Hochschulmarketing in Deutschland
Chancen und Herausforderungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ulrike Wefers
- Abgabedatum: November 2003
- Umfang: 170 Seiten
- Dateigröße: 2,5 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Universität der Künste Berlin Deutschland
- Bibliografie: ca. 153
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9971-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9971-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9971-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wefers, Ulrike November 2003: Hochschulmarketing in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Dienstleistung, Marketing, Hochschule, Hochschulmarketing, Non-Profit Organisation
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Diplomarbeit von Ulrike Wefers
Einleitung:
Lange Zeit galt in Deutschland das Postulat von der Gleichheit der Hochschulen. Man war der Auffassung, dass die staatlichen Universitäten sich qualitativ nicht unterscheiden und somit den Studenten die gleiche Ausbildung vermitteln. Die Universitäten hatten einen guten Ruf und genossen das Vertrauen der allgemeinen Öffentlichkeit. Die Finanzierung der Bildungsinstitutionen war seitens des Staates abgesichert. Mittlerweile hat sich viel in der deutschen Hochschulpolitik getan. Längst ist man sich darüber im Klaren, dass es gravierende Unterschiede bezüglich der Leistungen der Universitäten gibt. Hochschulrankings und Evaluationen unterstreichen diese Entwicklung.
Die Hochschulen haben ihre Position als unantastbare Elfenbeintürme verloren. Sie stehen unter einem massiven Legitimationsdruck und müssen vor Staat und Steuerzahler ihre Leistungen transparent gestalten und rechtfertigen. Aufgrund der katastrophalen Haushaltslage der einzelnen Bundesländer kam es in den letzten Jahren zu erheblichen Etatkürzungen. Die Hochschulen sahen sich gezwungen, Geld einzusparen bzw. sich über andere Formen von Einnahmequellen Gedanken zu machen. Nachdem über den schlechten Zustand der deutschen Universitäten diskutiert wurde, man sogar das Ende der Hochschulen prophezeite, weht nun ein frischer Wind durch die Hochschullandschaft.
Die lange geforderten Reformen werden schrittweise umgesetzt. Die Politik hat erkannt, dass im Zuge der Globalisierung und der Internationalisierung des Arbeitsmarktes die deutschen Hochschulen umstrukturiert werden müssen, um im weltweiten Bildungswettbewerb bestehen zu können. Profilierung, Differenzierung und Wettbewerbsorientierung sind die Schlagwörter dieser Reformbewegung. Die Hochschulen beginnen, sich im Markt zu positionieren, um sich gezielt von Wettbewerbern abzugrenzen. Die Hochschulen haben das Marketing für sich entdeckt. Vor diesem Hintergrund geht diese Arbeit folgender Forschungsfrage auf den Grund:
Wie sinnvoll ist der strategische Marketing-Einsatz an deutschen Hochschulen?
Es soll geprüft werden, ob Hochschulmarketing ein geeignetes Mittel für Universitäten darstellt, um sich im internationalen, nationalen und regionalen Bildungswettbewerb zu behaupten und bestehen zu können. Ferner wird untersucht, was bei der Übertragung des Marketing-Gedankens auf die Hochschulen beachtet werden muss. Dabei wird sich an folgenden Leitfragen orientiert:
Sind Hochschulen Dienstleistungsunternehmen?
Ist Bildung ein Produkt, welches man vermarkten kann?
Wenn ja, auf welchen Märkten werden diese Produkte angeboten?
Können Studenten als Kunden der Universität bezeichnet werden?
Wie wird Hochschulmarketing definiert?
Wie sinnvoll ist der Einsatz von Marketing-Techniken für eine Universität?
Dienen Marketing-Konzeptionen der Existenzsicherung von Hochschulen?
Um diese Fragen gezielt beantworten zu können, sieht die Vorgehensweise wie folgt aus. Im ersten Kapitel wird eine begriffliche Abgrenzung der zentralen Begriffe Marketing, Hochschule und Universität vorgenommen. Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über das deutsche Hochschulsystem und versucht, die derzeitigen Probleme der Universitäten zu erklären. Ferner wird auf die Zukunft der Hochschulen und aktuelle Reformbemühungen eingegangen. Im dritten Kapitel wird das Hochschulmarketing in die Marketingwissenschaft eingeordnet und eine Definition von Hochschulmarketing abgeleitet. Die Bedeutung des Marketings für Universitäten wird ebenfalls herausgestellt. In Kapitel vier wird theoretisch eine Marketing-Konzeption für Hochschulen erstellt.
Dabei werden Marketing-Forschung, Marketing-Ziele, Marketing-Strategien und Marketing-Instrumente berücksichtigt. Das letzte Kapitel bedient sich eines Fallbeispiels, um exemplarisch aufzuzeigen, inwiefern Marketing-Techniken an einer Hochschule zum Einsatz kommen bzw. wo Potenziale und Schwachstellen liegen. Als Fallbeispiel wird sich der Universität Potsdam bedient, da bereits Kontakte zu Ansprechpartnern bestanden und exemplarisch die Situation vieler Hochschulen in Deutschland wieder gespiegelt werden kann. Reformansätze sind an der Universität Potsdam vorhanden, jedoch mangelt es an der nötigen Konsequenz in der Umsetzung bzw. an einem umfassenden Marketing-Konzept. Insofern ist dieses Fallbeispiel gut geeignet, um Stärken und Schwächen darzustellen bzw. Empfehlungen auszusprechen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Einleitung | 8 | |
| 1. | Definitionen und Begriffliche Abgrenzungen | 10 |
| 1.1 | Marketing | 10 |
| 1.2 | Hochschule | 10 |
| 1.3 | Universität | 11 |
| 2. | Grundlagen und Hintergründe des deutschen Hochschulsystems | 12 |
| 2.1 | Das Bildungssystem in Deutschland | 12 |
| 2.2 | Das Hochschulsystem in Deutschland | 14 |
| 2.2.1 | Entwicklung der Hochschulen | 14 |
| 2.2.2 | Hochschultypen | 15 |
| 2.2.3 | Rechtsstellung der Hochschulen | 18 |
| 2.2.4 | Finanzierung der Hochschulen | 19 |
| 2.2.5 | Organisation der Hochschulen | 20 |
| 2.3 | Die Universität | 21 |
| 2.3.1 | Auftrag der Universität | 21 |
| 2.3.2 | Stereotype Klassifizierung nach Müller-Böling | 22 |
| 2.3.2.1 | Die Gelehrtenrepublik | 23 |
| 2.3.2.2 | Die nachgeordnete Behörde | 23 |
| 2.3.2.3 | Die Gruppenhochschule | 24 |
| 2.3.2.4 | Das Dienstleistungsunternehmen | 24 |
| 2.4 | Die aktuelle Situation des deutschen Hochschulwesens | 25 |
| 2.4.1 | Von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft | 26 |
| 2.4.2 | Probleme deutscher Hochschulen | 27 |
| 2.4.3 | Die deutsche Hochschullandschaft im Wandel | 31 |
| 2.4.4 | Zur Zukunft der Hochschulen | 35 |
