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Homogenität und Heterogenität

Eine vergleichende werk- und ideengeschichtliche Analyse über das entscheidende gesellschaftspolitische Axiom bei Max Weber und Carl Schmitt

Homogenität und Heterogenität
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ulf Göres
  • Abgabedatum: November 1996
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 7,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Gerhard-Mercator-Universität Duisburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0045-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0045-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0045-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Göres, Ulf November 1996: Homogenität und Heterogenität, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ahnherrschaftsdebatte, Legalität, Legitimität, Nationalsozialismus, Wertneutralität

Diplomarbeit von Ulf Göres

Zusammenfassung:

Ausgangspunkt der politiktheoretischen und geschichtswissenschaftlichen Studie bildet die Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre mit großer Vehemenz geführte "Ahnherrschaftsdebatte". Hierbei ging es letztlich um die Frage, ob Elemente von Max Webers politischem Denken - über die Vermittlung von Carl Schmitt - zur Legitimierung der nationalsozialistischen Herrschaft beigetragen haben.

Gegenstand der Untersuchung bilden die Originaltexte Webers und Schmitts, die unter Zuhilfenahme des zeithistorischen Forschungsstandes heuristisch rekonstruiert werden, um die kontroversen Positionen der Rezeption nachzuvollziehen und ihre jeweilige Überzeugungskraft zu verifizieren. Hierbei werden auch Gedankenmuster aus den verschiedenen Werken der Autoren verknüpft, die Texte in den zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet und zwecks Vergleichs systematisiert.

Nach den kontrapunktisch angelegten Biographien Webers und Schmitts - in denen grundlegende Unterschiede etwa hinsichtlich des Wissenschaftsverständnisses oder des politischen Engagements zur Sprache kommen - folgt das historisch-pädagogische Kapitel ">Discite moniti<", das am Beispiel des sog. Papen-Putsches im Jahr 1932 die prekäre Lage der Weimarer Republik in Erinnerung ruft. Hier erscheint "Ideengeschichte" als demokratieförderndes "Lehrmaterial", das seine gesellschaftspolitische Relevanz nicht zuletzt durch die Anziehungskraft der polemisch-autoritativen Aphoristik Schmitts mittels der "Neuen Rechte" erhält.

Der Hauptteil der Arbeit ist zweigegliedert. Unter der Alternative "Legalität oder Legitimität?" wird zunächst anhand der Begriffssetzungen von "Wirtschaft und Gesellschaft" Webers Vorstellung entwickelt, sodann wird aus der Schmittschen Schrift "Legalität und Legitimität" dessen kritische Fortentwicklung des Weberschen Ansatzes destilliert. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Umdeutung, denn Schmitt entwertet das von seinem Vorgänger favorisierte Legalitätssystem des "parlamentarischen Gesetzgebungsstaates" als entscheidungsunfähig zwischen Werthaftigkeit und Wertneutralität.

Das folgende Kapitel "Autorität oder Mehrheit?" beginnt mit der Darlegung zentraler Schmittscher Begriffe, die sich zusammenfügen zu der Lehre von der notwendigen völkischen Homogenität des totalen Staates. Sie steht im schroffen Gegensatz zu Webers Konzept einer wertneutralen, plebiszitären Demokratie, das im wesentlichen aus den (tages-)politischen Schriften und Reden nach 1917 abgeleitet und im Begriff der "Chance" verdichtet wird.

Zwar lassen sich aus Webers Schriften höchst divergierende Positionen ableiten - wie die Beispiele seiner Schüler Robert Michels und Georg Lukács zeigen, auch lassen sich gewisse Übereinstimmungen zwischen Weber und Schmitt feststellen, etwa die gemeinsame Berufung auf die Notwendigkeit existentieller Entscheidung, wenngleich mit unterschiedlicher Zielrichtung - dennoch findet sich im gesellschaftspolitischen Axiom der Homogenität bzw. Heterogenität eine unüberwindbare Kluft, die letztlich die antithetischen Welt- und Wertvorstellungen Webers und Schmitts offenbart.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
1. >Discite moniti< 18
2. Legalität oder Legitimität? 26
2.1. Legalität plus Legitimität 26
2.1.1. Legitime Herrschaft und legitime Ordnung 26
2.1.2. Die legitime Legalität 27
2.1.3. Legalität plus Legitimität 28
2.1.4. Werte und Verfassung 30
2.1.5. Werte und Führer 31
2.2. Legalität kontra Legitimität 34
2.2.1. Der parlamentarische Gesetzgebungsstaat: Zwischen Legalität und Legitimität 34
2.2.2. Die plebiszitäre Legitimität 38
2.2.3. Kontra Legalität 39
2.2.4. Pro Legitimität 45
3. Autorität oder Mehrheit? 47
3.1. Autorität ohne Wahrheit 47
3.1.1. Recht und Gesetz 47
3.1.2. Vertrauen und Glauben 49
3.1.3. Die Entscheidung 50
3.1.4. Der Begriff des Politischen 53
3.1.5. Der Ausnahmezustand 56
3.1.6. Der totale Staat 58
3.2. Mehrheit ohne Wahrheit 62
3.2.1. Demagogie und Demokratie 62
3.2.2. Politik und Staat 67
3.2.3. Politik und Verantwortung 73
3.2.4. Der Begriff der Chance 76
3.2.5. Die intellektuelle Aufrichtigkeit 81
Zusammenfassung 87
Literaturverzeichnis 99
Eidesstattliche Erklärung

Arbeit zitieren:
Göres, Ulf November 1996: Homogenität und Heterogenität, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ahnherrschaftsdebatte, Legalität, Legitimität, Nationalsozialismus, Wertneutralität

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