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Hochwasserschutz an der Nahe

Der Hochwasserschutz Aktionsplan Nahe - Absicht, Leistungen, Grenzen, Handlungsempfehlungen

Hochwasserschutz an der Nahe
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Uecker
  • Abgabedatum: März 2005
  • Umfang: 189 Seiten
  • Dateigröße: 27,5 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9372-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9372-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9372-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Uecker, Christian März 2005: Hochwasserschutz an der Nahe, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ursache, Maßnahme, Geographie, Bewertung, Schadenspotential

Diplomarbeit von Christian Uecker

Einleitung:

Nach den Erfahrungen aus den großen Hochwassern in den 90er Jahren an Rhein, Oder, Elbe, Donau und Nahe ist deutlich geworden, wie wichtig überregionales Planen und Handeln bei der Hochwasservorsorge ist. Besonders die an den großen Flüssen Rhein, Oder, Elbe und Donau aufgetretenen Katastrophenhochwasser der Vergangenheit haben gezeigt, dass zur Verbesserung des Hochwasserschutzes das Hochwassermanagement optimiert werden muss. Daraufhin haben die Umweltminister der Bundesländer im März 1995 beschlossen, für die Einzugsgebiete hochwassergefährlicher Flüsse Aktionspläne zu erstellen. In den Aktionsplänen sollen die verschiedenen Interessengruppen und Verantwortlichen eines Flussgebietes auf allen politischen Ebenen ihre Aktivitäten in Sachen Hochwasserschutz und -vorsorge koordinieren und aufeinander abstimmen. Die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser hat in der Folge eine „Handlungsempfehlung zur Erstellung von Hochwasseraktionsplänen“ erarbeitet, die zum einen Hilfestellung bietet, zum anderen Grundlage für ein einheitliches Vorgehen ist.

Da alle Flussverläufe sich von einander unterscheiden, müssen auch die Hochwasseraktionspläne individuell auf die jeweiligen Flussgebiete abgestimmt werden. Alle haben jedoch das Ziel, im Sinne der „Leitlinien für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz“ Hochwasserstände und -schäden zu vermindern, die Vorsorge zu verbessern und gleichzeitig einen Gewinn für Umwelt und Natur zu erzielen. Wichtig ist dabei, die wirtschaftliche Effizienz der geplanten Maßnahmen zu bedenken. Das heißt, eine Maßnahme darf nicht teurer sein, als die durch sie zu verhindernden Schäden. Eine Stärkung des Hochwasserbewusstseins erhofft man sich durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit.

Konkret soll hier der „Hochwasser - Aktionsplan Nahe“ der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und ihrer Kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Nahe“ betrachtet werden. Hauptanlass für die Erstellung des „Aktionsplan Hochwasser im Einzugsgebiet der Nahe“ waren die ungewöhnlichen Hochwasserereignisse im Winter 1993/94 und 1995, die an der Nahe zu besonders extremen Hochwasserschäden führten. Der Schaden im gesamten Nahegebiet wird auf ca. 50 Mio.

Euro geschätzt. Die beiden Hochwasserereignisse haben wiederholt deutlich gemacht, dass Hochwasser naturgegebene Ereignisse sind, mit denen immer wieder gerechnet werden muss, dass der Mensch die Höhe und den zeitlichen Ablauf der Hochwasser durch die Flächennutzung im Einzugsgebiet, den Gewässerausbau und die Verkleinerung der natürlichen Rückhalteräume durch Bebauung verändert hat, dass Deiche und andere Hochwasserschutzeinrichtungen keinen absoluten Schutz garantieren können, und dass Siedlungen und andere Nutzungen in Überschwemmungsgefährdeten Bereichen einem besonders hohen Schadensrisiko unterliegen.

Daher beschlossen die Mitglieder der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Nahe“ (K.A.H.N.) am 15.01.1999 in Bad Kreuznach die Erarbeitung des „Aktionsplanes Hochwasser“ mit dem Ziel, den Schutz von Menschen und Gütern vor Hochwasser zu verbessern. Darin eingebunden ist die ökologische Aufwertung der Gewässerlandschaften im Einzugsgebiet der Nahe.

Im Hinblick auf diesen Aktionsplan Hochwasser widmet sich die vorliegende Diplomarbeit der Frage, inwieweit dieser Aktionsplan bis Ende 2004 umgesetzt wurde, welche Aspekte des Hochwasserschutzes offen bleiben und ob sich Handlungsempfehlungen aus den bisherigen Umsetzungen ergeben.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil werden zunächst die Ursachen zur Entstehung von Hochwassersituationen beleuchtet. Diese lassen sich unterteilen in natürliche (Niederschlag, Gebietsrückhalt) und anthropogene Ursachen (land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Flächenversiegelung, Gewässerausbau, gewerbliche und wohnräumliche Nutzung, sowie mögliche anthropogene Klimaänderungen). Weiterhin werden generell mögliche Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser bzw. zur Verminderung der Hochwassergefahr in Kapitel 3 besprochen, die sich wiederum gliedern lassen in Maßnahmen am Gewässer und in Überschwemmungsgebieten, Maßnahmen im Freiraum sowie Maßnahmen im Siedlungsbereich. Abschließend werden die rechtlichen Grundlagen zum Hochwasserschutz in Deutschland angesprochen.

Dieser erste Teil ist durch Auswertung einer umfassenden Literaturrecherche entstanden. Der zweite Teil befasst sich speziell mit dem Untersuchungsgebiet und dem Aktionsplan Hochwasserschutz. Zunächst werden in Kapitel allgemeine Informationen zur Nahe und ihrem Einzugsgebiet gegeben.

Kapitel 5 befasst sich mit einer kurzen Darstellung des Aktionsplans der K.A.H.N. für die Nahe. In Kapitel 6 wird die bisherige Umsetzung des Hochwasserschutzaktionsplanes Nahe bis Ende 2004 dargestellt. Diesem Teil liegt eine Auswertung von Literatur und einer Datenzusammenstellung (vorhandene Pläne, Internet, Broschüren, Hand-outs) sowie Ortsbesichtigungen und Gespräche mit zuständigen Fachleuten zugrunde. Der dritte Teil enthält eine Bewertung des Hochwasserschutzaktionsplans und seiner Umsetzung im Zusammenhang mit den allgemein entwickelten Gesichtspunkten des Hochwasserschutzes mit den Fragen:

- Was kam zum Tragen und was nicht?

- Gibt es weiterführende Aspekte?

Dabei geht es in Kapitel 7 um die Feststellung, dass Planung und Umsetzung Defizite aufweisen und daher fortentwickelt werden müssen und in Kapitel 8 um das Aufzeigen von Handlungsansätzen, die im Rahmen der Gesichtspunkte des Hochwasserschutzes und insbesondere des Hochwasserschutzaktionsplans Nahe dringlich erscheinen. Im Ergebnis stellt Kapitel 9 fest, dass Erhebliches an Handlungsperspektiven erarbeitet und umgesetzt wurde, dennoch aber viele nicht oder nicht ausreichend wahrgenommenen Vorhaben noch der Bearbeitung bedürfen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 ANLASS UND ZIEL 1
1.2 VORGEHENSWEISE 2
TEIL I URSACHEN DER HOCHWASSERENTSTEHUNG UND MÖGLICHE MAßNAHMEN ZUM HOCHWASSERSCHUTZ 4
2. URSACHEN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON HOCHWASSER 4
2.1 NATÜRLICHE EINFLUSSFAKTOREN 5
2.1.1 Niederschlag und Einzugsgebiet 5
2.1.2 Gebietsrückhalt 6
2.1.2.1 Boden als Wasserspeicher 6
2.1.2.2 Bewuchs 7
2.1.2.3 Geländestrukturen 8
2.1.2.4 Gewässernetz und Auen 8
2.2 ANTHROPOGENE EINFLUSSFAKTOREN 9
2.2.1 Landwirtschaftliche Nutzung 10
2.2.2 Forstwirtschaft 11
2.2.3 Flächenversiegelung und Bebauung 13
2.2.4 Gewässerausbau 14
2.2.5 Anthropogene Klimaänderungen und Luftverschmutzung 15
2.2.6 Ist anthropogene Einflussnahme ursächlich für die Häufigkeit von Hochwasser-Ereignissen? 17
3. MAßNAHMEN ZUM SCHUTZ VOR HOCHWASSER 18
3.1 DIE ALLGEMEINEN MÖGLICHKEITEN DES HOCHWASSERSCHUTZES UND DER AKTIONSPLAN NAHE 18
3.1.1 Maßnahmen des vorbeugenden Hochwasserschutzes 20
3.1.1.1 Erhaltung und Wiederherstellung naturnaher Gewässer, Uferrandstreifen und Auen 22
3.1.1.2 Einschränkungen des technischen Gewässerausbaus 23
3.1.1.3 Sicherung und Wiederherstellung von Retentionsräumen und Überschwemmungsgebieten 24
3.1.2 Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes 25
3.1.2.1 Hochwasserschutz durch Deiche 26
3.1.2.2 Deichsanierung und Deichneubau 26
3.1.2.3 Deichrückverlegung und Beseitigung von Sommerdeichen 27
3.1.2.4 Anlegen von Poldern 28
3.1.2.5 Hochwasserrückhaltebecken, Staustufen und Talsperren 30
3.1.2.6 Mobiler Hochwasserschutz 32
3.2 MAßNAHMEN IM UNBESIEDELTEN BEREICH ZUM DEZENTRALEN WASSERRÜCKHALT 33
3.2.1 Erhöhung der Retentionswirkung durch landwirtschaftliche Maßnahmen 34
3.2.2 Erhöhung der Retentionswirkung durch forstwirtschaftliche Maßnahmen 36
3.3 MAßNAHMEN IM SIEDLUNGSBEREICH ZUM DEZENTRALEN WASSERRÜCKHALT 37
3.3.1 Bewirtschaftung von Niederschlagswasser durch Rückhaltung und Versickerung 39
3.3.2 Vermeidung von Versiegelung; Entsiegelung und Belagsänderung 41
3.3.3 Überflutungsschutz oder Verlagerung für kleine Siedlungen oder wertvolle Biotope 42
3.3.4 Rückbau von hochwassergefährdeten Gebäuden 43
3.4 VERMINDERUNG DES SCHADENSPOTENZIALS IN HOCHWASSERGEFÄHRDETEN GEBIETEN 44
3.5 RECHTLICHE GRUNDLAGEN ZUM HOCHWASSERSCHUTZ IN DEUTSCHLAND 45
3.5.1 Bundeseinheitliche Rahmengesetzgebung zum Hochwasserschutz 45
3.5.1.1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vom 12.11.1996 45
3.5.1.2 Raumordnungsgesetz (ROG) 47
3.5.1.3 Baugesetzbuch (BauGB) 48
3.5.1.4 Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) 49
3.5.1.5 Probleme der Ausführung 49
3.5.2 Gesetzliche Regelungen auf Landesebene 50
3.5.3 Internationale Zusammenarbeit 50
TEIL II HOCHWASSERSCHUTZAKTIONSPLAN NAHE UND SEINE BISHERIGE UMSETZUNG BIS ENDE 2004 51
4. DIE NAHE – HYDROLOGISCH-GEOGRAPHISCHER ÜBERBLICK 51
4.1 KURZCHARAKTERISTIK DES NAHEEINZUGSGEBIETES 51
4.2 HYDROLOGISCHE CHARAKERISTIKA 53
4.3 FLÄCHENNUTZUNG IM EINZUGSGEBIET / NUTZUNG DER BODENFLÄCHE 53
4.4 DER WASSERWIRTSCHAFTLICHE RAHMENPLAN 54
4.5 VORHANDENE AUSWEISUNGEN VON ÜBERSCHWEMMUNGSGEBIETEN 55
5. KURZE DARSTELLUNG DES HOCHWASSER AKTIONSPLANES (KAHN) 57
5.1 VERANLASSUNG UND ANSATZPUNKTE FÜR DEN HOCHWASSER AKTIONSPLAN 57
5.2 ALLGEMEINES ZUM AKTIONSPLAN 58
5.2.1 Die Entscheidung für den Aktionsplan und ihre Träger 58
5.2.2 Perspektiven der Realisierung 59
5.2.3 Prüfung der Wirksamkeit des Aktionsplanes 61
5.3 HANDLUNGSZIELE 61
5.4 MAßNAHMENKATEGORIEN 62
5.4.1 Maßnahmen zur Verringerung der Schadensrisiken 62
5.4.1.1 Reglementierung und Anpassung der Nutzung 62
5.4.1.2 Pflege der Schutzbauwerke 63
5.4.1.3 Gesichtspunkte für die Maßnahmen 63
5.4.1.4 Kontrolle der Entwicklung der Schadenspotenziale 63
5.4.2 Erhöhung des Wasserrückhalts im Einzugsgebiet 64
5.4.2.1 Renaturierung der Gewässer im Einzugsgebiet 64
5.4.2.2 Erhöhung des Wasserrückhalts auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen und in Siedlungsgebieten 65
5.4.3 Verbesserung des Hochwassermelde- und Vorhersagewesens 66
5.4.3.1 Erstellen von Karten der Überschwemmungsgebiete und der hochwassergefährdeten Bereiche 67
5.4.4 Verstärkung des Hochwasserbewusstseins 67
5.5 ZUSAMMENFASSENDE MAßNAHMENÜBERSICHT 68
6. HOCHWASSERSCHUTZNIVEAU AN DER NAHE BIS ENDE 2004 69
6.1 ALLGEMEINES 69
6.1.1 Hochwasserbewusstsein und Bürgerbeteiligung 69
6.1.2 Umweltverträglichkeit 70
6.2 DIE ÖRTLICHEN MAßNAHMEN DES HOCHWASSERSCHUTZES 70
6.2.1 Die örtlichen Maßnahmen vor Inkrafttreten des Aktionsplanes Nahe 70
6.2.1.1 Flutmulde Kirn 70
6.2.1.2 Kirn, Ritterwiese 71
6.2.1.3 Kirn, Wörther Weg 71
6.2.1.4 Kirn, Hahnenbach 71
6.2.1.5 Norheim 72
6.2.1.6 Bingen 73
6.2.1.7 Alsenztal 73
6.2.2 Die örtlichen Maßnahmen nach Inkrafttreten des Hochwasser - Aktionsplanes Nahe 74
6.2.2.1 Stadt Idar-Oberstein 74
6.2.2.2 Stadt Bad Sobernheim, Hochwasserschutz im Bereich der 78
6.2.2.3 Bad Kreuznach 79
6.2.2.4 Stadt Bingen 89
6.2.2.5 VG Rhein – Nahe 89
6.2.3 Zusammenfassung der örtlichen Maßnahmen des Hochwasserschutzes 89
6.2.3.1 Funktionale Schwerpunktbereiche der Maßnahmen 90
6.2.3.2 Örtliche Schwerpunktbereiche der Maßnahmen 91
6.2.3.3 Der Umfang der Maßnahmen 91
6.3 DIE ÜBERÖRTLICH UMGESETZTEN MAßNAHMEN DES HOCHWASSERSCHUTZ 92
6.3.1 Konzeptionen, Planungen, Studien 92
6.3.2 Feststellung der Überschwemmungsgebiete im Einzugsbereich der Nahe 92
6.3.3 Hochwassermeldewesen 93
6.3.4 Polder 93
6.3.4.1 Pfaffen-Schwabenheim 93
6.3.4.2 Sobernheim 93
6.3.4.3 Gemarkung Planig bei Bad-Kreuznach 93
6.3.5 Rückhaltemaßnahmen 94
6.3.5.1 Rückhaltemaßnahmen des Zweckverbandes Hochwasserschutz Alsenztal 94
6.3.5.2 Schaffung von Retentionsraum in Idar-Oberstein 97
6.3.5.3 Planungen von Rückhaltemaßnahmen durch LK Kusel und VG Lauterecken sowie VG Glan-Münchweiler und LK Kaiserslautern 97
6.3.5.4 Planungen von Rückhaltemaßnahmen in Idar-Oberstein 98
6.3.6 Zusammenfassung der überörtlichen Maßnahmen des Hochwasserschutzes 98
6.4 DIE FUNKTIONALE UND ÖRTLICHE VERTEILUNG DER MAßNAHMEN UND DIE MAßNAHMENTRÄGER 99
TEIL III BEWERTUNG DES HOCHWASSER AKTIONSPLANES NAHE UND SEINER UMSETZUNG IM ZUSAMMENHANG MIT DEN ALLGEMEIN ENTWICKELTEN GESICHTSPUNKTEN DES HOCHWASSERSCHUTZES 100
7. DIE LEISTUNGEN, DEFIZITE UND DIE AUFGABE DER WEITERENTWICKLUNG DES HOCHWASSERSCHUTZES AN DER NAHE 100
7.1 BISHERIGE LEISTUNGEN DES HOCHWASSERSCHUTZES AN DER NAHE 101
7.1.1 Allgemeine Leistungen 101
7.1.2 Schwerpunktbereiche erbrachter Leistungen 101
7.2 DEFIZITE BEI DEM MAßNAHMENKATALOG 103
7.3 DEFIZITE BEI DER UMSETZUNG 104
7.4 DIE AUFGABE DER WEITERENTWICKLUNG 105
7.5 ÜBERSICHT DER PLANUNGEN, LEISTUNGEN UND DEFIZITE 106
7.5.1 Maßnahmenübersicht der Planungen 106
7.5.2 Übersicht der im Rahmen des Aktionsplanes Nahe umgesetzten Maßnahmen 108
7.5.3 Defizite der Umsetzungen 110
8. GRENZEN DER WIRKSAMKEIT DES HOCHWASSER-AKTIONSPLANES UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 112
8.1 VORBEMERKUNGEN 112
8.2 DAS SCHADENSPOTENTIAL IN HOCHWASSERGEFÄHRDETEN GEBIETEN 113
8.3 MAßNAHMEN ZUR VERRINGERUNG DER SCHADENSRISIKEN 113
8.4 MAßNAHMEN ZUR ENTLASTUNG VON WASSERAUFKOMMEN 114
8.5 MAßNAHMEN ZUM WASSERRÜCKHALT 115
8.6 SCHUTZBAUWERKE 115
8.7 BEDEUTUNG DES EINSATZES KOMMUNALER UND EHRENAMTLICHER KRÄFTE 116
8.8 INFORMATIONSARBEIT 116
8.9 ZUSAMMENFASSUNG DER HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 117
9. SCHLUSSFESTSTELLUNG 121
10. LITERATURVERZEICHNIS 122
11. QUELLENVERZEICHNIS DER KARTEN 127
12. ANHANG 128

Automatisiert erstellter Textauszug:

Verankerung im Flächennutzungsplan im Jahr 2000“ konnte das abstruse Verlangen abgewehrt werden. In ähnlicher Weise hat sich die Stadt Dessau gegen die Bebauung großer flussnaher Areale verwahrt.“ [25]. Der Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe wäre ein guter Anlass gewesen, den gleichen Fehler nicht zweimal zu begehen, und die zerstörten Gebäude an anderer Stelle neu zu bauen. Doch die Flutopfer bauen beharrlich wieder in den Überschwemmungsgebieten. Ein Beispiel ist das Neubaugebiet von Röderau in der Nähe der Stadt Riesa. Die Elbeflut hatte 70 neu gebaute Häuser zerstört, etwa 300 Menschen wurden obdachlos. Inzwischen wurden die ersten Wohnhäuser an genau derselben Stelle wieder aufgebaut – dort, wo nie hätte gebaut werden dürfen, obwohl laut eines Gutachtens der sächsischen Landesregierung Röderau nichts zu sichern [...]

riesiger, noch nie da gewesener Rückbau der Städte unumgänglich sei, könne und solle man jetzt bevorzugt solche städtischen Gebiete von Bebauung freimachen, die von der Natur zurückerobert würden“ [25]. Dazu zählten die von der Elbeflut im August 2002 überfluteten Gebiete. Dieser Meinung wird von akademischer Seite und dem Naturschutz getragen [25]. Schon immer sind Siedlungen und Städte nah am Wasser erbaut worden. Allerdings werden zunehmend die sinnvollerweise freigehaltenen Retentionsflächen überbaut. Beispielsweise „wurde der Dresdner Stadtrat von Investoren nach der Wende massiv unter Druck gesetzt, ausgerechnet an den Laubegaster Elbwiesen, die bei der jüngsten Flut bis zu zwei Meter unter Wasser standen, Grundstücke für "Residenzen" und Eigenheime auszuweisen. des Nur durch die Ermittlung und einer ihre "Hochwasserquerschnittslinie" "Hundertjährigen Hochwassers" [...]

bewirken Entsiegelung und Belagsänderung im Sinne der Durchlässigkeit eine Problemminderung durch Reaktivierung der Speicherfunktion der Böden sowie eine Abflussverzögerung. Als Grundsatz des sparsamen und schonenden Umgangs mit Boden gilt, dass nur die Flächen befestigt werden, deren Nutzung und Funktion dies unbedingt erfordert [46]. Zur Flächenentsiegelung existiert ein beträchtliches Potenzial. Auf der Grundfläche von Deutschland könnten rund 200.000 ha entsiegelt werden; etwa 10 % der gesamten versiegelten Fläche [9]. Die größten Entsiegelungspotenziale bestehen auf wenig genutzten Verkehrsflächen wie z.B. Wohnstraßen und Hofflächen, innerhalb von Wohnblöcken sowie auf gewerblichen Flächen und Betriebsflächen. Statt Asphalt würden für Parkplätze und ländliche Wege Schotter oder Spurplatten ausreichen. Für wenig genutzte Wege und Plätze ist zu prüfen, ob auf Befestigung nicht ganz verzichtet werden kann. Das Bodenschutzgesetz gibt die Möglichkeit, dauerhaft nicht mehr genutzte Flächen zu entsiegeln [6]. Das Potenzial für eine Belagsänderung übersteigt mit rund 334.000 ha bundesweit noch das Entsiegelungspotenzial [9]. Da die Umsetzung in Bestandsgebieten jedoch auf freiwilliger Basis erfolgt und gegenüber den Kosten nur geringe finanzielle Anreize bestehen, ist dieses Potenzial nur sehr langfristig für den vorbeugenden Hochwasserschutz aktivierbar. [...]

Arbeit zitieren:
Uecker, Christian März 2005: Hochwasserschutz an der Nahe, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ursache, Maßnahme, Geographie, Bewertung, Schadenspotential

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