| 3. | Einordnung des Hochschulmarketings in die Marketingwissenschaft | 39 |
| 3.1 | Entstehung, Entwicklung und Ausdehnung des Marketing-Gedankens | 39 |
| 3.1.1 | Marketing als Absatzpolitik von Unternehmen | 41 |
| 3.1.2 | Marketing als marktorientierte Unternehmensführung | 41 |
| 3.1.3 | Marketing als das Management von Austauschprozessen | 41 |
| 3.2 | Social-Marketing | 43 |
| 3.3 | Generic Marketing | 44 |
| 3.4 | Non-Profit-Marketing | 45 |
| 3.4.1 | Die Hochschule als Non-Profit-Organisation | 45 |
| 3.4.2 | Die Hochschule als öffentlicher Betrieb | 46 |
| 3.5 | Dienstleistungsmarketing | 47 |
| 3.6 | Relationship-Marketing | 52 |
| 3.7 | Übertragbarkeit des Marketing-Konzepts auf Hochschulen | 53 |
| 3.7.1 | Austauschprozesse | 53 |
| 3.7.2 | Strategiebezug | 55 |
| 3.7.3 | Die Marktsegmente (Absatz, Public, Beschaffung) | 56 |
| 3.7.4 | Definition Hochschulmarketing | 56 |
| 3.7.5 | Bedeutung des Hochschulmarketing | 59 |
| 3.7.5.1 | Veränderungen der Rahmenbedingungen | 60 |
| 3.7.5.2 | Aus Sicht der Hochschulen | 62 |
| 4. | Die Marketing-Konzeption | 66 |
| 4.1 | Vorraussetzungen des Hochschulmarketings | 67 |
| 4.2 | Die Marketing-Forschung | 69 |
| 4.2.1 | Die externe Umweltanalyse | 70 |
| 4.2.1.1 | Die Makroumwelt | 71 |
| 4.2.1.2 | Die Marktanalyse | 74 |
| 4.2.1.3 | Analyse der Wettbewerber | 76 |
| 4.2.2 | Die interne Ressourcenanalyse | 77 |
| 4.3 | Die Organisationsphilosophie einer Universität | 79 |
| 4.4 | Die Marketingziele einer Universität | 81 |
| 4.5 | Die Marketing-Strategie | 84 |
| 4.5.1 | Angebot-Markt-Strategien | 85 |
| 4.5.2 | Marktabdeckungsstrategien | 90 |
| 4.5.3 | Wettbewerbsstrategien | 93 |
| 4.6 | Die Marketing-Instrumente von Hochschulen | 96 |
| 4.6.1 | Die Leistungspolitik | 97 |
| 4.6.2 | Die Gegenleistungspolitik | 99 |
| 4.6.3 | Die Distributionspolitik | 102 |
| 4.6.4 | Die Kommunikationspolitik | 105 |
| 4.7 | Implementierungsschwierigkeiten | 113 |
| 4.7.1 | Ressourcenprobleme | 113 |
| 5. | Die Fallstudie - Universität Potsdam | 116 |
| 5.1 | Geschichte und Gründungskonzept der Universität Potsdam | 116 |
| 5.2 | Standort der Universität | 117 |
| 5.3 | Die Universität im Überblick | 119 |
| 5.4 | Stärken | 119 |
| 5.4.1 | Interdisziplinarität | 120 |
| 5.4.2 | Profilbildung | 121 |
| 5.4.3 | Nachfrage auf dem Absatzmarkt | 122 |
| 5.4.4 | Internationalisierung | 123 |
| 5.4.5 | Wissens- und Technologietransfer | 125 |
| 5.4.6 | Aufbau eines Alumni-Programms | 127 |
| 5.4.7 | Das Hasso-Plattner-Institut | 129 |
| 5.5 | Schwächen | 130 |
| 5.5.1 | Haushaltslage der Universität | 131 |
| 5.5.2 | Leitbilddiskussion | 134 |
| 5.5.3 | Studienabbrecher, Hochschulwechsler, Absolventen | 137 |
| 5.5.4 | Weiterbildungsaktivitäten | 139 |
| 5.5.5 | Marketing | 140 |
| 5.6 | Empfehlungen | 142 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 146 |
| Literaturverzeichnis | 148 | |
| Anhang | 153 |
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Einleitung | 8 | |
| 1. | Definitionen und Begriffliche Abgrenzungen | 10 |
| 1.1 | Marketing | 10 |
| 1.2 | Hochschule | 10 |
| 1.3 | Universität | 11 |
| 2. | Grundlagen und Hintergründe des deutschen Hochschulsystems | 12 |
| 2.1 | Das Bildungssystem in Deutschland | 12 |
| 2.2 | Das Hochschulsystem in Deutschland | 14 |
| 2.2.1 | Entwicklung der Hochschulen | 14 |
| 2.2.2 | Hochschultypen | 15 |
| 2.2.3 | Rechtsstellung der Hochschulen | 18 |
| 2.2.4 | Finanzierung der Hochschulen | 19 |
| 2.2.5 | Organisation der Hochschulen | 20 |
| 2.3 | Die Universität | 21 |
| 2.3.1 | Auftrag der Universität | 21 |
| 2.3.2 | Stereotype Klassifizierung nach Müller-Böling | 22 |
| 2.3.2.1 | Die Gelehrtenrepublik | 23 |
| 2.3.2.2 | Die nachgeordnete Behörde | 23 |
| 2.3.2.3 | Die Gruppenhochschule | 24 |
| 2.3.2.4 | Das Dienstleistungsunternehmen | 24 |
| 2.4 | Die aktuelle Situation des deutschen Hochschulwesens | 25 |
| 2.4.1 | Von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft | 26 |
| 2.4.2 | Probleme deutscher Hochschulen | 27 |
| 2.4.3 | Die deutsche Hochschullandschaft im Wandel | 31 |
| 2.4.4 | Zur Zukunft der Hochschulen | 35 |
| 3. | Einordnung des Hochschulmarketings in die Marketingwissenschaft | 39 |
| 3.1 | Entstehung, Entwicklung und Ausdehnung des Marketing-Gedankens | 39 |
| 3.1.1 | Marketing als Absatzpolitik von Unternehmen | 41 |
| 3.1.2 | Marketing als marktorientierte Unternehmensführung | 41 |
| 3.1.3 | Marketing als das Management von Austauschprozessen | 41 |
| 3.2 | Social-Marketing | 43 |
| 3.3 | Generic Marketing | 44 |
| 3.4 | Non-Profit-Marketing | 45 |
| 3.4.1 | Die Hochschule als Non-Profit-Organisation | 45 |
| 3.4.2 | Die Hochschule als öffentlicher Betrieb | 46 |
| 3.5 | Dienstleistungsmarketing | 47 |
| 3.6 | Relationship-Marketing | 52 |
| 3.7 | Übertragbarkeit des Marketing-Konzepts auf Hochschulen | 53 |
| 3.7.1 | Austauschprozesse | 53 |
| 3.7.2 | Strategiebezug | 55 |
| 3.7.3 | Die Marktsegmente (Absatz, Public, Beschaffung) | 56 |
| 3.7.4 | Definition Hochschulmarketing | 56 |
| 3.7.5 | Bedeutung des Hochschulmarketing | 59 |
| 3.7.5.1 | Veränderungen der Rahmenbedingungen | 60 |
| 3.7.5.2 | Aus Sicht der Hochschulen | 62 |
| 4. | Die Marketing-Konzeption | 66 |
| 4.1 | Vorraussetzungen des Hochschulmarketings | 67 |
| 4.2 | Die Marketing-Forschung | 69 |
| 4.2.1 | Die externe Umweltanalyse | 70 |
| 4.2.1.1 | Die Makroumwelt | 71 |
| 4.2.1.2 | Die Marktanalyse | 74 |
| 4.2.1.3 | Analyse der Wettbewerber | 76 |
| 4.2.2 | Die interne Ressourcenanalyse | 77 |
| 4.3 | Die Organisationsphilosophie einer Universität | 79 |
| 4.4 | Die Marketingziele einer Universität | 81 |
| 4.5 | Die Marketing-Strategie | 84 |
| 4.5.1 | Angebot-Markt-Strategien | 85 |
| 4.5.2 | Marktabdeckungsstrategien | 90 |
| 4.5.3 | Wettbewerbsstrategien | 93 |
| 4.6 | Die Marketing-Instrumente von Hochschulen | 96 |
| 4.6.1 | Die Leistungspolitik | 97 |
| 4.6.2 | Die Gegenleistungspolitik | 99 |
| 4.6.3 | Die Distributionspolitik | 102 |
| 4.6.4 | Die Kommunikationspolitik | 105 |
| 4.7 | Implementierungsschwierigkeiten | 113 |
| 4.7.1 | Ressourcenprobleme | 113 |
| 5. | Die Fallstudie - Universität Potsdam | 116 |
| 5.1 | Geschichte und Gründungskonzept der Universität Potsdam | 116 |
| 5.2 | Standort der Universität | 117 |
| 5.3 | Die Universität im Überblick | 119 |
| 5.4 | Stärken | 119 |
| 5.4.1 | Interdisziplinarität | 120 |
| 5.4.2 | Profilbildung | 121 |
| 5.4.3 | Nachfrage auf dem Absatzmarkt | 122 |
| 5.4.4 | Internationalisierung | 123 |
| 5.4.5 | Wissens- und Technologietransfer | 125 |
| 5.4.6 | Aufbau eines Alumni-Programms | 127 |
| 5.4.7 | Das Hasso-Plattner-Institut | 129 |
| 5.5 | Schwächen | 130 |
| 5.5.1 | Haushaltslage der Universität | 131 |
| 5.5.2 | Leitbilddiskussion | 134 |
| 5.5.3 | Studienabbrecher, Hochschulwechsler, Absolventen | 137 |
| 5.5.4 | Weiterbildungsaktivitäten | 139 |
| 5.5.5 | Marketing | 140 |
| 5.6 | Empfehlungen | 142 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 146 |
| Literaturverzeichnis | 148 | |
| Anhang | 153 |
Textprobe:
Kapitel: 3.7.3 Marktsegmente (Absatz, Beschaffung, Public) Nachdem unter Punkt 3.7.1 erläutert wurde, dass Hochschulen mit unterschiedlichen Interessengruppen auf vielfältigen Märkten agieren und in Austauschprozesse verwickelt sind, soll an dieser Stelle geklärt werden, um was für Marktsegmente es sich handelt. Zunächst stellt sich die Frage: Was genau ist ein Markt? „Ein Markt ist eine klar abgrenzbare Gruppe von Personen und/oder Organisationen mit Ressourcen, die diese gegen bestimmte andere Güter (...) tauschen wollen.“ Oder wie Kotler noch vereinfachter formuliert, handelt es sich bei einem Markt um „ein[en] potenzielle[n] Schauplatz für den Austausch von Ressourcen“ Der verhaltensorientierte Marketingansatz, der stark durch Philip Kotler geprägt wurde, versteht unter Marketing eine Tätigkeit, die durch Austauschprozesse Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen sucht. Da diese Austauschprozesse auf mehreren Märkten und mit unterschiedlichen Interessengruppen stattfinden, versucht das Marketing, diese Austauschprozesse zu organisieren. Dabei ist die Unterscheidung in die Marktsegmente Absatz, Beschaffung und Public sinnvoll und hat sich in der Vergangenheit bei vielen Institutionen bewährt. Das Absatz-, Beschaffungs- und Public Marketing kann auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene betrieben werden.
