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Hochschul-Gehörbildung

Hochschul-Gehörbildung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jörg Scheele
  • Abgabedatum: Dezember 1993
  • Umfang: 200 Seiten
  • Dateigröße: 7,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Musik Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0585-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0585-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0585-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scheele, Jörg Dezember 1993: Hochschul-Gehörbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gehörbildung, Hörerziehung, Musikerziehung, Rhythmik, Sol fége

Diplomarbeit von Jörg Scheele

Einleitung:

Diese Gehörbildung richtet sich an Studierende, Studienanwärter und Musikschüler ebenso wie an Lehrkräfte der Fächer „Gehörbildung“ und „Solfège“ wie auch an alle weiteren Lehrkräfte in der Musikausbildung an Musikschulen und -hochschulen. Sie hat den Titel „Hochschulgehörbildung“ v.a. deshalb, weil sie aus der Hochschularbeit entstanden ist. Sie eignet sich aber ebenso für die studienvorbereitenden Klassen an Musikschulen oder für die Studienvorbereitung allgemein. Ferner lassen sich alle Lehrinhalte problemlos im Musikunterricht an Schulen (Sek. I und II) sowie in der Laienausbildung anwenden.

Gang der Untersuchung:

Der inhaltliche Aufbau ist modular, d.h. für jedes Niveau gibt es entsprechende Einstiegsmöglichkeiten, da verschiedenste (produktive wie reproduktive) Übemethoden für den Einzel- oder Gruppenunterricht gleichermaßen wie für das Selbststudium vorgestellt werden, welche aufeinander aufbauen bzw. einander ergänzen. Didaktische Hinweise und Kommentare dienen dabei sowohl dem Übenden wie auch dem Lehrenden. Der Autor folgt einer klar gegliederten Schwierigkeitsprogression in den drei Bereichen Rhythmik, Melodik und Harmonik. Zu allen drei Bereichen liegt eine Vielzahl an Notenbeispielen vor.

A) Rhythmik:

Innerhalb der Repetitionsmethoden wird dem Sprechen ein besonderes Augenmerk geschenkt, da bei einer bewussten Unterscheidung von Rhythmus und Metrum besonders letzteres körperlich empfunden werden muss, um seine gliedernden Kräfte entfalten zu können. Dieses ist in der Musikausbildung ein leider immer noch zu wenig beachteter Faktor, der zu klaren rhythmischen Schwächen vieler Studienanwärter führt. Innerhalb der Gehörbildung ist er Grundlage für sämtliche Musikdiktate, sowohl rein rhythmischer, als auch rhythmisch-melodischer Natur (von seiner Bedeutung für den harmonischen Satz und der Abfolge von Akkorden auf schweren oder leichten Zeiten einmal ganz abgesehen). Den Abschluss bilden komplexe rhythmische Verläufe wie polyphone oder Polyrhythmen sowie Beispielmaterialien für einen Anfängerkurs.

B) Melodik:

Auch hier wird von stimmlicher Äußerung, d.h. vom Singen, ausgegangen. Dabei wird auf die weltweit weniger verbreitete Methode der Relativen Solmisation (Tonika-Do-Methode; engl. „Tonic-Sol-Fa“) im Gegensatz zur viel häufigeren Absoluten Solmisation zurückgegriffen. Während letztere Methode für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen insbesondere im Zusammenhang mit dem Erlernen des „Absoluten Gehörs“ geeignet ist, verleitet sie zu sehr zum reinen, eher gefühlsbetonten „Farbenhören“. Die Relative Solmisation ist hingegen für das Erlernen der horizontalen Intervallspannungen sowohl in tonaler Melodik (Stufenhören in allen Tonarten, Dur wie Moll; v.a. natürliche wie auch künstliche Leittöne) als auch innerhalb der Atonalität von größter Bedeutung. Ferner bietet es für das harmonische Hören (angefangen bei den simultanen Intervallen) große funktionale Hilfen. Ergänzt wird dieser Abschnitt durch eine Zusammentragung wissenschaftlicher Untersuchungen auf dem Feld der ton- und musikpsychologischen Forschung und deren Bedeutung für das Hören (z.B. Assoziativhilfen von Dreiklangsgestalten auf das Hören von Zweiklängen).

C) Harmonik:

Ausgehend von Grundübungen im Bereich der vier Tongeschlechter bei den Dreiklängen wird eine Progression im Kadenzhören vorgeschlagen, die von einem funktionstheoretischen Harmonielehreunterricht begleitet werden sollte: Grundkadenz - Dissonanzen mit drei bzw. vier verschiedenen Tönen - diatonische Terzverwandtschaft - Klangverschärfung bzw. Modulation durch „tonartfremde“ Töne. Diese Progression weicht z.T. von der im Harmonielehreunterricht angewandten ab, weil sie sich ausschließlich am klanglichen Ablauf orientiert. Den Abschluss bilden harmonische Dissonanzen innerhalb der Atonalität.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Rhythmus in der Hochschulgehörbildung 8
2.1 Einführung 8
2.2 Repititionsmethoden - Das Erfassen und Wiedergeben von Rhythmen 13
2.2.1 Nachklatschen einfacher Rhythmen 13
2.2.2 Artikulation komplexer Rhythmen mittels Silben 14
2.2.3 Schwierigkeiten bei Anbindungen 15
2.3 Der Gegensatz von Metrum und Rhythmus 18
2.3.1 Das Bestimmen von Taktarten 19
2.3.2 Zählen, Taktieren - Übungen 20
2.3.3 Konfliktrhythmen 22
2.4 Zur Notation - Ein Arbeitsschema 26
2.4.1 Allgemeine praktische Hinweise 26
2.4.2 Die Notationsschritte 27
2.5 Zur Problematik der Pause 30
2.6 Rhythmische Polyphonie 32
2.6.1 Einfache dualisierte oder ternäre, zweistimmige Rhythmen 32
2.6.2 Zweistimmige Komplementär-Rhythmen 34
2.6.3 Polyrhythmik (2 gegen 3, 3 gegen 4) 35
2.7 Materialien zum Rhythmus (1.Semester) 38
3. Hinführung zum Erfassen melodischer Linien und von Intervallen 51
3.1 Einführung 51
3.2 Das Erfassen des diatonischen Tonraums: Rezeption und Reproduktion 55
3.2.1 Hören und Nachsingen 55
3.2.2 Solfège 59
3.2.3 Transposition 61
3.3 Das Musikdiktat
3.3.1 Gedächtnis-Training 66
3.3.2 Ergänzungen zum (Rhythmus-) Arbeitsschema 67
3.3.3 Fehleranalyse 68
3.4 Künstliche Leittöne 70
3.4.1 Klangerweiterung 71
3.4.2 Ausweichung 74
3.4.3 Modulation 76
3.4.4 Mehrdeutigkeit 77
3.5 Vom Spannungsfeld Tonleiter zum Charakter des Intervalls 78
3.5.1 Sequenzübungen 82
3.5.2 Komplementär-Intervalle 89
3.5.3 Das Intervall-Diktat 92
3.5.4 Intervalle im atonalen Raum 93
3.6 Polyphonie 95
3.6.1 Das Verfolgen von Einzelstimmen in der Mehrstimmigkeit 96
3.6.2 Das simultane Hören 99
4. Akkorde und harmonisches Hören 103
4.1 Einführung 103
4.1.1 Dreistimmige Akkorde 106
4.1.2 Der Begriff „Harmonie“ 112
4.2 Die Grundkadenz 114
4.2.1 Die Dominante und ihre typischen Kadenz-Vorhalte 115
4.2.2 Die Subdominante und die vollständige Dur-Kadenz 117
4.23 Umkehrungen und weite Lage 119
4.2.4 Die moll-Kadenz und die Subdominante des anderen Geschlechts 122
4.3 Dissonanzen mit drei bzw. vier verschiedenen Tönen 123
4.3.1 Der Dominantsept-Akkord und der verkürzte Dominantsept-Akkord 124
4.3.2 Der „Sixte-ajoutèe“, der Subdominantsext-Akkord und der „Neapolitaner“ 127
4.3.3 Der (verkürzte) Dominantseptnon-Akkord und der verminderte Dominantsept-Akkord 129
4.4 Diatonische Terzverwandtschaft 131
4.4.1 Terzverwandtschaft in Dur 133
4.4.2 Terzverwandtschaft in moll 136
4.5 Klangverschärfung bzw. Modulation durch „tonartfemde“ Töne 148
4.5.1 Leittönigkeit durch Zwischendominanten 149
4.5.2 Leittönigkeit durch Alterationen 150
4.5.3 Leittönigkeit, die Mehrdeutigkeit ermöglicht 152
4.5.4 Tonartfremde Töne ohne Leitton-Funktion 156
4.6 Hinführung zur Dissonanz in der Atonaltität 164
4.6.1 Freitonale Klänge 165
4.6.2 Atonale Klänge 172
5. Materialien 175
6. Literatur-Verzeichnis 178
7. Stichwort-Verzeichnis 182

Arbeit zitieren:
Scheele, Jörg Dezember 1993: Hochschul-Gehörbildung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gehörbildung, Hörerziehung, Musikerziehung, Rhythmik, Sol fége

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