Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Die Hochschulpolitik des Berliner Senats 1989-1997

Betreibt der Berliner Senat eine konservative Hochschulpolitik?

Die Hochschulpolitik des Berliner Senats 1989-1997
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rolf Kohnen
  • Abgabedatum: September 1998
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 5,3 MB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1547-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1547-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1547-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kohnen, Rolf September 1998: Die Hochschulpolitik des Berliner Senats 1989-1997, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Berlin, Bildungspolitik, Universität, Konservatismus, Wiedervereinigung

Diplomarbeit von Rolf Kohnen

Gang der Untersuchung:

Um die Fragestellung der Arbeit zu beantworten, habe ich im theoretischen Teil der Arbeit zunächst den Begriff des 'Konservatismus' erklärt und den Bezug zur Hochschulpolitik hergestellt. Ich verzichtete bewußt darauf, zwischen 'Konservatismus' und 'Konservativismus' zu unterscheiden'-. Eine solche Unterscheidung wäre zwar machbar, da 'Konservatismus' eher ein allgemeines Lebensgefühl zum Ausdruck bringt, 'Konservativismus' dagegen ein bewußt geschlossenes Konzept und die damit verbundene geistige und soziale Strömung. Es hat sich aber gezeigt, daß diese Begriffe im alltäglichen Sprachgebrauch und in der von mir verwendeten Literatur wenig voneinander abgegrenzt und häufig synonym verwendet werden'. Allgemein beschrieben ist "Konservatismus" (von Lat. conservare = bewahren, erhalten) eine "an bestehenden Ordnungen festhaltende geistige Haltung. ` Demnach wäre die Politik der SPD und der CDU genauso konservativ wie beispielsweise traditionelle Forderungen der Gewerkschaften oder ehemals die Politik der DDR. Eine solche Definition wäre jedoch zu allgemein und nicht in der Lage den 'Konservatismus' als aktuelle politische Strömung zu begreifen. Zur Begriffsbestimmung des 'Konservatismus' ist es zweckmäßig, mehrere Teilaspekte zu unterscheiden, die ich im theoretischen Kapitel erläutert habe.

Die Betrachtung der Berliner Hochschulpolitik war für mich aus mehreren Gründen interessant: Berlin stellt im Gegensatz zu den fünf neuen Bundesländern und den alten Bundesländern einen Sonderfall dar. Die Stadt galt in der deutschen Geschichte seit dem ''.Weltkrieg immer als das Symbol der Teilung Deutschlands. Die ganze Welt schaute in den Tagen der 'friedlichen Revolution' und des Wiedervereinigungsprozesses auf diese Stadt. Schließlich wurde das Ende der DDR symbolisch mit der Öffnung der Berliner Mauer besiegelt. In der Folge mußten zwei unterschiedlich entwickelte Teile der Stadt auf dem Boden der bundesrepublikanischen Gesetze und Verordnungen in einem neuen Bundesland einheitlich zusammengeführt werden. In Berlin bestand also eine Situation, in der sich die gesamtdeutsche Wiedervereinigungsproblematik auf der Ebene der Landespolitik wiederfand und die als Modell für die Ost-West-Vereinigung angesehen werden konnte. So bildete Berlin den Brennpunkt der neuen Epoche der deutschen Geschichte.

Im Bereich der Berliner Hochschulen herrschte mit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung vom 03.10.1990 folgende Situation: Es existierten zwei ausgebaute Hochschulbereiche, die sich in Ziel und Struktur unterschieden. Zum einen bestand im Westteil der Stadt ein Hochschulsystem, das in die Gemeinschaftsaufgaben von Bund und Ländern integriert und entsprechend der Inselfunktion der Stadt ausgebaut war. Zum anderen waren die Hochschulen im Ostteil der Stadt das Zentrum der Wissenschaftspolitik des Staates und entsprechend dem Verständnis der DDR politisch ausgerichtet. Während das westdeutsche Hochschulsystem durch eine ständig wachsende Überlastung (mehr Studierende als finanzierte Studienplätze) der Hochschulen geprägt war, blieben die Studierendenzahlen in der DDR aufgrund staatlicher Planung konstant niedrig. Mit der Wiedervereinigung war erstmals wieder die Möglichkeit gegeben, eine einheitliche Hochschulpolitik in Berlin zu betreiben. Daß dies nicht von heute auf geschehen konnte, war von allen politischen Seiten deutlich gemacht worden. Durch die Zusammenführung zweier unterschiedlicher Hochschulsysteme in das föderale Prinzip der neuen BRD ergaben sich daher längerwährende gestalterische Freiräume. In dieser Situation konnte die Hochschulen betreffend alles in Frage gestellt werden, sogar die Existenz großer traditioneller Hochschulbereiche. Dementsprechend waren Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Universitäten (insbesondere zwischen der Freien Universität und der Humboldt Universität) an der Tagesordnung.

Die Entwicklung der Senatshochschulpolitik seit der Wiedervereinigung steht damit im Mittelpunkt meiner Arbeit.

Bis zur Bildung einer gesamtberliner Regierung lenkten nach der Wiedervereinigung ein im Mai 1990 neugewählter Ostberliner Magistrat (bestehend aus SPD und CDU) und der Westberliner Senat gleichberechtigt die Geschick e der Stadt. Hinzu kam, daß die AL den Senat im November 1990 verließ und die SPD die Senatsarbeit allein weiterführte. Bei der darauffolgenden gesamtberliner Wahl im Dezember 1990 blieb der ehemalige SPD/AL-Senat ohne Mehrheit. Nach mehr als zweiundvierzig Jahren gab es nun wieder eine gesamtberliner Regierung, die aus CDU und SPD bestand, und die noch heute die Geschicke der Stadt lenkt. Wenn ich in dieser Arbeit von einer 'Politik des Berliner Senats' spreche, so berechtigen mich ungeachtet der Tatsache, daß in dem betrachtetem Zeitraum der Senat aus zwei Koalitionsparteien bestand, folgende Überlegungen zu dieser Verallgemeinerung:

Unterschiedliche Konzepte beider Koalitionsparteien lagen zum Bereich der Hochschulpolitik vor', aber diese Unterschiede haben sich auf den Entscheidungsebenen nicht niedergeschlagen. Allein drei Schwerpunkte gaben Anlaß zu Differenzen zwischen den beiden Parteien (die Einstellung oder Weiterführung der Hochschule für Schauspielkunst und der Kunsthochschule Weißensee sowie die Frage der Einführung von Studiengebühren). Aussagekräftige Unterlagen über Differenzen zwischen den Parteien, wie z.B. Senatsprotokolle bzw. -Beschlüsse, waren für mich nicht einsehbar, da sie geheim sind'. Meine beiden Anträge auf Einsichtnahme in die Senatsprotokolle, -vorlagen und -Beschlüsse zum Thema Hochschulpolitik wurden von der Senatskanzlei und der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur abgelehnt'. Angesichts der Menge der in den letzten acht Jahren beschlossenen hochschulpolitischen Vorgänge sind die genannten (und der Öffentlichkeit bekannten) Differenzen verschwindend. Diese Politik veränderte sich im Laufe der Jahre hauptsächlich durch sachfremde Einflüsse, hauptsächlich durch die Finanzpolitik, und es kristallisierte sich anscheinend eine technokratische Hochschulpolitik ohne Alternativen auf der Ebene des Senats und des Abgeordnetenhauses heraus.

Inwieweit der Hochschulbereich entlang von konservativen Inhalten durch den Berliner Senat verändert wurde und ob die Wiedervereinigung und/oder die finanzielle Notsituation Berlins als Begründung für eine letztlich konservative Politik herhalten mußten, soll die folgende Arbeit zeigen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung: Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen- Erste Annäherung an das Problemfeld - 1
2. Aufbau der Diplomarbeit und methodisches Vorgehen 7
3. Aspekte zur Theorie des 'Konservatismus' 13
3.1. Begriffsdefinition 13
3.2. Geschichtlicher Ursprung 14
3.3. Historische Entwicklung des 'Konservatismus' in Deutschland 15
3.4. Entwicklung des 'Konservatismus' in der Bundesrepublik Deutschland 16
3.5. Kategorien konservativen Denkens 19
3.6. 'Konservatismus' und Hochschulpolitik 23
4. Die Hochschulpolitik des Berliner Senats von 1989 bis 1997 30
4.1. Auswirkungen der deutsch- deutschen Wiedervereinigung 30
4.1.1. Situation der Berliner Hochschulen 30
4.1.2. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Neugestaltung der Ostberliner Hochschulen 31
4.1.3. Hochschulpolitische Entscheidungen der gesamtberliner Regierung 33
4.2. Hochschulpolitische Entwicklungen in der 12. Legislaturperiode von 1991 bis 1995 36
4.2.1. Planungen des neuen CDU/SPD-Senats 36
4.2.2. Gestaltung der Ostberliner Hochschulen durch den Senat und das Abgeordnetenhaus 37
4.2.3. Weitere Entscheidungen im Hochschulbereich 42
4.2.4. Hochschulstrukturplan von 1993 43
4.2.5. Beschlüsse des Senats und des Abgeordnetenhauses für die gesamtberliner Hochschullandschaft 47
4.2.6. Stellungnahme der Berliner SPD zur Hochschulpolitik ihres Koalitionspartners 48
4.3. Entwicklungen in der 13. Legislaturperiode von 1995 bis heute 49
4.3.1. Hochschulplanungen des im Amt bestätigten Senats 49
4.3.2. Beschlüsse des Berliner Abgeordnetenhauses 50
4.3.3. Verträge des Senats in Zusammenarbeit mit den Hochschulen 55
4.3.4. Hochschulstrukturplan von 1997 58
4.4. Entwicklung der Leistungen und der Einsparvorgaben für die Hochschulen seit 1991 59
4.5. Die Hochschulsituation in Berlin im Jahr 1997 60
5. Zusammenfassung der Hochschulpolitik des Berliner Senats von 1989 bis 1997 62
6. Fazit 70
7. Literaturverzeichnis 74
8. Quellenverzeichnis 76
9. Anhang 81

Arbeit zitieren:
Kohnen, Rolf September 1998: Die Hochschulpolitik des Berliner Senats 1989-1997, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Berlin, Bildungspolitik, Universität, Konservatismus, Wiedervereinigung

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren