IT-Outsourcing im Lichte der Kernkompetenzanalyse
Strategie und Problematik des Outsourcings informationstechnischer Dienste am Beispiel eines mittelständischen Handelsunternehmens
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Stefan Funsch
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 111 Seiten
- Dateigröße: 2,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8575-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8575-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8575-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Funsch, Stefan Juli 2004: IT-Outsourcing im Lichte der Kernkompetenzanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Handel, Transaktionskosten, IT-Bereich
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MA-Thesis / Master von Stefan Funsch
Einleitung:
Während die 90er Jahre geprägt waren durch grenzenlos erscheinende IT-Budgets vieler Unternehmen, mit denen teilweise mächtige IT-Abteilungen und eigene Rechenzentren errichtet wurden, ist dieser Trend seit einigen Jahren rückläufig. Auf Grund der rasanten Entwicklung der Technologie muss in immer kürzeren Abständen neues Know-how aufgebaut werden so dass eine effiziente Bereitstellung der IT vielfach an finanzielle Grenzen stößt.
Viele Unternehmen überlegen nunmehr sehr genau ob und wofür sie neue Investitionen innerhalb der IT tätigen wollen und mit welchem Return on Invest sie dabei rechnen können. Der Trend in die eigene IT zu investieren ist nicht nur rückläufig sondern seit einigen Jahren überlegen viele Firmen, wie wichtig und strategisch sinnvoll eine IT im eigenen Hause eigentlich ist und ob eine Auslagerung dieses Unternehmensbereiches, ein so genanntes Outsourcing, nicht ökonomischer ist.
IT-Outsourcing ist derzeit in aller Munde und erfreut sich in dem seit dem Zusammenbruch der New Economy arg gebeutelten IT-Markt, vor allem bei den Anbietern einer wachsenden Beliebtheit. Immer mehr IT-Häuser, wie IBM, EDS, HP oder Accenture bieten IT-Outsourcing als Service an und versprechen Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen.
Das Outsourcing von IT-Dienstleistungen in Form von Beratung oder Durchführung von Implementierungsprojekten, was letztendlich nichts anderes als eine klassische Arbeitsteilung zwischen hausinternen und externen Dienstleistern darstellt, ist dagegen im Prinzip nichts Neues. Bereits bevor der IT-Boom zum „Hype“ wurde, zogen Unternehmen externe Ressourcen zu Rate, um ihre IT zu optimieren.
Zu dieser, wahrscheinlich einfachsten Form des Outsourcing haben sich im Laufe der Jahre jedoch immer neue Ausprägungen hinzugesellt. Eine dieser, eher jüngeren und auch umstrittenen Ausprägungen betrifft das Auslagern des kompletten IT-Bereiches samt Mitarbeitern. Obwohl umstritten, werden bereits weltweit milliardenschwere Geschäfte mit diesem Outsourcing-Trend zwischen Unternehmen und den so genannten IT-Service-Providern geschlossen.
Alleine die IBM, als einer der weltweit größten Outsoucing-Anbieter, hat im Jahr 2003 ca. 15 Mrd. US-Dollar Umsatz mit Outsourcing-Aufträgen erwirtschaftet. Trotz dieses nach wie vor anhaltenden Trends zeigen Untersuchungen, dass mindestens die Hälfte aller Outsourcing-Verträge nicht den gewünschten Erfolg bringt und einige Unternehmen bereits wieder auf ein Insourcing der IT drängen. Woran liegt es, dass so viele Outsourcing-Bestrebungen scheitern? Wie sinnvoll ist das Outsourcing des kompletten IT-Bereiches und welche Rolle spielt dabei die Betrachtung von Kernkompetenzen?
Viele Unternehmen stellen sich derzeit derartige Fragen und sind skeptischer gegenüber dem Outsourcing-Trend geworden. Trotzdem, so sagen Experten, könnte Outsourcing und somit die Reduktion der unternehmerischen Leistungstiefe die Unternehmenslandschaft in ähnlichem Ausmaß revolutionieren, wie einst das Fließband und Lean Production.
