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Hörspielformen im Vergleich

Hörspielformen im Vergleich
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Frank Lücke
  • Abgabedatum: März 2008
  • Umfang: 38 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Mittweida (FH) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 17
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4759-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lücke, Frank März 2008: Hörspielformen im Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Hörspiel, Hörbuch, Hörfunk, Rundfunkmedien, Geschichte

Studienarbeit von Frank Lücke

Einleitung:

Das Hörspiel als ‚Krönung des Funks’ entstand in den 1920er Jahren und konnte zunächst nur über Mittelwelle empfangen werden. Es erreichte damals bereits ein Millionenpublikum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die junge Radiokunst populär und erlebte ihre literarisch geprägte Blütezeit. Doch auch Todesklagen, Krisen und Neuanfänge gehören zur Geschichte des Hörspiels. Spätestens seit den 1980er Jahren wurde die Musik immer wichtiger. Das moderne Hörspiel ist eine akustische Kunst und beruht auf Wort, Musik und Geräusch. Das Hörspiel ist damit die einzige Kunstform, die ausschließlich gehört werden kann. Die technische, mediale, programmgeschichtliche, ästhetische und personelle Veränderung der Hörkunst formte sie stetig um und kann somit ohne die Geschichte ihrer Regisseure, Sprecher und Komponisten nicht beschrieben werden.

Heute ist das Hörspiel längst nicht mehr bloß literarisch. In den letzten Jahren hat es wieder einen stetigen Zuwachs zu verzeichnen. Man spricht von einem neuen Hörspielboom.

Es sind also zwei Hochpunkte zu verzeichnen, einerseits die Zeit der Produktionen großer Rundfunkhäuser, andererseits die gegenwärtigen Hörspiele, die sich breitem Interesse im Buch- und Tonträgermarkt erfreuen.

Mit dieser Arbeit sollen die Entwicklungen des Hörspiels zusammengefasst werden, sowie ein Überblick gegeben werden, um die unterschiedlichen Erscheinungsformen miteinander zu vergleichen. Zu diesem Zweck wurde eine Auswahl von Vergleichskriterien erarbeitet, anhand derer ein Vergleich der unterschiedlichen Hörspielformen möglich ist.

Hier fließen eigene Erfahrungen ein, die ich im Arbeitsfeld der Tontechnik und der Hörspielproduktion sammeln konnte. Vor allem im zweiten Kapitel werden Schlussfolgerungen aufgrund des geschichtlichen Überblicks und diesen Erfahrungen gezogen.

Der eingeschränkte Umfang dieser Belegarbeit ermöglicht nur einen groben Überblick zum Themenfeld der geschichtlichen Entwicklung des Hörspiels und dessen Charakterisierung. Die Schlussfolgerungen stellen also Ansätze für weitere Forschungs- oder Thesen-Entwicklungen dar und bedürfen noch genauerer Hinterfragung.

Während der Ausarbeitung wurde klar, dass die Begriffe des Hörspiels und der des Hörbuchs in historischen Diskussionen bereits aufeinander stießen und auch heute oft nicht klar abgegrenzt werden. Deshalb wird im Folgenden vom Hörspiel als Überbegriff aller Formen dieses Genres gesprochen und schließt Hörbuchformen reinen gesprochenen Wortes ein. Ein Versuch diese Erscheinungsformen des Hörproduktes voneinander trennen zu wollen lässt erkennen, dass es Mischformen und gegenseitige Beeinflussungen gab und gegenteilige bzw. gemeinsame Entwicklungen auftraten, so dass eine Abgrenzung für den Umfang der Arbeit eindeutig den Rahmen sprengen würde.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
Einleitung 1
1. Die Geschichte des Hörspiels 1
1.1 Anfänge des Hörspiels - Die Zeit der Weimarer Republik 1
1.2 Die Zeit der Nationalsozialisten (1933-1945) 3
1.3 Nachkriegszeit (1945-1960) 5
1.4 Neues Hörspiel und Hörspielkrise (1960-1980) 8
1.5 Lichtblicke fürs Hörspiel (Anfang der 1980er) 10
1.6 1985 bis zur Gegenwart 11
2. Hörspielkriterien 15
2.1 Hörspielgenres 15
2.2 Hörspieltypen 16
2.3 Hörspielmedien 17
2.4 Hörspielfunktion und -Ideologien 20
2.5 Hörspielverbreitung 20
2.6 Hörspielrelevante Technik 21
2.7 Produzenten 23
2.8 Kontrolle und Zwänge 23
2.9 Stilistische Mittel 24
2.10 Autoren und Sprecher 25
2.11 Zielgruppen und Konkurrenz des Hörspiels 25
Schlussbetrachtung 27
Kommentiertes Literaturverzeichnis 28
Anhang - Tabellen der Hörspielformen 31

Textprobe:

Kapitel 2.4, Hörspielfunktion und –Ideologien:

Im Folgenden soll ein Überblick auf die Einflüsse der Funktionen und Ideologien und Theorien über Hörspiele auf die Entwicklung derselben gegeben werden.

Von den Anfängen des Hörspiels bis in die Nachkriegszeit hinein sind die Themen einerseits die Illusion einer heilen Welt mit der Funktion der Zerstreuung und Ablenkung oder andererseits Kriegsthemen, die zum Zwecke der Aufarbeitung von Erlebtem dienten. Später wurde die Unterhaltung zur Hauptfunktion des Hörspiels, speziell im Falle der Kinderhörspiele (ab 1970er) könnte man die Funktion von Hörspielen auch in der Erleichterung der Elternrolle sehen wie z.B. im Ersatz des elterlichen Vorlesens. Für die Zukunft ist sicherlich denkbar, dass weiterhin die Unterhaltungsfunktion vorwiegen wird. Der starke Erfolg der Kinderhörspiele wird sicherlich zurückgehen, denn das Kinderhörspiel der Generation ‚Kassettenkinder’ ist zu stark durch sämtliche elektronischen Unterhaltungsmedien in Konkurrenz geraten. Ausbaufähig und zu optimieren sind Lern- und Bildungsliteratur in Hörform.

Hörspielverbreitung:

Hier soll der Einfluss von Vertrieb und Verbreitung auf Hörspiele betrachtet werden. Aufgrund der meist hohen Kosten des Kaufs von Hörspielen auf Tonträgern wie der CD oder DVD, stellt das Radio noch immer eine Alternative in der Verbreitung des Hörspiels dar.

In den 1970ern sind die Zielgruppen der Worttonträger MC und LP aufgrund der Falschannahme, Hörbücher seien Literatur für Lesefaule, vor allem Sehbehinderte und Kinder. Der Bezug zwischen Literatur in Print- und in Hörform ist zu dieser Zeit noch nicht hergestellt. Der Verkauf fand deshalb an unterschiedlichen Orten statt und konnte bei Lesern und Buchrezipienten keine Aufmerksamkeit erregen. Durch die Krise des Hörspiels lag es außerdem jenseits jeglichen öffentlichen Interesses.

Die verstärkte Nachfrage nach Hörspielen auf Tonträgern seit Mitte der 1990er ist vor allem durch die mittlerweile erwachsenen Kinderhörspiel-Rezipienten der 1970er/1980er, aber auch durch die veränderte Vermarktungsstrategie der Hörverlage zu erklären. Die Verlage erkennen durch Umfragen und Marktforschungen entgegen vorheriger Annahmen, dass die Rezipienten von Hörspielen auch fleißige Leser sind und sich vorrangig im jungen Erwachsenenalter befinden. Als Folge werden Hörbuchproduktion um solche Titel erweitert, die eben diese Zielgruppe anspricht und reine Buchverlage steigen in das Hörbuchgeschäft ein. Hörbuchprodukte von Buchverlagen sowie reinen Hörverlage sind seitdem auf Buchmessen vertreten. Hörspiele werden daraufhin verstärkt in Bibliotheken aufgenommen. Dies zeigt, dass Worttonträger einen kulturellen und künstlerischen Bildungswert darstellen und der allgemeinen Öffentlichkeit zur Unterhaltung und Bildung zugänglich gemacht werden sollten. Die Präsenz von Hörspielen auf Tonträgern an Hochschul- und Universitätsbibliotheken zeigt auch, dass akustische Literatur durchaus Gegenstand eines (literatur)wissenschaftlichen Studiums sein kann.

Die Verbreitung der Hörspielprodukte über das Internet oder auf Auktionsbörsen wie ebay hat natürlich wie bei anderen Produkten einen positiven Effekt auf den Vertrieb. Hier kann gezielt gesucht und bestellt bzw. ersteigert werden. Gerade das Medium Schallplatte erfuhr hier eine Renaissance, denn es entstehen neue Plattformen für Sammler, die hier Tausch- und Kaufvereinbarungen oder Informationsaustausch betreiben können. Beim Vertrieb via Internet werden Kosten in Lagerung, Versandt etc. gespart, dies sollte allerdings an anderer Stelle untersucht werden.

Das Hörspiel ist auch in anderen Medien wiederzufinden, bzw. wird dort reflektiert: Heutzutage ist so wieder eine verstärkt auftretende Anzahl von Rezensionen in Periodika wie Zeit/FAZ/Welt und anderen zu beobachten.

Im Bereich Kinderhörspiel ist seit den 1970er/80ern die Verwertung von TV-Vorlagen populär, denen aber leider oft nur eine Erzählerstimme hinzugefügt wird. Sie stellen Billigproduktion und multimediale Wiederverwertung aus reinen Profitgründen dar.

Die Verarbeitung von Kinofilmen zu Hörspielen wie ‚Das Wunder von Bern’ ist ein Novum.

Arbeit zitieren:
Lücke, Frank März 2008: Hörspielformen im Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Hörspiel, Hörbuch, Hörfunk, Rundfunkmedien, Geschichte

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