeitstil ergeben, außergewöhnlich deutlich zeigen. Das Interesse der Zeitverwendungsforschung an der Untersuchungsgruppe der Ausdauersportler, welche besonders aussagekräftige Untersuchungsergebnisse erbringt, steht dabei in einem wechselseitigen Verhältnis zum Interesse der Sportwissenschaft an der Problematik des Umgangs mit der Zeit, von der die Gruppe der Ausdauersportler in besonderem Maße betroffen ist.

Um den oben angeführten Balanceakt Zeit erfolgreich bewältigen zu können, benötigt der Einzelne verschiedene auf den Umgang mit der Zeit bezogene Teilkompetenzen. Freericks (1996) unterscheidet dabei kognitive (Einbezug von Erfahrungen, Erwartungen und Zielen in das gegenwärtige Handeln), aktionale (strukturieren, einteilen und planen der eigenen Zeit in Abstimmung mit äußeren und subjektiven Zeitvorgaben) und soziale (Synchronisation von Interaktionsprozessen) Zeitkompetenzen, wobei m.E. alle drei genannten Komponenten als kognitive Anforderungen zu verstehen sind, die entsprechende Strukturen und Prozesse auf der mentalen Ebene erforderlich machen.

Der Umgang mit der Zeit kann somit auch als kognitiver Prozess untersucht werden. Diesem Ansatz entsprechend, liegt der Untersuchung die Ausgangsthese zu Grunde, dass das Ausmaß der durch die Anforderung des individuellen Umgangs mit der Zeit entstehenden subjektiv erlebten Belastung nicht nur von den objektiv vorliegenden externen Zeitansprüchen abhängig ist, sondern auch von den auf der kognitiven Ebene ablaufenden Prozessen. Beobachtungen bei Ausdauersportlern haben gezeigt, dass häufig nicht diejenigen die größte Unzufriedenheit mit ihrer Zeitverwendung zeigen, die auch objektiv die höchste Belastung aufweisen.

Indem die hier vorgelegte Studie die Anforderung des Umgangs mit der Zeit auf der kognitiven Ebene untersucht, leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Zeitverwendungsforschung, da diese die kognitive Ebene bisher weitgehend vernachlässigt und Zeitverwendung in erster Linie als soziologisches Problem behandelt hat. Mit dem Ansatz der Idealen Temporalen Muster hat Dollase (1995) ein theoretisches und methodisches Konstrukt eingebracht, dass vielseitig einsetzbar ist und bereits im Rahmen psychologischer und soziologischer Fragestellungen der Zeitverwendungsforschung zur Anwendung gekommen ist (vgl. Dollase, Hammerich und Tokarski 2000).

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit macht sich diesen Ansatz zu Nutze, um einen auf ihre spezifischen Fragestellungen bezogen Erkenntnisgewinn zu erzielen. Sie leistet darüber hinaus einen Beitrag zur methodischen und theoretischen Weiterentwicklung des Musteransatzes.

Hierzu beschreibt die vorliegende Arbeit zunächst den gesellschaftlichen Hintergrund, vor dem die Relevanz des Themas Umgang mit der Zeit als allgemeine Anforderung der modernen Gesellschaft deutlich wird (2). Das dritte Kapitel spezifiziert diese Anforderung für die Untersuchungsgruppe der engagierten Ausdauersportler und prüft, wie die Sportwissenschaft die Problematik der Zeitverwendung bisher aufgenommen hat (3).

Anschließend wird das Forschungsinteresse der Arbeit am Beispiel einer Metapher zum Umgang mit der Zeit herausgearbeitet und eingegrenzt und der methodische Ansatz der Arbeit skizziert (4). Dass fünfte Kapitel der Arbeit liefert dann einen Überblick über den Stand der Zeitverwendungsforschung. Dabei werden mögliche Untersuchungsansätze und bestehende Forschungsdesiderate aufgezeigt (5).

In den Abschnitten sechs bis neun wird ein vorläufiges „handlungs- und kognitionspsychologisch“ orientiertes Theoriemodell über den Umgang mit der Zeit entwickelt (6-9), und anschließend am Beispiel engagierter Ausdauersportler, für die sich die oben beschriebene Problematik des Balanceaktes Zeit besonders zugespitzt darstellt, empirisch geprüft (10-12). Aus der Konfrontation mit den empirischen Ergebnissen heraus, wird das theoretische Modell der Arbeit im letzten Kapitel einer Neubewertung unterzogen, bevor die Arbeit mit einem Ausblick auf mögliche Forschungsanschlüsse schließt (13).

Inhaltsverzeichnis:

Inhalt 2
Verzeichnis der Abbildungen 7
Verzeichnis der Tabellen 10
Verzeichnis der Interviewsequenzen 12
1. Einführung 13
2. Ursachen der Zunahme zeitbezogener Entscheidungsanforderungen auf der Individualebene 17
2.1 Wandel der gesellschaftlichen Zeitstrukturen und Zeitkultur 18
2.2 Funktionale Ausdifferenzierung, konkurrierende Zeitansprüche und Zeitknappheit 20
2.3 Deregulierung und Zunahme der Synchronisationsanforderungen 23
2.4 Verschiebung des Entscheidungsdrucks auf die Individualebene 25
3. Extremer Ausdauersport und individueller Umgang mit der Zeit 29
3.1 Phänomen des extremen Ausdauersports 29
3.2 Auswirkungen des Lebensstils engagierter Ausdauersportler auf deren Zeitverwendung 30
3.3 Rezeption der Problematik des Umgangs mit der Zeit in derSportwissenschaft 34
4. Problemaufriss: Skizzierung der Fragestellung und des methodischen Ansatzes 37
4.1 Platzanweisermetapher 37
4.2 Fragestellung 38
4.3 Methodischer Ansatz 41
5. Stand der Zeitverwendungsforschung 46
5.1 Klassische Zeitverwendungsforschung 46
5.2 Alternative Ansätze der Zeitverwendungsforschung 49
5.2.1 Temporale Muster 50
5.2.2 Arbeitszeitforschung 53
5.2.3 Zeitkongruenz-Konzept 54
5.2.4 Lernzeitforschung 55
5.2.5 Zeitmanagement 55
6. Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit 59
6.1 Allgemeine Wissensrepräsentation 59
6.1.1 Zugangsweisen und Stand der Forschung 59
6.1.2 Repräsentationsbegriff 61
6.1.3 Formen der Wissensrepräsentation 62
6.1.3.1 Propositionale Repräsentationen 64
6.1.3.2 Analoge Repräsentationen 64
6.1.4 Mentale Modelle 65
6.1.5 Handlungsleitende Psychische Abbilder 68
6.2 Zeitbezogene Wissensrepräsentation 69
6.2.1 Stand der Forschung 69
6.2.2 Überlegungen zur Eignung verschiedener Repräsentationsformate 71
6.2.3 Temporale Muster als Modelle der Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit und zeitbezogene Anforderungen 73
7. Handlungstheoretischer Ansatz - Subjective Expected Utility Theorie 75
7.1 Prozess der Handlungswahl 80
7.1.1 Kognitionsphase 80
7.1.2 Evaluationsphase 80
7.1.3 Selektionsphase 83
7.2 Strukturierung der Handlungswahl durch individuelle Wissensstrukturen 83
7.2.1 Strukturierung des Kognitionsprozesses 84
7.2.2 Strukturierung des Evaluations- und Selektionsprozesses 85
7.3 Beibehaltung des Maximierungsprinzips 86
8. Funktionen kognitiver Wissensstrukturen für den individuellen Umgang mit der Zeit 89
8.1 Funktion der Informationsverarbeitung und Komplexitätsreduktion 89
8.2 Funktion der Handlungsleitung 91
9. Bedeutung der Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit und zeitbezogene Anforderungen für das subjektive Zeiterleben 98
10. Methodisches Vorgehen und Anlage der Untersuchung 105
10.1 Datenerfassung und Operationalisierungen 108
10.1.1 Erfassung der zeitbezogenen Rahmenbedingungen 108
10.1.2 Erfassung des integrierten Idealen Temporalen Musters 109
10.1.3 Erfassung der Idealen Temporalen Muster niederer Komplexität 110
10.1.4 Erfassung der Handlungsziele 112
10.1.5 Erfassung des subjektiven Zeiterlebens 117
10.1.6 Erfassung der realen Zeitverwendung 119
10.2 Datenaufbereitung und Auswertung 123
10.2.1 Aufbereitung der Rohdaten 123
10.2.2 Auswertungsmethode 127
10.3 Stichprobenauswahl 130
11. Theoriegeleitete Entwicklung der Strukturdimensionen und des Kategoriensystems zur Rekonstruktion, Beschreibung und Bewertung der Wissensstrukturen 132
11.1 Analyse der subjektiven Anforderungssituation 133
11.2 Analyse der direkt erfassten Wissensstrukturen 134
11.3 Analyse der Verhaltensdaten 139
12. Exemplarische Rekonstruktion der individuellen Wissensrepräsentation für drei kontrastierende Einzelfälle 141
12.1 Auswahl von drei kontrastierenden Einzelfällen 142
12.2 MA: Handlungsleitende Wissensstrukturen - Positives Zeiterleben 143
12.2.1 Personendaten und Rahmenbedingungen 143
12.2.2 Subjektive zeitliche Anforderungssituation 144
12.2.3 Auf den Umgang mit der Zeit bezogene Wissensstrukturen 145
12.2.4 Verhaltensdaten 156
12.2.5 Rekonstruktion der individuellen Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit 166
12.3 SV: Offene Wissensstrukturen - Positives Zeiterleben 170
12.3.1 Personendaten und Rahmenbedingungen 170
12.3.2 Subjektive zeitliche Anforderungssituation 170
12.3.3 Auf den Umgang mit der Zeit bezogene Wissensstrukturen 171
12.3.4 Verhaltensdaten 183
12.3.5 Rekonstruktion der individuellen Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit 191
12.4 KS: Offene Wissensstrukturen - Negatives Zeiterleben 194
12.4.1 Personendaten und Rahmenbedingungen 194
12.4.2 Subjektive zeitliche Anforderungssituation 194
12.4.3 Auf den Umgang mit der Zeit bezogene Wissensstrukturen 195
12.4.4 Verhaltensdaten 205
12.4.5 Rekonstruktion der individuellen Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit 215
13. Bewertung der individuellen Wissensstrukturen - Zusammenfassung und Ausblick 218
13.1 (Neu-) Bewertung des Repräsentationsmodells über die Wissensstrukturen zum individuellen Umgang mit der Zeit 219
13.1.1 Angemessenheit der Annahmen über die Anforderungssituation 219
13.1.2 Angemessenheit der Annahmen über Format und Gestalt der Idealen Temporalen Muster 220
13.1.3 Angemessenheit des entwickelten Theoriemodells 223
13.2 Fazit 226
13.3 Nutzen der vorgelegten Arbeit und Ausblick 228
Anhang 230
Auswertungskriterien Fragebogen zum Zeiterleben 230
Qualitative Inhaltsanalyse – Kodierleitfaden 231
Literatur 253
Lebenslauf 267

Automatisiert erstellter Textauszug:

meistens so um ca. 12 Uhr ist dann Frühstück. Und so, wenn nicht irgendwie was anliegt, von wegen irgendwo hinfahren, irgendwelche Leute irgendwo anders besuchen, wenn nichts anfällt, dann würd ich mich noch mal vielleicht ca. 2 Stunden der Promotion widmen, aber nur eventuell oder einfach Freizeit. Und so samstags gar kein Training, genauso wie donnerstags auch. Und sonntags, Sonntag morgens steh ich um 8 Uhr auf, frühstücke dann um um halb zehn, an der Bude im Königsforst, Rad zu fahren. Und das dauert dann so ca. bis 14 Uhr, ja maximal. Und das war dann sozusagen der Sonntagvormittag. Und der Sonntagnachmittag ist meistens irgendwie gefüllt mit spazieren gehen, Zoo, was weiß ich, wenn das Wetter scheiße ist, irgendwie Kino oder Film ausleihen. Und dann abends auch noch irgendwo nett ein Bierchen trinken gehen. Also halt Freizeit die restliche Zeit. Das ist der grobe Rahmenplan, wobei natürlich die Trainingssachen dann wetterabhängig sind, gerade die Radsachen. Die können dann auch einfach mal wegfallen. Da geh ich dann auch nicht Laufen dafür oder so. Dienstags, wenn ich gerade so das Bedürfnis irgendwie verspüre, gerade so vor dem Wettkampf, dann versuch ich, dienstagmorgens sogar noch mal Schwimmen zu gehen. Aber so sonst tut sich da nichts. Das ist der grobe Zeitplan.“ (IV 75): „Und das ist in etwa das, was du normalerweise versuchst umzusetzen, so dass sich das auch immer wieder so wiederholt?“ (MA 76): „Ja, das ist eigentlich schon ziemlich festgefahren.“ (IV77): „Wie lange hat dieses Muster schon in der Art Bestand?“ (MA 78): „Dies jetzt schon seit Dezember letzten Jahres. Seit Dezember 2001 ungefähr. Da war zwar die jetzige Arbeitsstätte noch nicht dabei, da hatt´ ich noch Schichtdienst. Deswegen konnte sich da noch was verschieben. Allerdings mit den Laufeinheiten und so oder mit den Trainingseinheiten allgemein ist geblieben.“ [...]

Seq. 1: Interviewsequenz 1.MA über seine idealen zeitbezogenen Wissensstrukturen. MA 74 MA 78 (MA 74): „Ich mach das als Stundenplan glaub ich, weil das glaub ich, so denk ich dann auch. Also fang ich mit Montag an. Der Montag ist der Tag, wo ich Schwimmen geh. Das ist ziemlich fest eingeplant bei mir. Das ist morgens ¼ nach 7 bis 8 Uhr. Da steh ich früher auf, weil ich mit der Bahn dann zum Schwimmzentrum fahr, steh ich schon um 6 Uhr auf. Danach frühstücke ich in der Sporthochschule. Geh meistens danach oder so gut wie immer eigentlich in irgendwelche Bibliotheken, um Literatur mir zu besorgen, fahr danach nach Hause, um dann eigentlich bis 16.30 Uhr zu promovieren. Ich bin meistens so um 11 zu Hause. So von 11 bis 16.30 Uhr. Ja, danach pack ich die Lauftasche, denn montags ist wieder fixer Termin zum Laufen, fahr ich zum Training, ja und von 17.30 bis ungefähr 20 Uhr, bis ich zu Hause bin, ist dann eigentlich Laufen angesagt. Die restliche Zeit des Tages verbring ich damit, mit der Freundin quatschen, Essen, das ist auch die Zeit, wo ich dann auch mal sagen kann, o.k. man geht mal ins Kino oder irgendwo in Biergarten, wenn das Wetter gut ist. Also das ist dann, was ich sozusagen dann als freie Zeit hätte. Dienstags schlaf ich aus, so ungefähr bis 9 Uhr maximal, frühstücke dann und nach dem Frühstücken, das kann sich auch so ungefähr bis 11 Uhr hinziehen mit Zeitung lesen und so. Ja und dann versuch ich wieder bis 16.30 Uhr mich meiner Arbeit zu widmen. Also der Promotion. Ja und so um 20 vor 5 fahr ich dann los, wenn das Wetter gut ist allerdings nur, und fahr bis 20 Uhr Rad. Also Training wieder. Danach wie Montag wieder Freizeit eigentlich. Mittwoch, wann steh ich denn da auf, um 20 nach 6. Dann folgt das Frühstück und dann bin ich um 8 Uhr in Bergisch-Gladbach und arbeite, und zwar mittwochs bis 16 Uhr und Mittwochnachmittag fahr ich direkt von der Arbeit zum Training durch. Bahntraining von 17.30 bis ca. 20 Uhr dann wieder zu Hause. Danach wieder Freizeit eigentlich. Donnerstag morgens genauso wie Mittwoch morgens aufstehen, Frühstück, Zeitung lesen, Arbeit. Allerdings nur bis 15 Uhr. Arbeiten halt. Und donnerstags mach ich dann, wenn ich zu Hause bin, meistens irgendwie Quasseln und dann versuch ich so, nach dem Abendessen so zwischen 19 und 20 Uhr noch mal so ja eher ab 20 Uhr noch mal ca. 2 Stunden, mich meiner Arbeit zu widmen, der Promotion. Freitags, wie mittwochs und donnerstags arbeiten in Bergisch-Gladbach, dann nur bis 14 Uhr. Und freitags geh ich, ja bin ich dann zu Hause, gammel dann eigentlich nur rum bis ca. 17 Uhr und treffe mich dann meistens mit jemanden zum Laufen am Rhein für ungefähr 1 Stunde 15. Ja und dann ist Wochenende. Freitags ist meistens irgendwie ne Party oder irgendwie Kultur angesagt oder so. Der Freitag ist dann so Programmabend, also Party, Kino, etc. O.k. samstags ausschlafen, also ohne irgendwann einen Wecker zu hören aber maximal bis 11 Uhr, dann bin ich spätestens wach. Dann geh ich zum Markt einkaufen und wenn ich dann zurück komm, [...]

12.2.2 Subjektive zeitliche Anforderungssituation Aus den o.a. Rahmenbedingungen resultiert zum Zeitpunkt der Untersuchung folgende zeitliche Anforderungssituation: Das Teilzeitarbeitsverhältnis des Probanden umfasst 19,25 Wochenstunden. Die Arbeitszeiten konnte MA zu Beginn seiner Tätigkeit zunächst, innerhalb gewisser Grenzen, frei wählen. Mit der einmaligen Festlegung dieser Arbeitszeiten erhielten diese jedoch eine längerfristige Verbindlichkeit und bewirken somit eine Einschränkung der Zeitautonomie für diesen Lebensbereich. In allen anderen Lebensbereichen verfügt MA zum Zeitpunkt der Untersuchung über eine größere Dispositionsfreiheit. Sein Promotionsprojekt betreibt er selbstständig und unabhängig von einer Tätigkeit an einer Hochschuleinrichtung. Er muss darüber hinaus keine Lehrveranstaltungen mehr besuchen und ist an keinen verbindlichen Abgabetermin seiner Arbeit gebunden (z.B. durch das Auslaufen eines Stipendiums oder Arbeitsvertrages). Seine Zeitautonomie im Lebensbereich „Bildung“ ist daher lediglich durch wenige äußere Zeitgeber, wie Bibliotheksöffnungszeiten oder Sprechstunden und die eigenen Ansprüche (das Projekt möglichst schnell abzuschließen) beschränkt. Ähnliches gilt für den Bereich des Leistungssports. Den zeitlichen Umfang für das sportliche Training beziffert MA im Interview mit lediglich 10 bis 12 Stunden wöchentlicher Nettotrainingszeit. Dieser zeitliche Aufwand ist nach Angabe des Probanden deutlich geringer als der durchschnittliche Aufwand vorausgegangener Jahre (durchschnittliche wöchentliche Trainingszeit ca. 25 h). Da MA über eine größere An- [...]

Arbeit zitieren:
Steinbach, Dirk März 2004: Ideale temporale Muster als kognitive Wissensstrukturen über den Umgang mit der Zeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kognition, Mentale Modelle, Zeitverwendung, Ausdauersport, Wissen

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