Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Hybrides Synchroneinschaltgerät für Hochstromanwendungen

Hybrides Synchroneinschaltgerät für Hochstromanwendungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Lechner
  • Abgabedatum: April 2000
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 7,0 MB
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Technikum Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5166-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5166-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5166-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lechner, Thomas April 2000: Hybrides Synchroneinschaltgerät für Hochstromanwendungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Leistungsfaktor, Simulation, Schaltgerät, Thyristor, Lichtbogen

Diplomarbeit von Thomas Lechner

Einleitung:

Mechanische Hochstromschaltgeräte verursachen beim Schalten hoher Ströme einen Lichtbogen, welcher zu Erosion an den Schaltkontakten und damit zu einer Verkürzung deren Lebensdauer führt. Dies ist nicht nur beim Ausschalten von Stromkreisen, sondern auch beim Einschalten zu beobachten, wenn auch nicht so ausgeprägt. Vorzündungen und das eventuelle mechanische Prellen der Kontakte sind daran schuld.

Außerdem weist ein mechanischer Schalter eine merkbare Streuung bei den Einschaltzeiten auf, was ein genaues Anschneiden der Spannungshalbwelle unmöglich macht. Der Vorteil eines mechanischen Schalters ist seine hohe Belastbarkeit wegen des kleinen spezifischen Widerstandes des Leiters.

Elektrische Halbleiter verursachen beim Schalten keinen Lichtbogen und sind um Größenordnungen schneller und genauer als mechanische Schalter. In der Energietechnik werden ausschließlich Thyristoren verwendet, weil nur bei diesem Element die Hauptstromkontakte großflächig ausgeführt werden können. Die Nachteile sind in der vergleichsweise geringen Strombelastbarkeit, welche mit den Durchlassverlusten zusammenhängt, und in der Polarität zu sehen. Wegen der Polarität ist es unmöglich, mit einem Bauteil beide Stromhalbwellen zu führen. Die geringe thermische Kapazität einer Halbleiter-Tablette bei hoher Empfindlichkeit gegen Übertemperatur erlaubt nur begrenztes kurzzeitiges Überlasten.

Es liegt also nahe, die Vorteile eines mechanischen Schaltgerätes mit denen eines Halbleiters zu verbinden. Ein solcherart entstandenes System nennt man ein hybrides Schaltsystem. Dabei dient im Falle eines Einschaltgerätes der Thyristor zum präzisen und schnellen Einschalten eines hohen Stromes und der mechanische Schalter zum Übernehmen desselben, bevor es zur Zerstörung des Halbleiters kommt. Im Falle eines Ausschaltgerätes übernimmt der Thyristor den Strom bei der Entstehung eines Lichtbogens infolge der Kontakttrennung und lässt ihn ausklingen.

Im Zuge dieser Arbeit wird untersucht, ob sich ein hybrides System als Einschaltgerät für das Hochstrom-Labor im Arsenal verwenden lässt, wie man es dimensionieren muss und welcher maximalen Belastung es standhält. Dazu wird auch ein Experiment vorgestellt, welches zur Verifikation der Berechnungen durchgeführt wurde.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 Motivation zum Bau eines Hybridschaltsystems
1.2 Machbarkeitsstudie - Daten und Anforderungen
1.2.1 Leerlaufspannung des Mittelspannungstransformators M 850
1.2.2 Leerlaufspannung des Hochstromtransformators NH 150
1.2.3 Übersetzungen und Impedanztransformationen NH 150
1.2.4 Leistungsfaktor
1.2.5 Impedanzen
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN 10
2.1 Stromkreise in der Energietechnik und deren Eigenschaften
2.1.1 Berechnung des Einschaltstromverlaufes
2.1.2 Anforderungen für ein Leistungsversuchsfeld
2.2 Allgemeine Eigenschaften von mechanischen Schaltern
2.2.1 Eigenschaften eines Vakuumschalters
2.3 Allgemeine Eigenschaften von Netzthyristoren
2.3.1 Blockierzustand
3.2 Einschalten eines Thyristors
2.3.3 Eingeschalteter Zustand
2.3.4 Ausschalten eines Thyristors
3. WAHL DER TOPOLOGIE FÜR DAS HYBRIDE SCHALTGERÄT 20
3.1 Schaltungsmöglichkeiten
3.2 Darstellung der möglichen Topologie
4. MECHANISCHE SCHALTER 24
4.1 Daten heute erhältlicher mechanischer Schalter
4.2 Auswahl eines geeigneten Schalters
5. NETZTHYRISTOREN 26
5.1 Heute erhältliche Netzthyristoren
5.2 Auswahl eines geeigneten Netzthyristors
6. MODELLIERUNG DER THYRISTORKENNLINIEN 30
6.1 Erstellen der Modelle
6.2 Überprüfen der Kennlinien
7. BERECHNUNG DER ZU ERWARTENDEN INDUKTIVITÄTEN 33
7.1 Bedeutung der Kommutierungsinduktivitäten
7.2 Berechnung der Induktivitäten
8. SIMULATION DER STROMKOMMUTIERUNG 35
9. BERECHNUNG DES VERLAUFES DER SPERRSCHICHTTEMPERATUR 38
9.1 Berechnung des Sperrschichttemperaturverlaufes
9.2 Überprüfen der thermischen Modellrechnungen
10. ANSTEUERSCHALTUNG FÜR THYRISTOREN UND VAKUUMSCHALTER 46
10.1 Anforderung an die Ansteuerschaltung
10.2 Realisierung
11. DIMENSIONIERUNG EINER SCHUTZBESCHALTUNG FÜR DIE THYRISTOREN 49
11.1 Berechnung der Widerstände - statische Spannungsaufteilung
11.2 Berechnung der RC-Glieder - dynamische Spannungsaufteilung
12. EXPERIMENT 56
12.1 Verhalten des Leistungsschalters
12.2 Berechnung der Kommutierungsinduktivitäten
12.3 Simulation des Experiments
12.4 Aufbau
12.5 Messung des Stromes mit einer Rogowsky-Spule
12.5.1 Theorie der Rogowsky-Spule
12.5.2 Daten des verwendeten Rogowsky-Messsystems
12.6 Durchführung und Ergebnisse des Experiments
12.6.1 Vorversuch
12.6.2 Eigentlicher Versuch
13. ERKENNTNISSE, VERGLEICH RECHNUNGEN - MESSUNGEN, DISKUSSION 81
14. LITERATURVERZEICHNIS 84
ANHANG 86

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das sieht nach einer sehr geringen thermischen Belastung für den Thyristor aus. Wenn man bedenkt, daß der Thyristor ein maximales Lastintegral von 32 MA2s im Störfall verkraftet, so versteht man schnell, daß bei den hier vorliegenden 7.5 MA2s die Temperaturgrenze noch lange nicht erreicht wird. Dazu sei noch einmal erwähnt, dass bei schnellen thermischen Lastwechseln ab etwa 50 K innerhalb von nur 10 ms nur eine begrenzte Lebensdauer des Halbleiters zu erwarten ist ([19]). In [19] heißt es wörtlich: „Aus Betriebserfahrungen und Versuchen an Halbleitersystemen geht hervor, daß im Dauerbetrieb ein Wert von ∆t ≈ 55°C nicht überschritten werden sollte. Durch weiter zunehmende Temperaturänderung wird die Lastwechselbeständigkeit spürbar reduziert.“ Vereinzelt auftretende schnelle Temperaturschwankungen bis 50 K sind aber in dieser Hinsicht auch nicht kritisch. In [16] wird festgestellt, daß vereinzelte Temperatursprünge auf über 150°C die Lebensdauer eines Halbleiters beeinträchtigen oder diesen gar sofort beschädigen. Das heißt aber nicht, daß sich Temperaturen unter 150°C nicht auch schon negativ auswirken können. Besonders bei schnellen Temperatursprüngen kann es zu mikroskopischen Sprüngen im Halbleiter kommen. Mathematische Temperaturberechnungen ausgehend vom simulierten Stromverlauf werden für folgende Thyristoren durchgeführt: ABB 5STP52U5200 ABB 5SP42U6500 Eupec T2851N Eupec T3401N Eupec T4003N 52 TOH Alle Temperaturverläufe zu präsentieren würde wieder den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Daher sollen kurz die Ergebnisse beschrieben werden: Bei keinem der genannten Halbleitertypen wird beim Einschalten eines Effektivstromes von 50 kA die erlaubte Obergrenze der Sperrschichttemperatur überschritten, egal, zu welchem Zeitpunkt innerhalb der Halbwelle eingeschaltet wird. Beim Eupec T2851N wird mit fast 100°C die höchste Temperatur erreicht (Abb. 9.10). Diese liegt aber immer noch um 20 K unter der maximal erlaubten Sperrschichttemperatur. [...]

Man erkennt den Leistungsverlauf über der Zeit im Thyristor. Die Einschaltverlustleistung liegt bei dem gegebenen Wert für die Stromsteilheit am Beginn des Stromflusses um Größenordnungen unter der Durchlassverlustleistung. Die gesamte Verlustleistung wird zur Gänze im Wärme umgesetzt. Näherungsweise wird davon ausgegangen, daß die Leistung gleichmäßig auf der Halbleiterfläche verteilt ist. Das stimmt nicht ganz, weil v. a. beim Zünden des Halbleiters nur eine kleine Fläche leitend ist, welche sich dann ausbreitet. Dies betrifft aber nur wenige 100 µs und wirkt sich auf die erreichte Höchsttemperatur fast nicht aus, weil die Leistung zu diesem Zeitpunkt relativ klein ist und die Wärmeenergie bis zum Erreichen der Höchsttemperatur nach einigen ms schon auf die ganze Fläche verteilt ist [15]. Als nächstes wird die in den Datenblättern gegebene thermische Sprungantwort definiert. Sie hat die allgemeine Form [...]

bisher geflossenen Stromes. Man sieht, dass in diesem Fall nur etwa 7.4 MA2s in ca. 10 ms aufgenommen werden müssen. Das ändert sich aber, wenn man einen anderen Wert für die Kommutierungsinduktivität L3 + L2 einsetzt oder wenn der Schalter prellt und den Strom vorübergehend wieder in den Halbleiter zurücktreibt. Weitergehende Simulationen zeigen: Bei einer verdreifachten Induktivität (wieder Annahme L2 = L3) verdoppelt sich in etwa die Energie, die insgesamt im Thyristor verbraucht wird. Auch die Stromflussdauer im Halbleiter steigt etwas. Bei einer Halbierung der Induktivitäten (was in der Praxis unrealistisch ist), sinkt das Integral auf etwa 4.4 MA2s. Was das Prellen betrifft, so kann eine kurze Abhebung (> 1ms) ebenfalls die Belastung für den Halbleiter vervielfachen, wenn sie im ungünstigsten Moment des Spitzenstromes geschieht und die Lichtbogenspannung groß genug ist (>25V), um den Strom in kurzer Zeit wieder in den Halbleiter zu treiben. Eine derartige Situation wird im Kapitel 12 durch die Ergebnisse eines vom Autor durchgeführten Experiments verifiziert. Für folgende in Frage kommende Thyristoren werden Simulationen durchgeführt: ABB 5STP52U5200 ABB 5SP42U6500 Eupec T2851N Eupec T3401N Eupec T4003 N 52 TOH BBC CS1702-42IO1 (siehe Kapitel 12) [...]

Arbeit zitieren:
Lechner, Thomas April 2000: Hybrides Synchroneinschaltgerät für Hochstromanwendungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Leistungsfaktor, Simulation, Schaltgerät, Thyristor, Lichtbogen

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren