Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Herstellerleasing als Instrument der Absatzunterstützung

Möglichkeiten und Grenzen einer Balanced Scorecard als Steuerungs- und Kontrollinstrument

Herstellerleasing als Instrument der Absatzunterstützung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andrea Florinett
  • Abgabedatum: Oktober 2004
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 647,6 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Universität Zürich Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8521-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8521-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8521-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Florinett, Andrea Oktober 2004: Herstellerleasing als Instrument der Absatzunterstützung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Leasing, Balanced Scorecard, Risiko, Rating, Untersuchung

Diplomarbeit von Andrea Florinett

Einleitung:

Als Mitte der sechziger Jahre in Europa damit begonnen wurde, das in den USA längst eingeführte Leasing zu vermarkten, gab es zunächst generelle Bedenken gegenüber dieser neuartigen Finanzierungsalternative. Nach der Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen in den siebziger Jahren, hat sich Leasing aber kraftvoll und stetig entwickelt. Heute hat es sich definitiv zu einem Finanzierungsinstrument von hoher Akzeptanz und wirtschaftlicher Bedeutung etabliert.

Man denke nur daran, dass beispielsweise das World Trade Center in New York geleast war , oder dass von den insgesamt 15 Mrd. CHF Nettoverbindlichkeiten der ehemaligen Swissair im Sommer 2001 konsolidiert rund 8 Mrd. CHF aus Leasing-Geschäften bestanden. Betrachtet man den schweizerischen Leasingmarkt Ende des Jahres 2003, so hat er ein Volumen von rund 16-17 Mrd. CHF, was einem Umsatz von rund 8-9 Mrd. CHF entspricht. Herstellerleasing-Gesellschaften (so genannte „captives“) haben einen Marktanteil von 41.5 %. Vergleicht man das in dieser Arbeit behandelte Mobilienleasing mit den gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen, so ergibt dies eine Leasingquote von 21.4%. Das bedeutet, dass in diesem Bereich mehr als jeder 5. Franken mittels Leasing investiert wird!

Nun soll Leasing in Zukunft noch wichtiger werden. Dies darf aber nicht gänzlich darüber hinwegtäuschen, dass auch Schwankungen im Leasing-Markt festzustellen sind, und teilweise sind gar rückläufige Marktwachstumsraten verzeichnet werden.

Für Hersteller von Produktionsgütern besteht durch Leasing die Möglichkeit, den Absatz zu steigern. Das Herstellerleasing als Instrument der Absatzunterstützung führt zu neuen Herausforderungen. Um diese zu meistern, müssen Voraussetzungen geschaffen werden, die ein zielgerichtetes und erfolgreiches Handeln möglich machen. Dieser Hintergrund lässt es notwendig erscheinen, die Unternehmung mit einem Führungssystem zu versorgen, welches es ihr erlaubt, das Unternehmensgeschehen systematisch zu steuern und zu überwachen. Diesbezüglich hat Albrecht z.B. in der deutschen Leasing-Branche grosse Defizite ausgemacht. Nach ihm sollte die Reorganisation des Steuerungssystems einen der obersten Plätze auf der Agenda von Leasing-Managern einnehmen.

Ein Konzept, dass den genannten Anforderungen gerecht werden kann, ist die Balanced Scorecard (BSC). Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der BSC als ganzheitliches Managementinstrument. Der Fokus ist auf die Anwendung der BSC im speziellen Bereich von Leasinggesellschaften gerichtet. Dabei soll im Sinne einer Empfehlung eine exemplarische BSC für eine typische Hersteller-Leasinggesellschaft aufgebaut werden.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort I
Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung der Arbeit 2
1.2 Zielsetzung der Arbeit 3
1.3 Aufbau der Arbeit 4
2. DAS KONZEPT DER BALANCED SCORECARD 5
2.1 Klärung der Begriffe 5
2.2 Das Grundkonzept der Balanced Scorecard nach Kaplan/Norton 6
2.3 Aufgaben und Ziele der Balanced Scorecard 9
3. LEASINGGESELLSCHAFTEN UND BALANCED SCORECARD 12
3.1 Leasing und Leasinggesellschaften 12
3.1.1 Leasing 12
3.1.2 Hersteller-Leasinggesellschaften 14
3.1.3 Geschäftsgegenstand und Leistungsprogramm von Leasinggesellschaften 17
3.2 Ausgestaltung der Balanced Scorecard am Praxis-Beispiel einer Kraftfahrzeug-Leasinggesellschaft 20
3.2.1 Beschreibung der PSA Finance Suisse S.A. 20
3.2.2 Die Vision, die Mission und die Strategie der PSA Finance Suisse S.A. 21
3.2.2.1 Die Mission 21
3.2.2.2 Die Kultur/Philosophie 22
3.2.2.3 Die Politik 22
3.2.3 Die Perspektiven 23
3.2.3.1 Aufbau der BSC bei der PSA Finance Suisse S.A. 23
3.2.3.1 Die finanzielle Perspektive 24
3.2.3.2 Die Kunden-, die Prozess- und die Lern-/Entwicklungsperspektive 24
3.2.4 Fazit 26
3.3 Empirische Untersuchung zum Implementationsstand der Balanced Scorecard in Leasinggesellschaften 27
3.4 Eignung der Balanced Scorecard als Steuerungs- und Kontrollinstrument in Leasinggesellschaften 29
4. LEASINGGESELLSCHAFTEN UND RATING 32
4.1 Auswirkungen auf die Bilanz, die Erfolgsrechnung und ausgewählte Finanzkennzahlen durch die Umstellung auf das absatzunterstützende Leasinggeschäft 32
4.2 Unternehmens-Rating 36
4.3 Methodik und Vorgehensweise von Standard & Poor’s beim Rating einer Leasinggesellschaft 39
4.4 Leasingspezifisch relevante Kennzahlen für ein gutes Rating 40
4.5 Ist eine Separierung des Leasing-Finanzdienstleistungsgeschäfts vom eigentlichen Produktionsunternehmen sinnvoll, um ein besseres Rating zu erhalten? 43
5. EXEMPLARISCHER AUFBAU EINER BALANCED SCORECARD FÜR EINE TYPISCHE HERSTELLER-LEASINGGESELLSCHAFT 46
5.1 Gründe für die Einführung der Balanced Scorecard 46
5.2 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung der Balanced Scorecard 48
5.3 Die Erstellung der Balanced Scorecard 50
5.3.1 Vorgehen bei der Erstellung der Balanced Scorecard 50
5.3.2 Die Vision 52
5.3.3 Die Mission 53
5.3.4 Die Strategie 55
5.3.4.1 Definition der Strategie 55
5.3.4.2 Ermittlung der Strategie 56
5.3.5 Die Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren 60
5.3.6 Die strategischen Ziele ableiten 61
5.3.7 Die Kennzahlen 61
5.3.8 Die Soll-Werte 62
5.3.9 Die Maßnahmen 63
5.3.10 Die Perspektiven 63
5.3.10.1 Modifizierte Grundkonzeption der Balanced Scorecard für Leasinggesellschaften 64
5.3.10.2 Die finanzielle Perspektive 65
5.3.10.3 Die Kundenperspektive 67
5.3.10.4 Die Perspektive der internen Prozesse 69
5.3.10.5 Die Lern- und Entwicklungsperspektive 71
5.3.10.6 Die Risikoperspektive 73
5.3.11 Verknüpfung der Ziele und Perspektiven in Ursache-Wirkungsbeziehungen 80
5.4 Kritische Würdigung der Balanced Scorecard 83
4.5.1 Die Stärken der Balanced Scorecard 83
4.5.2 Die Schwächen der Balanced Scorecard 86
6. ZUSAMMENFASSUNG DER ERKENNTNISSE UND AUSBLICK 89
Anhang mit Anhangverzeichnis 92
Verzeichnis der Expertengespräche 98
Literaturverzeichnis 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

4. Leasinggesellschaften und Rating In unserem Fall - d.h. bei abhängigen Hersteller-Leasinggesellschaften - handelt es sich aber um „captives“, da sie vom Produktionsunternehmen (Hersteller) abhängig sind und primär den Absatz der Hersteller-Produkte fördern sollten. Einem „captive“ wird immer genau das gleiche Rating zugewiesen wie der Mutter, auch wenn es sich um eine rechtlich eigenständige Tochter handelt. Obwohl die Leasinggesellschaft im Prinzip eine eigenständige „captive finance company“ darstellt, wird sie und das Produktionsunternehmen (Hersteller) als eine einzige Geschäftsunternehmung angesehen und somit auch gleich gerated. Denn, so die Argumentation von Standard & Poor’s, die finanzdienstleistende Leasinggesellschaft hat die Funktion eines Marketing-Tools für den Hersteller, indem sie den Absatz der Produkte mit Leasing-Finanzierungslösungen unterstützt. Ausschlaggebend ist die hohe Abhängigkeit bezüglich der geschäftlichen Verflechtung der beiden Unternehmen. Zudem wird von einem ökonomischen Ansporn des Herstellers (Mutter) ausgegangen, die finanzielle Gesundheit der Leasinggesellschaft (Tochter) zu erhalten. Das bedeutet auch, dass die Leasinggesellschaft, falls sie auf einer gesünderen „Standalone Basis“ stehen würde, kein höheres Rating bekommen kann. Gründe dafür sind die genannte starke geschäftliche Verflechtung, die beschränkten DesinvestitionsMöglichkeiten des Herstellers für den „captive“, und die empirisch belegte Tatsache, dass die Konkurswahrscheinlichkeit bei „capitves“ in der Regel stark an diejenige des Herstellers geknüpft ist. Obwohl der abhängigen Finanzierungs-Tochtergesellschaft (in unserem Fall die Leasinggesellschaft) und der Mutter (in unserem Fall der Hersteller) das gleiche Rating gegeben wird, werden sie nicht auf einer konsolidierten Basis analysiert. Weil ihnen verschiedene Aktiva unterstehen, hat Standard & Poor’s ein Vorgehen entwickelt, bei dem die Finanzaktivitäten von den Produktionsaktivitäten getrennt werden, um sie dann separat zu analysieren. Für Standard & Poor’s ist es also unerheblich, ob das LeasingFinanzdienstleistungsgeschäft vom eigentlichen Produktionsunternehmen separiert ist, oder ob es in einem Unternehmen (eine Einheit) zusammengefasst ist. Für den Fall dass die beiden Geschäftsaktivitäten in eine Mutter- und Tochtergesellschaft aufgeteilt sind, kann aufgrund der Geschäftsberichte getrennt analysiert werden. Für den Fall dass beide Geschäftsaktivitäten in einer Einheit, heisst im eigentlichen Produktionsunternehmen (Hersteller) untergebracht sind, nimmt Standard & Poor’s die Separierung bei der Analyse vor: Sie kreiert eine „pro forma captive“, und sondert so das LeasingFinanzdienstleistungsgeschäft „virtuell“ ab. Dann werden diejenigen Erträge, Aufwen44 [...]

4.5 Ist eine Separierung des Leasing-Finanzdienstleistungsgeschäfts vom eigentlichen Produktionsunternehmen sinnvoll, um ein besseres Rating zu erhalten?120 Standard & Poor’s unterscheidet die von Herstellern völlig unabhängigen LeasingTochtergesellschaften, die eigenständig als Finanzierungs-Gesellschaft auftreten („finance subsidiaries“) von den Hersteller-abhängigen Leasing-Tochtergesellschaften („captives“). Captives sind folgendermassen definiert: „...a captive finance company [...] is a finance company subsidiary with over 70% of its portfolio consisting of receivables generated by sales of the parent’s goods or services.“121. Im ersten Fall (finance subsidiaries) kann gemäss Standard & Poor’s die unabhängige Leasing-Tochtergesellschaft unter Umständen ein höheres oder tieferes Rating als der Hersteller erhalten. Ihr „Stand-alone Profil“ kann besser oder schlechter sein als dasjenige des Herstellers, allerdings nicht um mehr als eine volle Rating-Kategorie. Grund ist der hohe Grad an Unabhängigkeit zwischen der Mutter- und der Tochtergesellschaft. [...]

4. Leasinggesellschaften und Rating len sie auf der BSC komprimiert und zusammengefasst sehen, ob das Rating nun gut oder schlecht ist. Die Steuerung und Kontrolle der für ein gutes Rating relevanten Kennzahlen kann also nicht in der BSC stattfinden. Dazu ist sie aus den genannten Gründen nicht geeignet. Die Lösung ist vielmehr, dass die Steuerung und Kontrolle des Rating-Kennzahlen-Sets im Rahmen des operativen Controlling innerhalb des laufenden Berichtswesens stattfindet. Hier sollte die mehr in die Tiefe gehende Messung und Feinsteuerung der vielen einzelnen Kennzahlen erfolgen. In der ganzen Diskussion darf natürlich nicht vergessen werden, dass „ein besseres Rating“ aufgrund seiner grossen Bedeutung zweifelsfrei ein strategisches Ziel der Leasinggesellschaft sein muss. Dieses Ziel wird auch in die BSC aufgenommen119. Ein gutes Rating ist nämlich deshalb ein entscheidender Erfolgsfaktor, weil die Unternehmung damit die Möglichkeit hat, günstige Refinanzierungskonditionen zu bekommen. Wie später in Kapitel 5.3.10 noch zu sehen sein wird, wird als Kennzahl das als verdichtetes Mass herausgegebene Rating-Urteil von Standard & Poor’s verwendet (also z.B. AA, BBA oder D). Die Massnahme in der BSC wird die Gründung einer Task Force sein, welche eben dieses Rating-Kennzahlen-Set betreut, d.h. misst und steuert. [...]

Arbeit zitieren:
Florinett, Andrea Oktober 2004: Herstellerleasing als Instrument der Absatzunterstützung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Leasing, Balanced Scorecard, Risiko, Rating, Untersuchung

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren