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Hybride Wettbewerbsstrategien

Realisationspotential und Konzeptbewertung

Hybride Wettbewerbsstrategien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniel Peters
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 803,5 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5026-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5026-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5026-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Peters, Daniel Januar 2002: Hybride Wettbewerbsstrategien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketing, C/M, Kostenführerschaft, Leistungsführerschaft, Wettbewerbsstrategie

Diplomarbeit von Daniel Peters

Einleitung:

Unternehmen vieler Branchen sehen sich gegenwärtig vielfältigen und wachsenden Herausforderungen gegenüber. Tiefgreifende und sich gegenseitig beschleunigende Diskontinuitäten in der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung verändern die Marktbedingungen und beeinflussen die Wettbewerbsposition der Unternehmen. Der Wettbewerbsdruck nimmt ständig zu, monopolistische Inseln des Wettbewerbskampfes werden kleiner. Technische Vorsprünge sind nur noch kurzfristig sicherbar.

In Bezug auf die zu bearbeitende Problemstellung sind insbesondere folgende Entwicklungstendenzen zu nennen, auf die in Abschnitt 3.3 näher eingegangen wird: Wandel von Verkäufer- zu Käufermärkten, verminderte Kundenloyalität auf stagnierenden und partiell schrumpfenden Märkten, Internationalisierung bzw. Globalisierung des Wettbewerbes, dadurch Standardisierungstendenzen auf internationaler Ebene, differenzierte Nachfrage, wachsender Bedarf nach Produktvarianten und Produktneuerungen auf nationaler/regionaler Ebene, stärkere Marktsegmentierung und Kundenorientierung zwingen zu kürzeren Lieferzeiten, steigender Termintreue, intensiveren Kundendienst etc.

Die skizzierten Entwicklungen zwingen Unternehmen zu einer entsprechend modifizierten Ausrichtung ihrer Wettbewerbsstrategien, um den geänderten Anforderungen in diesen „feindlichen Umwelten“ gerecht werden zu können. Es kann nicht ausreichen, die Vorlaufzeit von Frühwarnsystemen zu erhöhen, um Strategien schnell anpassen zu können. Indem Unternehmen von der klassischen Dichtomanie Porters abweichen und Hybride Wettbewerbsstrategien, d.h. eine Kombination aus Kostenführerschaft und Differenzierung verfolgen, die es ihnen ermöglicht, sowohl den Kosten- als auch den Differenzierungsanforderungen des Marktes gerecht zu werden, können sie auch weiterhin dauerhafte Wettbewerbsvorteile erreichen und gewinnbringend wirtschaften.

Da die Kombination einer hohen Kosteneffizienz mit hohem Differenzierungspotential die Möglichkeit bietet, einen hohen Preis bei gleichzeitig niedrigen Kosten zu realisieren, verspricht eine hybride Wettbewerbsstrategie überdurchschnittlichen Erfolg. Die Debatte um die Existenz von hybriden Wettbewerbsstrategien beschreibt Hill wie folgt: „This debate is one of the most important in the business policy literature. Because Porter’s model serves as a reference point for this field, the critical examination of his ideas gains added importance.”.

Proff stellt heraus, dass gerade für die deutsche Industrie, die Verfolgung einer hybriden Wettbewerbsstrategie in den letzten Jahren wichtiger geworden ist. Insbesondere die Automobilbranche, in ihrer Funktion als Leitindustrie, bedient sich gerade im Mittelklassesegment bereits heute hybrider Wettbewerbsstrategien. Aus den oben genannten Gründen ist der theoretische Beweis und der Nachweis der Realisierbarkeit hybrider Wettbewerbsstrategie gerade heute von großer Bedeutung. Dies soll Ziel der nachfolgenden Arbeit sein.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
1.1 Hintergrund und Problemstellung 1
1.2 Ziele und Gang der Untersuchung 2
1.3 Stand der Literatur 3
2. Theoretische Grundlagen 4
2.1 Strategische Planung und Strategien 4
2.2 Wettbewerbsstrategie und Profilierungsstrategie 6
2.3 Generische und Hybride Wettbewerbsstrategie 7
2.3.1 Miles And Snow Typologie 9
2.3.2 Die Miles und Snow Typologie und Hybride Wettbewerbsstrategien 10
2.3.3 Geschäftsfeldstrategien nach Porter 10
2.3.3.1 Kostenführerschaft 12
2.3.3.2 Differenzierung 13
2.3.3.3 Unvereinbarkeitshypothese - Stuck in the Middle 14
3. Hybride Wettbewerbsstrategien 17
3.1 Vorbemerkungen zum Konzept Hybrider Wettbewerbsstrategien 17
3.2 Kritische Analyse der Taxonomie generischer Wettbewerbsstrategien nach Porter 18
3.2.1 Theoretisch-konzeptionelle Kritik 18
3.2.2 Alternativhypothese vs. Simultanitätshypothese 21
3.2.3 Empirischer Nachweis von Hybriden Wettbewerbsstrategien 22
3.3 Zur Notwendigkeit der Einführung Hybrider Wettbewerbsstrategien 24
3.3.1 Veränderte Wettbewerbs- und Marktstrukturen 25
3.3.2 Zur Performance von Hybriden Strategien 28
3.4 Darstellung des Konzeptes Hybrider Wettbewerbsstrategien 29
3.4.1 Sequentielle Hybride Strategien - "Outpacing Strategies" 29
3.4.1.1 Strategiewechsel von Kostenführerschaft zu Differenzierung 33
3.4.1.2 Strategiewechsel von Differenzierung zu Kostenführerschaft 34
3.4.1.3 Probleme eines Strategiewechsels 36
3.4.2 Simultane Hybride Strategien 37
3.4.2.1 Mengeneffekte und Mengeninduzierte (Indirekte) Kosteneffekte 38
3.4.2.2 Direkte komplementäre Kosteneffekte Hybrider Strategien 39
3.5 Realisationsmöglichkeiten Hybrider Wettbewerbsstrategien 44
3.5.1 Entkopplung von Kosten- und Nutzenzuwachs entlang der Wertkette 44
3.5.2 Realisationspotential des Beschaffungsmarketing 46
3.5.3 Realisationspotential innovativer Produktionskonzepte 48
3.5.3.1 Informationstechnologische Produktionskonzepte 49
3.5.3.2 Das Gruppenprinzip als Arbeitstheoretisches Produktionskonzept 51
3.5.3.3 Realisationsgrenzen singulärer Produktionskonzepte und Simultanitätspotential durch Integration 52
3.5.4 Realisationspotential des Produktmarketing 53
3.6 Bewertung des Konzeptes Hybrider Wettbewerbsstrategien 55
3.6.1 Konzeptbewertung sequentieller Hybrider Strategien 55
3.6.2 Konzeptbewertung simultaner Hybrider Strategien 57
3.6.3 Potential Hybrider Profilierungsstrategien 58
4. Zusammenfassung und Ausblick 60

Automatisiert erstellter Textauszug:

eine erfolgreiche Umsetzung des Outpacing Ansatzes erfüllt sein müssen. Diese lauten: detaillierte Kenntnisse der Branche und deren Entwicklung, konsequente Ausrichtung auf die jeweils gewählte strategische Vorgehensweise, Reinvestition des durch den jeweiligen Wettbewerbsvorteil generierten Cash-flows, um die nötigen Strategiewechsel durchführen zu können. Im folgendem sollen nun beide möglichen Strategiewechsel kurz charakterisiert werden, wonach in Abschnitt 3.4.1.3 auf mögliche Probleme hingewiesen wird. 3.4.1.1. Strategiewechsel von Kostenführerschaft zu Differenzierung Ein Strategiewechsel zur Differenzierungsstrategie verfolgt das Ziel, kostengünstig gefertigte Produkte durch die Addition von Kundennutzensteigernden Eigenschaften z.B. kürzere Lieferfristen, Steigerung von Produktqualität aufzuwerten und von der Konkurrenz zu differenzieren bzw. im Falle der hybriden Wettbewerbsstrategien in eine Einzigartigkeitsposition zu bringen.216 Im Folgenden ist zu untersuchen, welche Konsequenzen ein derartiger, i.d.R. von Nachfolgern vorgenommener Strategiewechsel mit sich bringt und welche konkreten Ansatzpunkte zur Umsetzung der neuen Strategie möglich sind: Die erfolgreiche Umsetzung der Kostenführerschaftsstrategie setzt den Grundsatz der Ausnutzung von Kostensenkungspotentialen und einer strengen Kostenkontrolle voraus. Dieser Grundsatz muss nach Pümpin im Selbstverständnis der Manager auf allen Führungsebenen verankert sein, so dass jeder einzelne Mitarbeiter seine Handlungen daran ausrichtet.217 Die Kostensenkungspotentiale müssen vom Management erkannt und in allen Bereichen konsequent realisiert werden. Eine solche Unternehmenskultur und Denkweise macht es allerdings schwer, Differenzierungspotentiale in Form von unkonventionellen und innovativen Produktideen aufzubauen. Die Kostenführerschaftsstrategie sollte nach Porter in eine Zentralgesteuerte Funktionalorganisationsstruktur, in der Verantwortung und Kompetenzen eindeutig zugeordnet sind und die Koordination hierarchisch eindimensional erfolgt, eingebettet sein.218 Ein Strategiewechsel dagegen verlangt meist den Übergang zu dezentralisierten und flexibleren Formen der Organisations- und Fertigungsstruktur. Nur in einer solchen Struktur können langfristig Innovationen und Produktentwicklung in der nötigen Geschwindigkeit vorangetrieben werden. Mit dem Übergang zu einer flexibleren Organisationsstruktur geht zumeist auch ein Wan216 217 218 [...]

Im Outpacing Quadrant besitzt das Unternehmen die Fähigkeit, „(..) je nach Konkurrenzlage das strategische Hauptgewicht zwischen Schaffung des anerkannten Produktwertes und der Verringerung der gesamten Herstellungskosten zu verlagern, um die Konkurrenten zu überholen.“210 Zu diesem Zweck bedarf es neben einem exakten Timing vor allem der Fähigkeit zur Anpassung der unternehmerischen Kompetenzen an die im Zeitablauf veränderten Anforderungen.211 Dieses Verhalten widerspricht allerdings dem von Porter postulierten Konzentrationsprinzip. Eine Schlüsselrolle dürften in diesem Zusammenhang die Flexibilität und die Lernfähigkeit des Unternehmens spielen.212 Wesentliches Merkmal dieses Ansatzes ist es dabei, das bestehende Leistungsnivau der einen Dimension beizubehalten und simultan das Leistungsnivau der anderen Vorteilsdimension zu erhöhen.213 Somit überleben langfristig nur jene Anbieter, die den Nachfragern sowohl einen hohen Produktnutzen stiften und gleichzeitig zu geringen Kosten produzieren. Dennoch geht auch der Outpacing Ansatz von einer anfänglichen Unvereinbarkeit von Kostenführerschaft und Differenzierung und einer anfänglichen eindeutigen Entscheidung zugunsten eines Wettbewerbsvorteils aus214, die erst als Ergebnis eines mehrere Wettbewerbsphasen umfassenden Outpacing Prozesses, in einer simultanen Erreichung hoher Leistungspotentiale hinsichtlich beider Vorteilsdimensionen mündet.215 Aus der relevanten Literatur lassen sich drei Vorraussetzungen filtern, die für [...]

rerschaftsstrategie verspricht zudem auch keinen Erfolg, da die Einführungsphase durch ständig wechselnde Produkttechnologien gekennzeichnet ist und Prozessinnovationen daher keinen langfristigen Erfolg haben können: „any attempt at developing a process-dominated strategy is likely to be quickly overtaken by the next step in the product’s evolution.“205 In der Reifephase kommt es zu einer Standardisierung der Produkte, so dass sich Wettbewerbsvorteile in erster Lage durch Kostenvorteile erzielen lassen. In dieser Phase treten neue Wettbewerber in den Markt ein, Me-Too206 Produkte unter dem Preisschirm der Pioniere anbieten. Die Outpacing Strategie des Innovators besteht nun darin, zum Zeitpunkt der Etablierung eines Standards einen Strategiewechsel vorzunehmen. Gilbert und Strebel empfehlen den Unternehmen, eine ‚Productivity reserve’ in Form von Prozessinnovationen für dieses Marktstadium bereit zu halten, um durch flexiblere Preispolitik den Eintritt von Me-Too Produkten abwehren zu können.207 Im Zuge der Marktsättigung gewinnen dann Differenzierungsvorteile erneut an Bedeutung, um sich gegenüber der Masse zu profilieren. Die Outpacing Strategie der Nachfolger verläuft in umgekehrter Richtung. Die Nachfolger beteiligen sich in der Entstehungsphase eines Marktes nicht am Wettbewerb, der von ständigen Produktinnovationen und –variationen geprägt ist, sondern warten ab, bis sich ein allgemein akzeptierter Standard gebildet hat. Durch hohe Produktionskapazitäten können sie nun einen Kostenvorteil erreichen. Um die eigenen Gewinne langfristig zu sichern bzw. als Reaktion oder Absicherung vor dem oben beschriebenen Outpacing Schritt des Innovators, müssen auch die Nachfolger den optimalen Zeitpunkt finden, um zu einer Strategie der Qualitätsführerschaft zu wechseln.208 Folgt man den Überlegungen des Outpacing Strategie-Ansatzes, setzt dauerhafter Erfolg die Fähigkeit voraus, die Wettbewerbsstrategie an unterschiedliche Branchenbedingungen anzupassen.209 Abbildung 6 verdeutlicht diesen Prozess in graphischer Form. [...]

Arbeit zitieren:
Peters, Daniel Januar 2002: Hybride Wettbewerbsstrategien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketing, C/M, Kostenführerschaft, Leistungsführerschaft, Wettbewerbsstrategie

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