Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Hochschulkostenrechnung

Einführung von Kosten- und Leistungsrechnung in die Hochschule

Hochschulkostenrechnung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martin Hartmann
  • Abgabedatum: Dezember 1997
  • Umfang: 66 Seiten
  • Dateigröße: 887,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4873-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4873-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4873-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hartmann, Martin Dezember 1997: Hochschulkostenrechnung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Universitäten, Kosten- und Leistungsrechnung, KLAR, Hochschulen, Hochschulkostenrechnung

Diplomarbeit von Martin Hartmann

Einleitung:

„’ Macht die Kröten locker!’ Streiks und Proteste der Studenten an mehr als 100 Hochschulen.“ titelte der Spiegel am 8. Dezember 1997 über die Studentendemonstrationen für bessere Studienbedingungen an Deutschlands Hochschulen. Hunderttausende Studierende gingen teilweise gemeinsam mit Professorinnen und Professoren gegen die erheblichen Einsparmaßnahmen an den Hochschulen auf die Straßen. Mehr Geld wird gefordert, z.B. für mehr Tutoren- und Professorenstellen und für den Bau und Ausbau der Hörsäle und Bibliotheken. Das Gegenteil ist z.Zt. der Fall. Den deutschen Hochschulen wird in erheblichem Maße der Haushalt von den Länderparlamenten gekürzt. So wurde die Universität Hamburg 1995 verpflichtet, 28,5 Millionen DM durch Stellenstreichungen einzusparen. „Das wären ungefähr zehn Prozent des Personalhaushalts gewesen - eine undurchführbare Forderung. Jetzt muß die Uni bis zum Jahre 2001 die Hälfte des Kostenvolumens aller freiwerdenden Stellen einsparen, um das Sparsoll erfüllen zu können.“.

Rund 1.8 Millionen (genau 1.808.131) Studierende sind im laufenden Wintersemester 1997/98 an über 330 deutschen Hochschulen eingeschrieben. Aus einer Empfehlungen des Wissenschaftsrats geht hervor, daß an den deutschen Hochschulen eine Kapazität von gut 1 Mio. Studienplätze vorhanden ist, d.h. auf jedem eingerichteten Studienplatz studieren rechnerisch fast zwei Studierende.

Die öffentlichen und privaten Hochschulen Deutschlands hatten 1995 Ausgaben in Höhe von 48,7 Mrd. DM. Den größten Teil der Finanzmittel erhalten die Hochschulen von den Trägern (überwiegend die Ländern).

Die deutschen Hochschulen haben sich zu Massenlehr- und Forschungsanstalten entwickelt. Es zeigt sich, daß die bisherigen Instrumente der Hochschulleitungen nicht mehr ausreichen, um künftig die Qualität von Lehre, Studium und Forschung zu sichern. Deregulierung der Hochschulen und Stärkung der Hochschulautonomie sind Schlagwörter, die immer häufiger aus von Hochschulpolitikern zu hören sind. Im Gegenzug werden die Hochschulen aufgefordert Instrumente zur Sicherung der Qualität in Lehre und Forschung zu schaffen und nachzuweisen, daß die ihr zur Verfügung gestellten Finanzmittel effizient und effektiv einsetzen. Strategien zur Evaluation der Lehre und Forschung wurden und werden bereits entwickelt und teilweise auch angewendet. „Für ein differenziertes Controlling sind moderne betriebswirtschaftliche Informations- und Steuerungssysteme notwendig, die zeitnah entscheidungsrelevante Daten aggregieren und eine innerhochschulische, aber auch hochschul-übergreifende Vergleichbarkeit von Ausstattungs- und Leistungsdaten ermöglichen.“.

Aufgrund der oben beschriebenen Probleme der deutschen Hochschulen werden viele Reformvorschläge von verschiedenen Seiten gemacht. Die Globalisierung der Hochschulhaushalte, bei der Mittel für die Hochschulen nicht mehr an Haushaltspläne gebunden sind, sondern als Globalsummen bewilligt werden. Die Hochschulen entscheiden selbständig über die interne Budgetierung. Mehr Eigenverantwortung der Hochschulen bedeutet dies auf der einen Seite. Andererseits ist die Globalmittelzuweisung ein beliebtes Mittel für erhebliche Kürzungen der Haushaltsmittel.

Die Kostenrechnung für Hochschulen stellt demgegenüber ein Instrumentarium für die Hochschulleitung zur Entscheidungsunterstützung zur Verfügung. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der Möglichkeiten der Kostenrechnung für Hochschulen und deren bereits vorhandene Modelle vorzustellen.

Gang der Untersuchung:

In dieser Arbeit wird nur die Einführung von Kostenrechnung in Hochschulverwaltungen betrachtet. Außer Acht gelassen werden die bereits seit langem im Einsatz befindlichen Kostenrechnungsverfahren z.B. in Universitätskliniken.

In Kapitel 2 „Gegenwärtiges Haushalts- und Rechnungswesen der Hochschulen“ wird das traditionelle Hochschulrechnungswesen bzw. -haushaltsverfahren ausführlich vorgestellt. Kapitel 3 gibt einen Überblick zum einen über die Ziele und Aufgaben von Kostenrechnung im allgemeinen, aber auch bezogen auf Hochschulen. Des weiteren werden drei gängige KLR-Software-Anwendungen kurz vorgestellt. Kapitel 4 stellt zwei Möglichkeiten der Kostenrechnung in Hochschulen dar.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINFÜHRUNG 1
1.1 DIE AKTUELLE SITUATION DER HOCHSCHULEN 1
1.2 PROBLEMSTELLUNG 3
1.2.1 Vorgehensweise 4
2. GEGENWÄRTIGES HAUSHALTS- UND RECHNUNGSWESEN DER HOCHSCHULEN 5
2.1 FINANZIERUNGSQUELLEN DER HOCHSCHULEN 5
2.1.1 Die Trägerfinanzierung 5
2.1.2 Drittmittel 6
2.1.3 Körperschaftsvermögen 7
2.1.4 Studiengebühren 7
2.2 BESONDERHEITEN DES HOCHSCHULHAUSHALTSRECHTS 8
2.3 HAUSHALTSVERFAHREN AN HOCHSCHULEN 12
2.3.1 Haushaltsaufstellungsverfahren 12
3. KONZEPTION EINER KOSTENRECHNUNG IN DER HOCHSCHULE 14
3.1 GRUNDLAGEN DES RECHNUNGSWESENS 14
3.2 VON DER KAMERALISTIK ZUR DOPPIK 17
3.3 TEILGEBIETE DES RECHNUNGSWESENS 19
3.3.1 Teilsysteme des Rechnungswesens 20
3.3.2 Grundbegriffe des Rechnungswesens 24
3.4 KOSTENRECHNUNG IN DER HOCHSCHULVERWALTUNG 26
3.4.1 Aufgaben und Ziele der Kostenrechnung 27
3.4.2 Kostenrechnungssysteme 30
3.5 BESONDERHEITEN DER HOCHSCHULE ALS ORT DER KOSTENRECHNUNG 39
3.6 SOFTWARE-PRODUKTE ZUR UNTERSTÜTZUNG DER HOCHSCHULKOSTENRECHNUNG 40
3.6.1 SAP R/3 41
3.6.2 Mach Software M1 43
3.6.3 HISMBS und HISCOB 44
4. BEISPIELE 46
4.1 KAMERALISTISCH BASIERTE HOCHSCHULKOSTENRECHNUNG 46
4.2 INTEGRIERTE KOSTENRECHNUNG AN DER FH BOCHUM 48
5. RESÜMEE UND FAZIT 50
6. ANHANG 51
6.1 KOSTENARTENPLAN (KONTENKLASSE 4000) 51
6.2 KOSTENSTELLENPLAN DER FH WESTKÜSTE 53
7. LITERATURVERZEICHNIS 55
8. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 59
9. EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 60

