Herausforderung an die Umsetzung der betrieblichen Altersversorgung nach der Rentenreform 2001
Praktische Umsetzung am Beispiel des Chemie Pensionsfonds
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Greta-Lisa Frey
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 509,3 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8707-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8707-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8707-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Frey, Greta-Lisa Januar 2005: Herausforderung an die Umsetzung der betrieblichen Altersversorgung nach der Rentenreform 2001, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rentenversicherung, Altersvermögensgesetz, Altersvorsorge, Betriebsrente, Entgeltumwandlung
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Diplomarbeit von Greta-Lisa Frey
Problemstellung:
Das Thema Altersvorsorge ist seit geraumer Zeit im Fokus des öffentlichen Interesses. Nicht nur in Deutschland, sondern in allen Industrienationen werden die bestehenden Strukturen der Alterssicherung und die Systeme zu ihrer Finanzierung diskutiert und mit unterschiedlicher Intensität reformiert. Die sich abzeichnenden demographischen Entwicklungen, die Veränderungen in der Arbeitswelt sowie die Forderung nach einer Anpassung an eine einheitliche europäische Richtlinie machen in Deutschland Strukturreformen bei der Rentenversicherung sowie den anderen sozialen Sicherungssystemen erforderlich.
Mit der Rentenreform im Jahr 2001 und dem speziell in diesem Zusammenhang verabschiedeten Altersvermögensgesetz vom 20. Juni 2001 (AVmG) hat der deutsche Gesetzgeber grundlegende Systemveränderungen bei der Altersvorsorge eingeleitet. Die bis dato ausschließlich im Umlageverfahren finanzierte gesetzliche Rente soll durch den Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten privaten oder betrieblichen Altersversorgung ergänzt und dadurch entlastet werden. Seit dem 01. Januar 2002 steht kraft Gesetz grundsätzlich jedem Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, gegenüber seinem Arbeitgeber ein Anspruch auf Entgeltumwandlung zur Verwendung für eine betriebliche Altersversorgung zu. Die betriebliche Altersversorgung wird damit zu einer wichtigen Säule der zusätzlichen finanziellen Vorsorge für das Alter.
Aus der Perspektive des Arbeitnehmers bietet dieser gesetzliche Anspruch die Möglichkeit, die aus der Rentenreform entstandene Versorgungslücke durch staatliche Förderung eindämmen zu können. Die daraus entstehenden Auswirkungen auf die Unternehmenspolitik sind erheblich, da diese nun dem Anspruch des Arbeitnehmers auf Entgeltumwandlung gerecht werden muss.
Mit der Rentenreform 2001 und dem speziell in diesem Zusammenhang verabschiedeten Altersvermögensgesetzes wurde neben den bisher bestehenden vier Instrumenten der betrieblichen Altersversorgung (Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse) als fünftes Instrument der Durchführungsweg „Pensionsfonds“ geschaffen.
Drei Jahre nach Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Regelungen sind die gemachten Erfahrungen eher als enttäuschend zu bezeichnen. Durch eine ständige Diskussion über weitere Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, durch zu komplizierte gesetzliche Förderbestimmungen und nicht zuletzt durch die in den letzten Jahren anhaltende volkswirtschaftliche Stagnation ist der Beteiligungsgrad an der neuen kapitalgedeckten Zusatzversorgung hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Erfolgsversprechend sind bisher lediglich Branchenlösungen einzelner Tarifvertragsparteien, wie die der chemischen Industrie, die mit den Mitteln des Tarifvertrages und der Gründung einer gemeinsamen Einrichtung systematische und flächen-deckende Lösungen anbietet. Ein Lösungsvorschlag ist der Chemie Pensionsfonds.
Aus dieser neuentstandenen Situation ergeben sich die folgenden Fragen, die im Rahmen dieser Arbeit diskutiert werden sollen:
- In welcher Situation befindet sich derzeit das Alterssicherungssystem in Deutschland und welche Maßnahmen müssen getroffen werden, um das Alterssicherungssystem zukunftsfähig zu machen?
- Welchen ganzheitlichen Anforderungen muss sich ein betriebliches Versorgungswerk im einzelnen und als branchenübergreifendes Modell stellen?
- Welche Möglichkeiten bietet der Pensionsfonds im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung im Allgemeinen und als Branchenlösung im Besonderen?
Gang der Untersuchung:
In Kapitel 2 wird zunächst das bestehende System der Alterssicherung in Deutschland dargestellt. Anschließend erfolgt ein Einblick in die Entwicklung und die aktuelle Situation der Finanzierung der Altersvorsorge und die gesetzlichen Maßnahmen im Rahmen der Rentenreform aus dem Jahr 2001. Die Stellung der betrieblichen Altersversorgung steht hierbei im Mittelpunkt. Es wird die Verbreitung betrieblicher Versorgungsleistungen betrachtet sowie Gründe für deren geringe Inanspruchnahme aufgezeigt.
In Kapitel 3 werden die Anforderungen an betriebliche Versorgungssysteme aus Unternehmenssicht und aus Arbeitnehmersicht dargestellt. Hierbei spielen vor allem die Besteuerung sowie finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien der einzelnen Durchführungswege, aber auch die Ausgestaltung von Leistungsplänen und der Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung bei der Wahl des Durchführungsweges eine bedeutende Rolle. Im Anschluss daran wird näher auf die Motive der betrieblichen Altersversorgung aus Arbeitgeber- sowie aus Arbeitnehmersicht eingegangen.
Kapitel 4 stellt den Chemie Pensionsfonds – eine Lösung für eine zukunftsträchtige betriebliche Altersversorgung am Beispiel des Branchenmodells der chemischen Industrie vor. Es werden die besonderen Merkmale des Chemie Pensionsfonds, die gesellschaftsrechtlichen Konstruktion, die Art der Kapitalanlage sowie das Vertriebskonzept aufgezeigt und vorgestellt. Das Kapitel schließt mit einer kurzen Bewertung des Branchenversorgungswerkes. Hierbei gilt die Aufmerksamkeit den jeweiligen Motiven für eine betrieblichen Altersversorgung aus Arbeitgeber- und aus Arbeitnehmersicht. Es soll geklärt werden, ob das Branchenversorgungswerk diesen Anforderungen gerecht wird.
Kapitel 5 schließt diese Arbeit zusammenfassend mit einer kritischen Würdigung.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | I |
| II. | Abbildungsverzeichnis | III |
| III. | Abkürzungsverzeichnis | IV |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Arbeit | 2 |
| 2. | Die Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung im System der Alterssicherung in Deutschland | 4 |
| 2.1 | Das System der Alterssicherung | 4 |
| 2.1.1 | Das Drei-Säulen-Modell | 4 |
| 2.1.2 | Zukunftsaussichten der Finanzierung | 6 |
| 2.2 | Reformmaßnahmen seit 2001 | 9 |
| 2.3 | Die betriebliche Altersversorgung | 11 |
| 2.3.1 | Modifikation des Betriebsrentengesetzes | 11 |
| 2.3.2 | Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge | 14 |
| 2.3.3 | Gründe für die geringe Inanspruchnahme der betrieblichen Altervorsorge | 15 |
| 3. | Entscheidungskriterien bei der Gestaltung betrieblicher Versorgungswerke | 17 |
| 3.1 | Anforderungen an betriebliche Versorgungssysteme | 17 |
| 3.1.1 | Die fünf Durchführungswege | 17 |
| 3.1.2 | Arten der Versorgungszusagen und Leistungserbringung | 22 |
| 3.1.3 | Finanzwirtschaftliche Kriterien für die Wahl des Durchführungsweges | 23 |
| 3.1.4 | Entgeltumwandlung und Tarifvorbehalt | 26 |
| 3.2 | Motive für die Einführung einer betrieblichen Altersversorgung | 28 |
| 3.2.1 | Aus Sicht der Arbeitgeber | 28 |
| 3.2.2 | Aus Sicht der Arbeitnehmer | 30 |
| 3.3 | Möglichkeiten der Umsetzung der betrieblichen Altersvorsorge nach den Anforderungen betrieblicher Versorgungssysteme | 31 |
| 3.3.1 | Vorzüge der Finanzierung über externe Versorgungsträger | 31 |
| 3.3.2 | Vorzüge von Branchenmodellen | 34 |
| 4. | Pensionsfonds als Instrument der betrieblichen Altersvorsorge am Beispiel des Chemie Pensionsfonds | 37 |
| 4.1 | Der Pensionsfonds im Modell der chemischen Industrie | 37 |
| 4.1.1 | Tarifvertrag über Einmalzahlung und Altersvorsorge | 38 |
| 4.1.2 | Die Konstruktion und die Konzeption des Chemie Pensionsfonds | 44 |
| 4.1.2.1 | Die gesellschaftsrechtliche Konstruktion | 46 |
| 4.1.2.2 | Das Leistungsspektrum | 47 |
| 4.1.2.3 | Arbeitgeberwechsel | 50 |
| 4.1.2.4 | Die Kapitalanlage | 51 |
| 4.1.2.5 | Die Vertriebsstrategie | 59 |
| 4.2 | Bewertung | 63 |
| 5. | Fazit | 67 |
| IV. | Literaturverzeichnis | VII |
| V. | Eidesstattliche Erklärung | XV |
weitere Kostenreduzierungen.175 Aufgrund einheitlicher Regelungen und einer großen Anzahl von (erwarteten) Teilnehmern, lassen sich für alle Beteiligten leichter effektive Rahmenbedingungen aushandeln. Auch das Problem von gezillmerten Tarifen176 kann durch eine Branchenvereinbarung so gelöst werden, dass keine Vertreterprovisionen zu zahlen sind. Im Zuge der Umsetzung der Reform der bAV im Jahr 2001 sind in einer Reihe von Branchen Branchenversorgungswerke oder spezielle Branchenlösungen durch entsprechende Vereinbarungen mit externen Versorgungsträgern entstanden. Stellvertretend hierfür sei neben dem bereits erwähnten Chemie-Modell auch das Versorgungswerk „MetallRente“ genannt.177 Im Rahmen dieser Arbeit wird das Hauptaugenmerk auf das Branchenmodell der chemischen Industrie gelegt, die neben einem Konsortialvertrag mit privaten Versicherungen, den Chemie Pensionsfonds zur Umsetzung der bAV anbieten.178 [...]
Je nach Ausgestaltung und Inhalt eines Branchenmodells bieten sich den Unternehmen somit gewichtige Vorteile, die sowohl die Einführung von Versorgungswerken erleichtern können, als auch die gesamte Durchführung und Abwicklung kostengünstiger und effizienter gestalten. Die von den Tarifvertragsparteien getroffenen Lösungen sind besonders geeignet, in der Belegschaft auf Akzeptanz zu stoßen. Darüber hinaus können Entscheidungsunsicherheiten auf Seiten der Arbeitnehmer verringert werden, da in die Angebote zur bAV durch die Beteiligung der Tarifvertragsparteien umfassende Erfahrungen in Arbeits- und Steuerrecht und allen anderen die bAV betreffenden Gesetze eingebracht werden und somit individuelle Beratungsfehler vermieden werden können. Da die Verwaltungskosten schon bei kollektiven betrieblichen Versorgungssystemen i.d.R. unter 5 % liegen, verspricht der Einsatz der Marktmacht einer Branche von vornherein noch [...]
Unter Rentabilitätsgesichtpunkten spricht für die externe Verwaltung der Mittel, dass bei einer kapitalmarktorientierten Anlagepolitik, in Verbindung mit einem für die Altersvorsorge angemessenen langfristigen Anlagezeitraum, das Erzielen hoher Renditen am Aktienmarkt möglich ist.164 Im längerfristigen Vergleich liegt die Wertentwicklung einer Aktienanlage über der Wertentwicklung einer Rentenanlage.165 Werden unter diesem Aspekt die drei Durchführungswege „Direktversicherung“, „Pensionskasse“ und „Pensionsfonds“ verglichen, sind die engeren quantitativen Anlagerestriktionen von maximal 35 % Aktienanteil bei Direktversicherungen und Pensionskassen von Bedeutung.166 Aufgrund dieser Beschränkung sind Pensionskassen und Direktversicherungen nur beschränkt in der Lage, flexibel auf Situationen am Kapitalmarkt zu reagieren. Pensionsfonds hingegen unterliegen dieser Beschränkung nicht, so dass ihnen bei der Kapitalanlage größere Chancen (aber auch Risiken) eröffnet sind. • [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832487072
Arbeit zitieren:
Frey, Greta-Lisa Januar 2005: Herausforderung an die Umsetzung der betrieblichen Altersversorgung nach der Rentenreform 2001, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rentenversicherung, Altersvermögensgesetz, Altersvorsorge, Betriebsrente, Entgeltumwandlung



