Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Die Hypothekenkrise in den USA und ihre Auswirkungen

Die Hypothekenkrise in den USA und ihre Auswirkungen
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Michael Schlemmer
  • Abgabedatum: Februar 2008
  • Umfang: 49 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 2,5
  • Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach Deutschland
  • Bibliografie: ca. 104
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1103-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schlemmer, Michael Februar 2008: Die Hypothekenkrise in den USA und ihre Auswirkungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Subprime, Hypothekenkrise, Immobilienkrise, Banken, Finanzkrise

Studienarbeit von Michael Schlemmer

Einleitung:

Kaum ein anderes Thema wird in den letzten Monaten von der Medienwelt so intensiv behandelt wie die Hypothekenkrise in den USA. Meldungen über Entlassungen, ungewöhnlich hohe Abschreibungen, Rekordverluste und Liquiditätsengpässe auf den Finanzmärkten verbreiten besonders unter Kapitalanlegern Unsicherheit. Betroffen ist dabei längst nicht nur der Hypothekenmarkt.

Um einen Überblick zu bekommen, wer aus welchen Gründen an den turbulenten Geschehnissen beteiligt ist, wird die Hypothekenkrise zu Beginn der Arbeit in den globalen Finanzsektor eingeordnet. Das darauf folgende Kapitel beleuchtet die einzelnen Akteure mit ihren Rollen, betrachtet die wichtigsten Ereignisse im zeitlichen Kontext und liefert Gründe für das Ausmaß. Anschließend werden die Auswirkungen auf den betroffenen Märkten beschrieben und wird auf die Maßnahmen seitens der amerikanischen Notenbank und Regierung, die der Krise entgegenwirken sollen, eingegangen.

Zum Abschluss wird die Situation auf dem deutschen bzw. europäischen Markt behandelt und ein aktueller Ausblick auf die Markttendenzen gegeben. Eine gezogenes Fazit sowie der darin enthaltende Hinweis auf einen alternativen Anlagetrend runden diese Arbeit ab.

Verkürzte Darstellungen dienen der Verständlichkeit und sind aus Platzgründen notwendig. Die in dieser Arbeit angegebenen Zahlenwerte basieren aufgrund des intransparenten Finanzmarktes auf Schätzungen der jeweiligen Autoren und divergieren in den Medien teilweise erheblich. Vordergründig soll der Leser einen Einblick in die derzeitige Situation der Finanzwelt und ein Gefühl für die Dimension des Ausmaßes bekommen. Des Weiteren soll er sich der möglichen Risiken in Betracht gezogener Finanzanlagen bewusst werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. ZIEL UND AUFBAU DER ARBEIT 1
2. VOLKSWIRTSCHAFTLICHE VERFLECHTUNGEN DURCH DIE FINANZPOLITIK 1
2.1 Der globale Finanzmarkt 1
2.2 Gefahren einer Störung 2
3. DIE ENTSTEHUNG DER KRISE 2
3.1 Aufgaben und Ziele der Immobilienmarktteilnehmer 3
3.1.1 Private Haushalte 3
3.1.2 BANKEN 3
3.1.3 RATINGAGENTUREN 4
3.1.4 ZWECKGESELLSCHAFTEN 5
3.1.5 FINANZINVESTOREN 6
3.1.6 BONDSVERSICHERER 7
3.1.7 NOTENBANKEN 8
3 3.2 Ablauf der Ereignisse 8
3.2.1 DER AUFBAU EINER IMMOBILIENBLASE 8
3.2.2 GRÜNDE FÜR DEN NIEDERGANG 10
3.2.3 FOLGEN FÜR DEN FINANZMARKT 11
3.3 Gefahren des Finanzmarktes 14
3.4 Verantwortliche der Krise 15
4. AUSWIRKUNGEN UND MAßNAHMEN 15
4.1 AUSWIRKUNGEN AUF DIE BETROFFENEN MÄRKTE 16
4.2 MAßNAHMEN DER FEDERAL RESERVE 18
4.3 MAßNAHMEN DER AMERIKANISCHEN REGIERUNG 19
5. SITUATION IN DEUTSCHLAND UND EUROPA 20
5.1 UNMITTELBARE FOLGEN 20
5.2 UNTERSCHIEDE IN DER DEUTSCHEN BAUFINANZIERUNG 22
6. AUSBLICK FÜR DEN GLOBALEN FINANZMARKT 23
7. FAZIT 24
ANHANG 27
LITERATURVERZEICHNIS 40

Textprobe:

Kapitel 3.2.3, Folgen für den Finanzmarkt:

Rund um den Globus, vor allem in den USA, meldeten Banken, welche dem Subprime-Segment Immobilienkredite zur Verfügung stellten, aufgrund der ausbleibenden Zahlungen, teilweise in Milliardenhöhe Verluste und Abschreibungen. Den Anfang machte New Century Financial, der zweitgrößte Hypothekenfinanzierer in den USA im Subprime-Markt, welcher einen Aktienkurseinbruch von 95 % verkraften musste und mittlerweile insolvent ist. Zwei in Schieflage geratene Hedge-Fonds der US-Investmentbank Bear Stearns spitzten die Krisenlage zu, nachdem sie sich mit CDO‘s verspekuliert hatten.

Private und institutionelle Anleger zogen innerhalb kürzester Zeit erhebliche Beträge aus auslaufenden Verträgen aus Angst vor Verlusten vom Kapitalmarkt ab. Der Verkauf von Kreditforderungen aller Art (z.B. Fahrzeug-, Konsumenten-, Unternehmenskredite) ergab ein Marktvolumen von neun Bio. Euro, in den USA wurden bspw. 50 % aller Hypothekenkredite verbrieft. Bei Zahlungsausfällen wurden die bereitgestellten Liquiditätslinien derjenigen Banken, welche Zweckgesellschaften außerhalb ihrer Bilanz gegründet haben, von den Finanzinvestoren in Anspruch genommen. Dies belastete die Banken schwer, weil ihre Garantien vielmehr vollwertige Kreditrisiken als bilanzielle Eventualverbindlichkeiten darstellten.

Zweckgesellschaften konnten zudem das Verhältnis von guten und schlechten Krediten beim Kauf der Kreditpakete nicht direkt und auch nur sehr schwer indirekt erkennen. Ebenso die internationalen Finanzinvestoren, welche die verbrieften Hypothekenkredite der Zweckgesellschaften in ihre Portfolios genommen hatten. Diese wie auch die Zweckgesellschaften vertrauten dem schwierig zu bestimmenden, zumeist guten Klassifizierungen der Ratingagenturen. Die umfangreichsten und aktuellsten Informationen über den Kreditnehmer lagen jedoch immer noch bei der ausplatzierenden Bank.

Das Rating besonders bei den CDO‘s rutschte stark bergab, es gab erhebliche Kursverluste und umfangreiche Abschreibungen. Die Brisanz für die internationalen Finanzmärkte wurde erhöht. Seit der Kreditkrise haben diese Papiere nur noch einen geringen Wert. Selbst Produkten mit Top-Bewertungen wird misstraut. Eine Krise im Banken-, Investoren- oder Immobilienmarkt löst schnell eine Kettenreaktion aus, da die Finanzmärkte weltweiten Interdependenzen unterliegen.

Ein Liquiditätsproblem droht, da Banken ihre unter einem generellen Ausfallverdacht liegenden Forderungen weder am Kapitalmarkt platzieren können, noch zurückgezahlt bekommen. Vereinzelte Hedge-Fonds, mit dem Ruf auch in marktschwachen Phasen Geld für ihre Investoren zu erwirtschaften, schlossen umgehend ihre Fonds, damit die Anleger nicht ihre Gelder abziehen können. Der Markt für Anleihen der Zweckgesellschaften ist praktisch zusammengebrochen. Diese Vorgänge verunsichern Märkte zusätzlich, mangelndes Vertrauen in die Liquidität von Bürgern und Banken schwächen den Kredit- und Interbankenhandel (siehe Kapitel 4.1) immer mehr.

Seit dem Abschwung auf dem Immobilienmarkt sind bereits hundert Hypothekenbanken, welche nicht ausreichend auf die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden geachtet haben sowie mehrere Hedge-Fonds mit Kreditderivaten in den USA insolvent gegangen. Die Banken mussten bislang rund 100 Mrd. $ an Abschreibungen auf die verbrieften Anleihen und zweitklassigen Hypotheken bekannt geben. Analysten erwarten einen Anstieg auf bis zu 130 Mrd. $. Ein „teures“ Ende für das „billige“ Geld.

Die Schicksale unterscheiden sich. Zahlreiche kleinere Banken gingen insolvent, die Großbanken schrieben für das vierte Quartal 2007 Rekordverluste. Goldman Sachs bildet eine Ausnahme. Entgegen den Branchenzahlen wies die weltgrößte Investmentbank einen Gewinn für das vierte Quartal aus. Goldman hatte die Hypothekenkrise vorhergesehen und auf einen Marktabschwung im Zusammenhang mit schlecht besicherten Immobilienkrediten gesetzt.

Der größte US-Finanzkonzern Citigroup musste für das vierte Quartal 2007 einen Verlust in Höhe von 9,83 Mrd. $ ausweisen und 18,1 Mrd. $ abschreiben. Mehr als 130 Mrd. $ an Marktkapitalisierung vernichtete die Bank innerhalb eines Jahres. Die Zerschlagung des Konzerns ist bereits zu einer Option geworden. Die Investmentbank Merrill Lynch musste in Folge eines ähnlich hohen Rekordverlustes im vierten Quartal Abschreibungen in Höhe von 16,6 Mrd. $ tätigen. Ein einziges Quartal vernichtete das Buchwertwachstum von rund vier Jahren. Welche anderen Banken besonders betroffen sind, zeigt eine Übersicht in Anhang 4.

Hohe Abschreibungen und mit fallenden Aktienkursen einhergehende Börsenverluste (siehe Anhang 3) der Finanzinstitute drücken die Stimmung auf dem Markt. Größere negative Überraschungen könnten das Vertrauen in die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe weiter untergraben, die Furcht vor einer US-Rezession würde genähert werden. Die Krise forderte bislang weltweit 150.000 Arbeitsplätze in der Finanzbranche. Besonders stark betroffen ist der Hypothekenbereich mit 86.000 Stellenstreichungen, die Investmentbanken bauten 65.000 Stellen ab.

Auch die Kreditversicherungen sind involviert. Etwa ein Drittel der versicherten ABS-Kredite (nicht nur Immobilienkredite) im Wert von 2.400 Mrd. $ fällt aus. Bisher musste der Branchenführer Ambac 5,4 Mrd. $, MBIA 3,3 Mrd. $ abschreiben, weiterer Wertberichtigungsbedarf ist wahrscheinlich. Die branchenmäßig dünne Eigenkapitaldecke wird hierdurch stark belastet. Kapitalspritzen sollen diese stärken, auch um derzeitige Topbonitätsnoten weiterhin behalten zu können. Denn die Absicherung der Garantiegeber überträgt das Rating auf die Bonds. Nur dadurch erhielten manche Verbriefungen erstklassige Bonitätsnoten. Der Wert der Papiere würde bei einer Abstufung stark gemindert werden. Ohne die bisherigen Spitzenratings wäre das Geschäftsmodell nicht überlebensfähig. Großbanken und Großinvestoren müssten anstehende Verluste selbst tragen, falls die Versicherer mangels Kapital nicht dafür aufkommen können.

Ankündigungen der Ratingagenturen, den gesamten Sektor überprüfen zu wollen, ließen die Aktienkurse stark fallen (siehe Anhang 5). Seit Mai hat die Aktie von Ambac rund 95 Prozent verloren, die Ankündigungen ließen die Börsenwerte um zeitweise zwei Drittel verlieren.

Arbeit zitieren:
Schlemmer, Michael Februar 2008: Die Hypothekenkrise in den USA und ihre Auswirkungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Subprime, Hypothekenkrise, Immobilienkrise, Banken, Finanzkrise

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren