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Horrorfilme im Fernsehen - Eine harmlose Auswahl des Grauens?

Eine Analyse des Fernsehprogramms der 90er im Vergleich zum Videomarkt

Horrorfilme im Fernsehen - Eine harmlose Auswahl des Grauens?
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Elena Hahn
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 130 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7924-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7924-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7924-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hahn, Elena Juli 2003: Horrorfilme im Fernsehen - Eine harmlose Auswahl des Grauens?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Medienforschung, Filmgeschichte, Filmzensur, Horror-Genres, Fernsehprogrammanalyse

Magisterarbeit von Elena Hahn

Problemstellung:

Der Horrorfilm ist ein viel diskutiertes Thema in der Medienwelt. Vor allem unter dem Oberbegriff ‚Gewalt in den Medien‘ macht er immer wieder negative Schlagzeilen. Jugendschützer und hilflose Eltern machen neben Videospielen oder Rockbands gerne einzelne Filme verantwortlich für grausame Amokläufe von Schülern wie 1999 in Littleton oder 2002 in Erfurt.

Auch die Medienforschung beschäftigt sich in einer unüberschaubaren Vielfalt von Veröffentlichungen immer wieder mit der Frage: „Macht Gewalt in den Medien Kinder und Jugendliche aggressiv und gewaltbereit?“ Angesichts der Vielzahl an Untersuchungen der Wirkungsforschung zur Mediengewalt soll in dieser Arbeit auf das Thema nicht eingegangen werden. Vielmehr wird hier das Medium an sich, genauer gesagt der Horrorfilm, untersucht.

Es ist keine Frage, dass der Horrorfilm ein Genre ist, welches gewalttätige und blutrünstige Szenen enthalten kann. Horrorfilme kann man in Deutschland im Kino sehen und vor allem über Videotheken beziehen. Zwar gibt es gesetzliche Regelungen, die eine Abgabe solcher Filme an Jugendliche verbieten, aber wer unbedingt will, kommt trotzdem an die Filme heran, sei es durch den Austausch von Raubkopien unter Freunden und auf dem Schulhof oder durch Internetbestellungen aus dem Ausland.

Ein Thema, dem im Vergleich zum Videohorror bisher weniger nachgegangen wurde, ist die Frage, wie das Fernsehen eigentlich mit dem Horrorfilm umgeht. Das Fernsehen (mit Ausnahme von verschlüsselten Pay-TV-Sendern) ist ein Medium, auf das Kinder, Jugendliche und Erwachsene normalerweise zu jeder Zeit ungehindert Zugriff haben. Das Programm wird in nahezu jedes Wohnzimmer in Deutschland ausgestrahlt. Gibt es unter diesen Bedingungen überhaupt Horrorfilme im deutschen Fernsehen? Welche Form des Grauens ist auf der Mattscheibe zu sehen? Ist es vorwiegend harmloser Grusel oder laufen sogar die ‚Metzelfilme‘ aus den Videotheken im Fernsehen?

Die vorliegende Arbeit versucht, diese und weitere Fragen, zum Beispiel nach der Sendezeit für Horrorfilme oder nach Schnitt und Altersfreigaben, zu erörtern und anhand einer Analyse zu beantworten. Analysiert wird das Fernsehprogramm der späten 90er mit Hilfe der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm. Zusätzlich wird eine Auswahl an Horrorfilmen, die im Mai 2003 im deutschen Free-TV liefen, auf ihre Übereinstimmungen und Abweichungen zur Videoversion überprüft. Ziel der Arbeit ist es also zu untersuchen, wie das Medium Fernsehen mit dem Genre Horrorfilm umgeht. Die Ergebnisse der Arbeit sollen die Frage des Titels beantworten: Sind Horrorfilme im Fernsehen im Vergleich zum Videomarkt nur „eine harmlose Auswahl des Grauens“ oder stellen sie die komplette Bandbreite des Genres dar?

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil der Arbeit werden zunächst relevante Themen rund um das Horrorgenre und den Spielfilm an sich erörtert, um einen Interpretationsrahmen für die dann folgende Analyse zu stecken.

In Kapitel 2 wird die historische Entwicklung des Horrorgenres allgemein, also vor allem im Kino, und im Besonderen die Entwicklung des Horrorgenres auf Video und im Fernsehen dargestellt. Kapitel 3 beschäftigt sich mit den verschiedenen Möglichkeiten, einen Film für den Kinomarkt, den Videomarkt oder den Fernsehmarkt zu produzieren. Außerdem werden hier die Vertriebswege für einen Kinofilm aufgezeigt. Von besonderer Bedeutung für die Analyse ist auch das vierte Kapitel, in dem die rechtlichen Bedingungen von Jugendschutz und Filmzensur für Kino, Video und Fernsehen erläutert werden. Im darauffolgenden Kapitel werden die Begriffe Horror und Genre vor dem Hintergrund des Phantastischen Films definiert und nach einem kurzen Überblick über die Genrebezeichnungen in der Literatur eine eigene Einteilung in Subgenres des Horrorfilms vorgenommen, welche dann auch in der Analyse verwendet werden soll.

Der zweite Teil der Arbeit gliedert sich in zwei Analysen. Analyse I ist die Auswertung des Spielfilmprogramms der Jahre 1997 bis 1999. Nach einer Beschreibung der Methodik der Analyse werden die einzelnen Ergebnisse vorgestellt. Ausgewertet werden die in Teil 1 der Arbeit erörterten Themen wie Genre und Subgenre, Produktionsland oder Sendezeit nach ihrer jeweiligen Dominanz.

In Analyse II werden die Horrorfilme des Monats Mai 2003 untersucht. Nach einem kurzen Vergleich mit Analyse I werden die geschnittenen Filme der Stichprobe mit den auf dem deutschen Markt erhältlichen Videoversionen auf abweichende Altersfreigabe und Laufzeit überprüft. Zuletzt wird die Fernsehversion des Films „Hellraiser“ einem Schnittvergleich mit der Videoversion unterzogen.

Kapitel 8 schließt mit einer Bewertung der gewonnenen Ergebnisse sowie einer zusammenfassenden Darstellung des gesamten Inhalts die vorliegende Arbeit ab.

Zusammenfassung:

Die Arbeit untersucht, in welcher Form der Horrorfilm im deutschen Fernsehen zu sehen ist. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob es sich um dieselben Filme handelt wie auf dem Videomarkt oder ob aus rechtlichen Gründen nur harmlose oder gekürzte Filme gezeigt werden.

Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung, mit der ökonomischen Dimension, mit Jugendschutz und Filmzensur sowie mit der Definition des Horrorgenres und steckt einen theoretischer Rahmen für die Analyse.

Der empirische Teil beginnt mit einer Inhaltsanalyse der Fernsehprogrammzeitschrift TV Spielfilm der Jahrgänge 1997 bis 1999 und untersucht Sendetag, Sendezeit, Sender, Schnitt, Altersfreigabe, Subgenre sowie Produktionsland, -jahr und -art. Die zweite empirische Studie widmet sich anhand einer neuen Stichprobe der Frage, ob und wie die Fernsehausstrahlungen gegenüber der Video- oder der Originalversionen gekürzt wurden. Abschließend wird der Film „Hellraiser“ auf RTL 2 in einer szenengenauen Analyse mit der indizierten Videoversion verglichen.

Im Durchschnitt wird ein Horrorfilm am Tag, vor allem am Wochenende, im Spätprogramm und vornehmlich bei Kabel 1, PRO 7 und RTL 2 gezeigt. Von den Sendern wird eine bewusste „Auswahl des Grauens“ getroffen, indem bestimmte Produktionsarten und Subgenres ausgespart werden. Bei etwa einem Drittel der Filme sind besonders grausame Szenen herausgeschnitten. Der detaillierte Schnittvergleich zeigt aber auch, dass der Schnitt nicht das einzige Beurteilungskriterium sein sollte, da beim untersuchten Film die Fernsehversion heller war als die Videoversion, so dass der Horror klarer zu erkennen war.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
1.1 Fragestellung 5
1.2 Aufbau der Arbeit 6
2. HISTORISCHE ENTWICKLUNG 8
2.1 Ursprung des Horrorgenres 8
2.2 Der Horrorfilm im Kino 9
2.3 Der Horrorfilm auf Video 15
2.4 Der Horrorfilm im Fernsehen 18
3. FILMPRODUKTION UND VERMARKTUNG 19
3.1 Der Kinomarkt 19
3.2 Der Videomarkt 21
3.3 Der Fernsehmarkt 24
4. JUGENDSCHUTZ UND FILMZENSUR 26
4.1 Filmrecht im Kino 26
4.1.1 Grundrechtliche Freiheiten 26
4.1.2 Strafrechtliche Schranken 28
4.1.3 Jugendschutz 29
4.2 Filmrecht auf Video 32
4.3 Filmrecht im Fernsehen 33
5. DEFINITION DES HORRORGENRES 36
5.1 Der Begriff Genre 36
5.2 Der Begriff Horror 39
5.3 Der Phantastische Film 40
5.4 Einteilung in Subgenres 44
5.4.1 Die Genrebezeichnungen in der Literatur 44
5.4.2 Eigene Subgenres und Prototypen 48
6. ANALYSE I – SPIELFILMPROGRAMM 1997-1999 50
6.1 Methodische Konzeption der Analyse 50
6.1.1 Untersuchte Sender 50
6.1.2 Die Stichprobe 51
6.1.3 Logik der Filmcodierung 52
6.2 Auswertung 54
6.2.1 Jahreszeiten und Wochentage 55
6.2.2 Sendezeiten 57
6.2.3 FSK-Freigaben 59
6.2.4 Gekürzte Filme 61
6.2.5 Sender 62
6.2.6 Genrebezeichnungen und Begriffselemente 63
6.2.7 Einteilung in Subgenres 66
6.2.8 Produktionsländer 70
6.2.9 Produktionsjahre 71
6.2.10 Produktionsarten 72
6.3 Zusammenfassung der Ergebnisse 73
7. ANALYSE II – HORRORFILME IM FERNSEHEN IM VERGLEICH ZUM VIDEOMARKT 75
7.1 Methodische Konzeption der Analyse 75
7.1.1 Die Stichprobe 75
7.1.2 Der Filmvergleich 75
7.2 Auswertung 77
7.2.1 Vergleich der Stichprobe mit Analyse I 77
7.2.2 Zeitvergleich der Fernsehfilme mit den Videofilmen 78
7.3 „Hellraiser“ – Schnittvergleich der Fernseh- mit der Videoversion 83
7.3.1 Filmdaten und Inhaltsangabe 83
7.3.2 Schnittbericht 85
7.3.3 Auswertung 88
7.4 Zusammenfassung der Ergebnisse 89
8. FAZIT 91
8.1 Diskussion und Bewertung 91
8.2 Zusammenfassung der Arbeit 96
9. LITERATURVERZEICHNIS 101
10. ANHANG 106
10.1 Filmverzeichnis 106
10.2 Memo / Zensur von TV Spielfilm 111
10.3 Datenbanken der Analysen 121

Automatisiert erstellter Textauszug:

6.2.1 Jahreszeiten und Wochentage Betrachtet man die Jahre der Analyse jeweils für sich, ergeben sich keine großen Unterschiede. 32% der Horrorfilme wurden 1997 gezeigt, 37% der Filme 1998 und 31% liefen 1999.99 In jedem Jahr wurde also etwa ein Drittel der analysierten Filme gezeigt, wobei im Jahr 1998 elf bzw. zwölf Filme mehr als in den anderen Jahren in die Stichprobe eingehen. Ein größerer Unterschied ergibt sich, wenn man die Filme nach Jahreszeiten auswertet. Dafür wurde das Jahr in vier gleich große Quartale unterteilt, die jeweils drei Monate beziehungsweise genau 13 Wochen enthalten. Auf Abbildung 2 ist zu erkennen, dass in den letzten drei Monaten eines Jahres eine deutliche Erhöhung der Ausstrahlung von Horrorfilmen stattfindet, während in den anderen drei Quartalen die Verteilung etwa gleich ist. [...]

Produktionsart in die Datenbank aufgenommen. Da die Angaben zur Produktionsart nur selten in der Fernsehzeitschrift zu finden sind (z.B. bei der Genrebezeichnung TV-Horror), werden diese in der Internet Movie Database96 recherchiert. Auf dieser amerikanischen Seite wird für jeden Film angegeben, ob es sich um einen Kinofilm, einen reinen Videofilm oder um eine Fernsehproduktion handelt. Die Angaben gelten also für die Originalproduktionen. Einige der Filme, die in den USA für das Kino produziert wurden, gibt es bei uns aber trotzdem nur auf Video. Deshalb wird zusätzlich die Art der deutschen Erstaufführung angegeben, die auf der Seite Filme von A-Z97 für den jeweiligen Film zu finden ist. Die Angaben der Jahreszahlen in den Internetquellen weichen teilweise von den Angaben in TV Spielfilm ab, dennoch werden die der Fernsehzeitschrift beibehalten. [...]

geschnittener Filme ein eigenes Zeichen, das auf Kürzungen hinweist. Nach Anfrage bei der Redaktion der Zeitschrift wurde ein ausführliches Memo von dem ‚Erfinders’93 des Schnittsymbols zur Verfügung gestellt.94 Das Memo erklärt unter anderem, dass die Angaben der Fernsehsender über einen Film in der Filmredaktion von TV-Spielfilm überprüft und gegebenenfalls geändert werden und dass das Schnittsymbol erst nach Umrechnung auf die schnellere Fernseh-Laufzeit (Kino: 24 Bilder pro Sekunde, Fernsehen: 25 Bilder pro Sekunde) gesetzt wird, sollte der Film dann immer noch kürzer als die Kino- oder Videoversion sein. Außerdem wird die für den Nachspann benötigte Zeit berücksichtigt, auf den die Fernsehsender meistens verzichten. Das Zensurzeichen in TV Spielfilm gilt für alle geschnittenen Versionen; es ist also egal, ob der Sender selbst gekürzt hat oder ob er auf eine Fassung zurückgreift, die vorher schon von FSK, Kinoverleih, Videoanbieter oder Lizenzgeber bearbeitet wurde. In die Datenbank werden weiterhin FSK-Freigabe, Titel und Originaltitel aufgenommen. Für die Codierung fehlen in der Fernsehzeitschrift vor allem bei den Nachtfilmen Angaben zu FSK-Freigabe und Originaltitel. Diese werden mit Hilfe des Online-Filmarchivs von TV Spielfilm ergänzt.95 Danach wird die Genreangabe von TV Spielfilm erfasst, nach der die Filme ja überhaupt erst in die Stichprobe aufgenommen werden. Außer der Genreangabe wird jeder Film den eigenen in Kapitel 5.4.2 der Arbeit definierten Subgenres zugeordnet. Die Zuordnung erfolgt anhand der Filmbeschreibungen in TV Spielfilm. Hier ist anzumerken, dass es sich bei der Einteilung in Subgenres anhand der Spielfilmbeschreibungen um ein relativ subjektives Vorgehen handelt. Deshalb lässt sich von den Daten nur bedingt auf die Wirklichkeit schließen. Sie dienen vor allem dazu, die [...]

Arbeit zitieren:
Hahn, Elena Juli 2003: Horrorfilme im Fernsehen - Eine harmlose Auswahl des Grauens?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Medienforschung, Filmgeschichte, Filmzensur, Horror-Genres, Fernsehprogrammanalyse

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