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Hedonik in der Preisstatistik in Deutschland und Europa

Eine praxisorientierte Studie

Hedonik in der Preisstatistik in Deutschland und Europa
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Veronika Scharfenberg
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 2,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
  • Bibliografie: ca. 74
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0194-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0194-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0194-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scharfenberg, Veronika Juni 2005: Hedonik in der Preisstatistik in Deutschland und Europa, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Statistik, Statistisches Bundesamt, Preise, Verbraucher, Europäische Union

Diplomarbeit von Veronika Scharfenberg

Problemstellung:

Preisindizes dienen der Preisbereinigung, indem sie Preisniveaus messen. Da das Bruttoinlandsprodukt durch Teilindizes der Preisstatistik deflationiert wird, haben Verzerrungen der Preisindizes Einfluss auf die Schätzung des realen Wachstums einer Volkswirtschaft. Dies wiederum kann zu fehlerhaften (geld-)politischen Maßnahmen führen, die im Hinblick auf die Preisniveaustabilität eingeleitet werden.

Es ist also wichtig, die Verzerrungen von Preisindizes möglichst gering zu halten. Die hier behandelten Preisindex-Verzerrungen entstehen bei Qualitätsänderungen, die auftreten, wenn sich die im Preisindex betrachteten Produkte zwischen zwei unterschiedlichen Perioden verändern, sei es durch Modellwechsel, sei es durch technische Veränderungen.

Über verschiedene Qualitätsbereinigungsverfahren wird versucht, diese Qualitätsänderungen adäquat abzubilden.

Eine mögliche Variante der Qualitätsbereinigung ist die Hedonik. Hedonische Methoden bilden über eine Regressionsfunktion die Beziehung zwischen den Qualitätseigenschaften eines Produkts einerseits und seinem Preis andererseits ab.

Ziel der Arbeit ist es, die Einführung und die Umsetzung hedonischer Methoden in den Statistischen Ämtern sowie die sich daraus ergebenden Herausforderungen und Konsequenzen zu untersuchen.

Dafür wird den Fragen nachgegangen, warum und auf welche Weise hedonische Verfahren in Deutschland eingeführt wurden, wie weit hedonische Methoden in Europa verbreitet sind und welche Vor- und Nachteile Praktiker allgemein in hedonischen Verfahren sehen. Zudem soll gezeigt werden, über welche Institutionen die Europäische Union dem Problem unterschiedlicher Qualitätsbereinigungsverfahren in den Mitgliedsländern entgegen tritt.

Der Fokus liegt hierbei immer auf hedonischen Methoden. Andere Qualitätsbereinigungsverfahren werden nur am Rande beschrieben. Für die Darstellung der europäischen Union beschränkt sich die Arbeit auf die Länder der EU-15.

In Kapitel 1 werden kurz die theoretischen Grundlagen zur Qualitätsbereinigung und insbesondere zur Hedonik erläutert.

Kapitel 2 widmet sich der Einführung hedonischer Methoden in Deutschland, wobei nicht nur der Einführungsprozess, sondern auch die einzelnen hedonischen Indizes sowie Zukunftsprojekte zur Hedonik in Deutschland dargestellt werden.

In Kapitel 3 wird der Blickwinkel auf Europa erweitert: Zwei internationale Studien sowie eine eigene Umfrage zur Qualitätsbereinigung in Europa werden hier dargestellt. Diese eigene Umfrage bezieht sich auf einen Fragebogen, den 12 der 15 EU-15 Länder im Sommer 2005 beantwortet haben.

Als Konsequenz der sehr unterschiedlichen Qualitätsbereinigungs-Ansätze der europäischen Länder gibt es europäische Bestrebungen zur Harmonisierung der Qualitätsbereinigungsmethoden, die in Kapitel 4 dargestellt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
SYMBOLVERZEICHNIS V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VIII
TABELLENVERZEICHNIS IX
PROBLEMSTELLUNG 1
1. GRUNDLAGEN 3
1.1 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNG 3
1.2 HERKÖMMLICHE QUALITÄTSBEREINIGUNGSVERFAHREN: MATCHED MODELS 5
1.2.1 OVERLAPPING LINK METHODE 5
1.2.2 METHODEN AUS DER PRAXIS 7
1.3 HEDONISCHE METHODEN 11
1.3.1 ALLGEMEINE BEMERKUNGEN 11
1.3.2 METHODEN ZUR BERECHNUNG HEDONISCHER PREISINDIZES 11
1.3.3 KRITISCHE WÜRDIGUNG HEDONISCHER METHODEN 13
2. HEDONIK IN DEUTSCHLAND 16
2.1 GESCHICHTE DER HEDONISCHEN METHODEN IN DEUTSCHLAND 16
2.2 EINFÜHRUNG HEDONISCHER METHODEN IN DEUTSCHLAND 20
2.2.1 DER EINFÜHRUNGSPROZESS 20
2.2.2 BERECHNUNG DER EINZELNEN INDIZES 23
2.2.3 KOSTEN DER EINFÜHRUNG HEDONISCHER METHODEN 46
2.3 ZUKUNFT DER HEDONISCHEN METHODEN IN DEUTSCHLAND 47
3. HEDONIK IN EUROPA 49
3.1 FRÜHERE STUDIEN 49
3.1.1 PORTUGAL: SURVEY ON NATIONAL CPI 49
3.1.2 ZEW: HEDONIC METHODS IN OFFICIAL PRICE STATISTICS 50
3.2 UMFRAGE ZUR QUALITÄTSBEREINIGUNG 52
3.2.1 KONZEPTION DES FRAGEBOGENS 52
3.2.2 ERGEBNISSE DER UMFRAGE 53
3.2.3 ANMERKUNG ZU NICHT TEILNEHMENDEN LÄNDERN 63
4. EUROPÄISCHE PROJEKTE ZUR INTERNATIONALEN VERGLEICHBARKEIT 65
4.1 HARMONISIERTE VERBRAUCHERPREISINDIZES (HVPI) 65
4.1.1 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNG DER HVPI 66
4.1.2 ENTSTEHUNG DER HVPI 66
4.1.3 MINDESTSTANDARDS IM HVPI 67
4.2 EUROPEAN HEDONIC CENTRE (EHC) 68
4.2.1 AUFBAU UND ZIELE DES EHC 69
4.2.2 VORGEHENSWEISE UND ERGEBNISSE DES EHC 70
4.3 TASK FORCE QUALITY ADJUSTMENT AND SAMPLING 72
4.4 FORTFÜHRUNG DER FORSCHUNG 73
FAZIT UND AUSBLICK 74
ANHANG A. REGRESSIONSERGEBNISSE FÜR DEN HÄUSERPREISINDEX 77
ANHANG B. REGRESSIONSERGEBNISSE FÜR FARBFERNSEHER (DEZENTRALE INDIZES) 78
ANHANG C. REGRESSIONSERGEBNISSE FÜR DESKTOP-COMPUTER IM EINFUHRPREISINDEX 79
ANHANG D. ANSPRECHPARTNER IN EUROPA 80
ANHANG E. ERGEBNISSE DES SURVEY ON NATIONAL CONSUMER PRICE INDEXES 2001 81
ANHANG F. FRAGEBOGEN ZUR UMFRAGE 82
LITERATURVERZEICHNIS 86

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
SYMBOLVERZEICHNIS V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VIII
TABELLENVERZEICHNIS IX
PROBLEMSTELLUNG 1
1. GRUNDLAGEN 3
1.1 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNG 3
1.2 HERKÖMMLICHE QUALITÄTSBEREINIGUNGSVERFAHREN: MATCHED MODELS 5
1.2.1 OVERLAPPING LINK METHODE 5
1.2.2 METHODEN AUS DER PRAXIS 7
1.3 HEDONISCHE METHODEN 11
1.3.1 ALLGEMEINE BEMERKUNGEN 11
1.3.2 METHODEN ZUR BERECHNUNG HEDONISCHER PREISINDIZES 11
1.3.3 KRITISCHE WÜRDIGUNG HEDONISCHER METHODEN 13
2. HEDONIK IN DEUTSCHLAND 16
2.1 GESCHICHTE DER HEDONISCHEN METHODEN IN DEUTSCHLAND 16
2.2 EINFÜHRUNG HEDONISCHER METHODEN IN DEUTSCHLAND 20
2.2.1 DER EINFÜHRUNGSPROZESS 20
2.2.2 BERECHNUNG DER EINZELNEN INDIZES 23
2.2.3 KOSTEN DER EINFÜHRUNG HEDONISCHER METHODEN 46
2.3 ZUKUNFT DER HEDONISCHEN METHODEN IN DEUTSCHLAND 47
3. HEDONIK IN EUROPA 49
3.1 FRÜHERE STUDIEN 49
3.1.1 PORTUGAL: SURVEY ON NATIONAL CPI 49
3.1.2 ZEW: HEDONIC METHODS IN OFFICIAL PRICE STATISTICS 50
3.2 UMFRAGE ZUR QUALITÄTSBEREINIGUNG 52
3.2.1 KONZEPTION DES FRAGEBOGENS 52
3.2.2 ERGEBNISSE DER UMFRAGE 53
3.2.3 ANMERKUNG ZU NICHT TEILNEHMENDEN LÄNDERN 63
4. EUROPÄISCHE PROJEKTE ZUR INTERNATIONALEN VERGLEICHBARKEIT 65
4.1 HARMONISIERTE VERBRAUCHERPREISINDIZES (HVPI) 65
4.1.1 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNG DER HVPI 66
4.1.2 ENTSTEHUNG DER HVPI 66
4.1.3 MINDESTSTANDARDS IM HVPI 67
4.2 EUROPEAN HEDONIC CENTRE (EHC) 68
4.2.1 AUFBAU UND ZIELE DES EHC 69
4.2.2 VORGEHENSWEISE UND ERGEBNISSE DES EHC 70
4.3 TASK FORCE QUALITY ADJUSTMENT AND SAMPLING 72
4.4 FORTFÜHRUNG DER FORSCHUNG 73
FAZIT UND AUSBLICK 74
ANHANG A. REGRESSIONSERGEBNISSE FÜR DEN HÄUSERPREISINDEX 77
ANHANG B. REGRESSIONSERGEBNISSE FÜR FARBFERNSEHER (DEZENTRALE INDIZES) 78
ANHANG C. REGRESSIONSERGEBNISSE FÜR DESKTOP-COMPUTER IM EINFUHRPREISINDEX 79
ANHANG D. ANSPRECHPARTNER IN EUROPA 80
ANHANG E. ERGEBNISSE DES SURVEY ON NATIONAL CONSUMER PRICE INDEXES 2001 81
ANHANG F. FRAGEBOGEN ZUR UMFRAGE 82
LITERATURVERZEICHNIS 86

Textprobe:

Kapitel 2.1, Geschichte der Hedonischen Methoden in Deutschland: Unter den Faktoren, die zur Einführung hedonischer Methoden in Deutschland geführt haben, sind vor allem eine Studie von Gnoss 1990, die Boskin-Studie 1996 sowie verschiedene Studien und Artikel von Hoffmann bzw. der Deutschen Bundesbank von Bedeutung. Diese sollen im Folgenden kurz dargestellt werden.

Bereits 1990 beschäftigt sich Gnoss mit hedonischen Indizes, indem er den Fragen nachgeht, welche relevanten Eigenschaften / Qualitätsmerkmale in die Analyse einbezogen werden sollten, welche Regressionsfunktion verwendet werden sollte und wie über Regressionsschätzungen Indizes berechnet werden können.

Am Beispiel des PCs untersucht er zwei Verfahren, die Characteristics Price Method und die Zeitdummyvariablen-Methode. Letztgenannte ergibt mangelhafte Ergebnisse, während die Characteristics Price Method mit einem Preisverfall von 20% im Gegensatz zu 5% mit herkömmlichen Verfahren interessante Resultate zeigt. Der herkömmliche Index GP 5051 fällt in den Berichtsmonaten März 1985 bis Juni 1986 wesentlich weniger stark als der hedonische Index. Allerdings zeigt die Studie auch, dass der Aufwand für die Anwendung hedonischer Methoden sehr hoch ist.

Schließlich ergibt sich, dass hedonische Methoden zwar eine Erfolg versprechende Alternative zu herkömmlichen Verfahren darstellen, die Probleme bei der konkreten Umsetzung, seien es die Kosten, seien es Schwierigkeiten mit den nötigen Dateninformationen, jedoch zu schwer-wiegend sind. Zudem wird empfohlen, einen Konsens mit den Produzenten zu schließen, um die erforderliche detaillierte Datenbasis erstellen zu können.

Das Statistische Bundesamt beschließt folglich, hedonische Methoden vorerst nicht in die Preisindexberechnung mit einzubeziehen. 1996 folgt die Boskin-Studie aus den USA, der international viel Beachtung geschenkt wird. Die Wissenschaftler stellen fest, dass der US-amerikanische Verbraucherpreisindex die Inflation um etwa 1,1 Prozentpunkte pro Jahr überschätzt. Außerdem weisen sie darauf hin, dass Fehler bei der Qualitätsbereinigung einen großen Anteil an dieser Überschätzung haben.

Nächster Schritt ist eine Studie der Deutschen Bundesbank 1998. Hoffmann betrachtet dieselben Fehlerquellen im Verbraucherpreisindex wie zuvor die Boskin-Kommission; folglich deckt auch er Fehler in der Qualitätsbereinigung auf. Hoffmann schätzt den Fehler in der deutschen Inflationsrate auf 0,75% und sieht den Ursprung hauptsächlich in den Problemen bei Qualitätsänderungen. Er beschreibt verschiedene Verfahren zur Qualitätsbereinigung und führt Fallstudien durch, anhand derer er nachweisen kann, dass der Qualitätsfortschritt in der offiziellen Preisstatistik nicht immer angemessen berücksichtigt wird.

Bei einem unterstellten Qualitätsfortschritt von 1% könnte der Fehler, der durch Qualitätsbereinigung erzeugt wird, etwa 0,5% betragen. Es folgen einige Monatsberichte der Deutschen Bundesbank, in denen Hoffmann auf die Verzerrung bei der Inflationsmessung und weitere Probleme in der Preisstatistik hinweist.

Arbeit zitieren:
Scharfenberg, Veronika Juni 2005: Hedonik in der Preisstatistik in Deutschland und Europa, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Statistik, Statistisches Bundesamt, Preise, Verbraucher, Europäische Union

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