Die vorliegende Masterarbeit widmet sich intensiver der Auslagerung kompletter IT-Abteilungen. Das Ziel der Ausarbeitung ist es, zu analysieren, ob das Auslagern des kompletten IT-Bereichs für ein Unternehmen ökonomisch (d.h. monetär wie strategisch) sinnvoll ist und was dabei ggf. zu berücksichtigen ist. An Hand eines Projektes aus der Praxis bei einem mittelständischen Handelsunternehmens, das seine gesamte IT auslagern möchte, wird eine mögliche Vorgehensweise zur Outsourcing-Evaluierung erarbeitet und das Komplett-Outsourcing der IT diskutiert.
Da bislang in Literatur und Praxis eine allgemein anerkannte Definition für die Begrifflichkeit des Outsourcing fehlt, ist es notwendig, eine gemeinsame Diskussionsbasis für die Analyse und insbesondere für den praktischen Teil der Arbeit zu schaffen.
Kapitel 2 widmet sich daher zunächst der Theorie des klassischen Outsourcing und geht auf die Entstehung sowie dafür ausschlaggebende Beweggründe ein. Das Kapitel stellt dabei zunächst die Bedeutung und Entstehung des Outsourcing dar, bevor es sich den wirtschaftstheoretischen Hintergründen widmet. Das Thema Outsourcing wird dort aus der Sichtweise der mikroökonomischen Theorie, insbesondere an Hand der Transaktionskosten- sowie Principal-Agent-Theorie erläutert.
Mit diesen bedeutenden organisationstheoretischen Ansätzen der Mikroökonomie lassen sich die Entstehung von Unternehmen und Zusammenarbeitsformen, wie das Outsourcing, bereits begründen. An die wirtschaftstheoretische und eher abstraktere Betrachtung anschließend, werden im zweiten Teil dieses Kapitels Bedeutung und Einflussnahme des Outsourcing- Ansatzes auf Unternehmen und in Bezug auf unternehmerische Entscheidungen untersucht.
Im dritten Kapitel wird dann das spezielle Gebiet des Outsourcing, das ITOutsourcing, vorgestellt und eine mögliche Vorgehensweise zur Evaluierung und Analyse eines derartigen Outsourcing-Projektes erarbeitet. Auf dieser Grundlage findet in Kapitel 4 die Theorie in der Praxis Anwendung.
Am Beispiel eines mittelständischen Handelsunternehmens (dessen Namen und weitere Informationen, die auf den Namen schließen lassen, in dieser Arbeit aus Geheimhaltungsvereinbarungen nicht genannt werden dürfen) wird die zuvor erarbeitete Vorgehensweise sowie die Aspekte der Theorie angewandt, um ein mögliches IT-Outsourcing des Unternehmens zu beurteilen. Das Ergebnis soll schließlich Aufschluss über die Ausgangsfragestellung geben, ob ein Outsourcing der IT sinnvoll ist. Zudem soll es einen Ansatz für eine verallgemeinernde Aussage bezüglich des Komplett-Outsourcing der IT sowie der Rolle von Kernkompetenzen in diesem Zusammenhang liefern. Ebenso wie das Handelsunternehmen so wird auch der Name des Outsourcing-Anbieters in dieser Ausarbeitung nicht genannt. Der Anbieter dieser Dienstleistung wird stattdessen im folgenden als „Outsourcer“ bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Theoretische Grundlagen des Outsourcing | 4 |
| 2.1 | Entwicklung und Ursachen des Outsourcing | 4 |
| 2.1.1 | Bedeutung und Entstehung des Outsourcing | 4 |
| 2.1.2 | Wirtschaftstheoretische Sichtweise des Outsourcing | 8 |
| 2.1.2.1 | Die Bedeutung der Transaktionskostentheorie für das Outsourcing | 9 |
| 2.1.2.2 | Die Bedeutung des Principle-Agent-Ansatz für das Outsourcing | 13 |
| 2.2 | Der Einfluss des Outsourcing-Ansatzes auf Unternehmen | 16 |
| 2.2.1 | Die Erlangung von Wettbewerbsvorteilen durch Outsourcing | 17 |
| 2.2.2 | Der Einfluss des Outsourcing auf die Unterteilung von Unternehmensaktivitäten in Kern- und Nichtkernaktivitäten | 19 |
| 2.2.3 | Der Einfluss des Outsourcing auf nicht-monetäre Aspekte | 23 |
| 2.2.4 | Zusammenfassung der Benefits eines Outsourcing für ein Unternehmen | 25 |
| 2.2.5 | Barrieren und Risiken eines Outsourcing | 26 |
| 2.3 | Empfehlungen und Instrumente zur strategischen Vorqualifizierung eines Outsourcing | 28 |
| 3. | Die Anwendung des Outsourcing auf den IT-Bereich | 33 |
| 3.1 | Entwicklung und Prognose des Marktes für IT-Outsourcing | 33 |
| 3.2 | Kategorisierung des IT-Outsourcing | 35 |
| 3.2.1 | Organisatorische Segmentierung | 36 |
| 3.2.2 | Fachliche/ Inhaltliche Segmentierung | 41 |
| 3.3 | IT-Outsourcing und der Einsatz von Offshore-Ressourcen | 47 |
| 3.4 | Beweggründe und mögliche Benefits eines IT-Outsourcing | 48 |
| 3.5 | Risiken und Erfolgsfaktoren eines IT-Outsourcing | 51 |
| 3.6 | Erarbeitung einer möglichen Vorgehensweise zur Abwägung eines IT- Outsourcing | 53 |
| 3.6.1 | Strukturierung der Outsourcing-Evaluierung als Projekt | 55 |
| 3.6.2 | Die Analysephase – Die Due-Diligence | 56 |
| 3.6.3 | Erarbeitung eines Governance-Modells | 60 |
| 4. | Evaluierung des IT-Outsourcing bei einem mittelständischen Handelsunternehmen | 62 |
| 4.1 | Die Situation im Handel | 64 |
| 4.2 | Kernkompetenzen des Handels | 67 |
| 4.3 | Vorstellung und Zweck des Beispiel-Projektes | 70 |
| 4.4 | Die Outsourcing-Evaluierung | 72 |
| 4.4.1 | Die Erarbeitung eines Business-Konzeptes – Die Due-Diligence – | 72 |
| 4.4.1.1 | Liefermodell | 73 |
| 4.4.1.2 | Kalkulation und Preismatrix | 77 |
| 4.4.1.2.1 | Kalkulation der Mindestabnahmemenge | 77 |
| 4.4.1.2.2 | Kalkulation und Erstellung der Preismatrix | 80 |
| 4.4.1.2.3 | Die Gesamt-Vergleichskalkulation | 84 |
| 4.4.2 | Ausarbeitung eines Governance Modells | 86 |
| 4.5 | Bewertung und Ergebnis des Projektes | 88 |
| 4.5.1 | Diskussion der Outsourcing-Evaluierung | 88 |
| 4.5.2 | Empfehlungen an das Handelshaus | 92 |
| 5. | Fazit | 94 |
| Anhang | 96 | |
| Literaturverzeichnis | 97 |
Erreicht werden soll dies insbesondere durch die Fähigkeit spezialisierter ServiceAnbieter, die auf Grund von Größenvorteilen durch Betriebsgröße und Produktions- bzw. Leistungskapazität rationellere Herstellungsmethoden anwenden bzw. ihre Fixkosten auf einen breiteren Nutzerstamm verteilen können. In engem Zusammenhang mit der Kostensenkung steht, je nach gewählter Ausprägung des IT-Outsourcing, die Reduzierung der Kapitalbindung durch auf das Fremdunternehmen übergehende Hard- und Software sowie eine Variabilisierung zuvor fixer Kosten. Letzteres wird in ausgeprägtem Maße im Fall eines Mitarbeiterübergangs auf den Outsourcing-Anbieter erreicht, wodurch der gesamte Fixkosten-Block der Gehälter durch nutzungsabhängige Zahlungsmodelle variabilisiert werden kann. Der Faktor Kostensenkung als Beweggrund für ein Outsourcing wird dicht gefolgt von der Strategie vieler Unternehmen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, in diese Bereiche zu investieren und möglichst wenige Ressourcen für Nicht-Kernkompetenzen einzusetzen. Man will das durch ein Outsourcing freiwerdende Potenzial an anderen, strategisch relevanteren Stellen einsetzen. Spezialisierte Leute, intern sowie extern, können sich ausschließlich auf ihre Spezialgebiete konzentrieren und so zu kürzeren Implementierungszeiten neuer Lösungen führen. Neben dem Kosteneffekt wird als weiterer Beweggrund für ein IT-Outsourcing häufig die Qualitätsverbesserung der erbrachten Leistung auf Grund der Spezialisierung des Fremdunternehmens genannt, welche im IT-Umfeld u.a. durch die Nutzung neuester Technologie und garantierte Service-Levels zum Ausdruck kommt. Derartige Service-Levels96 garantieren dem Kunden einen vertraglich vereinbarten Qualitätsstandard der ausgelagerten IT-Leistungen und können so gegebenenfalls auch indirekt Einfluss auf das durch die IT unterstützte Kerngeschäft des Outsourcing-Kunden nehmen. Wo die eigene IT eventuell Probleme hatte, Informationen zur richtigen Zeit und in der gewünschten Qualität zur Verfügung zu stellen, können Service-Level-Agreements (zu deutsch: Service-LevelVereinbarungen) innerhalb einer Fremdvergabe eine Qualitätssicherung des betroffenen Prozesses/Bereiches bedeuten. [...]
Definiert man die Bezeichnung „Offshoring“ als die Durchführung von bestimmten Services in weit entfernten Ländern (aus europäischer Sicht z.B. in China oder Indien), so lässt sich noch eine weitere Art der Nutzung ausländischer ITRessourcen abgrenzen, das „Nearshoring“. Von den Beweggründen her ähnlich wie das Offshoring, nutzt man Nearshore-Ressourcen, um IT-Services günstiger erbringen zu lassen und somit Kosten einzusparen. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Sitz derartiger Nearshore-Ressourcen in weniger entfernten Ländern, wie z.B. Rumänien (aus europäischer Sicht) zu finden. Nearshore-Ressourcen haben gegenüber dem Offshoring den Vorteil, dass Kultur, Gesetzgebung und Zeitzonen nicht sonderlich von denen eines (europäischen) Auftraggeberlandes abweichen. Allerdings fallen die Kosteneinsparungen auf Grund höherer Lohnkosten beim Nearshoring geringer aus als beim Offshoring.95 [...]
In den vergangenen Jahren ist eine Entwicklung im IT-Umfeld zu beobachten, die maßgeblichen Einfluss auf den Outsourcing-Trend und die damit verbundenen möglichen Kosteneinsparungen hat: das so genannte „offshoring“. Hiermit ist die Durchführung bestimmter IT-Aktivitäten, vor allem Applikations-Management sowie Wartung und Betrieb, durch hochqualifizierte Ressourcen in Billiglohnländern zu verstehen. Länder wie Indien, Israel oder Mexiko haben es mittlerweile geschafft in der Ausbildung und Qualifikation von IT-Kräften im Vergleich mit den westlichen Industrienationen aufzuholen, weisen dabei allerdings wesentlich günstigere Lohnkosten auf. Der Offshoring-Trend wird ferner dadurch ermöglicht, dass die Informationstechnologie heutzutage in der Lage ist, den Ort der Durchführung derartiger Dienstleistungen zu egalisieren. Um IT-Services möglichst kostengünstig anbieten zu können, haben zahlreiche IT-Dienstleister mit Unternehmen in den Offshore-Ländern Kooperationen geschlossen, Auslandsniederlassungen gegründet oder zugekauft und lassen einen Teil der Aktivitäten durch Offshore-Ressourcen durchführen.94 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832485757
Arbeit zitieren:
Funsch, Stefan Juli 2004: IT-Outsourcing im Lichte der Kernkompetenzanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
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Handel, Transaktionskosten, IT-Bereich



