IT-Basiskomponenten für ein dezentrales Energieversorgungssystem
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tarek Habieb
- Abgabedatum: August 2004
- Umfang: 143 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, Standort Wilhelmshafen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8479-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8479-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8479-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Habieb, Tarek August 2004: IT-Basiskomponenten für ein dezentrales Energieversorgungssystem, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Energiemanagement, DEMS, Supply Chain Management, dezentral, Energieerzeugung
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Diplomarbeit von Tarek Habieb
Gang der Untersuchung:
Ziel der Arbeit ist es, die für die Eingliederung in ein Versorgungssystem notwendigen Kommunikationsstrukturen und -mechanismen für dezentrale Energieerzeugungsanlagen zu analysieren und ihre Eignung für ein dezentrales Energiemanagementsystem (DEMS) zu bewerten. Dabei werden die Kommunikationssysteme der heute im Einsatz befindlichen dezentralen Energieerzeugungsanlagen aufgezeigt, auf Schwachstellen und Optimierungspotentiale hin untersucht und Maßnahmen erarbeitet, die den Aufbau eines künftigen DEMS unterstützen. Das DEMS spiegelt dabei ein Kommunikationssystem wider, in dem alle dezentralen Anlagen, Energiespeicher und Verbraucher eines Versorgungssystems mit einer übergeordneten Leitebene vernetzt und von dort aus koordiniert, kontrolliert, überwacht und effizient in das Versorgungssystem eingegliedert werden.
Des Weiteren werden Ansätze für die Planung eines dezentralen Energieversorgungssystems diskutiert. Ziel der Planung ist es, den Aufbau eines dezentralen Energieversorgungssystems mit allen beteiligten Marktteilnehmern zu organisieren, um eine wirtschaftlich effiziente Energieversorgung zu ermöglichen. Die Voraussetzung hierfür ist eine optimale Kommunikation sowohl zwischen den im Organisationsnetzwerk agierenden Marktteilnehmern, als auch zwischen der Leitebene des DEMS und den dezentralen Anlagen.
Für die vorliegende Arbeit wurden ein umfangreiches Literaturstudium sowie themenbezogene Internetrecherchen vorgenommen. Des Weiteren wurden zahlreiche themenbezogene Gespräche mit einer Vielzahl von Fachleuten aus der Energiewirtschaft geführt.
In Kapitel 2 werden zunächst die Grundlagen des Energiemanagements bzw. des dezentralen Energiemanagements erläutert und die Möglichkeiten und Funktionsweisen regenerativer Energieerzeugung vorgestellt.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Grundlagen der Kommunikation in Rechnernetzen und mit der Kommunikation zu dezentralen Energieerzeugungsanlagen. Dabei werden die unterschiedlichen Energieerzeugungsanlagen im Bereich der Steuerung und Regelung hinsichtlich der Kommunikationsmechanismen analysiert. Des Weiteren wird der Standard IEC 61850 für die Kommunikation in Schaltanlagen vorgestellt und erläutert.
In Kapitel 4 werden für die Planung eines dezentralen Energieversorgungssystems mögliche Ansätze diskutiert. Mit Hilfe des Supply Chain Managements wird gezeigt wie künftig Energieversorgungsunternehmen durch die Zusammenarbeit in einem Unternehmensnetzwerk eine effiziente Energieversorgung erreichen können.
Zu den Kapiteln 2 bis 4 wird jeweils abschließend eine Zusammenfassung und eine Bewertung der Zusammenhänge und der Ergebnisse vorgenommen. Die Zusammenfassung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die möglichen künftigen Entwicklungen erfolgt abschließend im Kapitel 5.
Inhaltsverzeichnis:
| Danksagung | II | |
| Eidesstattliche Erklärung | III | |
| Inhaltsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Dezentrale Energieversorgung | 1 |
| 1.1 | Entwicklungen der Energienutzung | 1 |
| 1.2 | Ziel und Gang der Arbeit | 2 |
| 2. | Grundlagen des Energiemanagements | 4 |
| 2.1 | Energieversorgungsstrukturen | 7 |
| 2.1.1 | Zentrale Struktur | 7 |
| 2.1.2 | Dezentrale Struktur | 8 |
| 2.1.3 | Zukünftige Entwicklungen | 9 |
| 2.2 | Dezentrales Energiemanagement | 13 |
| 2.3 | Lastmanagement | 16 |
| 2.4 | Dezentrale Energieerzeugung | 18 |
| 2.4.1 | Windkraft | 18 |
| 2.4.2 | Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) | 22 |
| 2.4.2.1 | Blockheizkraftwerke (BHKW) | 23 |
| 2.4.2.2 | Brennstoffzellen | 25 |
| 2.4.3 | Wasserkraft | 28 |
| 2.4.4 | Sonnenenergie | 29 |
| 2.4.4.1 | Photovoltaik-Anlagen | 30 |
| 2.4.4.2 | Solarthermien | 32 |
| 2.5 | Energiespeicher | 34 |
| 2.6 | Zusammenfassung | 35 |
| 3. | Kommunikationsmechanismen für dezentrale Energieerzeugungsanlagen | 37 |
| 3.1 | Architektur von Kommunikationssystemen | 37 |
| 3.1.1 | Kommunikationsmedien und -techniken | 39 |
| 3.1.2 | Übersicht der Kommunikationstechniken | 45 |
| 3.1.3 | Technische Schnittstellen | 48 |
| 3.1.4 | Standardisierung | 50 |
| 3.1.5 | IT-Sicherheitsmanagement | 55 |
| 3.2 | Kommunikation mit dezentralen Energieerzeugungsanlagen | 56 |
| 3.2.1 | Kommunikationsaufbau | 60 |
| 3.2.2 | Steuerung und Regelung | 64 |
| 3.2.2.1 | Windkraftanlage | 65 |
| 3.2.2.2 | Photovoltaik-Anlage | 71 |
| 3.2.2.3 | Solarthermien | 73 |
| 3.2.2.4 | Wasserkraftwerke | 74 |
| 3.2.2.5 | Blockheizkraftwerke | 76 |
| 3.2.2.6 | Brennstoffzellen | 77 |
| 3.2.3 | Offene Systeme | 78 |
| 3.2.4 | Energiedatenerfassung und -auswertung | 81 |
| 3.3 | Zusammenfassung | 83 |
| 4. | Planung eines dezentralen Energieversorgungssystems | 85 |
| 4.1 | Allgemeines Planungsschema | 85 |
| 4.2 | Qualitative und Quantitative Planung | 86 |
| 4.3 | Anforderungen an das Energieversorgungssystem | 87 |
| 4.4 | Netzwerkmanagement und Advanced Planning | 89 |
| 4.5 | Zusammenfassung | 96 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 98 |
| 5.1 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 99 |
| 5.2 | Ausblick | 100 |
| Anhang | 102 | |
| A | Dezentrale Energieerzeugung | 102 |
| B | Energiespeicher | 108 |
| C | Kommunikationstechniken | 110 |
| Literaturverzeichnis | 116 | |
| Stichwortverzeichnis | 127 |
Aufgrund der schnellen Entwicklung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie61 sowie der erhöhten Anforderungen an die heutige Netzschutz- und Leittechnik wurden im Energiebereich neue intelligente Geräte (IED, Intelligent Electronic Device) entwickelt.62 Da es keine einheitlichen Kommunikationsprotokolle für den Bereich der Schaltanlagentechnik gab, haben die Hersteller verschiedene für ihre IED optimale proprietäre Lösungen entwickelt. Der Nachteil dieses Ansatzes war, dass die Geräte nicht zueinander kompatibel waren und somit keine Informationen untereinander austauschen konnten. Kunden waren somit auf die herstellerspezifischen Lösungen angewiesen und konnten eventuelle Vorteile von Geräten weiterer Wettbewerber nur auf Kosten zusätzlicher Investitionen in Protokoll-Umsetzer oder Gateways in Anspruch nehmen.63 Des Weiteren hatten Geräte und Schaltanlagen einen kurzen Lebenszyklus, da sie einerseits nicht wirtschaftlich effizient an den Stand der Technik angepasst werden konnten und andererseits bei neueren Geräteversionen keine Abwärtskompatibilität gegeben war, was gegebenenfalls den Austausch kompletter Anlagenstrukturen erforderte.64 [...]
Die Kommunikationprotokolle in älteren dezentralen Energieerzeugungsanlagen sind noch für Feldbusse definiert. Feldbusse sind zwar lediglich für geringe Übertragungsgeschwindigkeiten ausgelegt, sie sind aber gegenüber äußeren Störungen robust und eignen sich daher für den Einsatz in der Feldebene. Da jedoch Glasfaserkabel in dieser Hinsicht auch relativ robust sind, ist der Einsatz von Ethernet mit Glasfaserkabel auch in der Feldebene empfehlenswert. Über spezielle Wandler lassen sich die Bussysteme an ein Ethernet-Netz ankoppeln. Für die Kommunikation über Fernsprechleitungen und über das Mobilfunknetz werden analoge, ISDN- und GSM-Modems eingesetzt. Da künftig an neuen Standorten dezentraler Energieerzeugungsanlagen Glasfaserleitungen verlegt werden58, könnten sich direkte LAN-Verbindungen von der Leitebene bis zur Feldebene gegenüber Fernsprechverbindungen, mittels analoge und ISDN-Modems, durchsetzen. GSM-Verbindungen werden überdurchschnittlich für die Übertragung von Störmeldungen auf mobile Endgeräte genutzt und können auch für künftige Anwendungen im Bereich von Offshore-Windparks eingesetzt werden. Die Powerline-Technik (PLC) ist entwickelt worden, um die vorhandene Infrastruktur der Niederspannungs- und Mittelspannungsleitungen als Übertragungsmedien zu nutzen. PLC wird überwiegend bei der Kommunikation zu PV-Anlagen und Brennstoffzellen angewendet. Die Kommunikation über PLC erfolgt über ein PLC-Modem und kann auch parallel zum Ethernet genutzt werden. Ein Schwachpunkt der PLC-Kommunikation ist eine mangelnde Kommunikationssicherheit, da für die Datenübertragung über elektrische Leitungen keine effektiven Kodierungsmechanismen vorhanden sind. Für die überregionale Kommunikation (WAN) empfiehlt es sich, vorhandene [...]
kurze Strecken bis ca. 100 m entweder Niederfrequenzkabel mit verdrillten (Twisted Pair) Kupfer-Doppeladern oder Hochfrequenzkabel (Koaxial) und für Strecken ab 100 m Glasfaserkabel verwendet.54 Im Vergleich zu Hochfrequenzkabeln finden Niederfrequenzkabel eine vermehrte Verbreitung, da sie kostengünstiger in der Anschaffung und in der Verlegung sind. Der Nachteil von Niederfrequenzkabeln ist einerseits die erhöhte Störanfälligkeit gegenüber elektromagnetischen Wellen und andererseits ihre begrenzte Leitfähigkeit. Daher werden Niederfrequenzkabel in lokalen Netzwerken (LAN- Local Area Network) eingesetzt. Bei überregionalen Übertragungen (WAN- Wide Area Network) und der Vernetzung von LAN's über große Distanzen werden bei der leitungsgebundenen Übertragung nichtmetallische Leiter (Glasfaserkabel) verwendet. In Glasfaserkabeln werden optische Signale durch das Prinzip der fortlaufenden Totalreflexion befördert. Sie sind unempfindlich gegenüber elektrischen und magnetischen Störungen und weisen eine hohe Übertragungskapazität auf. Im Vergleich zu metallischen Leitern sind Glasfaserkabel kostenintensiver und benötigen einen höheren Aufwand in der Verbindungs- und Verzweigungstechnik. Bei einer Freiraumübertragung werden einerseits Funkwellen (Richtfunk, Mobilfunk, Satelittenübertragung) und andererseits Lichtwellen über Infrarot oder Laser verwendet. Bei Richtfunk handelt es sich um eine gegenseitige Funkverbindung zwischen Fernmeldetürmen mittels stark bündelnder Antennen. Dabei ist eine Sichtverbindung zwischen den Antennen zwingend erforderlich. Über Richtfunk ist es auch möglich, LAN's miteinander zu vernetzen. Beim Mobilfunk (GSM, GPRS etc.) und der Satelittenübertragung werden elekromagnetische Signale ungerichtet, d.h., gleichmäßig in alle Richtungen ausgebreitet. Die [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832484798
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Habieb, Tarek August 2004: IT-Basiskomponenten für ein dezentrales Energieversorgungssystem, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Energiemanagement, DEMS, Supply Chain Management, dezentral, Energieerzeugung