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.3.1 Teilsysteme des Rechnungswesens30 Die Bilanzrechnung, auch Beständerechnung genannt ist eine Zeitpunktrechnung und stellt eine Zusammenfassung aller Bestände an Vermögen und Kapital zu einem bestimmten Stichtag dar. Sie liefert Informationen über den Bestand an Gütern, Rechten und Verpflichtungen, die dann im Ergebnis das sog. Reinvermögen ergeben. Zusätzlich zu dieser stichtagsbezogenen Aufstellung liefert die Gewinn- und Verlustrechnung eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge bezogen auf einen bestimmten Zeitraum. Die Bilanzrechnung, die einen nach handels- und steuerrechtlichen Vorschriften ermittelten Erfolg zum Ergebnis hat, dient externen Adressaten, wie z.B. Gläubigern, Arbeitnehmern, Eigentümern und dem Staat als Information. So ist z.B. der nach handelsrechtlichen Vorschriften ermittelte Erfolg Grundlage zur Berechnung der Dividende für Aktionäre. Der Fiskus ermittelt auf Grundlage des Erfolgs aus der Steuerbilanz die Höhe der Steuerschuld. [...]

3.3 Teilgebiete des Rechnungswesens Das Rechnungswesen besteht aus unterschiedlichen Teilgebieten, die nicht als ein System, sondern unabhängig voneinander entwickelt wurden und als Gemeinsamkeit die aus der Zugehörigkeit zum Informationssystem abgeleiteten Planungs-, Kontroll- und Dokumentationsaufgaben haben. Das Rechnungswesen kann nach verschiedenen Kriterien gegliedert werden. Eine Unterscheidung kann nach dem Rechnungsziel, der Rechnungsgröße, dem Adressaten oder dem Zeitbezug vorgenommen werden. Gliedert man das Rechnungswesen nach nur einem Kriterium, dem Rechnungsziel, so ergeben sich vier Teilgebiete des Rechnungswesens: 1. Bilanzrechnung 1. Kostenrechnung 1. Investitionsrechnung 1. Finanzrechnung Die Kriterien Rechnungsgröße, Adressat und Zeitbezug bleiben in dieser Einteilung unberücksichtigt, werden allerdings zur Unterscheidung der Rechnungen verwendet. Die Teilgebiete des Rechnungswesens, die sich aus der Gliederung nach dem Rechnungsziel ergeben, werden in Abbildung 3-1 anschaulich in einem Baumdiagramm dargestellt. [...]

Die in Kapitel 2 beschriebene Haushaltssystematik und die kameralistische Buchführung sind allerdings nicht in der Lage Informationen für die Verwaltungsleitung zur Entscheidungsunterstützung zu liefern, weil die Kameralistik ausschließlich Zahlungsvorgänge (Einnahmen und Ausgaben) und keinen Werteverzehr erfaßt. Aus diesem Grunde können die Kosten auch nicht den Leistungen zugeordnet werden. Kalkulatorische Kosten werden weder erfaßt noch gebucht. Ausschließlich das kommunale Haushaltsrecht bietet die Möglichkeit der Veranschlagung von kalkulatorischen Abschreibungen und Zinsen für Einrichtungen, die größtenteils aus Entgelten finanziert werden. Die kameralistische Buchführung erfaßt also die Kostenarten nur unzureichend, da sie den Werteverzehr durch Verbrauch von Ressourcen und Vermögen nicht abbilden kann. Eine Lösung wäre ein zweiteiliges Rechnungswesen nach dem Vorbild der Privatwirtschaft, in eine nach außen hin orientierte Haushaltsrechnung und eine zur internen Informationsversorgung und zur Steuerung dienende Kostenrechnung. Demgegenüber gibt es auch die radikale Position, die Kameralistik gänzlich durch die kaufmännische Buchführung zu ersetzen. Die gänzliche Ablösung der Kameralistik durch die Doppik scheint allerdings eher unwahrscheinlich, da der Widerstand der Verwaltungsrechtler z.Zt. noch zu groß sind. Es ist zumindest im Softwarebereich festzustellen, daß selbst in der Industrie groß gewordene Softwarehäuser, wie SAP, ein zusätzliches kamerales Modul für ihr Produkt R/3 programmieren, obwohl der Aufwand für ein solches Modil enorm ist. Es sieht so aus, als daß die Kameralistik die öffentliche Verwaltung noch eine ganze Weile beherrschen wird. [...]

Arbeit zitieren:
Hartmann, Martin Dezember 1997: Hochschulkostenrechnung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Universitäten, Kosten- und Leistungsrechnung, KLAR, Hochschulen, Hochschulkostenrechnung

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren