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Höhere Löhne - weniger Korruption?

Die ökonomische Analyse eines vermeintlich einfachen Zusammenhangs

Höhere Löhne - weniger Korruption?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sandra Wolski
  • Abgabedatum: März 2008
  • Umfang: 65 Seiten
  • Dateigröße: 396,1 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 7
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1485-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wolski, Sandra März 2008: Höhere Löhne - weniger Korruption?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Korruption, Lohn, Nutzenmaximierung, Entscheidungstheorie, Erwartungswert

Diplomarbeit von Sandra Wolski

Einleitung:

Die Existenz von Korruption in einem Gemeinwesen wird nach allgemeiner Anschauung als ungünstig für die Volkswirtschaft betrachtet. Die negativen Folgen der Korruption können von ineffizienter Allokation über Wachstumsschwäche bis hin zu Armut in der Bevölkerung reichen.

Eine Reihe insbesondere rechtlicher und staatlicher Maßnahmen wird gemeinhin als günstig für die Eindämmung von Korruption betrachtet. Dazu zählen u.a. verbesserte Kontrollmechanismen, Haftung für das eigene Handeln, höhere Strafen oder eine höhere Entdeckungswahrscheinlichkeit. Die Wirksamkeit dieser Antikorruptionsmaßnahmen ist unbestritten und konnte bereits durch empirische Untersuchungen bestätigt werden.

Auch höhere Löhne werden im Allgemeinen als eine geeignete Maßnahme zur Reduzierung von Korruption betrachtet. Dieser Zusammenhang wird auch in den Ergebnissen einiger theoretischer Untersuchungen der jüngeren ökonomischen Forschung gezeigt. Diese Ergebnisse stehen jedoch im Widerspruch zu den empirischen Erkenntnissen zu diesem Thema, die diese Beziehung zwischen Löhnen und Korruption bislang nicht bestätigen konnten. Bei Vergleichen zwischen verschiedenen Ländern wurde zwar zum Teil ein signifikanter Zusammenhang zwischen Löhnen und Korruption festgestellt, aber möglicherweise sind die höheren Löhne nicht die Ursache für eine geringeres Maß an Korruption, sondern auch nur die Auswirkung anderer Rahmenbedingungen, die sowohl die Eindämmung von Korruption als auch die Höhe der Löhne günstig beeinflussen. Studien innerhalb eines Landes konnten die positive Wirkung höherer Löhne auf das Ausmaß an Korruption bislang jedenfalls nicht bestätigen.

Die Erhöhung der Löhne als Antikorruptionsmaßnahme ist zudem eine sehr kostenintensive Maßnahme, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Vor diesem Hintergrund ist ohne Zweifel eine theoretisch fundierte Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem Maß an Korruption einerseits und der Höhe der Löhne andererseits notwendig.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Abschnitt wird der Ansatz von Luis A. Sosa aus seinem Aufsatz: „Wages and other determinants of corruption” untersucht. Sosa bietet ein theoretisches Modell an, das das Verhalten eines Individuums, das seinen Erwartungsnutzen maximiert, zu erklären vermag, und darüber hinaus die zum Teil ambivalenten empirischen Erkenntnisse stützt. Anhand des Ansatzes von Sosa sollen in dieser Arbeit die folgenden Fragestellungen untersucht werden:

Welche Parameter beeinflussen die individuelle Entscheidung sich an Korruptionshandlungen zu beteiligen oder nicht? Welche Vor- und Nachteile sind von dem Individuum zu erwarten und wie sind die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Einflussgrößen? Erst mit Hilfe einer zutreffenden Theorie können geeignete politische Maßnahme zur Reduzierung von Korruption ergriffen werden. Welche Maßnahmen können das sein und wie wirken sie sich auf die Entscheidung des Individuums aus?

Unter welchen Bedingungen sind Lohnsteigerungen als Maßnahme zur Bekämpfung von Korruption geeignet? Sind Lohnsteigerungen vor dem Hintergrund des Ansatzes von Sosa überhaupt als Antikorruptionsmaßnahme geeignet oder sind ihre Auswirkungen zu schwer kalkulierbar?

Im zweiten Abschnitt wird der Ansatz von Sosa mit anderen theoretischen Erklärungsversuchen verglichen, die den gemeinhin angenommenen Lohn-Korruptions-Zusammenhang bestätigen.

Bei der Betrachtung weiterer theoretischer Ansätze muss man feststellen, dass sich nicht viele davon explizit mit der Frage nach den Bestimmungsgründen für das Nehmerverhalten in Korruptionsbeziehungen beschäftigen. Vielfach stehen andere Fragestellungen, die nur am Rande den Lohn-Korruptions-Zusammenhang betreffen, im Vordergrund. In Folge dieser Ausrichtung setzen sich nur wenige Ansätze explizit mit dem Verhalten der Nehmer auseinander. Einige Ansätze legen scheinbar Verhaltensmaßstäbe zu Grunde, ohne diese in der Tiefe zu betrachten oder zu hinterfragen. Möglicherweise wurden diese Überlegungen aber auch einfach nicht als veröffentlichungsrelevant betrachtet, sondern waren bloß Grundlage bei der Beantwortung anderer Fragen.

Sind die Ergebnisse von Sosa wirklich andere als bei den übrigen theoretischen Ansätzen, oder sind seine Ergebnisse lediglich Folge einer differenzierteren Betrachtung? Und worauf sind die erkannten Unterschiede zwischen den Ergebnissen zurückzuführen?

Inhaltsverzeichnis:

Abstract I
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Einleitung 1
1. Der funktionale Zusammenhang zwischen Lohn und Korruption und anderen Determinanten nach dem Ansatz von Luis A. Sosa 3
1.1 Das Modell 3
1.2 Wie wirkt sich eine Veränderung der exogenen Parameter auf den optimalen Bruttokorruptionsertrag aus? 7
1.2.1 Auswirkungen eines Lohnanstiegs 7
I Einleitende Überlegungen 7
II Der Lohn-Korruptions-Zusammenhang 12
a) 1. Fall 12
b) 2. Fall 13
c) 3. Fall 15
III Zusammenfassung der Ergebnisse zum Lohn-Korruptions-Zusammenhang 16
1.2.2 Auswirkungen bei Veränderung anderer Einflussgrößen 17
I Lohnsteuersatz 17
II Legales Einkommen nach einer Verurteilung 17
III „Nebenkosten“ 18
IV Entdeckungswahrscheinlichkeit 19
V Strafhöhe 20
1.3 Zusammenfassendes Resümee 21
2. Weitere theoretische Ansätze 25
2.1 Becker (1968) - Crime and Punishment: An Economic Approach 26
a) Das Modell 27
b) Vergleich zum Ansatz von Sosa 30
c) Kombination der Ansätze 31
d) Resümee 33
2.2 Becker und Stigler (1974) - Law Enforcement, Malfeasance and Compensation of Enforcers 35
a) Das Modell 37
b) Vergleich zum Ansatz von Sosa 38
c) Kombination der Ansätze 39
d) Resümee 41
2.3 Van Rijckeghem, Weder (2001) - Corruption and the Rate of Temptation: Do Low Wages in the Civil Service Cause Corruption? 42
2.3.1 Der Lohn-Korruptions-Zusammenhang unter der Shirking-Hypothese 42
a) Das Modell 42
b) Vergleich zu den vorhergehenden Ansätzen 44
c) Kombination der Ansätze 45
d) Resümee 46
2.3.2 Der Lohn-Korruptions-Zusammenhang unter der Fair-Wage-Effort-Hypothese 47
a) Das Modell 48
b) Vergleich zu den vorhergehenden Ansätzen 49
c) Besonderheiten der Fair-Wage-Effort-Hypothese 50
Resümee 51
Mathematischer Anhang 56
Literaturverzeichnis 62

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Arbeit zitieren:
Wolski, Sandra März 2008: Höhere Löhne - weniger Korruption?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Korruption, Lohn, Nutzenmaximierung, Entscheidungstheorie, Erwartungswert

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