Differenzierungsvorteilen. Die Strategie der Differenzierung verfolgt das Ziel, „durch Schaffung von Leistungsvorteilen beziehungsweise durch Erhöhung des Serviceniveaus gegenüber der Konkurrenz die Marktstellung zu verbessern“319. „Unter einem strategischem Wettbewerbsvorteil wird eine Einzigartigkeit in Form einer Leistung oder einer anderen Besonderheit einer Hochschule verstanden, die man anderen Hochschulen voraus hat, die von den Konkurrenten schwer einholbar oder kopierbar ist, die von den relevanten Zielgruppen wahrgenommen wird und die den relevanten Zielgruppen bei ihrer Hochschulentscheidung wichtig ist.“320 Diese Definition von Hermeier ist zwar auf den ersten Blick sehr umfassend, konzentriert sich aber auf die Leistung einer Hochschule bzw. eine Besonderheit. Welche Besonderheit gemeint ist, wird nicht deutlich gemacht. Konkreter werden da Kotler und Bliemel, indem sie vier Möglichkeiten beschreiben, sich von seinen Wettbewerbern zu differenzieren: Über Produkt, Service, Mitarbeiter und Identitätsgestaltung.321 Auf die Hochschulen bezogen bedeutet dies, dass eine Universität eine Differenzierung gegenüber Konkurrenten durch folgende Parameter erreichen kann: Leistungen (z.B. durch innovative Studiengänge, führend in einem Forschungsgebiet, kurze Ausbildungszeiten, mehrsprachige Lehrangebote, Integration von [...]
bescheinigt. Die Kommunikationspolitik ist massiv, um in der Öffentlichkeit und bei den unterschiedlichen Interessengruppen die gewünschte Aufmerksamkeit zu erzielen. Der Marktherausforderer ist nicht daran interessiert, eine Strategie der Nachahmung zu praktizieren, viel mehr ist er auf der Suche nach eigenen langfristigen Wettbewerbsvorteilen.312 Die Mehrzahl der Universitäten ist der Gruppe der Marktmitläufer313 zu zuordnen. Hochschulen mit eher kleinem Marktanteil orientieren sich an der Konkurrenz und versuchen ein „friedliches Miteinander“ zu pflegen. Bei der Neugestaltung von Leistungsprogrammen wird sich an den Markterfordernissen und am Marktführer orientiert. Adaption oder Nachahmung werden hier als Strategien eingesetzt.314 Marktnischenbesetzer315 sind jene Hochschulen, die sich durch sehr spezielle und differenzierte Angebote profilieren wollen. Sie versuchen in bestimmten [...]
Marktsegmentierung und Marktbearbeitung des Marktes der wissenschaftlichen Bildung sollten die Hochschulen auch für alle anderen Märkte, auf denen sie tätig sind, Chancen und Grenzen einer Marktsegmentierung diskutieren und prüfen. 4.5.3 Wettbewerbsstrategien Die bereits vorgestellten Strategien konzentrierten sich vor allem auf das eigene Angebot, der Auswahl von Marktsegmenten bzw. deren Bearbeitung. Ausgeklammert wurde bisher die Rolle der Wettbewerber. Wie in dieser Arbeit schon mehrfach thematisiert wurde, ist die Konkurrenz im Bildungssektor nicht zu unterschätzen und muss bei der Strategiewahl Berücksichtigung finden. Nach Michael E. Porter sollten strategische Wettbewerbsüberlegungen dahin führen, dass eine Organisation so weiterentwickelt wird, dass der Wert ihrer Leistungen und Fähigkeiten maximiert wird, die sie denen der Konkurrenten voraus hat.308 Durch die externe Umweltanalyse wurden die Hauptwettbewerber einer Hochschule identifiziert. Diese können weiter klassifiziert werden. Es gibt vier Grundtypen von Wettbewerbern, die auch für die Hochschulen von Bedeutung sind. Kotler/ Bliemel differenzieren den Marktführer, den Marktherausforderer, den Marktmitläufer und den Marktnischenbesetzer.309 Im Wettbewerb unter den Universitäten zeichnet sich der Marktführer310 durch eine dominante Marktstellung aus (z. B. innerhalb einer Region oder eines bestimmten Wissenschaftsgebietes). Diese Dominanz kann in der Größe des Markführers bzw. in seiner Qualität begründet liegen. Der Marktführer versucht, seinen [...]
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Arbeit zitieren:
Wefers, Ulrike November 2003: Hochschulmarketing in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Dienstleistung, Marketing, Hochschule, Hochschulmarketing, Non-Profit Organisation



