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IPTV und WebTV - Der neue Fernsehmarkt und seine Wettbewerber in Deutschland

IPTV und WebTV - Der neue Fernsehmarkt und seine Wettbewerber in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Ruben Riegamer
  • Abgabedatum: Oktober 2008
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 4,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Mittweida (FH) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 106
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2239-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Riegamer, Ruben Oktober 2008: IPTV und WebTV - Der neue Fernsehmarkt und seine Wettbewerber in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: IPTV, WebTV, Triple Play, Digitales Fernsehen, Fernsehmarkt

Bachelorarbeit von Ruben Riegamer

Einleitung:

‚maxdome. Alles zu meiner Zeit.’ Dieser Slogan bringt die Zukunft des Fernsehens auf den Punkt. Mit der neuen Technologie des IPTV werden die Handlungsmöglichkeiten aller Akteure auf dem Fernsehmarkt revolutioniert. Das Fernsehverhalten verschiebt sich zunehmend vom passiven Zuschauer zum aktiven Anwender.

Die Idee des aktiven bzw. interaktiven Nutzers in Bezug auf das Medium Fernsehen ist keineswegs neu. Bereits in den 80iger Jahren wurde mittels des Bildschirmtextes (Btx) versucht, den Nutzer aktiv in das Programmgeschehen einzubinden. Doch die angestrebten Nutzerzahlen wurden nicht annähernd erreicht. Im Laufe der Jahre gab es weitere Pilotprojekte, Ideen und Konzepte den Nutzer in das Programm zu integrieren. Doch bis heute konnte sich keine interaktive Technologie für das Fernsehen durchsetzen. Eine neue Technologie, die das jetzt erreichen könnte, ist das Internet Protocol Television, kurz IPTV.

Nicht zuletzt deshalb wird IPTV in Fachkreisen als eine neue Ära, gleichzustellen mit der Erfindung des Farbfernsehens, betitelt. Der erwartete Erfolg lässt in Deutschland jedoch bis jetzt auf sich warten. Bisher sind es lediglich 300 000 Haushalte, die diesen neuen Dienst nutzen. Trotz dieser schleppenden Anlaufphase fallen die Prognosen keinesfalls negativ aus. Marktforscher stützen ihre Aussagen auf den Erfolg von IPTV im Ausland. Denn in Frankreich, Spanien und den Vereinigten Staaten gehört das interaktive Fernsehen bereits zum Alltag.

Erstmals treten durch den neuen Übertragungsweg über das Telefonkabel Telekommunikationsanbieter als Akteure au dem neuen Fernsehmarkt auf. Sie sind bis jetzt die ersten, die das IP-basierte Fernsehen in deutsche Haushalte übertragen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Umrüstung der Fernsehkabelnetze hin zu bidirektionalen Verbindungswegen dazu führt, dass die Kabelnetzbetreiber künftig ebenfalls IPTV Dienste anbieten werden.

Bis jetzt hat die Aufrüstung der Verbindungswege erhebliche Kosten bei allen Beteiligten produziert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich diese Investitionen gelohnt haben.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, IPTV in Deutschland näher zu beleuchten. Dabei sollen folgende Fragen beantwortet werden: Was genau ist IPTV? Wie genau funktioniert diese neue Technik und wo liegen die Vor- und Nachteile? Welche Angebote gibt es bereits? Welche Akteure finden wir auf dem heutigen Markt? Wird sich IPTV in Deutschland als Massenmedium durchsetzen und welche Formen des Fernsehens stehen im unmittelbaren Konkurrenzkampf dazu?

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
Einleitung 8
1. Digitales Fernsehen 9
2. Definition und Abgrenzung von IPTV und WebTV 10
2.1 IPTV 10
2.2 WebTV 12
2.3 Push & Pull Prinzip 13
3. Zusatznutzen von IPTV bzw. WebTV 13
3.1 Video-on-Demand 13
3.2 Interaktivität und Rückkanal 15
3.2.1 Personalisierbares Fernsehen / Werbung 15
3.2.2 Zukünftige Möglichkeiten von IPTV durch den Rückkanal 16
3.3 Festplattenrecorder und Timeshifting 17
4. Übertragungstechnologie 18
4.1 Übertragungstechnologie für IPTV 18
4.1.1 IP Settopbox als Empfänger von IPTV 20
4.1.2 Komprimierte Übertragung 21
4.1.3 DSL Technologien und Übertragungsraten 22
4.1.4 Andere Übertragungswege als DSL im Überblick 24
4.1.5 Standardisierung von IPTV Lösungen 25
4.1.5.1 DVB Project (Digital Video Broatcasting) 26
4.1.5.2 Open-IPTV-Forum 27
4.2 Übertragungstechnologie von WebTV 27
4.2.1 Streaming WebTV 27
4.2.2 Peer to Peer Web TV (P2P) 28
5. IPTV Angebote in Deutschland 30
5.1 Triple Play 30
5.2 Telekommunikationsunternehmen als neue Player auf dem Fernsehmarkt. 32
5.2.1 Die deutsche Telekom AG - T-Home IPTV „Entertain“ IPTV 32
5.2.2 Alice „homeTV“ 36
6. Konkurrenz auf dem Fernsehmarkt 39
6.1 DVB-T 39
6.2 Trippleplay-Angebote der Kabelnetzbetreiber 40
5.2.1 Kabel Deutschland (KD) 42
6.2.2 IP-Dienste in Zukunft über DSL oder Fernsehkabel? 44
7. WebTV Angebote 45
7.1 Peer to Peer TV -Die Verschmelzung von IPTV und WebTV. 45
7.1.2 Zattoo 49
7.2 Videoportale der privaten Fersehsender im Internet 51
7.2.1 Maxdome: Kostenpflichtiges Videofilmarchiv von Pro7/ Sat1 51
7.3 IPTV oder WebTV - Wettbewerb oder Konvergenz? 53
8. Der deutsche IPTV Markt 54
8.1 Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation auf dem deutschen Fernsehmarkt. 54
8.1.1 Verbreitung von IPTV 56
8.2 Nutzeranalyse 57
8.2.1 Internetnutzung 58
8.2.2 Fernsehnutzung 61
8.2.3 Bekanntheit und Akzeptanz von IPTV 62
8.2.3.1 Erwartungen der Nutzer 63
8.2.3.2 Wechselbereitschaft und Preisakzeptanz der Nutzer 64
9. Die Zukunft von IPTV 65
9.1 Prognosen 65
9.2 Marktbarrieren und Verbesserungsmöglichkeiten 67
9.3 Ein Ausblick in das Jahr 2012 70
10. Fazit 71
Literaturverzeichnis 74

Textprobe:

Kapitel 4.2, Übertragungstechnologie von WebTV: Im Folgenden werden die zwei möglichen Übertragungswege von Web TV erklärt und charakterisiert.

Kapitel 4.2.1, Streaming WebTV: Beim Streaming werden die Daten im Store and Forward Verfahren an den Rechner übermittelt. Das bedeutet, dass die Daten nicht alle auf einmal in Paketen herunter geladen werden.

Durch das Store and Forward Verfahren ist eine kleine Verzögerung beim Start des Videos charakteristisch. Um Störungen und damit verbundene unnötige Wartezeiten zu vermeiden, werden die Daten zwischengespeichert, hier spricht man vom „buffern“. Trotzdem entstehen zeitweise Wartezeiten, denn durch eine Schwankung bei der Übertragung durch das Internet kann keine gleich bleibende Übertragungsgeschwindigkeit wie beim IPTV gewährleistet werden. Die empfangenen Videos werden heutzutage nicht mehr über externe Applikationen, sondern über einen Videoplayer, der bereits in dem Internetbrowser implementiert ist, abgespielt. In den letzten Jahren hat sich hier der AdobeFlash Player für viele Services als Standard etabliert. So arbeitet z.B. Youtube mit dem Flash-Codec. Neben dem Store and Forward Verfahren existiert der Livestream, der zum Beispiel Sportveranstaltungen oder Livekonzerte überträgt. Dabei muss mit starken Schwankungen bei der Übertragung gerechnet werden, denn die Inhalte werden zeitgleich mit der Aufnahme gestreamt.

Beispiele für Streaming Web TV sind unter einer unzähligen Vielzahl von Angeboten, Anbieter wie youtube.com und das deutsche Pendant myvideo.de für den so genannten User Generated Content.

Jeder Nutzer kann Videos online stellen. Außerdem gibt es zahllose Webseiten mit Video- Inhalten wie Dailymotion.com, myspass.de, sowie Unternehmen, wie bspw. BMW, die über das Internet Image und Werbefilme übertragen, aber auch Fernsehsender, die ihr Programm über das Internet anbieten, zum Beispiel das Angebot vom ZDF, die ZDF Mediathek.

Kapitel 4.2.2, Peer to Peer Web TV (P2P): Beim Peer to Peer Web TV handelt es sich um eine Art Verteilungsnetzwerk, in dem alle aktiven Nutzer und ihre Computer gleichberechtigt sind, Dienste in Anspruch nehmen, aber auch Dienste zur Verfügung stellen, also Uploaden sowie Downloaden. Peer bedeutet auf Englisch „gleichgestellt“: das Signal geht von einem gleichgestellten PC zum nächsten. Diese Technik ist eigentlich von Internettauschbörsen wie Kazaa bekannt, kommt jetzt aber auch beim Web TV zum Einsatz.

Der Vorteil dieser Übertragungstechnik ist eine enorme Kostenersparnis. Der Anbieter muss nicht für jeden Nutzer einen gesonderten Server anbieten. Der Nutzer selbst ist Teil des „Sendenetzwerkes“ und nährt das Netz mit seinen Daten und Inhalten. So wird ein Server auf viele kleine Server aufgeteilt.

TV Dienste über P2P kann man per Definition als einen Hybriden aus IPTV und Web TV bezeichnen. Die Inhalte werden zwar auf dem PC dargestellt, allerdings in geschlossenen Netzwerken, vergleichbar mit dem „Next Generation Network“. Außerdem hat es eine eigene Bedienoberfläche und bietet dem User die Möglichkeit, aus verschiedenen Programmen und Inhalten auszuwählen. Über Umwege kann der Nutzer dieses Angebot auch über einen Fernseher konsumieren. An dieser Stelle könnten geltende Standards dazu beitragen, dass der Nutzer dieses Angebot ohne Probleme mit Hilfe der Settopbox an seinem Fernsehgerät genießen kann.

Es gibt bereits mehrere Anbieter, die auf der P2P Technik ihr Programm vertreiben. In Kapitel 6.1. werden die Anbieter Joost und Zattoo näher beleuchtet.

Kapitel 5, IPTV Angebote in Deutschland: Kapitel 5.1, Triple Play: Um die Ambitionen und die Zusammenhänge der Akteure und der Nutzer auf dem IPTV-Markt zu verstehen, ist es zwingend notwendig den Begriff Triple Play, um den sich in diesem Wettbewerb alles dreht, näher zu beleuchten. IPTV Dienste sind nämlich zunehmend Bestandteil von Triple- oder Quadruple-Play-Angeboten. Triple-Play-Angebot meint, wie der Name schon andeutet, ein Angebot, zusammengesetzt aus den drei Komponenten, Festnetztelefonie, Internetanschluss und TV. Bei Quadrupleplay-Angeboten kommt der Mobilfunkanschluss als vierte Komponente hinzu.

Durch dieses neue Leistungspaket erweitern Telekommunikationsunternehmen ihr bisheriges Leistungsangebot der Telefonie und der Internetzugänge durch den Service IPTV. Während sie mit diesem neuen Dienst des Fernsehens ein unmittelbaren Ersatz zum Kerngeschäft der Kabelnetzbetreiber zu etablieren versuchen, haben im Gegenzug Kabelnetzbetreiber damit begonnen, über das Angebot von Sprachtelefonie (Voice over IP) und Internet über ihr Kabelnetz die traditionellen Geschäftsbereiche der Telekommunikationsunternehmen neu zu besetzen.

Bei Triple Play Angeboten handelt es sich somit um ein klassisches Beispiel für eine technologische Konvergenz.

Wie kommt es zu dieser Konvergenz und dem damit verbundenen Markteintritt der Telekommunikationsunternehmen auf dem Fernsehmarkt?

Durch die Umrüstung der Netze und der damit verbundenen schnelleren Bandbreite und vor allem durch die starken Preissenkungen im Festnetz- und DSL-Geschäft haben die Telekommunikationsanbieter in den letzten drei Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet. Zehn Jahre nach der Marktöffnung durch die Deutsche Telekom hat sich ein Preisniveau entwickelt, von dem die Kunden vorher nur träumen konnten. Für knapp dreißig Euro gibt es heute einen Telefonanschluß mit DSL-Breitbandzugang. Die Gespräche ins Festnetz und das Surfen im Internet sind in diesem Preis schon inklusive. Die Flatrate ist somit das Bezahlmodel der Stunde geworden. So ist für den Kunden alles abgedeckt, außer den Gesprächen in die Mobilfunknetze.

Der Grund für diese Entwicklung ist der harte Wettbewerb, der dem ehemaligen Monopolisten Deutsche Telekom zu schaffen macht. Dabei geht es für die kleineren Anbieter längst nicht mehr darum, der Telekom die Minuten abzujagen. Heute ist das Ziel dem Kunden einen Telefonanschluß zu verkaufen.

Bis zum Ende 2007 haben sich nach Schätzungen der Bundesnetzagentur mehr als 18 Prozent der Haushalte entschlossen, zu einem Wettbewerber der Telekom zu wechseln. Die Tendenz ist weiter stark steigend. Hansenet, Arcor, Versatel und die anderen Stadtnetzbetreiber profitieren daher stark an den wechselbereiten Kunden.

Noch im letzten Jahr verzeichneten die DSL-Anbieter einen Zuwachs der Breitbandanschlüsse von einem Viertel auf knapp 20 Millionen.

Diese Wachstumszahlen werden sie jedoch in Zukunft auf Grund der Marktsättigung nicht mehr halten können, prognostizieren Marktforscher der Firma Gartner. In den kommenden vier Jahren rechnet Gartner insgesamt nur noch mit 4 Millionen neuen DSL-Anschlüssen.

Der gesättigte DSL Markt und die neuen technischen Möglichkeiten veranlassen die Telekommunikationsunternehmen verstärkt auf IPTV zu setzen, um weiterhin ein Wachstum zu garantieren.

Die Telekommunikationsanbieter erhoffen sich von dem neuen TV-Dienst, die Attraktivität ihrer Angebote zu steigern. Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Emotionalisierung von Tripple-Play-Angeboten durch die Fernsehinhalte. So ist der Fußballfan mit einem umfangreichen Fußballangebot zu überzeugen, sich den Telefon- und DSL-Anschluss über einem bestimmten Anbieter zu buchen.

Kapitel 5.2, Telekommunikationsunternehmen als neue Player auf dem Fernsehmarkt: Bis Dato sind die Telekommunikationsanbieter alleinige Anbieter von IPTV. Durch die sinkenden Umsätze im traditionellen Telekommunikationsgeschäft versuchen sie auf dem Fernsehmarkt Fuß zu fassen und IPTV als vierten Übertragungsweg neben Terrestrik, Kabel und Satellit zu etablieren. Sie verfügen über eigene Netze und können daher die Übertragungskosten vergleichsweise gering halten. Zu den Anbietern gehören in Deutschland bislang die Telekom, Arcor und Hansenet, besser bekannt unter dem Markennamen Alice. So hat die deutsche Telekom mit ca. drei Milliarden Euro bis 2008 ihre VDSL-Glasfasernetze ausgebaut, so dass die parallele Übertragung mehrerer hoch aufgelöster HDTV Programme in allen deutschen Großstädten ermöglicht wird. Zusätzlich wurde das weniger leistungsfähige ADSL+-Netz erweitert, um eine größere Reichweite zu erzielen.

Neben der Telekom haben die Unternehmen Hansenet und Arcor ihre Netze ebenfalls ausgeweitet und auf den Standard ADSL+ ausgebaut.

Im Folgenden werden die Angebote und die damit verbundenen Zielsetzungen der zwei größten Anbieter, Deutsche Telekom AG und HanseNet GmbH, beispielhaft beleuchtet.

Arbeit zitieren:
Riegamer, Ruben Oktober 2008: IPTV und WebTV - Der neue Fernsehmarkt und seine Wettbewerber in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
IPTV, WebTV, Triple Play, Digitales Fernsehen, Fernsehmarkt

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